Gott ist (k)ein Produkt des Gehirns


Menschliches Gehirn, Quelle: wikipedia
Menschliches Gehirn, Quelle: wikipedia

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Eine theologische Tagung befasste sich mit der aktuellen atheistischen Religionskritik der Neurowissenschaft.

Mit der aktuellen atheistischen Religionskritik mancher Neurowissenschaftler, die Gott lediglich als Produkt physiologischer Prozesse im Gehirn ansehen, beschäftigte sich die Studienkonferenz des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, die am 26. August im thüringischen Bad Blankenburg nach viertägiger Dauer zu Ende ging. Das Thema der Tagung lautete „Renaissance des Atheismus? Eine Auseinandersetzung mit der aktuellen Religionskritik“.

Wie der Bonner Theologieprofessor Ulrich Eibach sagte, sind manche Neurowissenschaftler davon überzeugt, dass religiöse Erlebnisse durch das Gehirn erzeugte Illusionen seien. Danach sei der Glaube an Gott in früheren Zeiten ein Evolutionsvorteil gewesen und habe das Funktionieren von Gemeinschaften gesichert, sei heute aber nicht mehr nötig oder sogar kontraproduktiv.

Eibach wies diese Ansicht zurück. Solche Aussagen könnten Wissenschaftler nicht aufgrund von Experimenten machen, sondern sie beruhten auf der zuvor getroffenen Annahme, dass Gott – falls es ihn gibt – in dieser Welt nicht eingreifen könne.

Der Mensch sei keine Marionette der Natur, sondern in Grenzen frei, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen, so Eibach. Um religiöse Erlebnisse zu erforschen, reiche es nicht aus, Stoffwechselprozesse im Gehirn zu messen. Dies sei so, als wenn man sein Leben lang die Auswirkungen von Musik auf das Gehirn registriere, ohne jemals selbst Werke von Johann Sebastian Bach gehört zu haben.

20 Comments

  1. Ich bin überrascht, dass ich gleich eine handvoll Antworten bekommen habe. Nur um das klar zu stellen: Ich habe keine großen Sympathien mit Evangelikalen. Die Beschreibung als christliche Fundamentalisten ist durchaus treffend (natürlich je nachdem, wie man es definiert).
    Viele Einwände finde ich sehr richtig, ich war wohl etwas müde und habe meine Leser unterschätzt. Darauf möchte ich gerne eingehen und dabei versuchen deutlich zu machen, um was es mir ging. Es wird also etwas länger.

    „kant wiederlegte den ontologischen und kosmologischen gottesbeweis. d.h. die theisten hatten kein „beweis“ / beleg oder argument mehr für gott. es gibt nun keinen Grund mehr an ihn zu glauben (unabhängig von sozialen wünschen)“
    Richtig. Theisten, bzw. Fundamentalisten etc., haben keinen Grund mehr für ihren Glauben, da ihnen genau dieser Grund damit entzogen ist. Jeden anderen Glaubenden, der sich (wie ich) nicht auf einen fadenscheinigen Gottesbeweis als Grund ihres Glaubens stützt, berührt das aber doch nicht?

    „Eine Existenz-Aussage , also eine positive aussage bedarf einer begründung. Sie trägt die Begründungslast , nicht die negativ Aussage. Man nimmt solange an, dass etwas nicht existiert bis man einen Beleg bzw Grund dafür hat. Das lässt man überall so gelten grüne Männchen auf dem Mars etc . Also ist die Aussage schon beantwortbar“
    Das ist auch vollkommen richtig und gültig für Existenz im materiellen Sinn. Im geisteswissenschaftlichen Bereich beschäftige ich mich aber auch mit anderen Formen der Existenz. Deutlich sind z.B. Gesetze: Sie existieren nicht materiell, sie existieren eigtl. nur in unseren Köpfen (nur, dass etwas geschrieben ist keine materielle Existenz, sonst wären ja die Männchen plötzlich doch da). Genauso das, was man „Werte und Normen“ nennt. In diesem Fall gilt die Beweislast anders: Dadurch, dass Menschen geistliche Inhalte teilen, werden diese existent. Deshalb ist exegetische Literatur nicht Einzelmeinnung, sondern Diskussion über das, was gelten soll (wobei Einzelmeinungen zwangsläufig einfließen müssen).

