Gotteskrieger?


Quelle: BMVg.de
Quelle: BMVg.de

Am Dienstag wird in Berlin das zentrale Ehrenmal für die Angehörigen der Bundeswehr eingeweiht. Der katholische Militärgeneralvikar Walter Wakenhut äußerte sich am Donnerstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin zu dem Monument und zum Umgang mit dem Thema Tod bei der Bundeswehr. Dabei sprach er sich auch für einen eigenen Gedenktag aus.

domradio.de

KNA: Herr Prälat, nach etlichen Jahren weiht die Bundesregierung das Ehrenmal für die im Dienst ums Leben gekommenen Bundeswehrangehörigen ein. Welche Bedeutung hat diese Stätte?
Wakenhut: Dieses Ehrenmal ist wichtig. Die Soldaten, die im Einsatz für unsere Grundwerte, für Frieden, Freiheit und Menschenwürde ums Leben gekommen sind, bekommen damit ihren Platz in der Erinnerung des Volkes. Für mich ist es schlichtweg eine Respekterweisung für den Staatsbürger in Uniform, die schon lange notwendig war.

KNA: Gegen den Willen des Bundestags hat das Ehrenmal seinen Ort nicht in der Nähe des Reichstages, sondern am Verteidigungsministerium im Bendlerblock.
Wakenhut: Das Ehrenmal ist zunächst einmal das Ehrenmal der Soldatinnen und Soldaten. Der Bendlerblock als Ort des Widerstandes gegen ein Unrechtsregime ist deshalb der geeignete Ort. Es geht um das Gedenken der Soldaten an ihre getöteten und gefallenen Kameraden. Sollte das Parlament ein Ehrenmal beschließen, kann das seinen Platz am Reichstag haben.

KNA: Sie sprechen von „Gefallenen“. Ist diese lange umstritten gebliebene Wortwahl ehrlicher?

Wakenhut: Dahinter steht ja die Auseinandersetzung: Ist in Afghanistan Krieg oder nicht? Sind militärische Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung nun Kriege im Sinne des Völkerrechts? Das sind sie ja offensichtlich nicht. Aber die Soldaten, die dort durch Gewalteinwirkung ums Leben kommen, sterben als „Diener der Sicherheit und der Freiheit der Völker“. Deshalb finde ich es richtig, von Gefallenen zu reden – unabhängig von der Diskussion, ob Afghanistan ein Krieg im klassischen Sinne ist.

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3 Comments

  1. Wakenhut: Dieses Ehrenmal ist wichtig. Die Soldaten, die im Einsatz für unsere Grundwerte, für Frieden, Freiheit und Menschenwürde ums Leben gekommen sind, bekommen damit ihren Platz in der Erinnerung des Volkes.

    Upps, ich dachte unsere Grundwerte, bzw. das für was die Jungs da unten sterben (und töten!), wäre das Öl, das Opium und „irgendwie Sicherheit“ vor islamistischen Schwachköppen??

    Nicht, dass ich die Werte der Leute da unten besonders gut fände, die ja so selbstlos durch unsere ersetzt werden sollen (hier fällt mir _wieder_ Lem ein), aber wir bekämpfen nunmal auch Sachen, die die Leute da unten evtl gut finden (könnten).

    Und die Zeiten, in denen die Menschen in Afghanistan sich gefreut haben, dass die Nato (Uno) da unten ist, sind numal schon eine zeitlang vorbei. Wir sollten da weg und aufhören Mahnmale zu errichten.

    Und wenn jemand ein Massengrab aufmacht und dann psychologische (nicht seelische, so’n Quatsch) Betreuung braucht, sollte das auch ein Psychologe tun und nicht irgendein Schamane oder sonstiger Geisterheiler.

    Y.

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  2. Und man darf auch nicht die vielen unschuldigen Bundeswehrsoldaten vergessen, die bisher schon wochenends im besoffenen Kopp an den Baum gefahren sind und auf diese unabwendbare Weise noch in Zukunft sterben müssen.

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