Die letzte Schlacht gewinnen wir


Jutta Ditfurth, Quelle: tlaxcala.es
Jutta Ditfurth, Quelle: tlaxcala.es

blog-prinz.de

Schön: in Berlin demonstrierten am Samstag, dem 5. September rund 50.000 Menschen gegen Atomanlagen. Ein Meer von bunten Fahnen, Parolen, Musik. Etwas latschig vielleicht, aber anderswo war ja auch was los (z.B. Naziaufmarsch in Dortmund). Alte KämpferInnen mit Ton Steine Scherbens »Die letzte Schlacht gewinnen wir« und Musik von Kraftwerk; dazu junge Anti-AKW-GegnerInnen mit Elektro Hip Hop – Jahrzehnte übergreifende Qualität.

Eine Bewegung mit Wurzeln in Whyl, Brokdorf, Grohnde, Malville, Kalkar und Gorleben (1974-1979), militante und phantasievolle Ursprünge. Die Anti-AKW-Bewegung der 1970er Jahre wurde zur erfolgreichsten Massenbewegung seit 1945 und verhinderte – ohne auch nur einen einzigen Parlamentarier an ihrer Seite –, mehr als 70 von über 90 in der Bundesrepublik geplanten Atomkraftwerken. Sie kämpfte unabhängig von Staat und Kapital. Das Atomkapital wurde international in die Defensive gedrängt. In einigen Ländern wurde die Stilllegung der AKWs durchgesetzt; anderswo wurde der Ausbau begrenzt oder zeitweise gestoppt.

Nervig: Mit am Samstag in Berlin dabei auch wahlwerbende PolitikerInnen der Grünen. Sie hoffen auf ein kurzes Gedächtnis ihrer WählerInnen. Aber es gibt im Bundestag keine einzige Partei, die eine Regierungsbeteiligung aufs Spiel setzen würde, um wenigstens eine Atomanlage stillzulegen. Auch die Grünen nicht, im Gegenteil.

Wir AtomkraftgegnerInnen hatten (außer Repressionen und Betrug) nie etwas von staatstragenden Parteien zu erwarten, nicht von der SPD/FDP-Bundesregierung (1970er Jahre), CDU/FDP-Staat (1980- und 1990er) und rein gar nichts von der SPD/Grüne-Bundesregierung (1998–2005). Auch die Linkspartei hat als Regierungspartei in Mecklenburg-Vorpommern die Atomfusion finanziert. Am verlogensten aber sind die Grünen.

Ihre WählerInnen wollen betrogen werden, daher pflegen die Grünen die Attitüde: ‚Wir sind irgendwie gegen Atomanlagen’. Jedenfalls solange pöstchenmässig nichts davon abhängt. Die SPD/Grüne-Bundesregierung bastelte im April 2002 einen »Energiekonsens«. Taktische Absicht war es, den Druck des Anti-AKW-Widerstands zu spalten und zu befrieden, indem man AtomgegnerInnen vormachte: jetzt wird was getan. Wer liest schon Verträge, Kleingedrucktes, Regierungsvereinbarungen?

Dieser rosa-grüne »Energiekonsens« – tatsächlich ein Pro-Atomkonsens – enthielt so viele sperrangelweite Hintertore, dass das Atomkapital, allem Gejammere zum Trotz, seither alte Nuklearanlagen weiter in Betrieb halten, sogar neue Reaktortypen vorbereiten und bis heute ein Atomprogramm aufrechterhalten konnte, das auf seine nächste Stufe zusteuert, die Atomfusion, deren dramatische Gefahren bis heute verheimlicht und verharmlost werden.

Auch die Grünen (und die SPD) unterstützten die Genehmigung für den Atomforschungsreaktor München II (FRM II in Garching). Er nahm im Juni 2004 seinen Betrieb auf und arbeitet mit waffentauglichem, hochangereichertem Uran. Ein Atomfusionskraftwerk (AFKW) gibt im Normalbetrieb tausendmal mehr Radioaktivität ab als ein AKW (Atomspaltungskraftwerk) und produziert fünf mal so viel radioaktiven Abfall wie ein heutiges AKW– darunter der radioaktive Betastrahler Tritium (überschwerer Wasserstoff). Als Gas diffundiert es durch fast alle Materialien. Tritium-Wasser ist chemisch von normalem Wasser nicht zu unterscheiden. Tritium wird deshalb vom menschlichen Körper aufgenommen und kann in jede Zelle eingebaut werden. Der Stoff ist krebserregend und genverändernd.

Der rosa-grünliche Pro-Atomkonsens von 2002 erlaubte, das Atomprogramm auszubauen und Atomkraftwerken Betriebslaufzeiten zu verlängern, wovon das Atomkapital nicht mehr zu träumen gewagt hatte. SPD und Grüne genehmigten auch Atommüllzwischenlager an AKW-Standorten sowie Atomtransporte. Die Grünen trugen als Regierungspartei in Nordrhein-Westfalen (1995-2005) den Ausbau und den Betrieb der Atomanlagen in Ahaus, Jülich und Gronau mit. Eine rot-grüne Landesregierung prügelte mit ihrem grünen Polizeipräsidenten 1998 einen Castor-Transport in das Atommülllager in Ahaus.

n Kooperation mit Frankreich hat die SPD/Grüne-Bundesregierung 1993 den Bau des Europäische Druckwasserreaktor (EPR) auf den Weg gebracht. Der frühere Außen- und Jugoslawienkriegsminister Joseph Fischer (Grüne), heute ein missgelaunter Villenbewohner in Berlin-Dahlem, hat 2003 zugestimmt, dass die Förderung und Nutzung der Atomenergie in EU-Europa Verfassungsrang erhielt.

Auch einige Gewerkschaften, die in ihrer Mehrheit den Atomparteien nahestehen, mobilisierten jetzt nach Berlin. Schon vergessen? Im Oktober 2005 forderten die Gewerkschaften Ver.di und IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie) gemeinsam mit den vier Energiekonzernen Eon, Vattenfall, RWE und EnBWvon der neu gewählten CDU/CSU/SPD-Bundesregierung die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken.

Die Anti-AKW-Bewegung hat in 35 Jahren immer wieder nachgewiesen, dass Atomenergie mörderisch, überflüssig und zu teuer ist und sofort ersetzt werden kann, durch dezentrale, erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Wasser) und durch technische Veränderungen (Produktion, Architektur usw.). Auch die Propaganda, die mörderische Atomtechnologie sei ein geeignetes Mittel gegen die Klimaveränderung, ist seit langem endgültig widerlegt.

Der »Kreislauf« der Atomproduktion (Uranabbau, Urananreicherung, Atomkraftwerken, Wiederaufbereitungsanlagen, Atomtransporten, Atommüll) ist ein Klimakiller erster Klasse. Atomanlagen verseuchen die Natur und zerstören Menschen. Atomanlagen zerstören das menschliche Immunsystem, erzeugen Krebs und sie töten schon im störfallfreien Normalbetrieb durch radioaktive Niedrigstrahlung. – Und nie zu schweigen davon: es gibt keine Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomenergie, wer Atomkraftwerke betreibt, kann auch Atombomben bauen.