    „vorallem vergessen die theisten immer das es ein logisches Argument gegen einen persönlichen Gott wie den christlichen Gott gibt -> das Theodizee Problem wiéderlegt diesen Gott.“
    Das Theodizee-Problem zu bearbeiten würde hier den Rahmen sprengen, allerdings zeigt das Buch Hiob, dass inherhalb des Glaubens eine Teil-Lösung vorhanden ist.

    Vollkommen richtig ist der Einwand, dass es im Glauben nicht bloß um die Verarbeitung von Gefühlen geht. Hier habe ich sogar ganz bewusst geschlampt, da ich irgendwie dachte, dass man dann leichter einen Anschluss bekommt. Auch ist Komplexität kein Wert für sich, aber ich habe wirklich „schonungslose Reflexion“ bisher nur bei Menschen erlebt, die sich zu einem Glauben bekennen. Natürlich gilt die traurige Tatsache, dass diejenigen, die da nicht mitmachen derart auffallen wollen, dass man meinen könnte sie wären in der Überzahl. Zum Glück bleibt, bei aller Präsenz, Fundamentalismus im Glauben anteilig ein Randphänomen (aber er kommt selbst bei Atheisten vor).

    „Wozu also brauchts die Religion sonst noch?
    Diese Frage ist mE zentral.“
    Das stimmt absolut und es ist wirklich schade, dass von der seriösen Theologie diese Frage so selten in den Blick genommen wird. Dann würde deutlicher werden, dass es natürlich um Sinngebung geht. Wenn man Religion weiter definiert oder den Begriff Religiösität, bzw. Glauben verwendet, wird man fest stellen, dass jeder Mensch irgendwie religiös ist, nämlich spätestens darin, dass er sein Leben als sinnvoll Begreifen will.

    „Während die Auslegung eines Bibelzitates oder gar die Frage nach dem Sinn des Lebens praktisch eine unendliche
    Anzahl an Lösungen bietet. Hier sind die persönlichen Ansichten deutlich stärker am Ergebnis beteiligt als in anderen Geisteswissenschaften.“
    Ja! Und das muss auch so sein, weil der Gegenstand der (christl.) Theologie der Glaube aller (christl.) Glaubenden ist. Aber so groß ist der Unterschied, z.B. zur Literaturwissenschaft, nicht: Was ein gelungener Stil ist, ist Konvention und welches Dogma gilt, ist Konvention (und das weiß selbst Benedikt). Wenn Dogmen erlassen werden, die nicht Konvention sind, dann ist das schlicht und ergreifend ein Fehler.

    „Das Ganze sollte wohl dazu dienen der Religionskritik ans Bein zu pinkeln und unerwünschte Ideen zu diffamieren.“
    Richtig. Ich wollte nur aufzeigen, dass Religionskritik von Außen nicht zu machen ist: Selbst wenn wir davon ausgehen, dass Fundamentalismus eine Art psychischer Krankheit ist, dann ist lässt diese sich nicht damit eindämmen, wenn man das dem Kranken sagt. Beispiel:
    Einem Menschen, der Depressionen hat kann man zwar sagen, dass er ja nur eine Störung im Hirn hat, man kann ihn auch mit Medikamenten voll pumpen, aber es wird auf Dauer nicht helfen. Sinnvoller ist eine Therapie, in der das Innenleben präsent und real wird, damit man es verarbeiten kann. Das ist übrigens ein Ergebnis der Neurowissenschaft (z.B. Manfred Spitzer).
    Eibach wehrt sich also lediglich gegen eine falsche herangehensweise an sein Problem. Das ist ganz nebenbei kein rein persönliches, alle Menschen neigen dazu fundamentale Sätze zu bilden (vgl. P.Tillich, Wesen und Wandel des Glaubens, 1961).

