»Illegale Apotheker«


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Scientology-Kreuz

Die umstrittene Organisation steht seit Montag wegen „organisierten gemeinschaftlichen Betruges“ vor Gericht. Scientology soll Mitglieder unter Druck gesetzt und ihnen Produkte zu überhöhten Preisen verkauft haben.

DiePresse.com

Die Scientology-Organisation steht in Frankreich seit Montag wegen „organisierten gemeinschaftlichen Betruges“ vor Gericht – ihr droht im Falle der Verurteilung die Auflösung. Die französische Scientology-Zentrale und ihre Buchhandlung müssen sich als juristische Personen vor einem Pariser Strafgericht verantworten. Ebenfalls angeklagt sind sieben Mitglieder der Organisation, die in Frankreich als Sekte gilt. Die Anklage wirft Scientology vor, ihre Mitglieder unter Druck zu setzen und ihnen zu überhöhten Preisen Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen.

In dem auf gut drei Wochen angesetzten Verfahren geht es um eine Frau, die 1998 einen „Persönlichkeitstest“ bei Scientology gemacht hatte. In der Folge zahlte die Französin für Bücher, Medikamente und ein „Elektrometer“ nach heutigem Stand rund 20.000 Euro an die Organisation. Das sogenannte Elektrometer zur angeblichen Messung des geistigen Wohlbefindens wird Anhängern der Scientology-Lehre für tausende Euro verkauft, obwohl es nur ein paar hundert wert ist; es handelt sich um einen Apparat, der die Spannung zwischen den Händen misst.

Auch mit wochenlangen Saunakuren zur „Reinigung von Körper und Geist“ sowie an Vitaminpräparaten verdient die 1954 von dem US-Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard (1911-1986) gegründete Organisation offenbar kräftig. Mehrere Scientologen stehen deshalb auch wegen „illegaler Ausübung des Apothekerberufes“ vor Gericht.

3 Comments

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  2. @andi08

    Dann frage ich mich, weshalb ein solches Verfahren überhaupt noch in Aktion ist, wenn es bei dieser „Kirche“ doch eindeutig zu sehen ist… sie machen ja nichts schlimmes. Sie verkaufen ja keine unnütze Vitaminpräparate, Dosengeräte und Kurse. Sie wollen nur das beste des Menschen …

    ihr Geld 😉 !

    @Topic:

    Sobald man einsieht, dass die Vitaminpräparate, die Bücher und die Kurse einem da keine Hilfe im Leben bringen, gibt’s natürlich keine „Geld Zurück“ Garantie. Natürlich nicht ! So funktioniert ja Religion. Man kauft Kerzen, Gebete und Weihrauch. Werden dann trotzdem noch viele Opfer nach Naturkatastrophen geborgen, dann hat man entweder zuwenig gekauft, oder Gott/Götter/Macht/Liebe/Energie/… hat gewirkt, nur können wir unfähige Erdlinge das mit unserem begrenztem Kleinhirn das einfach nicht „begreifen“. Schwarze Löcher, n-dimensionale Theorien und Quantenfluktuationen sind kein Problem, das ist mit der theoretischen Physik im Handumdrehen gelöst. Die Mordversuche des allmächtigen Herrschers im All, der in den Menschen eingepflanzten Alien-Xenu-Seelen usw., dies entzieht sich unserer „begrenzten“ Weltsicht. Bischof Huber würde hier lächeln 🙂 .

    Meiner bescheidenen Meinung nach hat die Scientology Organisation ganz klar einen an der Waffel. Sie üben Druck aus, haben das wirtschaftliche Interesse ganz klar als oberste Maxime definiert und scheren sich einen Dreck um „alternative Sichtweisen“. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft und des Glaubens beherbergt sich dort ein perfides Unternehmen, welches ganz klar eine Gefahr für die uns bekannte demokratische Freiheit ist. Das „Ziel“ dieser Gesellschaft ist aller Anschein nach inhuman.

