Fundamentale Überzeugungen


Was Evangelikale unter „Suchet der Stadt Bestes“ verstehen. Quelle: idea.de
Was Evangelikale unter „Suchet der Stadt Bestes“ verstehen. Quelle: idea.de

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Unter dem Titel „Suchet der Stadt Bestes“ hat die Deutsche Evangelische Allianz gesellschaftliche Grundüberzeugungen veröffentlicht. In der 13-seitigen Schrift der theologisch konservativen Protestanten werden Forderungen nach einem christlichen Staat abgelehnt.

Der geistliche Auftrag der Kirche unterscheide sich grundlegend vom weltlichen Auftrag des Staates, heißt es in dem vom Hauptvorstand des evangelikalen Dachverbandes am 22. Mai in Bad Blankenburg veröffentlichten Papier. Von den staatlichen Organen wird aber erwartet, dass sie sich an die christlichen Wurzeln der modernen Demokratie erinnern, sie fördern und sich von ihnen leiten lassen. Dazu gehöre insbesondere der Schutz von Ehe und Familie.

Diese „gottgegebenen Ordnungen“ seien „elementar für das harmonische Zusammenleben der Menschen“ und „Eckpfeiler der Stabilität der gesamten Gesellschaft“. Versuche, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften der im Grundgesetz herausgehobenen Stellung der Ehe gleichzustellen, werden zurückgewiesen. Zugleich ruft die Allianz Christen auf, Vertretern mit einer anderen geschlechtlichen Orientierung mit Respekt und Würde zu begegnen. Allerdings sei praktizierte Homosexualität „unvereinbar mit der biblischen Ethik“. Ferner spricht sich die Allianz gegen Abtreibung und die Tötung von menschlichen Embryonen sowie aktive Sterbehilfe aus. Menschen mit Behinderung sollten stärker als bisher am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

Verantwortung für Schwache und Ausgegrenzte
In dem Papier wird der Einsatz für weltweite Menschenrechte und Religionsfreiheit – auch für nicht-christliche Religionen –, für den Lebensschutz und die friedliche Beilegung von Konflikten als historische Grundüberzeugung der Allianz-Christen bezeichnet. Sie sähen seit der Gründung der weltweiten Allianz-Bewegung im Jahr 1846 eine besondere Verantwortung für die Schwachen und Ausgegrenzten in der Gesellschaft und wendeten sich gegen jede Form von Rassismus. Hass gegen Minderheiten, Juden oder Ausländer widerspreche diametral der biblischen Ethik. Selbstkritisch wird die Schuld der Christenheit eingeräumt, „in der Vergangenheit Rassismus gefördert, unterstützt oder geduldet zu haben“.

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