Homo-Exorzismus


Ausgerechnet zum 40-jährigen CSD-Jubiläum haben US-Schwulenverbände Grund zum Ärger über ein Youtube-Video: Es zeigt die Austreibung eines «Homosexuellen-Dämons» in einer Kirche. Die Pfarrerin versteht die Aufregung nicht.

Netzeitung

Schwulen- und Lesbenverbände in den USA feiern an diesem Wochenende den 40. Jahrestag der «Stonewall Riots», der Aufstände in der New Yorker Christopher Street, als sich Homosexuelle bei einer Razzia in der Schwulen-Bar Stonewall Inn gegen Repressalien zur Wehr setzten – der Beginn einer selbstbewussten Homosexuellen-Bewegung. Doch die Feierlaune, etwa am kommenden Sonntag in Manhattan, wird getrübt: Die Verbände sind empört über ein Video auf Youtube, das einen «Schwulen-Exorzismus» in einer Kirche im US-Bundesstaat Connecticut zeigt.

In dem neunminütigen Clip ist ein Junge zu sehen, der sich auf dem Boden eines Kirchenraums windet und krümmt. Die Kirchenmitglieder um ihn herum stehen relativ ruhig da, zu «Halleluja»-Gesängen treten einzelne Leute immer wieder an den Jungen heran, schlagen mit Handtüchern auf ihn ein und rufen den angeblich in den Jugendlichen gefahrenen «Schwulen-Dämon» an, den Körper zu verlassen. «Homosexueller Dämon, komm ‚raus, im Namen Jesu!», rufen sie immer wieder. «Du Sex-Dämon!», «du Schlange!»

Kein Einzelfall

Die Kirche in Bridgeport, Manifested Glory Ministries, ist nach der Veröffentlichung des Videos unter Beschuss geraten. Robin McHaelen von True Colors, einer Schwulen-Beratungsstelle in Connecticut, hat laut US-Medien die Jugendbehörden des Bundesstaates wegen möglicher Misshandlung eines Minderjährigen informiert. Das Amt wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

weiterlesen