Dodo des Monats Juni 2009


Dodo des Monats Juni 2009
Dodo des Monats Juni 2009
Christel Bergmann, Quelle:SPD
Christel Bergmann, Quelle:SPD

Tief im mittleren Westen, eingebettet zwischen dem Harrl Höhenzug und den Bückebergen, liegt das fürstliche Bad Eilsen. Die mondänen Zeiten eines fürstlichen Bades liegen weit in der Vergangenheit. Die „Stinkequellen“ sind die Ursache für den Namenszusatz „Bad“. Diese Schwefelquellen zählen zu dem besten was Europa auf diesem Sektor zu bieten hat. Ein Nachteil, der Laden läuft nicht mehr so wie er soll. Gicht, Rheuma und Hauterkrankungen lassen sich heute, dank moderner Medizin viel effektiver behandeln, Schwefelbäder spielen  da, wenn überhaupt, nur noch eine Nebenrolle.

Der Lamettaträger des Führers hat in Bad Eilsen die Focke-Wulf konstruieren lassen und die Briten machten den Ort zum Headquarter der Royal Air Force. Die Kleinbahn gibt es nicht mehr, die Autobahnanbindung noch. Bad Eilsen ist also auf den Fremdenverkehr angewiesen. Es gibt 13 Ratsfrauen und Ratsherren, 6 SPD, 5 CDU und 2 Gruppe Rinne/Schütte.  Die Webseite der SPD Bad Eilsen nicht erreichbar, während der Zeit, die ich für die Recherche gebraucht habe. (Was ist das denn für eine Öffentlichkeitsarbeit? Gut das es google cache gibt.)

Ein anonymer Leser des Blogs hat im entsprechenden Post Bad Eilsen das „Tal der Scheintoten“ genannt, welches esoterische Veranstaltungen braucht um nicht gänzlich in einer Schwefelquelle zu versinken.  Das Wort „Schwefel“ muss den Sozialisten in die Nase gestiegen sein. In der klassischen Homöopathie ist Sulfur eines der so genannten großen Mittel. Schwefelblüte kommt bei folgenden Gebrechen zu Anwendung:

Selbstüberschätzung, Egoismus, hochmütig, träge, neugierig, kritisch, stur, unordentlich, Gleichgültig gegen sein Äußeres, hitzig, rot-juckende Ekzeme, Husten, brennende Schmerzen, Konjunktivitis, Reaktionsschwäche des Organismus.

Bei einigen der genannten Unzulänglichkeiten komme ich zum Schluss, passt, typisch SPD, ob rot-juckende Ekzeme dazugehören entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Esoterik ist ein großer Markt, eine Industrie mit milliardenschweren Umsätzen, natürlich will Bad Eilsen ein kleines Stück von diesem Kuchen abhaben. Bei Euronen muss man nicht mehr denken, da wird der gesunde Menschenverstand abgeschaltet, da wird dem Recht auf  Dummheit oberste Priorität eingeräumt. Bei esoterischer Sinnsuche wird das Gehirn ausgeschaltet, Stiftung Warentest hat null Chance. Bei allen möglichen Ereignissen des Lebens möchte man rückversichert sein, hier nicht, hier wird der größte Scheiß geglaubt, auch der Glaube daran, wenn etwas Geld ins Stadtsäckel gespült wird, ist die Möglichkeit der Wiederwahl höchst wahrscheinlich. Die SPD auf dem Weg ins politische Niemandsland. Vielleicht basteln die Esofeen der SPD ja schon die Voodoo-Puppen von Angela Merkel und malträtieren diese mit Nägeln, Nadeln, Federn und heißem Wachs in der Hoffnung, dass man wieder etwas wird.

Vielleicht empfiehlt sich:

Pulsatilla pratensis
(In Deutschland, Österreich rezeptpflichtig bis D3 bzw. C1.) Frauenmittel (Launisch, lieb, sucht Nähe, weinerlich), Erkältung, Gerstenkorn, Otitis media, Varizen

Oder man studiert, ganz sozialdemokratisch Fui Sheng und nagelt das positive Qui der Bundeskanzlerin an die Wand. Not macht erfinderisch, politische Not zeigt die Hierarchie der Unfähigen in aller Deutlichkeit.

Politische Weitsicht sieht anders aus, den eigenen Verstand zu gebrauchen, nicht ein paar Touris abzuzocken, auch.

