‚Hätt’ Maria abgetrieben …‘


Quelle: kath.net
Quelle: kath.net

„Wir sind hier, um Eure religiösen Gefühle zu verletzen“ – Ein Bericht von der linksradikalen Demo gegen den Psychotherapiekongress in Marburg

KATH.NET – von Karsten Huhn

„Meine Damen und Herren, liebe Homos“, sagt die Sprecherin des Bündnisses „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiöse Fundamentalisten“ zur Begrüßung. Etwa 1.000 Demonstranten haben sich zu Christi Himmelfahrt um elf Uhr vor dem Marburger Bahnhof eingefunden, bewacht werden sie von etwa 200 Polizisten. Der Marsch geht durch die Innenstadt, vorbei an der gotischen Elisabethkirche zur Stadthalle, in der der Kongress für Psychotherapie und Seelsorge stattfindet. Gegen diesen richtet sich der Zorn der Demonstranten. Reaktionär und pseudowissenschaftlich sei der Kongress und müsse deshalb verhindert werden, ruft die Sprecherin.

Im Vorfeld des Kongresses hatte man zunächst an zwei, dann an drei Referenten Kritik geübt, weil diese eine Therapie für homosexuell empfindende Menschen für möglich halten. Nun wird die Kritik weiter ausgeweitet: „Mindestens zehn weitere Referenten sind negativ aufgefallen“, sagt die Sprecherin. So sei das angebotene Seminar „Abtreibung als Trauma“ frauenverachtend. Christliche Therapeuten würden ihren Klienten Schuldgefühle einreden; zudem stehe das Ergebnis ihrer Beratung von vornherein fest.

Als nächstes kommt die Sprecherin des Marburger Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) zu Wort. Der Kongress verdränge Wissenschaftsfreiheit durch Narrenfreiheit, sagt sie. Die Evangelikalen seien auf dem langen Marsch durch die Institutionen.

Das Theologische Seminar Tabor in Marburg sei vom Wissenschaftsrat ebenso akkreditiert worden wie die Freie Theologische Hochschule in Gießen. Kritik übt sie auch an früheren Tagungen des Christustreffs Marburg und der Studentenmission in Deutschland (SMD) an der Marburger Uni: „Was zur Hölle haben diese Leute im größten Saal der Uni zu suchen?“ Der Schlusssatz der Studentensprecherin: „Für das Recht auf freie sexuelle Bestimmung – nach dem Tode Gottes“.

weiterlesen

8 Comments

  1. das thema der „der therapiebedürftigkeit“ gibt es ja zwecks anheizen des pogromdenkens genauso im staatsutilitarismus/biologismus . s.hetzjagden in gb und kopfab -geschrei in bild und blick

    ich fänd es ncht ill, wenn schäuble in seinem leben keinen orgasmus mehr erlebte (selbstanzeige wegn dieser ernstgemeinten persönlichen verwünschung wider ihn )
    winnie

    Gefällt mir

  2. wann fällt eich liebden demoaxionistn mal uff, daß jeder antisemit sich gern unter euch mischn wird.
    und- so ich freudig homo bin, wollt ich doch lieber als dame
    angeredt wern
    eure lebevolle winnie, sister of joseph conrad

    Gefällt mir

  3. @Ex-Moonie

    Geb ich Dir Recht, allerdings funktioniert das auf demselben Niveau der Pro-Life-Fraktion, die solche Satzanfänge wie „Hätt Maria abgetrieben..“ (wahlweise ersetzbar durch die Mutter vom Gandhi, Martin Luther King, e.t.c.) tatsächlich seit Jahrzehnten regelmässig in der Abtreibungsdiskussion verwendet, obwohl man in der Tat auch genausogut die Mutter von Hitler, Stalin, Pol Pot einfügen könnte.

    Ich sehe in dem Spruch nicht mehr als eine parodistische Verballhornung.

    Gefällt mir

  4. Ein Spruch wie „Hätt Maria abgetrieben wärt ihr uns erspart geblieben.“ ist nichts weiter als niveauloser, sprachlicher Müll, der nichts zum eigentlichen Anliegen der Demo beigetragen hat.

    Ex Moonie

    Gefällt mir

  5. ‘Hätt’ Maria abgetrieben …’

    Musste sie auch gar nicht, Jesus hat sich später selbst abgetrieben. 😆

    „Wenn ich groß bin, werd ich schwul“

    Na ja, besser als Hartz 4. :mrgreen:

    @BipoX

    Hätte Hitlers Mutter abgetrieben

    Mich würde echt interessieren, was ein „Lebensschützer“ dazu sagen würde.

    Gefällt mir

  6. Hätte Hitlers Mutter abgetrieben:

    Auch ohne direkten Bezug zu dem, was man im Allgemeinen unter Religion versteht, wird im Bereich Psychologie besonders im Volksglauben noch vieles für Wahr gehalten, was empisicher Untersuchung letztendlich nicht standhalten konnte. Auch auf fachlicher Seite gibt es mitunter Eitelkeit genug, um diese Ergebnisse nicht an die grosse Glocke zu hängen.
    Nach „Psychologie-Häretikern“ wie Rolf Degen muss man länger suchen.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.