Der Gotteswahn des Mr. Bush


Gog and Magog, Quelle: wilsonsalmanac.com
Gog and Magog, Quelle: wilsonsalmanac.com

Vor ein paar Tagen hatten wir ja die Berichterstattung des US-amerikanischen Verteidigungsministers D. Rumsfeld an den Präsidenten der USA, G.W. Bush zum Thema. Scheinbar war die Sache nicht mehr zu toppen. Das genau ist der Irrtum, die „Zurechnungsfähigkeit“ des amerikanischen Präsidenten war wohl doch nicht mehr im Bereich normalen Verhaltens.

Die Enthüllungen gehen weiter. Rumsfeld konnte sicher sein, mit seinen Bibelsprüchen, den Präsidenten in entsprechender Form zu beeinflussen. Das Folgende ergibt in diesem Kontext einen Sinn.
2003, in der Formungsphase der „Koalition der Willigen“, im Krieg gegen den Irak, kam es zu einer Unterhaltung zwischen Bush und dem französischen Präsidenten Jacques Chirac. Bush webte eine Geschichte um die biblischen Gestalten Gog und Magog.

Beide seien im mittleren Osten am Wirken und müssten zerstört werden. In den Büchern Genesis und Hesekiel sind sie Mächte der Apokalypse. Es ist vorhergesagt, dass sie aus dem Norden kommen und Israel zerstören, wenn sie vorher nicht gestoppt werden.

In der „Offenbarung des Johannes“ wird die  Prophezeiung aus dem  Alten Testament übernommen.

Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. Und sie stiegen herauf auf die Ebene der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie. Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel, wo auch das Tier und der falsche Prophet waren; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Offb. 20,7-10

Bush, der glaubte, dass die Zeit für den Kampf gekommen sei, erzählte Chirac:

Diese Konfrontation ist der Wille Gottes,  er will den Konflikt nutzen um die Feinde seiner Leute auszuradieren.

Die Geschichte tauchte nur deshalb wieder auf, weil der Elyssee-Palast, verwirrt von Bush’s Worten, um Rat bei Thomas Römer, Prof. für Theologie an der Universität von Lausanne, nachsuchte. Vier Jahre später berichtete Römer in der Septemberausgabe 2007 der Universitätszeitung Allez savoir von dieser Anfrage der französischen Regierung.  So ging der Artikel, scheinbar unbemerkt, an eine französische Zeitung. Die Geschichte wurde nun von Chirac höchstselbst bestätigt.  In seinem Buch, veröffentlicht durch den Journalisten Jean Claude Maurice, sagt Chirac, „er sei wie betäubt gewesen, angesichts der biblischen Prophetie Bushs, zur Rechtfertigung des Krieges gegen den Irak. Weiterhin habe in die Oberflächlichkeit und der Fanatismus des Präsidenten der USA gestört.“

Es bestehen kaum Zeifel an der Tatsache, dass der Beginn des Krieges gegen den Irak grundsätzlich religiös begründet war. Bush war der Überzeugung, dass er mit einen Angriff gegen Sadam Hussein die biblische Prophezeiung erfüllen würde und dass er zum Instrument des HERRN auserwählt sei.

Viele Tausende mussten im Kampf gegen Gog und Magog ihr Leben lassen. Bush, das Gefährt Gottes, dessen Aufgabe es war, die Apokalypse zu entfachen, hat den gesamten Nahen Osten in Flammen gesetzt, die USA befinden sich in einem Kreuzzug gegen den Islam.

Ein merkwürdiger Schlusssatz zu dieser Geschichte. Während der späten Jahre an der Yale-Universität war Georg W. Bush(Sen.) ein Mitglied der geheimnisvollen Skull & Bones Gesellschaft, sein Spitzname dort „Magog“.

nach einem Artikel von Clive Hamilton von Counter Punch

Quellen und weiterführende Links:

Jocelyn Rochat, ‘George W. Bush et le Code Ezéchiel’, Allez Savoir!, No. 39, September 2007

10 Comments

  1. Die religiösen Auslassungen waren und sind doch nur Tarnung. Es geht um Waffengeschäfte, die bestimmte Leute reich machten und die amerikanischen Steuerzahler arm.
    Von wegen Religion.

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  2. Moment mal – Gog und Magog sollen aus dem *Norden* kommen? Und deswegen überfällt Bush den Irak – der im *Osten* von Israel liegt?!?

    Führt religiöse Verblendung neuerdings auch noch zur Verwechslung der Himmelsrichtungen?

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    1. @Bjoern, religiöse Verblendung in Verbindung mit Alkoholismus, da stimmt letztlich jede Richtung. Irgendwann in dieser Zeit meinte Letterman in seiner LateNight-Show. „ich glaube der säuft wieder“. Wahrscheinlich ist Bush der HERR persönlich auf dem Grunde einer Whiskey-Pulle erschienen.

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    1. @bskeptik, no prob, nur morgens bin ich unleidlich, nach dem Motto, „am Spiegel stehen, rein schauen und sagen, ich kenn dich nicht, ich putz dir aber trotzdem die Zähne.“ :mrgreen:

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  3. hmm, willst du mich verar…? Der Artikel ist im Original bei CounterPunch erschienen und im Text verlinkt. Nicht alle was bei AlterNet veröffentlicht wird, kommt auch von denen.

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