Wir haben Bad Eilsen im Fokus.

9 Comments

  1. @nickpol
    Frau Bergmann „unterstützt“ die Eso-Messe in Bad Eilsen. Dafür hat sie sich ja den Dodo verdient. Anscheinend hat die evangelische Gemeinde von Bad Eilsen reagiert und warnt ebenso vor dem Eso-Müll wie wir:

    Esoterik ist nicht einfach ein „harmloses“ oder „spannendes“ Vergnügen, wo man zusätzliche Tipps zur Lebensgestaltung oder gar eine Alternative zum christlichen Glauben finden könnte.

    Bis hierhin kann ich der Gemeinde zustimmen. Eso ist ein Angriff auf den Geldbeutel, und somit keinesfalls harmlos. Spannend ist es nur anfangs, solange man abwartet, bis ein Effekt durch das Pendeln von Parallelseelen beginnt. Spätestens 2 Stunden und 8600 Euros später stellt sich langeweile ein und man beginnt an die Wirksamkeit von tibetanischen Heilsalzen in Pfefferlauge zu zweifeln.

    Doch der Gemeindebrief ist hier ja noch nicht beendet…

    Esoterik bedeutet, sich mit dunklen Mächten einzulassen, was wiederum eine echte Gefahr für Seele und Geist mit sich bringt.

    Wie gerne würde ich gerne ein paar Liter dieses „dunklen Mächten“ Gebräu in Flaschen packen und damit so richtige Antichristen-Kohle verdienen 😉 . Leidergottes muss man sagen, dass die Anzahl an Hinweisen einer Existenz irgendwelcher „dunklen Mächte“ so ziemlich exakt 0,00 beträgt. Aufgerundet sind es… keine !
    Aber als heilige Gemeinde mit Segen des alleinigen Monarchen aus der Wüste Sinai hat man eine gewisse Verpflichtung seinen Mitgliedern gegenüber. Da kann man nicht einfach von irgendwelchen theoretischen Formeln zur dunklen Materie plappern, da gehören „Glaubensbeweise“ einfach hinzu. Und da Jesus leider keinen fliegenden Teppich hatte, müssen „dunkle Mächte“ herhalten. Ist ja ein hervorragender Kontrast zum hellen Licht Jesus, der ebenfalls mit esoterisch-angehauchten Magiekräften handelte. Jesus nahm dagegen keine Geldnoten von seinen Kunden, er arbeitete Gratis 🙂 .

    Aber nur wenigen ist dies überhaupt bewusst. Woher auch? Die Medien sind voll von Mystery- und Engelsgeschichten, vom ewigen Gott dagegen hört man so gut wie nichts.

    Jetzt leuchten dicke Fragezeigen über meinen Kopfe: Die Medien sind voll von Mystery ? Seit ich ein Winzling war, haben Zeitschriften wie die Hörzu irgendwelche Paranormal-Stories wie „die Geisteranhalterin am Wegesrand“ und „Ich wurde von Engeln besucht“ abgedruckt. Weitaus öfters als Untersuchungen über irgendwelche Esotherik-Gebetssteine. Das die Galileo Sondersendungen das Mystery im Titel tragen hat einen guten Grund… seit Akte-X bezeichnet man jeglichen Aberglauben-Quatsch automatisch als Mysterium. Die Kräutertante mit der schwarzen Katze ändert damit ihren Titel von „Hexe“ zu „Mysterykünstlerin“.
    Aber mich wundert es, weshalb Engelsgeschichten – Botschafter vom „ewigen Gott“ – nun plötzlich mit einer negativen Konotation auftauchen. Hat der gute Pfarrer der Gemeinde etwa schlechte Erfahrungen mit Engelsgeschichten gemacht ? 😉 .

    Lasst uns ins Gebet gehen und unseren Vater darum bitten, dass diese „Messe“ keinen Erfolg verbuchen kann!

    Ich schlage diesen Menschen vor, ihre Stimme nicht in den bewölkten Himmel zu richten, sondern die zuständigen Personen selbst anzusprechen. Gute Gedanken bleiben unerhört, solange man den Schall nicht in die Gehörgänge der passenden Empfänger schickt. Ansonsten kann ich nur hoffen, dass mein unsichtbares fliegendens Eichhörnchen die Botschaft an das fliegende Spaghettimonster weiterleitet 😛 .

