Evolution geGITTet


Werner Gitt, Quelle: Creation Wiki
Werner Gitt, Quelle: Creation Wiki

»Evolution und Schöpfung sind unvereinbar«

kath.net

Diese Ansicht vertrat der frühere Direktor bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, Prof. Werner Gitt, bei einer Feier zum 115-jährigen Bestehen des Bibelbunds

Evolution und Schöpfung sind unvereinbar. Diese Ansicht vertrat der frühere Direktor bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, Prof. Werner Gitt, bei einer Feier zum 115-jährigen Bestehen des Bibelbunds. Wer versuche, beides miteinander zu vermischen, sei auf einem Irrweg, sagte der Informatiker am 19. September vor rund 800 Besuchern in Siegen. Die „theistische Evolution“ behaupte, Gott habe die Evolution als Arbeitsmethode benutzt.

In diesem Ideensystem würden die Annahmen der Evolutionstheorie über die Aussagen der Bibel gestellt. Während die Evolutionstheorie davon ausgehe, dass bei der Entstehung der Erde bereits Materie vorhanden war, berichte die Bibel davon, dass Gott die Welt erschaffen habe, ohne vorhandenes Ausgangsmaterial zu verwenden.

Um die Herkunft des Lebens zu erklären, lassen sich laut Gitt auch nicht Naturgesetze heranziehen. Sie seien erst am Ende der Schöpfungswoche voll in Kraft getreten. Der Wissenschaftler hält den Evolutionsgedanken insbesondere deshalb für abwegig, weil es in der Materie keinen Prozess gibt, bei dem Information von selbst entstehen kann. Schließlich gebe es in der Evolution weder einen genauen Plan noch ein Ziel für solche Entstehungsprozesse: „Wie kann ein Herz entstehen, wenn es dafür keine Zielstrategie gibt? Zwecke verlangen einen Zielgeber.“

Der Versuch, die Entstehung der Welt ohne das Wirken eines Schöpfers erklären zu wollen, sei auch eine Folge des Sündenfalls. Gitt dankte dem Bibelbund, dass er sich in Publikationen und Veranstaltungen für die Irrtumslosigkeit der Bibel ausspreche und somit auch für den biblischen Schöpfungsbericht.

14 Comments

  1. Danke, Max Headroom, für Deine Erläuterungen.

    Auch ich hatte in der Tat schon in früher Jugend ein ausgeprägtes Faible für die Wissenschaften — ich war schon während der ersten 20 Lebensjahre Atheist (ich las alles, was ich über das Weltall, prähistorisches Leben, Technik etc. in die Finger kriegen konnte — ich liebte als Jugendlicher auch die tessloffsche Buchreihe „Was-ist-Was“).

    Vor meinem 20. Geburtstag wurde ich intensiv von einem Bekannten missioniert — ich hatte damals eine echte Sinnkrise — glaubte als Atheist an die Reinkarnation — dies liess mich aber nicht recht froh werden; das ewige Immer-wieder-neu-Anfangen beim Re-Inkarnieren schien mir sinnlos …

    Den Entschluss, Christ zu werden, fasste ich dann an einem Vortrag eines Naturwissenschaftlers mit dreifachem Doktortitel: Dr. Dr. Dr. Arthur Ernest Wilder-Smith — vor 25 Jahren war der noch ein richtiger Grand-Seigneur des Kreationismus — er ist vor einigen Jahren verstorben.
    Ich fragte mich an jenem Abend, ob es mir mit meinem dem wissenschaftlichen Weltbild verschriebenen Hintergrund möglich sein würde, Christ zu werden — Nun, leider war es möglich und ich wurde ein leidenschaftlicher Christ.

    Ich hatte während der 18 Jahre, die mein christliches Leben andauern sollte, dennoch oft starke Zweifel: einerseits beschäftigten mich Probleme theologischer Natur (bspw. was meinen persönlichen „Heilszustand“ betrifft — sorry: für Menschen, die nicht Christen sind und nie waren, ist das ein typischer „kanaanäischer“ Ausdruck, den wohl nur Fromme in der ganzen unsäglichen Tiefe seiner Bedeutung würdigen können 😉 — oder eben, wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit der Bibel in Einklang gebracht werden können — es hatte mich fast um den Verstand gebracht, mir gewahr zu werden, dass eine junge Erde (ca. 6000 Jahre gemäss Bibel …) mit keinen wissenschaftlichen Daten vereinbar sind.

    Vor fünf Jahren schliesslich konnte ich mir auf alles einen Reim machen; den Glauben habe ich „verscheucht“ und kann mich heute als Atheist eines — wie ich meine — in sich stimmigen Weltbildes erfreuen.