Grüne wählen? Unter der Schröder/Fischer-Bundesregierung prügelten zehntausende von Polizisten die Castor-Transporte durchs Wendland. Grüne Politiker wurden damals von den AtomgegnerInnen aus ihren Demonstrationen geworfen! Zu Recht. Warum durften sie sich im letzten Jahr wieder einschleichen? Weil man alle fünf Jahre erneut betrogen werden möchte? Auch das »kleinere Übel« ist nur ein Übel und oft ein genauso großes. Gibt es materielle Abhängigkeiten einiger Organisationen? Staatsknete? Mandate? Initiativen wie X-tausendmal quer behaupten allen Ernstes: »Wir können an der Seite von rotgrün den ungeliebten Atomkonsens gegen die Laufzeitverlängerungswünsche aus Industrie und CDU/FDP verteidigen«. Man erkennt die Aufgeweichten und Abhängigen ganz gut daran, dass sie die zentrale Positionen der Anti-AKW-Widerstands vermeiden. Sie sagen allenfalls »abschalten«, »aussteigen« aber nie: »Sofortige Stillegung aller Atomanlagen«.

Genau dafür kämpfen wir.

Die Grünen sind, sofern sie irgendwo mitregieren dürfen, eben nur an der Regierung, nie an der Macht (frei nach Tucholsky).•

Hinweise: Die Geschichte und Kritik der Grünen findet sich in Jutta Ditfurths Buch: Das waren die Grünen, München: Econ Taschenbuchverlag 2000, ISBN 3-548-75027-3, antiquarisch erhältlich.

Jutta Ditfurth

26 Comments

  1. yoah, Max

    genau das ist aber das Problem. Einerseits die Gier nach Gewinn, andererseits die politisch so gewollten fehlenden Fachkräfte…

    Selbst wenn die Dinger jemand abschaltet – der muß AHNUNG haben.

    und ansonsten… die Geschichte hat gezeigt, daß man den Fortschritt aufhalten kann. Aber nur für ne Weile….

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  2. @yerainbow

    Max, Fusionsreaktoren werden grad 2 gebaut, einer davon in Greifswald.
    (..) Da wirds wohl noch ne menge technischer Fragen geben, die man erst mal in den Griff kriegen muß.
    Aber es geht voran.

    Und das finde ich ja gut ! Die Forschung wird uns helfen, Gutes vom Bösen zu trennen. Ob die Albträume der Ditfurth real werden, Fusionsreaktoren als Quelle von geheimen Geheimverschwörungen („deren dramatische Gefahren bis heute verheimlicht und verharmlost werden“) oder als Erzeuger von Planetenvernichtern („gibt im Normalbetrieb tausendmal mehr Radioaktivität (..) und produziert fünf mal so viel radioaktiven Abfall“) gilt, kann man dann widerlegen. Es gab ja auch Wissenschaftler die der Meinung waren, Menschen würden eine Geschwindigkeit von über 60 km/h nicht überleben können 😛 .

    Zur Zeit sieht die Atomfusion wirklich wie die Lösung jeglicher Energieprobleme aus. Und ich bin auch zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen werden. Doch was ist mit der heutigen Technik ? Sind heutige Reaktoren ebenfalls imstande, „ungefährliche Betastrahlung“ herzustellen ? 😉 . Die heutigen Atommeiler sind gefährlich. Sie können durch (menschliches/technisches) Versagen zur Bombe werden. Unsere Stromkonzerne denken nicht daran, ihre alten Mühlen, die gerade noch durch Spucke und Schweißnähten zusammengehalten werden, abzuschalten und durch brandneue, hocheffiziente und sichere Kraftwerke zu ersetzen. Die Christenunion und die Gelbe Gefahr möchten noch das Spielchen weiter betreiben, da ihre Geldgeber mit den alten abgeschriebenen Geräten „saubere“ Spendengelder generieren – natürlich ohne den Strompreis für uns senken zu müssen.

    Wann die Energiekonzerne auf die „Zukunftstechnologie“ setzen werden, steht noch in den Sternen. Und das sprichwörtlich gesagt 😉 . Ich glaube fast, wir werden eher zum Mars und zurück fliegen, auf das sich hier auch nur einen Grundstein eines kommerziellen Fusionsreaktors legen lässt. Ja, wir werden vielleicht sogar eine chinesisstämmige Bundeskanzlerin besitzen können, und die Fusion wird weiterhin als Forschungsprogramm existieren… vielleicht bis Frankreich uns fleissig mit Fusionsstrom versorgt ? 😛 .

    Ich weiss, ich bin ein Utopist wenn ich behaupte, man kann mit Lichtenergie aus der Sahara unsere Energieprobleme gewaltig verringern. Aber im Gegensatz zur Fusionsenergie ist sie weiterhin viel günstiger, weniger Wartungsintensiv und bis zum Ende der Sonnenexistenz nutzbar. Das schöne ist… die Technologie existiert jetzt, und muss nicht erst erforscht werden. Du kannst die Solarzellen wie auch die thermische Solarkollektoren praktisch schon im Supermarkt als Massenprodukt kaufen. Es fehlen nur die Leute, die es auch bauen wollen. Ich sage es mal so: Warum sollte man für 500 Millionen Euros die Sahara zur Stromquelle für alle Zeiten machen, die niemals versiegen würde und uns den wohl umweltschonendsten Strom aller Zeiten liefern würde ? Man kann doch genausogut noch 30 Jahre weiterhin tagtäglich Kohle verfeuern und darauf warten, dass wir mit einer 25 Milliarden teuren Fusionsprojekt mal erfolgreich ans Netz gehen können. Denn bis dahin verdienen sich die alteingesessenen Stromkonzerne eine mehr als goldene Nase !

    Mein Traum wäre es, wir würden die Sahara-Solartechnik mal bauen und vielleicht in 10 Jahren damit leben, wärend die Forschung weiterhin an die nutzbare Kernfusion rumschrauben könnte. Nach 10 Jahren keine Kraftwerke betreiben zu müssen… bis sie alle durch Fusionsanlagen ersetzt werden… ist in meinen Augen „paradiesischer“, als erst einmal das ganze Atomkraftgegner-Geschrei und die Forderung auf Grünfutter zu ertragen, und erzwungene Abschaltungen mit zusätzlicheren Kosten bezahlen zu müssen. Denn Kohle ist endlich, genauso wie der Geldbeutel, der den importierten Atomstrom bezahlen soll. Abschaltung ? Ja, aber erst wenn wir auch das ganze tragen können. Ich habe keine Lust mit „rationiertem Strom“ zu leben, damit die AKW-Gegner sich lächelnd schlafenlegen können. Erst sollen sie eine passende und vollständig tragende Alternative in Aktion haben, und danach kann man die alten Mühlen abschalten. Und in meinen Augen ist die Sahara-Quelle wesentlich realisierbarer als eine Zupflasterung Deutschlands mit Windrädern und Gezeitenanlagen 😛 .