    „3. Um mit Existenzproblemen im Leben und deren Gefühlsanforderungen fertig zu werden reicht eine bloße Metapher (ein bloßes rethorisches Stilmittel) nicht aus. Ich kann nur an etwas real existierenden meine hoffungen binden! an ein reales weiterleben nach dem tod, daran das da draußen wirklich ein gott ist der meine gebete erhört und evtl. soger aktiv eingreift und schutz gebietet“
    Ich weiß, dass viele Menschen Handgreifliches brauchen um mit dem Existensproblem klar zu kommen. Oben habe ich zwei Arten der Existens ausgemacht. Beide sind real existierend, aber für mich reichen beide nicht aus um mein Existenzproblem zu lösen. Dafür brauche ich Mut (noch ein Buch von Tillich: Der Mut zum sein, 1953).
    Für mich stellt sich die Frage, woher dieser Mut kommen kann. Atheisten (bzw. Humanisten) sind der Meinung, dass er aus jedem selbst kommt. Ich bin aber nicht so mutig mich auf mich selbst zu verlassen. Fundamentalisten glauben, dass er kommt, wenn man eine bestimmte Schrift (sei es nun Bibel, Quran, Marx, etc.) möglichst wörtlich nimmt, da man dann ja alles richtig macht: Sie wollen sich auf jemand anderen verlassen. Das ist Übermut! Beinahe Lebensmüde.

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  2. @vindex:

    „…Die Geisteswissenschaften zeichnen sich dadurch aus, daß sie keine absolute Wahrheit kennen können und sie kennen Theorien, die auf Belegen und Erkenntnissen beruhen, die jeder Zeit widerlegt werden können…“

    Die Naturwissenschaften zeichnen sich dadurch aus.

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  3. @fundri
    Geisteswissenschaftler arbeiten auf Basis von Literatur und ihren und anderer Denkansätze, wobei die die Archäologen da die große Ausnahme sind, weil sie ihre Theorien auf Funde und Befunde stützen und sich auch der Naturwissenschaften bedienen können und dank Inschriften auch eindeutige Aussagen machen kann.

    Die Geisteswissenschaften zeichnen sich dadurch aus, daß sie keine absolute Wahrheit kennen können und sie kennen Theorien, die auf Belegen und Erkenntnissen beruhen, die jeder Zeit widerlegt werden können. Das passiert in den Geisteswissenschaften häufiger als in der Naturwissenschaft, bei gleicher Faktenbasis kommen Geisteswissenschaftler öfters auf unterschiedliche Ergebnisse, gerade in der Geschichte und der Archäologie ist das leicht möglich.

    Wenn es dann philiosophisch wird, wo gar keine Faktenbasis mehr existiert, sondern allein unterschiedliche Meinungen im Raum stehen, wird es schwieriger und die Meinungen gehen noch mehr auseinander. Wenn Archäologen eine Statue zu interpretieren haben, die nicht eindeutig als ein bestimmter Gott indentifiziert werden kann, gibt es dazu, weil es bestimmte Konstanten und Traditionen bei Statuen gibt, meist 3, 4 Interpretationen.

    Während die Auslegung eines Bibelzitates oder gar die Frage nach dem Sinn des Lebens praktisch eine unendliche
    Anzahl an Lösungen bietet. Hier sind die persönlichen Ansichten deutlich stärker am Ergebnis beteiligt als in anderen Geisteswissenschaften.

    Kritik hat der Theologe eigentlich nicht geübt, sondern seine Meinung als fundierte Wahrheit verkauft, was ein Geisteswissenschaftler eigentlich nicht machen sollte. Das Ganze sollte wohl dazu dienen der Religionskritik ans Bein zu pinkeln und unerwünschte Ideen zu diffamieren.

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  4. Zitat:
    -> So ist die Erlösungslehre nicht dazu da Menschen gefügig zu machen, sondern eine Möglichkeit zum verbalen Ausdruck für Gefühle und Empfindungen. Einen Missbrauch schließt das genauso wenig aus wie die naturwissenschaftlichen Methoden in diesem Fall einen Missbracuh ausgeschlossen haben.

    Und WOZU ist dann die Religion wirklich da?
    Brauche ich sie wirklich, um meine Gefühle und Empfindungen auszudrücken (nee, kann ich auch so ganz gut, denn dazu brauche ich genaugenommen nur zweierlei: die Gefühle selbst und ein Ausdrucksmittel – nehmen wir die Sprache…. selbst meine Hunde können ihre Gefühle {die man ihnen endlich auch offiziell zugesteht} ausdrücken, und zwar ziemlich deutlich).

    Wozu also brauchts die Religion sonst noch?
    Diese Frage ist mE zentral.

    Und warum brauchen viele die Religion für diesen noch zu klärenden Zweck? das ist die nächste Frage.