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  2. @Toni
    Glückwunsch zur Abgabe der Arbeit und welcome back ! 🙂 .

    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass jemand mit dieser Ausbildung den Stuss wirklich und ehrlich selbst glaubt. Ich vermute ja öfters, dass solche Leute die Wahrheit für „die Schäfchen“ ein wenig dekorieren und verbiegen und sich dessen bewusst sind.

    Diese Tatsache macht es ja gerade doppelt schmerzhaft. Ein Mann der Wissenschaft … gut … der Informatik 😉 … sagt klar und deutlich, dass er die Physik, die Chemie und die Mathematik kurzerhand über Bord werfen kann, um eine Supernatürlichkeit in einem Märchen „erklären“ zu können.
    Schließlich weiss ja auch jedes Kind, dass Supermann seine Kräfte aus der Sonne bezieht. Und die scheint bekanntlich seit langem. Also gibt es Supermann auch seit langem… nur zeigt er sich eben nicht persönlich, sondern nur in bebilderten Geschichten 🙂 .

    Ob Herr Gitt das Wissen verbiegt, kann ich nur bejahen. Genausowenig wie man die Zeit vor dem Urknall berechnen kann, genausowenig kann Herr Gitt den „Zweck“ des Universums, der Erde oder überhaupt jeder einzelnen Zelle „wissen“. Sich solchen pseudo-religiösen „Zwecke verlangen einen Zielgeber.“ Instrumente zu bedienen, ist eigentlich die Aufgabe der lauten Kreationisten, die mit ihrer Bibel irgendwo in einem Loch sitzen und sich die nächste „laute“ Aktion ausdenken.
    Herr Gitt hat solchen Müll nicht nötig. Er könnte sich mit seinem (überprüftem) Wissen einen guten Namen machen, und ich bin mir sicher dies ist ihm sehr bewusst, doch mit seiner contra-science Haltung gibt er sich immer stärker der Lächerlichkeit preis.

    Der Versuch, die Entstehung der Welt ohne das Wirken eines Schöpfers erklären zu wollen, sei auch eine Folge des Sündenfalls.

    Wie sinnfrei – ja – IMHO gar wahnsinnig diese Aussage ausserhalb der Bibel ist, muss man nun einem Professor, ein früherer Direktor bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, nun wirklich nicht erklären. Die Taoisten, die Shintoisten, die Buddhisten und nicht zuletzt die Xenu-Scientologen würden sich am Kopf kratzen und sich fragen, von welcher „Sünde“ Herr Gitt da spricht. Schließlich ist der Haarausfall bei Männern ja ebenfalls nicht von einem „Satan“ hervorgerufen, sondern von Hormonen und genetischen Sequenzen. Und wenn das Wissen von den Hormonen und den Sequenzen eine Folge des Sündenfalls sein soll, dann wünsche ich mir unglaublich viele dieser Sünden-Obstbäume auf der Welt. Jeder sollte eine „Sünde“ begehen, damit möglichst viele Menschen „wissend“ werden. Denn diese „Sünde“ brachte und das Wissen, auf das wir heute bei Krankheiten zurückgreifen können. Und seien wir mal ehrlich … wünscht sich nicht jeder einen Arzt mit möglichst vielen Früchten vom Baum der Erkenntniss ? 🙂 .

    @DanielO

    Muss zu meiner Schande bekennen, dass ich 18 Jahre lang frommer Christ und davon 17 Jahre Kreationist war.

    Keine Schande. Jeder hat mal „sündig“ angefangen 🙂 Ich bin sogar konfirmiert ! Brachte mir den ersten Homecomputer ein 😛 . Im Gegensatz zu Dir hatte ich allerdings ein wahres Faible für Wissenschaften und las gerne die „Was ist Was“ Bücher, weshalb ich schon sehr früh dem kreationistischem Weltbild der Händefalter abschwor und dafür im Erdkundeunterricht gut punkten konnte 😛 .

    Wasser in einem Gartenschlauch braucht den Weg durch den Schlauch nicht zurückzulegen, wenn der Schlauch bereits voller Wasser ist; so wäre das Licht auch sofort bei der „Erschaffung des Lichts“ auf der Erde angekommen, selbst wenn der Weg zur Lichtquelle viele Lichtjahre entfernt ist.