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  3. @yerainbow

    Er hat mich auch grinsend gefragt, wie man bei einer Solaranlage in der Sahara dann in der nacht Strom erzeugen soll bzw puffern…

    Genauso, wie das in Almeria jetzt auch schon gemacht wird. Überschüssige Wärme wird tagsüber in Flüssig-Salz-Speichern -nunja- gespeichert. Nachts, wenn keine Sonne scheint, oder wenn mehr Strom gebraucht wird als Sonne scheint, wird dieser Salz-Wärmespeicher dazu genutzt, die Turbinen (mehr) anzutreiben.

    Zum Thema serienreife / kommerzielle Kernfusion:
    http://www.technologyreview.com/business/23102/
    Ich vermute, das wird funktioneren …
    Y.

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  4. Ich wollte jedenfalls nur noch zum Unterkritischen Reaktor erwähnen, daß diese mit Thorium betrieben werden.
    Und daß dabei kein Plutonium erzeugt wird, sondern ein Element mit ordnungszahl UNTER dem Thorium.

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  5. Max, Fusionsreaktoren werden grad 2 gebaut, einer davon in Greifswald.

    Nur eben.. noch nicht industriell nutzbar. Das sind Versuchsreaktoren -> Forschung.
    Da wirds wohl noch ne menge technischer Fragen geben, die man erst mal in den Griff kriegen muß.

    Aber es geht voran.

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  6. Hi, Björn, nee, das wissen die Wissenschaftler selbst noch nicht ganz genau. Erst mal muß die Reparatur beendet sein. Und dann muß der Beschleuniger runtergekühlt werden. Auf irgendwie fast Null Kelvin, jedenfalls kälter als jeglicher anderer ort in unserem Universum – wird behauptet…

    und es kann ja uch noch anderes kaputt gehen. Die Teilchenquelle, die kleineren Beschleuniger-Strecken (bevor es in den LHC eingespeist wird, wird es schon beschleunigt…. ist n technisches Ding…)

    Ich wollte jedenfalls nur noch zum Unterkritischen Reaktor erwähnen, daß diese mit Thorium betrieben werden.
    Und daß dabei kein Plutonium erzeugt wird, sondern ein Element mit ordnungszahl UNTER dem Thorium.

    Er hat mich auch grinsend gefragt, wie man bei einer Solaranlage in der Sahara dann in der nacht Strom erzeugen soll bzw puffern…
    Oder bei Windstille.
    Nachts, bei windstille, stehen dann alle Stromabnehmer eben einfach da. oder betreiben das Hamsterrad… ginge vielleicht auch.

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  7. Immerhin hat die Alt-Linke Ditfurth auch schon mitbekommen, dass die Grünen eine bürgerliche Partei geworden sind, das lässt hoffen. Es ist ja schon bemitleidenswert, wie sie immer noch unter der enttäuschten Liebe zu ihrer Ex-Partei leidet. Sie ist einfach übriggeblieben, der vergessene Underdog, sie kann den Einfluss von Cohn-Bendit oder das Ansehen von Fischer nicht ertragen, der Neid ist einfach zu groß.

    Das alte linke Problem: immer genau zu wissen wogegen man ist, aber nie zu wissen wofür, kommt auch beim „Dogma Atomkraft“ wieder voll zur Geltung. Man müsste ja nur mitteilen, wodurch der Strom der AKW’s ersetzt werden könnte und die Dinger wären morgen weg, egal unter welcher Regierung. Aber derart praktische Fragestellungen waren den Fundis schon immer zuwider, was kümmern auch die Details, wenn man mal wieder am „Projekt Weltrettung“ arbeitet. Das gute Gefühl „der bessere Mensch“ zu sein, überwiegt ja auch jede rationale Überlegung.

    Im Prinzip sind die Alt-Ökö’s die „neuen Konservativen“, keiner hängt so an der Vergangenheit wie sie. Als alte Kämpfer, unfähig ihre überkommenen Vorstellungen zu überwinden, werden sie in die Geschichte eingehen…

    Jutta Ditfurth als nächster Dodo? Eine glänzende Idee!

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  8. @yerainbow (off topic!):
    Du hast direkte Kontakte zum CERN? *Neid*
    Hast du dann evtl. auch genauere Informationen darüber, wann der LHC endlich neu gestartet wird? Auf den offiziellen CERN-Seiten finde ich zwar jede Menge Blabla, aber nirgends eine konkrete Datumsangabe…

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  9. @[C]Arrowman

    Hervorragender Kommentar 🙂 Dem kann ich kaum was hinzufügen.

    Kernfussionsreaktoren haben keine (große) Gefahrenquelle.

    Richtig. Aber die Zahl dieser Reaktoren ist zur Zeit leider sehr begrenzt. Sie entspricht in etwa die Zahl an nachgewiesenen Göttern.
    Doch, im Gegensatz zu Geistern und Göttern, sind sie machbar !
    Das Jutta sich ein Gefahrenpotenzial regelrecht herbeisehnt, ist wirklich verrückt. Die Fusion wäre tatsächlich die Lösung unserer „Lagerprobleme“, doch leider noch in einer fernen Zukunft angesiedelt. Jedenfalls wird Angela Merkel die Inbetriebnahme eines „aus der Serie“ stammenten Fusionsreaktor aller Anschein nach nicht mehr erleben können. Und bis dahin, werden wir mit Kernspaltung leben müssen.

    Betateilchen aka Elektronen finden sich als Strahlung in jedem Röhrengerät.

    Und in jedem MP3-Player, Computer und eigentlich in allem anderen, was Strom benötigt 🙂

    Atommüll kann man tief genug eingraben, was macht man mit CO²?

    Der wird von den Pflanzen in Sauerstoff umgewandelt ? Habe mal davon was gehört 😉 .
    Atommüllliebende Haustiere, die kleine Castorbehälter zum Frühstück verspeisen, sind mri noch nicht untergekommen. Aber man forscht tatäschlich an Mikroorganismen, die die radioaktive Produkte in andere umwandeln können, die sich weiterbenutzen lassen können.

    @yerainbow

    Mich würde mal interessieren, wer hier herumgeht und die ganzen Daumen runter-Zeichen anklickt

    Ach, da kann man drauf klickein ? 😉 . Kleiner Sch(m)erz… ich achte überhaupt nicht auf die Daumen oder auf den Namen, diese „Bewertung“ führe ich lieber selbst im Kopfe aus.

    nee, leute… Nicht „ATOMkraft“

    Dann würde ich gerne einen anderen Begriff dafür nutzen. Könntest Du einen passenden anbieten ? Elektronenkraft oder Stromausdernutzungvonatomspaltung klingt nicht gerade kurz und prägnant 😉 . Es ist klar, dass der Begriff nicht die Funktionsweise beschreibt, aber das tut „Atheismus“ ja auch nicht. Und Naturalisten sind sicherlich keine Menschen, die sich von Naturrohkost ernähren 😛 .

