Kreationistische Thesen: So a Schmarrn


Pastor Randall Price, Quelle: Grace Bible Church
Pastor Randall Price, Quelle: Grace Bible Church

Von Sabrina MehlerFuldaer Zeitung

Nimmt man die Bibel beim Wort, dann saß Jona drei Tage lang im Bauch eines Fisches, bis er wieder ausgespuckt wurde.

Die Arche Noah landete nach der Sintflut am Berg Ararat, Moses teilte das Meer, und Jesus ging übers Wasser. Für den US-Amerikaner und Kreationisten Randall Price ist es gar keine Frage, ob es sich so zugetragen hat; für ihn steht es fest. Das machte der Archäologe in einem Vortrag vor der Bibelgemeinde Hünfeld deutlich, wo er versuchte, den Wahrheitsgehalt der Heiligen Schrift und seiner Wunder zu beweisen.

Die katholische wie auch die evangelische Kirche stehen den Kreationisten und Anhängern des „intelligent design“, die die Schrift wortgetreu auslegen, kritisch gegenüber. Diese aus den USA kommende Bewegung lehnt die von Charles Darwin begründete Lehre von der Entstehung der Welt ab. Eine ihrer zentralen Forderungen ist die Verankerung der biblischen Schöpfungsgeschichte im Schulunterricht im Fach Biologie. Prominente Politiker unterstützen die kreationistische Ansätze: Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bekennt sich zu den erstaunlichen Aussagen. 2007 wollte Hessens frühere Kultusministerin Karin Wolff (CDU) die biblische Schöpfungsgeschichte im Biologie-Unterricht behandeln lassen. SPD und Grüne befürchteten aber, dass davon ein wachsender Einfluss der Kreationisten an Schulen ausgehen könne.

Beide Kirchen sind kritisch

Für seine Vortragsreihe in Deutschland, die ihn auch nach Hünfeld führte, unterbrach Randall Price, Theologe und Archäologe, eigens seine Expedition am Berg Ararat, wo er auf der Suche nach der Arche des Noah ist. Price‘ Beweislegung ist einfach: Weil es möglich sei, durch archäologische Funde etwa die Existenz des Hetither-Volkes oder des Kindermörders Herodes zu belegen, „ist auch die Bibel als Ganzes wahr“. Denn wenn schon jemand die Wahrheit sage, dann doch wohl ganz, glaubt Price. Halbwahrheiten gibt es im Glauben der Kreationisten nicht.

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11 Comments

  1. @Dr. Leisenberg

    Wer sich mit dem Thema Darwin oder Kreationismus wissenschaftlich auseinandersetzen will, sollte sich mit der neuesten Interpretation der Quantenphysik auseinandersetzen (..).

    Dies ist (satirisch gesehen) ungeheuerlich interessant ! Das weckt den Durst nach Wissen. Was hat die Physik des allerkleinstem, des Nanokosmos, mit der Lehre über den Fortschritt durch Mutation und der natürlichen Selektion zu tun ? Nun fragt sich der Leser, ob Quanten ebenfalls so vor sich hinsterben und ihre Quantengenen (Spins ?) der nachfolgenden Generation überlassen, auf das sie sich anpassen und weiter vermehren … oder aussterben. Und bei der gewaltigen Anzahl von Genmöglichkeiten (Spin links herum & Spin rechts herum) ist die Variabilität wahrlich fantastisch !

    Sie legt nahe, dass es außerhalb der Raumzeit ein „Quantenbewusstsein/Gott“ existieren muss, das ohne Zeitverzug alle Quantensysteme, dh. h. alle Materie beeinflussen kann.

    Ja, es stimmt ! Dieses Bewusstsein sorgt bewusst dafür, dass in den Waschmaschinen stets eine Socke den Quantensprung von einer Dimension zur nächsten vollführt. Sie wird, quantentechnisch gesehen, in das Reich Gottes weggebeamt. Amen !

    Vor allem ist es interessant, weshalb man von „muss“ sprechen muss, wenn es um solche eindeutig schwachsinnige ungeprüfte und unbewiesene Gedankengänge redet. Der Mensch ist ein fantastisches Wesen, denn er kann ganz ohne gültige Unterschrift den Vertrag der Göttergläubigen als voll wirksam anerkennen ! Da muss man nur ankommen und eine interessante Tatsache (Informationsübertragung anscheinend ohne Zeitverlust und Lokalitätsfixierung) mit einem Phantasieprodukt „Überwesen einer anderen Welt“ koppeln, und schon ergibt sich die „Wahrheit“.