    Gitts Theorie wäre sogar möglich. Jedenfalls wenn Gott einen Weg finden könnte, die Zeit vollständig anzuhalten. Schließlich war die Welt damals ja noch „dunkel“, und erst auf Gottes Wunsch hin – nachdem (!) die Erde erschaffen wurde – platzte das Licht hinein. Gott müsste also das Wasser entweder im Schlauch, ihn aber noch nicht vollständig gefüllt haben. Also das Wasser wäre schon zu dreiviertel durchgerauscht bzw. Gott würde den Wasserhahn erst auf „Es werde Licht!“ befehl öffnen. Oder Gott hat wahrlich alle (!) Atome angehalten, jeden Elektronenspin gestoppt, jegliche subatomare Aktivität auf Null gebremst, und jedes Quarks und jede Gluone „in der Luft“ gestoppt. In diesem Zustand, in dem absolut gar nichts mehr geht, hat er seine Planeten geknetet. Wie auch immer er Materie ohne chemische Reaktion „verbinden“ konnte, spielt hier keine Rolle. Schließlich wissen wir ja aus der Bibel, dass Gott allmächtig ist. Das heisst, dass jede noch so bekloppte Idee möglich ist. Und wenn sie eindeutig und nachweislich unmöglich sie, so hat sie für die biblische Gestalt sowieso keine Bedeutung, denn er steht ja weit oberhalb den Naturgesetzen, die auf alles und jeden im Universum wirkt… auch auf Photonen 🙂 .

    Das dies ein Professor sagt, macht es besonders tragisch.

    1. am Spektrum empfangenen Lichts kann ersehen werden, dass der lange Weg durch den Raum tatsächlich zurückgelegt wurde

    Die Rotverschiebung gilt ja nur für die „schwachen Augen“ der Menschen. Ein Superwesen wie Allah Gott hat bekanntlich ganz andere Augen. Sie können alle Spektren ausblenden und unterliegen völlig anderen Gesetzen. Christliche Logik 😉 .

    2. Die Aufnahmen weit entfernter Galaxien zeigen klar, wie sie sich in Ihrer Gestalt über Jahrmilliarden entwickelt haben (= primitivere Formen als uns näher liegende Galaxien aufweisen)

    Getreu dem Motto: Je näher, desto moderner.
    Auf einer Zeitlinie aufgemalt macht dies selbst für Kinder (!) einen logischen Sinn. Im Jahre 0 gab es Dampf. Im Jahre 10 (Millonen) gab es Steine. Im Jahre 100 (Millionen) verklumpten diese Steine… usw. Zusammen mit Punkt 1., dem Spektrum des Lichts und der Lichtgeschwindigkeit an sich, ergibt dies ein nachprüfbares (!) Bild des uns bekannten Universums. Hier die Augen zu verschließen, die Fotos als „galaktischen Gottesfake“ zu betiteln und die Linse des Hubble-Teleskops als von Engeln verzerrt anzunehmen, kann nicht ernsthaft von einem Kreationisten behauptet werden. „Ungläubige Wissenschaftler“ denken sich keine Wunschgeschichten aus, sie nehmen nur die Daten und interpretieren sie in einer Form, die nicht nur logisch (!) erscheint, sondern mit der auch weitergearbeitet werden kann.
    Spätestens bei der Weiterverarbeitung würde die Theorie über den Wasserschlauch wie auch der nicht erkannten „Zeitlinie“ sehr schnell an ihre Grenzen stoßen 🙂 .

    3. (..) das hohe Alter des Universums und der Erde von Milliarden von Jahren ist schon lange — nicht nur aufgrund astronomischer Beobachtungen — wissenschaftlich genau so sicheres Wissen, wie das Wissen, dass wir nicht auf einer Scheibe, sondern (..) einer Kugel leben!

    Siehe 1. und 2. . Erkenntnisse und Beobachtungen gelten nicht, wenn man sich eine Wundergeschichte (Transitschöpfung des Lichtes, Umbiegung einer Zeitlinie, …) zum Ausgleich dazuerfindet. Dann „gilt“ die Wundergeschichte – ungeprüft und unverifiziert !! – solange, bis ein Wissenschaftler diese Traumgeschichten „widerlegt“. Und solange kein Wissenschaftler den Wasserschlauch widerlegen kann, solange kann ein Herr Gitt auch weiter annehmen, dass es so sein musste.

    Hier wird es mir besonders übel in der Magengegend. Die Wissenschaft muss nicht nachweisen, dass Geschichten stimmen. Es ist eher so, dass die Geschichtenerzähler absolut keinen Nachweis ihrer Thesen vorbringen können. Es existiert in diesem uns bekannten Universum überhaupt keinen Beweis für die Annahme einer „geplanten Schöpfung“. Nirgendswo !

