Gottes Kämpfer gegen die «Islamisierung»


Daniel Zingg, TagesAnzeiger Schweiz
Daniel Zingg, TagesAnzeiger Schweiz

Von Michael Meiertagesanzeiger.ch

Auf christlichem Feldzug gegen Minarette in der Schweiz: Daniel Zingg, 53-Jähriger Freikirchler, engagiert sich verbissen im Aktionskomitee «Stopp Minarett».

Das 6 Meter hohe Minarett in Langenthal würde 250 Meter von der Freien Evangelischen Gemeinde entfernt zu stehen kommen, in der sich Daniel Zingg engagiert. Für den 53-Jährigen eine schreckliche Vorstellung, dass der Ruf des Muezzins «Allah ist grösser» schon bald das Gebet in der Freikirche übertönen könnte: «Das Minarett ist nur der erste Schritt», ist er überzeugt. Es gebe kein Gesetz, das einen Muezzin verbieten würde, massgebend sei allein die Lärmschutzverordnung.

Also ist Zingg 2006 Sprecher des Aktionskomitees «Stopp Minarett» in Langenthal geworden. Jetzt geht der Streit in die nächste Runde. In den nächsten Tagen muss der Stadtrat bekannt geben, ob er das Baugesuch genehmigt. Zingg und sein Komitee haben bereits einen neuen Rekurs in der Schublade. Mit seinem lokalen Engagement hat er dem nationalen vorgespurt.

Der «christliche Kuchen»

Bei der Initiative gegen den Bau von Minaretten, die am Freitag im Ständerat debattiert wird, ist er Medienbeauftragter und Sprecher des «christlichen Kuchens». Der einstige Fernsehelektriker hat mit 20 eine Bekehrung erlebt und das theologische Seminar Beatenberg absolviert. EDU-Mitglieder wie er und Christian Waber kümmern sich im eidgenössischen Initiativkomitee primär um den religiösen Aspekt, die SVP-Leute um die politischen Fragen.

Das Volksbegehren ist laut Zingg vor dem Hintergrund der göttlichen Verheissungen zu verstehen. Seinen Heilsplan wolle Gott durch Israel vollenden, wobei der Islam als Gegenspieler auftrete. Evangelikale Christen wie er nehmen die biblische Verheissung wörtlich, dass die Juden als auserwähltes Volk ins Heilige Land zurückkehren und sich dort sammeln. Das sei die Voraussetzung dafür, dass Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit zurückkehre und die Welt rette. Dann würden auch die in Israel versammelten Juden Jesus als ihren Messias erkennen.

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