    Nein, verbuddeln ist ne blöde Idee.
    Aber ohne Forschung wird man nix anderes finden, nicht wahr?

    Natürlich. Es ist aber tatsache, dass wir die heutige Energiegewinnung aus der Atomkraft Kernspaltung leider mit gewissen „Produkten“ verbinden müssen. Und irgendwohin müssen sie hin. Zur Sonne schiessen ? Der Sonnenwind treibt die Strahlung leider zurück zur Erde 🙂 . Umwandeln ? Noch besitzen wir keine Nanomaschinen, die aus Sand und ein wenig Hundekot ein Hochhaus mitsammt Klimaanlage herbeizaubern können. Aus diesem Grunde haben wir auch keine Möglichkeit, hochaktive Teilchen zu „bremsen“. Und zwar soweit, bis sie keine genetische Schäden mehr verursachen können.
    Die Energiegewinnung weiterhin so betreiben zu wollen, oder gar noch zu erhöhen, birgt gefahren. Nicht für uns oder der Vogelgrippe, aber für unsere Kinder in der Zukunft. Denn die stehen dann vor einer strahlenden Zukunft voller Stahlfässer 😉 .

    Ich denke auch nicht, daß eine zentrale herstllungs-Technologie der renner sein wird.

    Da stimme ich gerne zu. Eine dezentrale Version von der „Mikro-Atomreaktor im Garten“ Idee klingt für mich vernünftiger als ein fetter Meiler irgendwo am Stadtrand.
    Zur Sicherheit wie auch zu der Entsorgung kann man sich eine menge Gedanken machen, aber es ist nicht unmöglich.

    Ersetzt man den Atomreaktor durch eine Brennstoffzellen-Technologie, so kann ich mir kleine „Mini-Brennstoffreaktoren“ für Haushalte schon eher vorstellen, als ein neues Kernkraftwerk. Doch trotz der schönen Gedanken … wir brauchen leider heute „sauberen“ Strom, nicht erst in 40 Jahren ! Deshalb ist die Sache ja so brenzlig.

    Eine Sonnenanlage in der Sahara?
    prima. Wieder jemand, der uns den STromhahn zudrehenkann.
    Die Saudis haben es ja schon vorgemacht, wie man Politik mit Energiemangel machen kann.

    Das hast Du heute schon mit Bananen. Und ja, auch Uran wächst bei uns nicht auf Bäumen. Wir werden sowieso irgendwann einsehen müssen, dass wir auf einem Planeten sitzen, nicht in abgeschlossene und autarke Landeszellen.
    Der Vorteil von einem Sonnenkraftwerk in der Sahara: ES GIBT KEINE EMMISION UND EINE UNENDLICH LANGE ENERGIEGEWINNUNG MIT GERINGEM AUFWAND.

    Die Technologie existiert hierzu schon. Die Menge an Sonnenlicht ist ebenfalls vorhanden. Und wenn die „Sahara-Besitzer“ irgendwann von ihrem Rohstoff wegkommen wollen, so werden sie eines Tages diese Stromquelle anbieten. Sie können einerseits an der Pachtung der Fläche verdienen, und andererseits an der Instandhaltung und Wartung der Technologie, sofern sie nicht von „uns“ mitgetragen wird.

    Ja, wir werden dafür zahlen müssen, kein Zweifel. Aber lieber zahle ich bis in aller Ewigkeit ein paar „Nutzungsgebühren“, als das ich mir diese spare, dafür aber mit einem unhaltbarem Risiko „erkaufe“. Und die Fusionsreaktoren sind ja ebenfalls in der Pipeline… allerdings in einer relativ ferneren Zukunft als die Sonnenenergie 😦 .

    Um die letzte, nee vorletzte, jahrhundertwende hatte jede größere Gemeinde eine eigene Energieanlage.

    Welche genau meinst Du denn ? Meinst Du die Dampfenergie ? 😉 . Oder die Bioenergie durch die Abgase der Kühen ? Ein Pups am Tage treibt den Wagen voran. Sie wäre zwar nutzbar, aber „nasentechnisch“ nicht gerade optimal 😛 .

    Vielleicht kommt ja doch Wasserstoff, als städtisches Kraftwerk?

    Wasserstoff ist der Energieträger. Um Wasserstoff herzustellen, muss erstmal das Wasser vom Sauerstoff getrennt werden. Und das benötigt … Energie 🙂 .
    Der riesige Vorteil von Wasserstoff ist, dass die „Verbrennung“ von Wasserstoff mit Sauerstoff nur Wasser erzeugt. Und Wasser ist, wie wir alle wissen, ziemlich CO2-Neutral. Wir können sozusagen am Auspuff schnüffeln und uns mit etwas Seife sogar waschen. Dies rate ich niemanden, der es an einem benzinangetriebenen Fahrzeug versuchen möchte 🙂 .

    Fakt ist, daß ohne teure Forschung gar nx vorankommt. (..) wir kommen nicht auf die ideen von morgen. jedenfalls nicht gleich.  Forschung ist teuer.

    Vollste Zustimmung ! Nur durch Forschung kommt man voran !
    Doch wir dürfen hierbei nicht illusorisch werden und uns Zukunftsvisionen zu sehr realisierbar ansehen. Weder können wir uns heute Teleportieren, wie es in Star Trek geschieht, noch können wir mit Warp-Antrieb durch die Galaxien reisen. Wir werden dies auch angesicht der Naturgesetze wohl niemals können. In dieser Richtung zu forschen, und dabei die näheren und machbareren Technologien zu vernachlässigen, ist nicht ganz optimal.

    Für mich bleibt weiterhin eine Sahara-Solarzellenstruktur machbarer, umweltschonender und vor allem auch regelbarer und kontrollierbarer, als jegliches Kernkraftwerk (Kernspaltungtromerzeugungsgebäude). Selbst wenn sie sich automatisch abschalten und niemals „überhitzen“ können, benötigen sie eine ungeheure Menge Fachwissen, Personal und Technik um überhaupt laufen zu können. Menschliches und technisches Versagen bleiben weiterhin unser täglich Brot.  Dazu bleibt uns das Problem der „Entsorgung“ weiterhin an der Backe kleben, egal wie bunt und toll die kommende Sicherheitstechnik die Reaktoren abdichten können. Nicht zuletzt verdienen die Stromkonzerne nicht an brandneue, effiziente und sichere Kraftwerke, sondern an den veralteten, unsicheren und wahrlich als Zeitbomben zu bezeichnende Gebilde ! Vattenfall ist ein gutes Beispiel, wie riskant und wackelig das ganze abläuft.