    Ich möchte Ihnen zeigen, wie amüsant das klingt:
    Meine Freundin kam gestern drei (3 !) Stunden später als erwartet nach Hause. Im Büro sagte man mir, dass sie keine Überstunden gemacht und das Büro pünktlich verlassen hatte.
    Erzogen wurde ich mit dem Bild, das ein denkender Herrgott auf diese Welt einwirkt. Aber auch, dass Ausserirdische täglich diesen Planeten besuchen und Menschen entführen.
    Und so beginnt mein Gehirn zu arbeiten…

    1) Würde ein liebevoller Gott meine Freundin aufhalten wollen ? Möglicherweise mit einer Madonnenerscheinung ? Einem Stigmata ? Einer neuen Offenbahrung ?
    2) Waren Aliens hier am Werke und entführten meine Freundin, nur um ihr eine unmessbare und unsichtbare Analsonde in den Hintern zu schieben ? Ist sie da Werkzeug einer Alieninvasion ?
    3) War ein Perversling, ein Triebtäter oder gar ein Atheist am Werke, der meiner JHWH-treuen Freundin was böses wollte ? Wird Jesus, unser Befreier, sie (er)retten ?

    Gott, das omnipotente und allwissende Wesen der Nächstenliebe, der seinen Sohn für uns opferte, kann es nicht sein. Er hilft den Armen, hört die Gebete und kann nichts böses tun. Also Punkt 1 wird weggestrichen.
    Punkt 3 ebenfalls. In meiner Gemeinde treiben sich keine atheistischen Treibtäter rum. Und Jesus ist stets als Beschützer bei ihr. Deshalb lebt sie ja noch. Also Punkt 3 auch weg.

    Bleibt nur Punkt 2 übrig. Eine ausserirdische Alien-Macht hat sie entführt. Genauso wie in „Independence Day“ prophezeit worden… auf Zelluloid !

    Ergo: Meine Freundin wurde von Aliens drei Stunden lang auf einem unbekannten fliegendem Objekt festgehalten und unglaubliche Experimente wurden an meinem zartem Gottesgeschöpf ausprobiert !

    Als ich schon den Telefonhörer in der Hand hielt und die Polizei über diese unglaubliche Sache aufklären wollte, die mein christliches Gehirn da vollkommen logisch und schlüssig herausgefunden hatte, da betrat meine Freundin das Zimmer. Sichtlich durchgeschwitzt. Ein Zeichen meiner vollkommen korrekt erkannten Wahrheit !
    Ich umarmte sie vollen Herzens und hielt ihre Hand. Oder besser gesagt… wollte sie halten. Denn …
    Denn …
    Denn … sie hielt an beiden Hände Einkaufstüten, bis oben hin voll mit Schuhkartons.

    Und so predige ich in meiner Gemeinde, dass jeder Mann seine Frau ganz genau beobachten soll. Die Gefahr, dass Ausserirdische die Freundin entführen, ist sehr groß. Und wenn sie auch noch mit Tüten voller Schuhkartons nach Hause kommt, so sollte man ganz besonders Acht geben !

    SCHNITT !

    Na ? Wird es langsam erkennbar, weshalb man nicht direkt von Überwesen (oder Aliengeschichten) reden sollte, wenn einer nicht gerade überzeugende Beweise in der Hand hält ? 😉 .

    DNS ist also keine Chemikalie, wie Darwin es noch annahm (Bauer).

    Nein. Die Desoxyribonukleinsäure ist keine Chemikalie. Sie ist ein unsichtbarer Freund. Oder noch besser… die DNS kann reden und ist der wiedergeborene Christ !
    Nebenbei ist LSD noch sein bester Freund, denn er lässt die Sinne tanzen 🙂 .

    Wer heute noch materialistisch argumentiert, ist nicht mehr auf dem Stand der Wissenschaft.

    Aus diesem Grunde arbeiten Wissenschaftler auch nicht mit Messgeräten wie dem LHC oder mit Formeln und Zahlen mehr. Sie stoßen allabendlich die Klangschalen an, um im Dunstkreis der Mantra-Gebeten und singenden Smaragden den Blick hinter dem Rätsel der sich übertragenden Spins zu kommen.
    Es ist ja keine Frage der Wissenschaft, ob und wie eine solche Information übertragen werden könnte, sondern eine Frage der Seele und der Überzeugung. Deshalb sind diese ungläubigen Buddhisten auch die blödesten Physiker der Welt 😛 .

    Ende der Satire.

    Zeit für einen ernsthaften Kommentar: FAIL !
    Wie nickpol schon sagte… der Dodo-Preis wurde vergeben. Dies, und die Tatsache, dass die Wissenschaft noch immer „materialistisch“ agiert, sagt alles ! 🙂 .

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  2. @Dr. Leisenberg, Muhhahha, selten so gelacht. Froböse hat für seinen „getunnelten Quantenquatsch“ im Mai 2008 den Dodo erhalten.
    Für diejenigen, die es genau wissen wollen empfehle ich Ulrich Berger zum Thema.
    Alles andere erübrigt sich dann von selbst. Vorausgesetzt man kann lesen.

