Gefährliches Gelände


Jemen: Christliche Missionare in Lebensgefahr (©Steve Evans)
Jemen: Christliche Missionare in Lebensgefahr (©Steve Evans)

Christliche Mission findet in der islamischen Welt kaum statt

domradio.de

Beim Thema Mission scheiden sich zwischen Christen und Muslimen die Geister. Während islamische Mission in christlich geprägten Ländern meist völlig legal ist, steht christliche Mission in weiten Teilen der islamischen Welt unter Strafe. Nach den Worten des Koran wiegt das Vergehen, muslimische Gläubige zum Abfall vom Islam zu bewegen, „schwerer als Töten“. Ein Überblick.

Der Abtrünnige wiederum verdient gemäß einem weiteren Koranvers als Sünder gegen Gott die Hinrichtung. In streng muslimischen Gesellschaften besteht diese Vorschrift nach wie vor fort. So wie im Jemen, wo unlängst der Mord an zwei mutmaßlichen evangelikalen Missionarinnen aus Deutschland sowie einer Südkoreanerin ein grelles Licht auf die Gefahren christlicher Betätigung in einer streng muslimischen Umwelt geworfen hat.

Aber selbst in Staaten wie Syrien, Jordanien, Irak oder der Türkei, die Mission und Apostasie nicht unter Strafe stellen, sei offenes Missionieren faktisch unmöglich, sagt der Islamreferent des kirchlichen Hilfswerks „missio“ in Aachen, Otmar Oehring. Staatliche Schikanen und der soziokulturelle Druck der Mehrheitsgesellschaft gegen Missionare und Konvertiten seien einfach zu groß. Das zeigten auch Vorfälle wie Morde an Priestern und Bibelverlegern in der Türkei, wo militante nationalistische Kräfte christliche Präsenz vor allem als eine politische Gefahr verstehen.

Obwohl der Vatikan in einer lehrmäßigen Note vom Dezember 2007 den universalen Anspruch auf freie Mission – ohne Ausübung von Zwang aber auch ohne Einschränkung – bekräftigte, hält sich die katholische Kirche mit eigener Missionstätigkeit im islamischen Raum seit langem zurück. Schließlich hänge davon nicht nur die körperliche Unversehrtheit aller Beteiligten ab, so Oehring, sondern auch die kirchliche Position im Orient schlechthin. Der katholische Bischof in Arabien mit Sitz in Abu Dhabi, Paul Hinder, warnte im vergangenen Jahr sogar offen davor, Muslime in die katholische Kirche aufzunehmen, um ihnen soziale Ächtung und beruflichen Abstieg zu ersparen.

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3 Comments

  1. „Der Abtrünnige wiederum verdient gemäß einem weiteren Koranvers als Sünder gegen Gott die Hinrichtung.“

    Das stimmt nicht:

    „Für den Abfall vom Glauben findet man im Koran keine ganz eindeutige Stelle, die eine ausdrückliche diesseitige Strafe vorsieht. Dagegen sieht die Tradition hierfür die Todesstrafe vor.“

    (Khoury, Adel Th. Der Koran: erschlossen und kommentiert. Düsseldorf: Patmos, 2005. S. 304)

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