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  5. @fundri:

    „…1. Dem Geisteswissenschaftler geht es darum, dass das Phänomen des Glaubens nicht mit naturwissenschaftlichen Hypothesen wegdiskutiert werden darf…“

    Keine Angst! Kein Naturwissenschaftler wird die Existenz des „Phänomen Glauben“ anzweifeln. Jedoch untersucht die Naturwissenschaft die Grundannahmen auf welchen dieser Glauben beruht. Zum Beispiel:
    1) Sind Epileptiker vom Teufel besessen und kann dieser durch einen Exorzismus ausgetrieben werden oder
    2) liegt hier eine Krankheit aufgrund einer Fehlverschaltung im Gehirn vor und kann diese durch eine Operation geheilt werden. Ob nun der Exorzismus oder die Hirn-OP besser wirkt kann die Naturwissenschaft durch eine Studie problemlos ermitteln.

    „…2. Die Frage ob Gott existiert stellt sich schon lange nicht mehr und ist spätestens seit Kant als unbeantwortbar erkannt…“

    Stellt sich nicht mehr? Wirklich? Ich kenne da über 5.000.000.000 Menschen, die sehen das anders, einschließlich eines gewissen Benedikts.

    „…3. Alle Religionen sind deutlich komplexer und reflektierter als das die meistens Atheisten haben wollen…“

    Ja und? Hohe Komplexität ist kein Wert an sich! Und schonungslose Reflexion sieht man bei Religionen doch eher selten, eigentlich nie.

    „…So ist die Erlösungslehre nicht dazu da Menschen gefügig zu machen, sondern eine Möglichkeit zum verbalen Ausdruck für Gefühle und Empfindungen…“

    Die hohe Komplexität der Religion bewirkt, dass die exegetische Literatur, nur über die christliche Erlösungslehre, inzwischen mehrere Bibliotheken fasst. Was Sie hier schreiben ist Ihre persönliche Einzelmeinung, mehr nicht.

    „…Einen Missbrauch schließt das genauso wenig aus aus wie die naturwissenschaftlichen Methoden in diesem Fall einen Missbracuh ausgeschlossen haben…“

    Diesen Satz verstehe ich nicht.

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  6. @furdi

    „1.Dem Geisteswissenschaftler geht es darum, dass das Phänomen des Glaubens nicht mit naturwissenschaftlichen Hypothesen wegdiskutiert werden darf.“

    will niemand man braucht auch soziologische und psychologische hypothesen dazu.

    „2.Die Frage ob Gott existiert stellt sich schon lange nicht mehr und ist spätestens seit Kant als unbeantwortbar erkannt.“

    nicht ganz kant wiederlegte den ontologischen und kosmologischen gottesbeweis. d.h. die theisten hatten kein „beweis“ / beleg oder argument mehr für gott. es gibt nun keinen Grund mehr an ihn zu glauben (unabhängig von sozialen wünschen)

    Eine Existenz-Aussage , also eine positive aussage bedarf einer begründung. Sie trägt die Begründungslast , nicht die negativ Aussage. Man nimmt solange an, dass etwas nicht existiert bis man einen Beleg bzw Grund dafür hat. Das lässt man überall so gelten grüne Männchen auf dem Mars etc . Also ist die Aussage schon beantwortbar

    vorallem vergessen die theisten immer das es ein logisches Argument gegen einen persönlichen Gott wie den christlichen Gott gibt -> das Theodizee Problem wiéderlegt diesen Gott.

    “ Alle Religionen sind deutlich komplexer und reflektierter als das die meistens Atheisten haben wollen: So ist die Erlösungslehre nicht dazu da Menschen gefügig zu machen, sondern eine Möglichkeit zum verbalen Ausdruck für Gefühle und Empfindungen.“

    Rethorischer Nebel…
    1. Ganz konkret wie können Menschen sich dadurch verbal Gefühle und empfindungen ausdrücken?
    2. Ist die Bibel mittlerweile schon zu einen Roman geworden , in dem es nur darum geht gefühle zu verarbeiten? hat ihr inhalt also nur literarischen Wert, unabhängig von der Realität? das kann kafka etc andere literatur auch. Das macht die Bibel zu nichts besonderem, außer vielleicht zu einen sehr bewegenden Roman…