    http://www.zeit.de/online/2009/27/vattenfall-kruemmel-abschaltung

    Tammox hat sich harte Gedanken dazu gemacht und schrieb in seinem Blog passende Sätze hinzu. Die lasse ich unkommentiert, denn sie veranschaulichen, wie es hinter der Atomlobby-Kulisse abgeht.

    http://tammox.blogspot.com/2009/07/der-wahnsinn.html

    Die Forschung wird weitergehen, und das ist gut. Doch solange wir keine akzeptable Lösung für die Probleme mit dieser Technik haben, solange sollten wir sehr sehr vorsichtig damit umgehen. Man stelle sich mal vor, die 60er Jahre und ihre Atomliebe hätten uns atomar betriebene Fahrzeuge und Kühlschränke beschert, die heute auf Schrottplätzen vor sich hinrosten. Grusel, grusel ! 😛 . (PS: Bin ein Fan der Fallout-Serie 🙂 )

    Mikro-Kraftwerke werden sicherlich eine gute Zukunft haben. Winzige, in sich geschlossene Stromgeneratoren, die unter keiner Bedingung „auslaufen“ oder durchbrennen können. Eine Art kühlschrankgroße Superbatterie für Haushalte. Doch… wie entsorgt man dann solch eine Batterie ? Soll man sie im Meer versenken, so wie Russland ihre Atom U-Boot „Probleme“ versenkt hat ? Aus den Stahlbehältern Hochhäuser bauen ? Einbettonieren ? Vergraben ? Zur Sonne schiess… äh … hatten wir schon.

    Deshalb bin ich voller Zuversicht, dass in näherer Zukunft eher „natürlichere“ Kraftwerke die Oberhand gewinnen werden. Und ja, wenn wir uns damit arrangieren müssen, dass Saudi Sonnenarabien uns als Stromlieferant abspeist, dann zahle ich diesen Preis. Schließlich wird es für sie ziemlich schwierig werden, eine „versiegende“ Sonne nachzuweisen 🙂 . Ausserdem haben andere Länder wie Griechenland, Spanien und Italien ebenfalls Sonnenschein. Was spricht dagegen, dass sie ihre Kollektoren auf den Häuserdächern pappen und sich somit unabhängiger von riskanteren Energiequellen machen könnten ? Ich sehe hier keinerlei bedenken. Zumindest als eine mögliche Übergangslösung bis zur Serienreife der „Fusionsreaktoren für Jedermann“.

    Ich würde die Priorität der Forschung eher in der Solartechnik bzw. der Sonnenthermie stecken. Gekoppelt mit weiteren Voltgebern könnten wir uns eine akzeptabel Stromnutzung vorstellen. Die Politik könnte hier Weichen stellen. Wir aber wissen, welche Richtung die CDU/FDP gehen möchte: alte Reaktoren weiterhin am Netz lassen und uns fleissig die abgeschriebenen Zeitbomben bezahlen lassen.

    a propos, ist euch klar, wie sicher das Autofahren ist? Nicht so sicher… vor allem der humanfaktor ist besonders unsicher.
    Wer von euch lehnt das Autofahren prinzipiell ab? also würde nie… auch nicht mit dem Bus… schon gar nicht selbst?
    hm?

    Und wie gefährlich ist es erst, die Straße an einer Ampel zu überqueren !!! Ausserdem ist schon das aufstehen eine Gefahr für uns. Die meisten Unfälle passieren im (ungesichertem!) Heim. Am besten ist es, wir lassen uns auf unser Bett festschnallen und werden von hübschen Frauen/Männern gefüttert 🙂 .
    Nein, keiner Scherz …
    An Krebs sterben ebenfalls viele Menschen. Das Leben ist generell eine gefährliche Sache. Sollen wir aber die Risikogefahr noch erhöhen, indem wir krebsauslösende Gefahrenquellen selbst herstellen ?

    @Michael

    Die Technik-Feindlichkeit mancher Zeitgenossen erscheint dann doch, bei aller rationaler Betrachtung schon wie ein biblisches Wunder.

    Ist hier pauschal die „Technik-Feindlichkeit“ gemeint ? Oder eher die Ablehnung von potenziellen Gefahrenquellen ? Man kann wohl kaum „technikfeindlich“ gelten, wenn man zwar die Kalaschnikov-Schusswaffe ablehnt, aber dennoch mit dem Jet in den Urlaub fliegt.

    Was unser Verkehrssystem an Schmutz rauswirft, da sind selbst unsere derzeitigen AKWs und deren Abfallprodukte wahre Saubermänner.

    Dann musst Du erstmal an den Hinterteilen von Wiederkäuern schnüffeln ! Ich habe es zwar nicht gemacht und rate Dir ebenfalls nicht, es zu versuchen, aber was da an „Abgasen“ losgejagt werden, schlägt die Golf-Auspuffe um längen 😉 .
    Aber im Grunde hast Du recht. Es ist aber nicht die Menge, die hier beklagt wird, sondern die Qualität. Würdest Du gerne einen Castor-Behälter besitzen wollen ? Schließlich ist er ja „umweltfreundlicher“ als die Abgase Indiens. Und was halten Deine Neffen und Nichten davon, wenn sie diese Lecks am Behälter entdecken ? 😉 .
    Das Zeug „verdünnt“ sich weder in der Atmosphäre noch wird sie von unserer Vegetation zu was positivem verarbeitet. Die Tschernobyl-Kinder haben keine positive Erfahrung mit radioaktivem Material machen können.

    Und bei der Beseitigung des AKW-Abfalls hilft nur eines: Forschen, forschen, forschen.

    Und wenn wir die Lösung finden werden, dann erst auf diese Technologie setzen. Und zwar volle Pulle !
    Vorher erstmal Megatonnen an hochradioaktivem Material anhäufen, auf das unsere Kindeskinder noch ihren Spaß an der Instandhaltung der Lagerstätten haben werden, halte ich für eine schlechte Wahl.
    Forschen ist natürlich die richtige Richtung, aber erst die Lösung werden wir auch nutzen können, nicht der Forschungswille alleine 🙂 . Bis dahin sollten wir für unsere alltägliche Nutzung auf neuere und umwelttechnisch-sauberer Möglichkeiten hin richten. Es ist ein harter und steiniger Weg, aber sicherlich kein unmöglicher. Wie gesagt… genug Sonne ist da, genug Fläche für die Zellen ebenfalls. Die sind nicht radioaktiv und erzeugen sauberen Strom. Damit Wasserstoff zu gewinnen und in kleinere Kraftwerke zu transportieren, ist wesentlich ökologischer als einen schornsteinlosen Meiler zu betreiben, aber die hochgefährlichen Endprodukte lagern zu müssen.