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  3. Wer sich mit dem Thema Darwin oder Kreationismus wissenschaftlich auseinandersetzen will, sollte sich mit der neuesten Interpretation der Quantenphysik auseinandersetzen (Schäfer, Görnitz, Goswami; Froböse). Sie legt nahe, dass es außerhalb der Raumzeit ein „Quantenbewusstsein/Gott“ existieren muss, das ohne Zeitverzug alle Quantensysteme, dh. h. alle Materie beeinflussen kann. DNS ist also keine Chemikalie, wie Darwin es noch annahm (Bauer). Wer heute noch materialistisch argumentiert, ist nicht mehr auf dem Stand der Wissenschaft.

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  4. Das ist wohl einer dieser pfuschenden Bibelarchäologen, denn jeder normale Archäologe würde nicht solchen Quatsch erzählen. Jetzt fangen diese Bibelfanatiker auch noch an die Archäologie in den Dreck zu ziehen.

    Der Kerl meint wirklich, daß Glaube wissenschaftliches Arbeiten ersetzt und sich mit Lügen besser Bücher verkaufen lassen. So jemanden noch als Archäologen zu bezeichnen ist eine Beleidigung für Archäologie.

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  5. Wenn man die biblische Schöpfungsgeschichte in den Lehrplan von Schulen aufnehmen sollte, dann kann man auch gleich die Mythologie des Silmarillion bzw. des Herrn der Ringe aufnehmen – denn die ist nicht weniger logisch, aber dafür deutlich unterhaltsamer.

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  6. Christoph Ohnesorge:
    Die Evolution, die schon Charles Darwin vor 150 Jahren erkannt hat, und die Schöpfungsgeschichte widersprächen sich nicht, so Ohnesorge. Denn „Gott hat eben mit der Evolution auf die Menschheitsgeschichte eingewirkt“.

    Was ist das ? Von welchem Gott ist hier die Rede ? Hat er einen Nachweis seiner Tätigkeit ? Irgendwelche (C)opyright-Merkmale in der DNS ? Eine Evolutionssignatur, die über das widerlegte Flagellum-Märchen hinausgeht ? Entweder bin ich zu dämlich, oder ich finde da keinen Nachweis, dass „Gott eben mit der Evolution auf die Menschheitsgeschichte einwirkt“ ! Wie austauschbar dieser Schmarrn ist, zeigt der Versuch, Gott durch Xenu, Allah, Shiwa, das Einhorn oder die fliegende Teekanne ersetzen zu wollen. So kann man getrost „annehmen“, dass Russels Teekanne eben mit hilfe der Evolution auf die Menschheitsgeschichte einwirkt 🙂 .

    Mülleimer auf… rein damit…zuklappen !

    Dies gehört mitsammt dem kompletten kreationistischen Sondermüll in den Verbrennungsofen des Verstandes. Bloß nicht nachdenken ! Lieber „glauben“. Die gigantische Menge von (Evolutions-)Biologen, die sich tagtäglich in ihrem Metier die Köpfe zerbrechen, sind ja alle strunzdumm. Die Annahme, die Sintflut rüttelte an den Gottesgenen und das der Mundgeruch JHWHs den Stoffwechsel in Lehmonstrukten herbeizauberte, klingt ja sehr viel glaubwürdiger 😀 .

    Sondermüll aus dem Gehirn einer kreationistischen Schrottpresse… Made in Imbecility

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  7. … „ist auch die Bibel als Ganzes wahr“. Denn wenn schon jemand die Wahrheit sage, dann doch wohl ganz, glaubt Price.

    Soll man das jetzt so verstehen, dass die Bibel von EINER Person geschrieben wurde? Hab ich irgendwas verpasst? 🙂

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  8. „Nähme man die Bibel beim Wort“

    so würde man nicht nach Jonas im Bauch, einerm gesetzessfrommen, von Mythen besoffenen Jesaja oder einem ähnlichen jungen Zimmermann mit Namen Jesus fragen. Sondern dem Wort, der lebendigen schöpferischen Vernunft die nicht nur der Kreativität allen logisch erklärten Lebnesflusses, sondern auch der Glaubenslehre zugrunde liegt. Und: die im Mythos des Jonas deutlch wird, für Jesaja Grund eine ersten Glaubensaufklärung vom Opferkult zum lebendigen Wort war, das dann im griechischen Logos (monistischer Welterklärung, wie sie heute nur empirisich, wissenschaftliche nachgewiesen wird) wiederverstanden wurde: Die Geschichte Jesus.

    So wird aus Schmarrn eine kreativen=schöpferische Wirklichtkeit, die die Weltvernunft zum Thema hat.

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  9. Brotvermehrung, Wasserlaufen… ist doch alles ein alter Hut.
    Wenn der Typ aber beweisen kann, dass Pi genau 3 ist, winkt ihm sicher der Nobelpreis. 😀
    Oder er erhält zumindest Anerkennung, wenn er herausfindet, auf welchem Zahlensystem die Additionsrechnungen in der Bibel basieren.

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