    3. Um mit Existenzproblemen im Leben und deren Gefühlsanforderungen fertig zu werden reicht eine bloße Metapher (ein bloßes rethorisches Stilmittel) nicht aus. Ich kann nur an etwas real existierenden meine hoffungen binden! an ein reales weiterleben nach dem tod, daran das da draußen wirklich ein gott ist der meine gebete erhört und evtl. soger aktiv eingreift und schutz gebietet

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  7. Das Problem ist hier vielmehr, dass ein Verständigungsproblem vorliegt:
    1. Dem Geisteswissenschaftler geht es darum, dass das Phänomen des Glaubens nicht mit naturwissenschaftlichen Hypothesen wegdiskutiert werden darf.
    2. Die Frage ob Gott existiert stellt sich schon lange nicht mehr und ist spätestens seit Kant als unbeantwortbar erkannt.
    3. Alle Religionen sind deutlich komplexer und reflektierter als das die meistens Atheisten haben wollen: So ist die Erlösungslehre nicht dazu da Menschen gefügig zu machen, sondern eine Möglichkeit zum verbalen Ausdruck für Gefühle und Empfindungen. Einen Missbrauch schließt das genauso wenig aus wie die naturwissenschaftlichen Methoden in diesem Fall einen Missbracuh ausgeschlossen haben.

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  8. stimmt, darf ein arzt der nicht raucher ist keine untersuchung über rauchkonsumenten und lungenkrebs machen?

    darf ein psychater keine depressionen untersuchen ohne selber eine zu haben?

    darf ein psychologe kein trauma untersuchen das, z.b. durch misshandlung in der kindheit ausgelöst wurde ohne in der kindheit selbst misshandelt worden zu sein?

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  9. genau, Tischl.

    Der Theologe muß auch nicht selbst ein ei gelegt haben, um entscheiden zu können, ob das Ei auf seinem Frühstückstisch gut ist oder nicht..

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  10. „…Um religiöse Erlebnisse zu erforschen, reiche es nicht aus, Stoffwechselprozesse im Gehirn zu messen…“

    Stimmt! Selbstverständlich muss die subjektive Erfahrung des Probanden mit den Ergebnissen der technischen Untersuchung (z.B. Kernspin) in Relation gesetzt werden, wenn man ein aussagekräftiges Ergebnis will. Das macht aber natürlich auch jeder Neurobiologe!

    „…Dies sei so, als wenn man sein Leben lang die Auswirkungen von Musik auf das Gehirn registriere, ohne jemals selbst Werke von Johann Sebastian Bach gehört zu haben…“

    Zu fordern, der Wissenschaftlicher müsste selbst das religiöse Erlebnis gehabt haben ist ein Trick. Ein Schizophrenie-Forscher muss auch nicht selbst an Psychosen leiden, um diese Bewusstseinszustände erforschen zu können.

    Ein hilfloser Versuch, ohne jede Substanz.

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  11. 1) gespräche mit göttern (gebete) sind im fMRT nicht von gesprächen mit imaginären freunden zu unterscheiden.
    2) die gläubigen dieser welt können sich nicht darauf einigen, welcher gott denn nun wirklich existiert.
    Schluss: die hypothese, dass götter imaginäre freunde sind, ist stichhaltig.

    darüber werden wir in den kommenden jahren diskutieren. immer wieder und wieder.

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  12. „Mit der aktuellen atheistischen Religionskritik mancher Neurowissenschaftler, die Gott lediglich als Produkt physiologischer Prozesse im Gehirn ansehen …“

    Entweder Gott existiert oder er existiert nicht.
    Wenn er existiert, dann ist er alles andere als ein Gehirnprodukt; und wenn er nicht existiert, dann ist er erst recht kein Gehirnprodukt. Was dann lediglich existiert, ist der *Gottesglaube*, der *Gottesbegriff* oder die *Gottesidee*.

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  13. „Dies sei so, als wenn man sein Leben lang die Auswirkungen von Musik auf das Gehirn registriere, ohne jemals selbst Werke von Johann Sebastian Bach gehört zu haben.“

    Ein selten dämlicher Vergleich.

    Die Musik von Bach ist durchaus unabhängig von der persönlichen Einstellung gleichermassen hörbar (gefallen muss sie einem dennoch nicht zwangsläufig) … es sei denn man hat nun ein organisches Problem, welches das Hören beeinträchtigt oder verhindert.