    Doch … es bleibt wohl eine Utopie von Science-Fiction verrückten wie mir. Es ist ja wesentlich einfacher, unterkritische und supereffiziente Reaktoren herbeizubeamen, mitsammt einer perfekt funktionierenden Führungsriege als Lobby, die uns saudifreien Strohm liefert mit brennstäben, die auf Bäumen wachsen 😛 .
    Dennoch … wenn es Atomenergie sein muss, dann bitte nur diese neue Reaktoren. Doch wie kann man eine Atomlobby dazu zwingen, neue Reaktoren aus eigener Tasche zu bezahlen ? Mit Macht ? 🙂 .

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  10. Was die gute Frau Ditfurth auch zu erwähnen vergisst (oder nicht weiss?), während sie über die ach so großen Gefahren von Tritium ablästert: das Zeug hat eine Halbwertszeit von gerade mal etwa 12 Jahren… im Gegensatz zu den bei den derzeitigen AKWs entstehenden radioaktiven Stoffen, deren Halbwertszeit im Bereich von tausenden bis Millionen von Jahren liegt!

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  11. Hach die Bundesbeauftragte für Betroffenheit Dittfurth meldet sich zu Wort, das ist… nun ein Scheunentor für ein rhetorisches Feuerwerk… oder so.

    Dann wollen wir mal:

    Etwas latschig vielleicht, aber anderswo war ja auch was los (z.B. Naziaufmarsch in Dortmund). Alte KämpferInnen mit Ton Steine Scherbens »Die letzte Schlacht gewinnen wir« und Musik von Kraftwerk; dazu junge Anti-AKW-GegnerInnen mit Elektro Hip Hop – Jahrzehnte übergreifende Qualität.

    Und plötzlich fühle ich mich jung. Warum hält es Jutta für wichtig, einen Naziaufmarsch zu erwähnen? Es gäbne doch sicher lich auch andere Veranstaltungen die es wert wären?

    Die Anti-AKW-Bewegung der 1970er Jahre wurde zur erfolgreichsten Massenbewegung seit 1945 und verhinderte – ohne auch nur einen einzigen Parlamentarier an ihrer Seite –, mehr als 70 von über 90 in der Bundesrepublik geplanten Atomkraftwerken.

    Beeindruckend, vor allem die Zahl der Kraftwerke die mit (fossilen) Brennstoffen heute noch brennen müssen. Da freut sich die CO2-Bilanz. Ein Bärendienst den uns die AKW-Gegner erwiesen haben.

    Das Atomkapital wurde international in die Defensive gedrängt. In einigen Ländern wurde die Stilllegung der AKWs durchgesetzt; anderswo wurde der Ausbau begrenzt oder zeitweise gestoppt.

    Nein, es geht dort hin wo Atomkraft eine Zukunft hat… Iran zum Bleistift (das Geld kommt ja dank Siemens zurück 😛 ) oder Frankreich (EPR, dazu unten mehr).

    Aber es gibt im Bundestag keine einzige Partei, die eine Regierungsbeteiligung aufs Spiel setzen würde, um wenigstens eine Atomanlage stillzulegen. Auch die Grünen nicht, im Gegenteil.

    Atomausstieg von Rot/Grün? Ist es vllt. Juttas gedächtnis das kurz ist? Oder verzerrt?

    Taktische Absicht war es, den Druck des Anti-AKW-Widerstands zu spalten und zu befrieden, indem man AtomgegnerInnen vormachte: jetzt wird was getan. Wer liest schon Verträge, Kleingedrucktes, Regierungsvereinbarungen?

    Übersetzung: Jutta ist sauer das sie ihren Lolli nicht sofort haben kann. Vor dem abschalten müssen Ersatzkapazitäten bereitgestellt werden, internationale Vereinbarungen getroffen werden, da wir ein europaweites Netz haben.
    Ich denke in Juttas Kopf stellt sie sich eine Ein/Ausschalter vor mit dem man die AKWs abschalten kann. Gehen wir das mal durch. Als erstes würden die Überwachungssysteme einen massiven Spannungsabfall in Deutschland festellen und kompensieren zu versuchen, was nicht funktionieren wirdweil die plötzlich abgefragte Leistung die Verteiler überlasten wird, welche sich dann NOTabschalten. Folge: weite Teile Deutschlands im dunkeln. 22400 MW und mehr an Leistung die plötzlich fehlen würde.

    Nun wo sollen die Ersatzkapazitäten herkommen? Ökoenergie? Nicht wirtschaftlich derzeit. Also doch fossile Brennstoffe?

    Nun gut weiter im Text:

    allem Gejammere zum Trotz, seither alte Nuklearanlagen weiter in Betrieb halten, sogar neue Reaktortypen vorbereiten und bis heute ein Atomprogramm aufrechterhalten konnte, das auf seine nächste Stufe zusteuert, die Atomfusion, deren dramatische Gefahren bis heute verheimlicht und verharmlost werden.

    Wir haben das Land der konstruierten Propaganda verlassen und kommen nun hin zu den Lügen aus Unwissenheit. Kernfussionsreaktoren haben keine (große) Gefahrenquelle. Sie können nicht explodieren. Wird die Reaktion im Kern destabilisiert kühlt der Kern ab, und man hat an statt einer Minisonne eine Menge heißes Plasma und einige schwache Betastrahler der Teilprodukte (hauptsächlich überschwerer aka (T)ritium und Lithiumisotope. Abschirmbar durch dünnes Blech. Betateilchen aka Elektronen finden sich als Strahlung in jedem Röhrengerät.
    Es fallen keine Castortransporte an, das Ausgangsmaterial strahlt nicht.
    Von welchen Gefahren Jutta spricht, sie sind nicht wissenschaftlicher Natur.

    Der Stoff ist krebserregend und genverändernd.

    Ähm nein, zumindest nicht statistisch nachweisbar.

    n Kooperation mit Frankreich hat die SPD/Grüne-Bundesregierung 1993 den Bau des Europäische Druckwasserreaktor (EPR) auf den Weg gebracht. Der frühere Außen- und Jugoslawienkriegsminister Joseph Fischer (Grüne), heute ein missgelaunter Villenbewohner in Berlin-Dahlem, hat 2003 zugestimmt, dass die Förderung und Nutzung der Atomenergie in EU-Europa Verfassungsrang erhielt.

    Also ich spüre eine gewissen Feindseligkeit, das ist nicht gut fürs Karma. Das EPR ist ein gemeinschaftliches Energieprojekt. Ein moderner Druckwasserreaktor mit neusten sicherheitskonzepten die, so laut Wikipedia, die Unfallswahrscheinlichkeit um das zehnfache minimiert. Baugleiche Typen werden in den USA, der UK China und anderen Staaten gebaut. Natürlich ist für AKW-Gegener alles über Null zu viel, steigen aber munter in ihr Auto…

    Der »Kreislauf« der Atomproduktion (Uranabbau, Urananreicherung, Atomkraftwerken, Wiederaufbereitungsanlagen, Atomtransporten, Atommüll) ist ein Klimakiller erster Klasse

    Das Abbauen transportieren und verfeuern fossilier Brennstoffe auch so what? Atommüll kann man tief genug eingraben, was macht man mit CO²?