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  2. Die Evangelische Gemeinde Bad Eilsen hat sich den Dodo zu Herzen genommen und beabsichtigt, massiv gegen diese dunklen Mächte der Esoterik vorzugehen:

    http://tinyurl.com/ld45j9

    Da sollten sich die Brights mal ne Scheibe von abschneiden!

    🙂

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  3. Auch RatgeberNews-Blog gratuliert ganz herzlich der Gewinnerin der Wahl für den „Dodo des Monats Juni 2009“ und hat hierzu selbstverständlich gerne auch seinem interessierten Leserpublikum eigens einen Beitrag zur Verfügung gestellt, der hier auf diese „Laudatio“ des Brightsblog hinweist…siehe unter http://blog.ebook-insel.de/2009/07/04/the-brights-verleihung-dodo-des-monats-juni-2009/

    An Max Headroom,

    auch deinen Kommentar hier finde ich einmal mehr als sehr gelungen. Toll! 😉

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  4. Glückwunsch, Frau Bergmann. Auch von mir 😉 .

    Schade, dass ein schwefeliger „Badeort“ nun langsam auf Hokuspokus setzt. Mit Museen über die Geschichte des Ortes oder des/der Gründer kommt man anscheinend nicht mehr finanziell weit genug. Mögliche Messen über gefleckte Wiederkäuer sind ebenfalls nicht anziehend genug, um den Namen auch ausserhalb der Biobauer-Industrie hinaus zu pushen. Und eine Messe über nordkoreanische Kurzstrecken-Technick passt so nicht ganz zur tradizionellen Orientierung des Ortes. Und was eine LAN-Party angeht, da schließt man am besten sofort die Tore, denn mit „Killerspielen“ will man nichts zu tun haben 😉 .

    Also bleiben möglicherweise nur die Mumbo-Dumbo Zaubersteine übrig, die mit magnetischer Ionenenergie die Arbeit der Schwefeldämpfe unterstützen. Hübsch angesungene Pendel, die mit sanften Kreisbewegungen wohlige Gefühle versprechen, sind eben nicht nur der aktuelle Renner, sondern auch noch unbelegbar funktioniered ! Dieses „medizinische Wunder“ gehört untersucht und analysiert. Und wie kann man dies besser, als mit einer Messe voll mit Anbietern unterschiedlichster „Wohltatmagie“ ? Eine Messe voller Wunderwässerchen, Zauberteppichen und melodischen Einhörner- und Walgesängen ? Ist man erstmal im „Flow“, dann wird das Gehirn im Gleichtakt mit dem Universum geschaltet und man wird empfänglich für teure Zuckerkügelchen.

    Es ist leider erschreckend, dass solche klar ersichtliche Scharlatanerie auch noch mit einer gutgläubigen Politikerin den Anstrich der „Seriösität“ bekommt. Da geben sich skeptische Wissenschaftler die größte Mühe, uns „normalsterbliche“ Menschen – Politiker eingeschlossen 😉 – die scheinbare Wissenschaftlichkeit bis in den Grund und Boden zu entmystifizieren und zu „debunken“, und dann verschließt man einfach die Augen vor der Wahrheit und lässt so eine Messe ungefiltert auf die Öffentlichkeit los. Man geht freiwillig und hübsch-lächelnd das Risiko ein, gutgläubige Menschen in gesundheitlichen Gefahren zu reiten.

    Wir haben schon von sehr seltsame Auswüchsen dieser Hokuspokus-Heilmagie gehört. Berichte über fein gemalene Placenta- und Hundekot-Wirksamkeit in homöopatischen Mitteln. Wir haben Randi gesehen, wie er genüßlich hunderte von „hochwirksamen“ Zuckerkügelchen-Mittel vor laufender Kamera verspeiste, ohne die geringste Nebenwirkung. Wir haben vorgerechnet bekommen, wie „chemisch wirksam“ das Wasser sein kann, was nicht das geringste Molekül des Wirkstoffes beinhaltet. Wir haben nicht eine einzige wissenschaftliche Arbeit gesehen, welches ionisiertes oder geprägtes Wasser, gleichgeschaltete Magnete oder gar ausgependeltes Chakra eine nachweisbare Wirksamkeit zuspricht. Alles in dieser Voodoo-Kunst wird anscheinend alleinig dem Placebo-Effekt zugesprochen… und der ist sehr sehr breit gefächert. Da ist eben Platz für Wasser, Zucker und Mutterkuchen übrig. Und dieser „Scheinwirkung“ wird nun eine Messe gespendet, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, es als „wirksame Medizin“ zu präsentieren ?