    Die Sichtbarkeit, Hörbarkeit, Messbarkeit und überhaupt Nachweisbarkeit eines angeblichen „gottes“ hält sich aber in überschaubaren Grenzen.

    Wer meint, die „Stimme gottes“ zu hören, oder „ihn“ sogar zu sehen in Form beispielsweise ein Busches, an dem ein Branbdstifter seine unselige Hand angelegt hat, dem ist eine neurolgische Untersuchung durch den Facharzt oder eine allgemeine psychiatrische Behandlung zu Recht dringend zu empfehlen. Wer dagegen meint, ein Orchester, das die Musik Beethoven reproduziert auch mit gesschlossenen Augen hören zu können, oder ein Werk Salvador Dalis auch mit verstopften Ohren zu sehen … der liegt ja nun mal gemäß allgemeiner menschlicher Erfahrung gar nicht mal so falsch bzw. in der Tat relativ richtig.

    Es GIBT überhaupt KEINEN anderen wissenschaftlichen Ansatzpunkt, Vorstellungen vom „göttlichen“ woanders zu untersuchen als dort, wo sie stattfinden: im menschlichen Gehirn.

    Sollten diese Obervolksverarscher ne anderen Idee haben als das, können sie sie ja mal auf den Tisch legen …

    … aber nicht vergessen erstmal den Nobelpreis dafür abzuholen, damit ein anderer diese geniale Idee nicht klaut.

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  14. Behaupte es nur häufig genug, und es wird wahrhaftig…

    oder?
    Keine Ahnung von Wissenschaft. Wen wundert es. In der Theologie läuft sowas per Dogma.

    Vielleicht sollte er uns lieber verraten, wie viele Engel denn nun auf einer nadelspitze Platz haben…
    Würde mich schon interessieren, herr professor.

    von neurowissenschaftlichen spekulationen sollten Sie aber lieber Abstand nehmen (man versaut sich recht schnell den guten ruf…)

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  15. „Der Mensch sei keine Marionette der Natur, sondern in Grenzen frei, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen, so Eibach.“

    Das ist ein komischer Gegensatz, der hier aufgemacht wird. Ich kann ja auch Verantwortung übernehmen und freie Entscheidungen treffen und trotzdem eine Marionette sein, in dem Sinne, dass mein Denken und Handeln durch die Naturgesetze begrenzt sind. Warum sollte zwar mein Blutkreislauf natürlich, mein denken aber geistig sein? So wie mein Herz darüber bestimmt, wie gut ich laufen kann, bestimmen eben physiologische Gegebenheiten meines Gehirns meine Fähigkeit zu denken. Das muss einen nicht Angst machen, das ist ganz natürlich.

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  16. Wie der Bonner Theologieprofessor Ulrich Eibach sagte, sind manche Neurowissenschaftler davon überzeugt, dass religiöse Erlebnisse durch das Gehirn erzeugte Illusionen seien.

    Nicht verstanden wie Wissenschaft funktioniert. Tja, gut, wenn die eigene Existenzberechtigung daher kommt, von etwas überzeugt zu sein und dann 5000000 schlau klingende Fremdwörter draufzuwerfen ist nichts anderes zu erwarten…

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  17. >> Solche Aussagen könnten Wissenschaftler nicht aufgrund von Experimenten machen, sondern sie beruhten auf der zuvor getroffenen Annahme, dass Gott – falls es ihn gibt – in dieser Welt nicht eingreifen könne.

    Da hat wohl jemand noch nie von Drogen oder epileptischen Anfällen gehört. Oder den Experimenten, die durch Unterdrückung einzelner Hirnbereiche gezielt „religiöse Erlebnisse“ hervorriefen.

    Als ob das jedoch irgendwen verwundert, wenn ein Theologe ahnungslos über Naturwissenschaft daher brabbelt.

    [nickpol: http://taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/nach-18-jahren-wieder-frei könnte einen Eintrag wert sein.]

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  18. „Der Mensch sei keine Marionette der Natur, sondern in Grenzen frei, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen“

    und diese grenzen gibt uns? die natur oder dieser superdupertolle eine gott?

    und wenn wir uns für was entscheiden was dem nicht gefällt? dann wird der böse und wir sind nicht erlöst (von was auch immer)?

    und was soll dieser hinweis auf bach? ist das dieses bachs musik ist ein beweis, dass der gott existiert?

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