Ölmulti Shell zahlt Millionen an Opfer in Nigeria


Öl macht frei.
Öl macht frei.

New York (Reuters) – Nach über einem Jahrzehnt Rechtsstreit hat sich der Ölmulti Shell zu Millionenentschädigungen an Opfer der Ölausbeutung im Niger-Delta bereit erklärt.

Nach Angaben des Anwalts der Opfer, Paul Hoffman, kam die außergerichtliche Einigung auf die Zahlung von 15,5 Millionen Dollar unmittelbar vor der Ansetzung eines Prozesses vor einem Bezirksgerichts in New York zustande.

Hintergrund der Fälle ist der Widerstand von Angehörigen des Ogoni-Volkes im Niger-Delta gegen die Zerstörung ihrer Heimat durch Ölmultis, die die rohstoffreiche Gegend ausbeuten. Die Anwälte der Opfer hatten Shell vorgeworfen, mitverantwortlich für zahllose Menschenrechtsverletzungen, Folter und Hinrichtungen von Angehörigen des Eingeborenen-Volkes durch das damalige nigerianische Militärregime sowie für schwerste Umweltzerstörungen zu sein. Nigeria ist der achtgrößte Ölexporteur der Erde.

Die Protestbewegung hatte in den neunziger Jahren gewaltfrei gegen die Ölmultis demonstriert. 1993 hatte die vom Schriftsteller und Umweltaktivisten Ken Saro-Wiwa geführte Bewegung Shell dazu gezwungen, ihre Ölförderanlagen im Ogoni-Land im Niger-Delta aufzugeben. Das damalige Militärregime hatte Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter in einem von Menschenrechtsorganisationen als Farce bezeichneten Prozess wegen Mordes zum Tode verurteilt und 1995 hingerichtet.

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