    Fazit: Die Frau verbreitet altbekannte Propaganda und ist sich nicht zu schade ihre Unwissenheit zur Schau zu stellen. Vorallem die Bereiche über „Nedrigstrahlung“ waren gut. Der Anteil an der täglichen Strahlenbelastung durch Kernkraft und deren Nebenprodukten stellt sage und schreibe 2%.
    Wenn jemand was gegen seine Strahlenbelastung tuen will, sollte er mit dem Rauchen aufhören (Polonium- und Bleiisotope im Tabak).

    @Nickpol Versuch mal deine Verzerrte Risikowahrnehmung in den Griff zu bekommen, vllt. geht dir dann ein Licht auf, z.B. wenn du das nächste mal auf der Autobahn fährst.
    Und was deine Brureaktoren angeht, von denen ist bisher noch keiner serienreif, hauptsächlich weil die Verbindung von Natrium als Wärmeträger im engen Kontakt zu einem Druckwassersystem ein zu großes Risiko darstellt.

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  12. Die Technik-Feindlichkeit mancher Zeitgenossen erscheint dann doch, bei aller rationaler Betrachtung schon wie ein biblisches Wunder.

    Ansonsten ACK @yerainbow.

    Was unser Verkehrssystem an Schmutz rauswirft, da sind selbst unsere derzeitigen AKWs und deren Abfallprodukte wahre Saubermänner.

    Und bei der Beseitigung des AKW-Abfalls hilft nur eines: Forschen, forschen, forschen.

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  13. Ach Nickpol.
    Sicherheit gibts nur eine im Leben: daß es endet.
    mit dem Risiko kann man umgehen, wenn man genügend Wissen hat (und genügend Verantwortungsgefühl).

    Ohne Wissen – null Chance.

    und die unterkritischen Reaktoren produzieren nun mal eben NICHT Plutonium. Ich müßte aber erst wieder nachfragen, wie die denn nun betrieben werden, und ob es schon welche gibt (also in der Praxis), und damit fordere ich eine Vorlesung von einer Stunde Minimum heraus.
    Interessant immer, aber ohne dies kann ich nicht weiter.

    und, hm…. wikipedia ist so n Ding.
    Nee, da frag ich lieber die Cernis. Sitze ja sozusagen direkt an der Quelle.

    die Frage ist nicht, eine völlige Sicherheit zu erlangen. Unmöglich. sondern die Risiken zu kennen und damit umgehen zu können.
    a propos, ist euch klar, wie sicher das Autofahren ist? Nicht so sicher… vor allem der humanfaktor ist besonders unsicher.

    Wer von euch lehnt das Autofahren prinzipiell ab? also würde nie… auch nicht mit dem Bus… schon gar nicht selbst?
    hm?

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  14. nee, leute… Nicht „ATOMkraft“

    mir rollen sich die Fußnägel. hat denn keiner in der Schule Physik gehabt? ich hab nicht mal n Abi, nur ost-Mittelschule (Polytechnische oberschule nannte sich das).

    Nein, verbuddeln ist ne blöde Idee.
    Aber ohne Forschung wird man nix anderes finden, nicht wahr?

    Ich denke auch nicht, daß eine zentrale herstllungs-Technologie der renner sein wird.
    Eine Sonnenanlage in der Sahara?
    prima. Wieder jemand, der uns den STromhahn zudrehenkann.
    Die Saudis haben es ja schon vorgemacht, wie man Politik mit Energiemangel machen kann.

    Um die letzte, nee vorletzte, jahrhundertwende hatte jede größere Gemeinde eine eigene Energieanlage.
    Sinnvoll, wennman die möglichkeit hat, sie zu betreiben.

    Vielleicht kommt ja doch Wasserstoff, als städtisches Kraftwerk?

    Fakt ist, daß ohne teure Forschung gar nx vorankommt. Und noch vor 200 Jahren ging alles zu Fuß oder ritt zu Pferde.
    Auf die Idee, daß es einen BMW5er geben könnte, kamen die nicht.
    wir kommen nicht auf die ideen von morgen. jedenfalls nicht gleich.
    Forschung ist teuer.

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  15. Die Technik-Gläubigkeit mancher Zeitgenossen erscheint dann doch, bei aller rationaler Betrachtung schon wie ein biblisches Wunder. Wer an die Sicherheit von AKWs glaubt, glaubt auch an unsinkbare Schiffe, wie die Titanic oder Flugzeuge, die nicht abstürzen. Außerdem geht es nicht nur um Uran als Brennstoffe, sondern auch schnelle Brüter, die sich ihr Plutonium erbrüten. Plutonium ist nun wieder so bekömmlich, dass es durch Homöopathen eingesetzt wird.
    Bei manchen Kommentatoren stellt sich dann die Frage nach der Diskursfähigkeit.

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  16. Die Atomkraftwerke, und damit meine ich die modernen, haben schon gute Seiten. Doch zwei wichtige „Nebenwirkungen“ dürfen nicht verschwiegen werden:
    1. Radioaktives Material ist endlich.
    2. Die „Müllbeseitigung“ ist eins schwerwiegendes Problem.

    Zu 1.: Auch Uran hat eines Tages ausgedient. Und je mehr Atomkraftwerke existieren, desto mehr Uran wird verbraucht werden 😉 . Wie lange halten denn die Vorräte dieser Welt ? Ich kann mir Atomkraft für eine Übergangslösung vorstellen, aber nicht als führende Energiequelle bis ans Ende aller Tage.

    Zu 2.: Wohin geht denn nun das „verkackte“ Material ? kann man es zu Plastik weiterverarbeiten ? Gewinnt man andere Rohstoffe daraus ? Ich weiss nicht, wie bewundernswert die neue Kraftwerke das Material in etwas ungefährliches umwandeln. Es ist für mich ein sehr sehr sehr mulmiges Gefühl, wenn wir einfach strahlendes Material irgendwo verbuddeln und hoffen, dass in den kommenden 50.000 Jahren keiner dort nach Gold schürfen möchte 😛 .
    Ausserdem ist der Planet Erde nicht gerade der berechenbarste Ort, um ihm etwas „anzuvertrauen“. Tektonische Verschiebungen, Wassereinfall und andere Faktoren können einem einen Strich durch die Rechnung machen. Eine wirklich sichere und stabile Lagerhaltung für die kommenden Jahrtausende, oder zumindest bis wir eine Form der Umwandlung gefunden haben, ist in meinen Augen eine Utopie.

    Mein Traum wäre es, Teiler der Sahara und anderen Wüsten schön-brav mit Solarzellen zuzupflastern 😛 . Der Energiegewinn pro Zelle steigt infolge der Entwicklungen. Die Emissionen bei der Erzeugung des Stroms sind ebenfalls … äh … sehr gering. Und man hat ausgerechnet, dass alleine aus der Sahara schon der Energiebedarf der Erde gesichert werden könnte. Kombiniert man dies mit anderen „natürlich nachwachsenden“ Energiequellen, so kann man sich einen hübschen Energiemix vorstellen, dessen Endprodukte nicht einige Jahrtausende in Fässern gelagert werden muss.