    Es ist amüsant, wenn jene Anhänger der Alien-Geister Phantastereien sich als „Kirche“ darstellen und ihre Geisterkraft mit Dosen „messen“ will. Damit aber saftige Geldscheine anzunehmen, weil ohne eine „Reinigung“ man ansonsten nicht in die oberen Sphären aufsteigen kann, ist schon sehr dreist. Die Exorzisten der JHWH-Freaks nehmen AFAIK für (Alien-/Satan-/Dämonen-/Harry Potter-) Geisteraustreibungen keinen Scheck. Die begnügen sich mit Spenden. Klar haben auch die eine Schraube locker, wenn sie mit Büchern auf die Jagd nach Gehirnmanipulationsgeister gehen, aber weder drücken sie einem bezahlungspflichtige Medikamente, noch regelmäßig durchgeführte (und monetär bezahlte!) Kurse auf die Backe.

    Die geldeintreibende Hand, die hält Scientology liebend gerne auf 🙂 .

    Ich wünsche dieser „Kirche“ rein gar nichts, dafür der Frau, die hier nach allen Regeln der Sektenkunst über’m Tisch gezogen wurde. Eigentlich war es aber ihre eigene Schuld, wenn sie sich auf solche leichtgläubische Art und Weise ausnehmen ließ. Nachträglich z.Bsp. von „Unwissenheit“ zu sprechen, schützt leider – insbesondere bei solch hochorganisierten Sektenbanden – nicht besonders, das muss man leider wissen. Deshalb vermute ich, wird das Gericht hier nicht viel drann rumschrauben können. Wahrscheinlicherweise ein „Sieg“ für die Dosenaliens-Anbeter.

    Und wieder mal Geld einkassiert und sich als „unrechtmäßig verfolgte Kirche“ hingestellt. Bravo, noch ein paar Jahrhunderte mehr, und schon kann man getrost den Platz im Vatikan buchen. Das zuständige Hubbard-Zimmer ist doch sicherlich schon bereitgestellt und möbelliert. Nur wissen wir ja, die Mühlen der Götter mahlen sehr sehr langsam… aber stetig.

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  3. Schade dass im Artikel nicht erwähnt wird, dass die Staatsanwaltschaft ursprünglich die Einstellung des Verfahrens beantragt hat. Außerdem sorgte die Kabinettschefin von Präsident Nicolas Sarkozy für Aufsehen, weil sie im Februar 2008 offen die Frage stellte, ob Scientology tatsächlich eine Gefahr darstelle. Es gab diesbezüglich auch ein interessantes Video mit der Rechtsexpertin Carolyn Evans(Australia’s Yahoo7 News Programme)über den Scientology Prozess in Frankreich. Gab es nicht ähnliche Gerichtsverfahren die zu nichts geführt haben und Scientology gestärkt haben?

    Frankreich:
    17. Januar 2008(Berliner Morgenpost) Die französische Justiz hat ein seit 18 Jahren dauerndes Ermittlungsverfahren gegen die Scientology-Organisation eingestellt. Das Verfahren sorgte mehrfach für Aufsehen. Im November 2005 sprach ein Gericht 16 Scientology-Mitgliedern wegen der langen Verfahrensdauer Schadenersatz zu.

    9.12.2000 Frankreichs Conseil d’État, das höchste administrative Gericht, hat gegen den französischen Staat entschieden und gab der Scientology Kirche Recht. Es betraf eine Steuerangelegenheit die bis in das Jahr 1995 reichte. Die Entscheidung wies den Staat an 12000 Francs Kosten (€ 1800, 1600$) an die Scientology Kirche Paris und den Scientology Reserves Trust zu zahlen. Die Entscheidung vom Freitag(9.12.2000) folgt der Entscheidung vom 14 März 2000 des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften in Luxenburg.

    Australien:
    Selbst in Australien konnte ein Verbot von Scientology (60er Jahre) kein Bestand haben. Scientology prozessierte erfolgreich(Church of the New Faith v. Commissioner Of Pay-roll Tax.) und wurde 1983 vom High Court of Australia als Religion anerkannt.

    Siehe http://scientology-mythos-versus-fakten.blogspot.com/search/label/France%2FFrankreich

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