TIEFSEE – eine interessante Ausstellung


Tiefsee-MFNK Berlin, Foto:Brightsblog
Tiefsee-MFNK Berlin, Foto:Brightsblog

Eine Sonderausstellung im Museum für Naturkunde Berlin

Schlingfische und Teufelsangler; Tintenfische – so riesig, dass sie Walen gefährliche werden können; Seelilien, die vor Millionen Jahren schon auf der Erde lebten; Würmer, die an kochend heißen Quellen in ewiger Finsternis leben: es sind nur einige der Geheimnisse die Forscher der Tiefsee entrissen haben. Bisher waren mehr Menschen im Weltraum als in den schwarz-blauen, eiskalten Tiefen der Weltmeere unterhalb 4000 Metern. Die Ausstellung zeigt Spannendes, wir lernen die Seeungeheuer vergangener Zeiten kennen und erfahren die neuesten Erkenntnisse der modernen Tiefseeforschung. Mit 45 originalen Alkoholpräparaten und 35 Modellen, darunter Riesenmodelle vom Pottwal und Kalmar präsentiert das Museum für Naturkunde Berlin eine facettenreiche, geheimnisvolle Welt. Ein Höhepunkt ist die virtuelle tauchfahrt in einem efl Meter langen U-Boot.

So weit die offizielle Darstellung. Also auf zum Besuch des Museums um die Wanderausstellung des Naturhistorischen Museums Basel und des Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt am Main, mit zahlreichen Originalexponaten aus dem Museum für Naturkunde Berlin anzuschauen.

Das Museum im Zeichen des Darwin-Jahres.

Eingang Museum für Naturkunde Berlin, Foto: Brightsblog
Eingang Museum für Naturkunde Berlin, Foto: Brightsblog

Obwohl, an diesem Tag gerade ein paar Minuten geöffnet, ist das Museum gut besucht. Die Saurierhalle ist wohl der Publikumsmagnet. Den alten Knochen gilt heute aber nicht meine Aufmerksamkeit. Vorbei, aus der Ferne schimmert „Darwin’s Cabin“, eine Rekonstruktion der Schiffskabine Darwins auf der Beagle, mit einer Reihe von Original-Exponaten. Noch weiter entfernt um die Ecke grüßt der Dodo. Zuallererst ist jedoch die Tiefsee-Ausstellung mein Ziel.

Schwärze empfängt mich, lediglich unterbrochen von bläulich schimmernden Informationstafeln und Monitoren auf denen Filme zu sehen sind. Ich bin hinabgestiegen in eine Dämmerzone, zwischen 200 und 1000 Metern Tiefe. Es gibt kaum Licht, viele Tiere orientieren sich mit riesigen Sehorganen. In 1000-6000 Meter Tiefe erreichen wir die Dunkelzone, die  sogenannte Bathy-und Abyssopelagial, hier wird gehungert, Nahrungsknappheit allerortens, wir treffen dunkel gefärbte Fische mit kleinen Augen. Noch tiefer hinab, also zwischen 6000-11000 Meter Tiefe liegt die Zone der Tiefseegräben, Hadal genannt. Seegurken und Borstenwürmer leben in dieser scheinbar unwirtlichen Welt. Viele Tiere unternehmen ausgedehnte Wanderungen zwischen den Tiefen. Der Druck ist enorm, in 10000 Metern beträgt er 1001 Bar. Und es ist kalt, eisige 2 bis -1,9 Grad Celsius. Die wechselwarmen Tiere, wie z.B. die Fische haben also die gleiche Körpertemperatur, entsprechend schleppend ist der Stoffwechsel und eine langsame Lebensweise. Hier gibt es Hunger satt. Die Tiefseebewohner sind von dem abhängig, was an der Oberfläche gebildet wird und nach unten rieselt – das ist dürftig.

Und trotzdem ist die Artenvielfalt verblüffend und extreme Körperformen überraschen. Fische leuchten im Dunkeln und erhellen in einem kleinen Bereich die Umgebung.

Die menschliche Zivilisation ist lange angekommen. Müll, Plastikabfälle und Öl. Verendete Tiere. Plötzlich fällt mir Schätzing „Der Schwarm“ ein, gäbe es intelligentes Leben in diesem Bereich, hätten wir schlechte Karten.

Größenvergleich Lebensraum Land-Wasser
Größenvergleich Lebensraum Land-Wasser

Im Bild oben sehen wir die Größe des Lebensraumes Land im Vergleich mit dem Lebensraum Wasser. Letzterer ist 170mal größer als der Lebensraum Land. Unsere Kenntnisse über den Lebensraum Wasser sind dürftig aber schon hat die intensive Nutzung dieses sensiblen Biotops begonnen. Schleppnetz-Fischerei um die Tiefsee-Bestände zu nutzen, dass dabei ganze „Landschaften“ zerstört werden wird in Kauf genommen.

Die Ausstellung ist wichtig, sie zeigt faszinierende Einblicke in ein unvorstellbare Welt und die zeigt die Vernetzung und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten unserer Natur.