    Hirn zu… Geldbeutel auf ! Und das mit dem Segen der Bürgermeisterin. Schade… sehr schade.

    Glaubensfreiheit ist ja schön und gut, aber wenn das gesundheitliche Wohl auf der Agenda steht, sollte keine Zauber-Voodo-Magie die Kontrolle übernehmen. Das ganze als Unterhaltungsshow präsentieren, als eindeutige non-medizinische, frei von jeglicher Wissenschaftlichkeitsanspruch. Entweder mit einem Zusatz in den Werbetexten oder notfalls durch einen „Disclaimer“ an der Eingangstür. Dem Besucher muss klar gemacht werden, dass diese Messehalle nicht den geringstens Anspruch auf nachweisbare Wirkung hat, sondern nur glaubensbedingte Mittel der „schönen Gefühle“ beinhaltet. Jeglicher Anspruch auf nachprüfbare Wirkung muss dem Besucher geauso klar sein wie es einem „Boot“-Besucher klar ist, dass die ausgestellten Segelboote nicht für den verzehr geeignet sind und das die Computerspiele auf der Games Convention nur der Unterhaltung dienen. Denn kein Bootsführer würde sein Boot als getarnen Kuchen präsentieren und kein Spieleverkäufer würde die Story in einem Weltall-Actionspiel als „realitätsnahe Dokumentation der politischen Lage“ verkaufen. Und leider genau das wird in einer solchen Messe nicht der Fall sein. Dort werden gesüßte Wässerchen mit medizinischen Mitteln auf einer Stufe gestellt und den Besuchern suggeriert, es sei alles durch die jahrtausendealte Wirkung in ihrer Wirksamkeit bestätigt.

    Den Dodo hat sich Bad Eilsen leider sehr verdient.

    In der Geldnot frisst der Teufel bekanntlich auch Eso-Fliegen. Doch bei Magenprobleme kann er zumindest zur Halle nebenan und mit Pfui-Sheng ausgependelten Zuckerwässerchen die bösen Chakra der Fliegenlarven aus seinem Körper verbannen. Sind erstmal die Energieflüsse wieder im richtigem Lot, kann er wieder zurück in seine Schwefelgruft.

    Für Frau Bergmann empfehle ich herlichst diesen kostenfreien Film vom Skeptoid-Macher Brian Dunning: „Here Be Dragons“ http://herebedragonsmovie.com/
    Dieser Film gibt einen hervorragenden Einblick in kritisches Denken !! Sehr empfehlenswert, wenn man bei angeblichen Wundermittel oder (Verschwörungs-)Theorien wissen möchte, was hinter den Kulissen abgeht. In nur knappen 45 Minuten wird alles geboten, um Zuckerkügelchen, Chackra-Pendler und Feng Shui Verschwörer das Handwerk zu legen 😉 .

    Aber bei 6.5 Milliarden menschlichen Gehirnen wird es sehr sehr schwer werden, Aberglaube von echter Wissenschaft zu trennen. Nicht jeder hat ’nen Breitbandanschluss und Lust, eine englischsprachige Dokumentation (mit dt. Untertiteln) zu sehen. Deshalb ist eine deutschsprachige Aufklärung wie hier und auf anderen skeptischen Seiten wichtig. Die Mumbo-Jumbo Quacksalber-Verkäufer dürfen keine Lobby über ihre „Geistermedizin“ aufbauen, so süß ihre Wässerchen auch schmecken. Wird das Denken erst einmal durch vollmundig versprochene „Hilfsmittel“ abgeschaltet, kann man dem Opfer jeglichen süßen Scheiß (wörtilich!) für teures Geld verkaufen. Der gelackmeierte ist hierbei stets der Arzt, der einen Schwur geleistet hat, dem Patienten keinen Schaden zuzufügen… aber hinterrücks von Voodoo-Zauberern und ihren „wirksamen Mitteln“ hintergangen wird. Er darf danach das gradebiegen, was Eso-Scheinheiler durch ihr Tütenpulver verursachen.

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