DARWINS GARTEN – EVOLUTION ENTDECKEN


Quelle: botgarten.uni-mainz.de
Quelle: botgarten.uni-mainz.de

Bundesweite Ausstellung zu Charles Darwin im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eröffnet / Gartenfest am Sonntag

Charles Darwin ist der Begründer der modernen Evolutionstheorie. In diesem Jahr wäre er 200 Jahre alt geworden, und die Veröffentlichung seines Hauptwerks über die Entstehung der Arten liegt 150 Jahre zurück. Aber Darwin war nicht nur der Begründer der Evolutionstheorie, er war auch, was kaum bekannt ist, ein bedeutender Botaniker. Aus diesem Anlass präsentiert der Verband Botanischer Gärten ab dem 5. Juni zum Auftakt der „Woche der Botanischen Gärten“ die bundesweite Ausstellung „Darwins Garten – Evolution entdecken“. Sie wurde an den Botanischen Gärten der Universitäten Mainz und Darmstadt konzipiert und wird zeitgleich in 35 Städten gezeigt. Die Botanischen Gärten wollen mit dieser ersten gemeinsamen Ausstellung dazu beitragen, die Evolutionstheorie einem breiten Publikum zu vermitteln. Und sie wollen auf ihre eigene Bedeutung als wichtige Instrumente für Wissenschaft, Forschung und Bildung hinweisen.
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„Darwins botanische Forschung steht in engem Zusammenhang mit seiner Vorstellung von der Evolution der Arten und sollte seine Theorie untermauern“, erläutert Dr. Ralf Omlor, der die Ausstellung mitkonzipiert hat. „Daher bietet ein Blick auf den Botaniker Darwin einen spannenden Zugang zu seiner Evolutionstheorie. Zugleich wird in den botanischen Werken der Mensch Charles Darwin auf sympathische Weise greifbar. Man sieht ihn förmlich vor sich, wie er in seinem Gewächshaus die Blüten der Orchideen untersucht, Fütterungsversuche mit fleischfressenden Pflanzen durchführt oder nachts die Schlaf­bewegungen der Pflanzen dokumentiert. Wir wollen mit dieser Ausstellung zeigen, dass grundlegende Prozesse der Evolution sehr leicht an Pflanzen entdeckt werden können.“

“Nothing in biology makes sense, except in the light of evolution“ – mit diesem berühmten Zitat des Genetikers und Evolutionsbiologen Theodosius Dobzhansky erklärt Univ.-Prof. Joachim W. Kadereit, der Leiter des Botanischen Gartens, die zentrale Rolle der Evolutionstheorie für alle Bereiche der Biologie. „Evolution ist Veränderung von Arten im Laufe der Zeit und die Entstehung neuer Arten. Das Verdienst von Charles Darwin besteht darin, einen überzeugenden Mechanismus für Evolution erkannt zu haben.“ Dieser Mechanismus beruht im Wesentlichen auf nur zwei Faktoren: Alle Organismen bringen einen Überschuss an Nachkommen hervor, die sich geringfügig voneinander unterscheiden. Aber nicht alle Nachkommen werden im „Kampf ums Dasein“ („struggle for existence“) in gleichem Maße erfolgreich sein. Manche werden besser mit den Lebensbedingungen zurechtkommen und sich daher stärker vermehren. Darwin hat diesen Prozess als „natürliche Selektion“ bezeichnet. Über viele Generationen kann die natürliche Selektion bewirken, dass sich die Merkmale einer Art verändern und neue Arten entstehen. Auch wenn wir heute z.B. durch die Erkenntnisse der molekularen Genetik sehr viel genauere Vorstellungen von den evolutionären Prozessen haben, sind diese Grundfaktoren aus Darwins Evolutionstheorie weiterhin gültig. „Wir bemühen uns, die Evolutionstheorie verständlich zu machen“, fährt Prof. Kadereit fort, „denn das Verständnis der grundlegenden Prozesse der Evolution ist eine wichtige Voraussetzung, um gesellschaftlich relevante Diskussionen, etwa über den Verlust der biologischen Vielfalt oder über die Veränderung von Lebewesen mit gentechnischen Methoden, beurteilen zu können.“

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