    Nix gegen Frankreich & Co., aber die Entwicklungen in diesem „Öko-Bereich“ schreiten vorran. Ich frage mich nur… wann zum Satan endlich mal was unternommen wird ! Die Kosten für eine Giga-Anlage in einer Wüste wären enorm. Aber das wäre eine mit Atommeiler versehene Welt ebenfalls. Welche Technologie hinterlässt für unsere Kinder aber die kleineren Sorgen ? Schließlich soll der Stromfluß nicht in 40 Jahren schon versiegen.

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  17. äh, muß mich korrigieren, hab einen falschen Begriff verwendet.
    die Kraftwerke heißen „unterkritisch“, mir fiel das wort nur nicht ein…
    diese haben keine selbsterhaltende kernreaktion. Zudem kann damit kein Kernwaffen-Material erzeugt werden.
    Wurde gerade von einem Physiker direkt aus dem Cern freundlicherweise drauf hingewiesen.

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  18. Ach so, und das mit der Fusion wird wohl leider noch lange nicht kommen. Die ganzen Versuche dazu sind inzwischen vom Tisch, und der erfinder der „kalten Fusion“ als SChwindler entlarvt.

    Fusion dürfte immer an extreme Temperaturen gekoppelt sein (Sonneninneres…), aber möglicherweise findet man noch andere Quellen. Oder besinnt sich auf altbekantes.
    Ich tippe ja beim Auto zB schon lange auf Alkohol. die materialien für die Motoren sind inzwischen soweit (verbrennt bei höheren Temperaturen, wird wohl Keramik sein müssen), und die Herstellung von alkohol in Bioreaktoren etc dürfte auch nicht so schwierig sein.
    Wasserstoff ist auch ne Idee, aber die Speichermedien werden noch lange nicht so weit sein (und beim Betanken alles runterkühlen ist auch sehr aufwendig).

    Nun, warten wirs ab. Notfalls wärme ich mich dann am Hund, der ist wärmer (von natur aus)… 😉
    Noch darf er nicht mit ins Bett, noch ist es nicht so kalt…

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  19. Michael, das weiß ich nicht.
    Dazu sind meine sprachkenntnisse noch nicht ausgereift genug… ,-)
    ich geh hier nur ins hiesige Tierheim, kann Dir also was über die fzr Tierschutzgesetze erzählen (hier wird fix eingeschläfert… genügt, wenn der Bürgermeister das anordnet).

    Aber ich habe den Eindruck, daß es mit einer dümmlich-gutmenschigen Anti-„Atom“-Kraft-bewegung hier nicht so ist.
    Keine Ahnung, ob die Schulbildung besser ist, oder ob man andere Probleme für wichtiger hält.
    denn eigentlich sind die Franzosen viel aktiver, wenn ihnen was nicht in den Kram paßt.
    Der deutsche Michel ist dagegen recht zahm…

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  20. das auf seine nächste Stufe zusteuert, die Atomfusion

    Oh, nein! Die Atomfusion kommt! Rette sich, wer kann!

    Die Unterbindung von Forschung im Bereich Atomkraft ist imho das schlimmste Erbe der Anti-AKW-Bewegung. Wirklich ärgerlich.

    @yerainbow: Habt ihr in Frankreich eigentlich auch AtomkraftgegnerInnen(sic)? Oder seid ihr die losgeworden? Wenn ja: Wie?

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  21. Das ist schade, dass sich in diesem Blog jetzt der Ökofundamentalismus breit macht. Mit Aufklärung hat dies nichts zu tun, sogar mit Lüge, wenn beispielsweise von prügelnden Polizisten die Redeist, gewalttätige Demonstranten, aber verschwiegen werden. Fischer als Kriegsminister defamiert wird. Solche billige Polemik auf Stammtischniveau ist widerlich. Jutta Ditfurth ist für mich der Dodo des Monats.

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  22. Ach, und noch eins.

    technisch gesehen ist man inzwischen bei „Unterschwelligen Kraftwerken“ angelangt.
    Das sind Kernkraftwerke, die nicht zur Kettenreaktion und zur Kernschmelze kommen. Sie sind wesentlich sicherer, Tschernobyl wäre damit nicht möglich gewesen (und der Unfall dort beruht überwiegend auf menschlichem Versagen… Dummheit ist halt von Übel….)

    Daß die nicht gebaut werden, hat verschiedene Gründe.
    1. generelle Ablehnung ohne sich weiter zu informieren
    2. kostet ja
    3. die Gewinnmaximierung verlangt, daß die bestehenden Dinger weiter betrieben werden.

    Das ist aber kein problem der Physik, sondern eines des Wirtschaftssystems.

    vielleicht sollte man dort den Hebel ansetzen. Beim Wirtschaftssystem.
    Ok, ich sag ja schon nix mehr.

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  23. Mich nervt die Dummheit, bei aller guter Absicht.

    1. Atomkraft ist chemische Kraft – das was die meinen ist Kernkraft (physikalisch ganz was anderes…. aber wenn man Chemie und Physik abgewählt hat, und trotzdem bissl gelehrt herumschwätzen will…..)

    2. Die Kraftwerke müssen von Fachpersonal bedient werden. man kann sie nicht einfach ignorrieren. Nur schwächelt es inzwischen am Fach-nachwuchs. auch dank der politischen Lobby. Die Gänseblümchenfraktion wird dann ganz schön blöd gucken, wenn keiner mehr die Dinger fachgerecht abschalten kann. oder reparieren. Oder abreißen.

    3. Die Forschschung, welche ja Geld kostet, wurde abgewürgt. Und zwar in jeder Hinsicht. Was die Nachsorge betrift, was die Abfall-verwertung betrifft, was die Sicherheit und die neuentwicklungen betrifft.
    Deutschland hat längst den Anschluß verpaßt.

    Zwischen „gut gewollt“ und „gut gemacht“ stehen Welten.
    oder, wie schon Faust sagte, die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

    ein Dummkopf ist schon schlimm genug. Aber eine organisierte Horde von Dummköpfen ist katastrophal, langfristig gesehen….

    jaja, bin nicht pc. War ich nie. Find ich auch unsinnig. Denkverbote sind unsinnig.

    Übrigens ist hier in Frankreich der Strom billiger als in D. Und da hier jetzt die Emmissionssteuer auf Brennstoffe kommt, bin ich ganz froh, daß hier zufällig ne Elektroheizung drin war.
    Ich habs nämlich nicht so dicke.
    und man kann nicht ausgeben, was man nicht hat. selbst wenn man damit freundlicher angesehen wird. Meine Spendenfreudigkeit ist nahe Null. auf der anderen Seite der Null…

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