    Seit weit über 2000 Jahren warten Menschen auf den Nachweis. Irgendeinen !
    Doch bis heute existiert sowas nicht. Wir haben die Rotverschiebung, wir haben das Hubble-Teleskop und nun den LHC. Wir haben viele brilliante Gehirne wie S.Hawkins & Co., die sich regelrecht mit dampfenden Köpfen durch alle Theorien und allen Formeln durchkämpfen. Doch bis heute existiert nirgendswo einen Nachweis irgendeiner „Schöpfungsgeschichte“. Weder die Geschichte der Juden, noch die der Moslems, der Japaner, der Chinesen, der Germanen, der Römer, der Griechen oder was auch immer. Absolut gar keine !
    Und es ist nicht die Aufgabe der Wissenschaftler, diese zu „überprüfen“. Die Gläubigen müssen hier was bieten, dass überprüfbar und verifizierbar ist. Und das ist, in der Religion an sich, nicht drinne. Einen nicht nachweisbaren Gott als „Beweis“ einer nachweisbaren „Schöpfung“ vorzulegen, grenzt nicht an Wissenschaftlichkeit, sondern nur an einer schönen Vorstellungskraft und Märchengläubigkeit 🙂 .

    Ich bin übrigens zutiefst überzeugt: wäre die Raumfahrt nie entwickelt worden, würden die fundamentalistischen Christen noch heute viele Artikel darüber veröffentlichen, dass die Erde eine Scheibe ist und keine Kugel, entspricht doch die scheibenförmige Erde dem biblischen Weltbild.

    Vorsicht ! Es war nicht die Kirche, also die Christen & Co., die die Erde als „Scheibe“ sahen… es waren die Griechen 🙂 .
    Kleine Info: http://www.wer-weiss-was.de/theme75/article1636966.html

    Die Christen waren der unumstößlichen Meinung, die Erde sei Mittelpunkt des Universums. Und alles, wirklich alles, drehe sich um ihr. Dafür gingen sie bekanntlich über (viele) Leichen. Da gebe ich Dir recht. Gäbe es nicht das Teleskop, die Mathematik, die Physik und letztenendes die Raumfahrttechnik mit ihren Satelliten, würde man heute immer noch „bibelgerecht“ das Universum als „Erdtrabanten“ ansehen 😀 .
    Und nicht nur das ! Die Hinduisten wären noch immer der Meinung, die Erde ruhe auf dem Rücken einer Schildkröte namens „Vishnu“, einer ihrer Hauptgötter.
    Terry Pratchett hat seine Scheibenwelt auf den Rücken von Elephanten gestellt, die von Schildkröten getragen werden.
    Überraschend ist hier die lahme Schildkröte. Aber aufgrund ihres „biblischen“ Alters gilt sie seit urzeiten als extrem (all)wissend und ist in sehr vielen Kulturen ein Symbol des Alters und des Wissens. Und wer weiss … vielleicht glaubt ja jemand, die Schildkröte sei der Mittelpunkt des Universums und hätte die Erde nur ausgeschissen, auf das sie als kleiner Kothaufen auf ewig um diese kreist ? Gläubige haben sehr sehr viel Phantasie, denen würde ich sowas zutrauen 😉 .

    Es ist die „ungläubige“ Wissenschaft, die uns mit Instrumenten eines besseren belehrt. Hier „glaubt“ man nicht dem Mikroskop oder dem Teleskop, sondern man erforscht das, was man „sieht“. Tja… und dabei kommen eben „gotteslästernde“ Antworten raus. Wenn Christen und andere Gläubige sich „auf Teufel komm raus“ sich gegen das Wissen wehren und wahrlich über Leichen gehen, damit ihr Weltbild weiterhin Bestand behält, so spricht dies für sich. Und hier hat Herr Gitt (leidergottes) die besten Karten, sich mit solchen Aussagen vollends ins Abseits zu bugsieren.

    Wenn ich als Doktor oder Professor der Meinung bin, das Bild von Disney über den Computer – welches sie im Spielfilm „TRON“ dann für jeden „nachprüfbar“ verfilmten sei wahr. Und wenn ich die „Geschichten“ der Wissenschaftler ignoriere, dass im im Computer nur Elektronen hin- und herschwirren. Dann werde ich als Professor der Informatik schnell der Idiotie bezichtigt, da ich dies nicht als Märchen deklariere, sondern als akzeptierbare „Alternative“ zu dem wissenschaftlichem Bild.
    Und hier maßt sich ein Professor und früherer Direktor einer physikalisch-technischen Bundesanstalt an, das „Weltbild“ anderer Wissenschaftler ernsthaft anzuzweifeln und die Evolutionstheorie, wie auch die Entstehungsgeschichte von Lebewesen an sich, frei von der Naturwissenschaft nur mit hilfe von „göttlichen Kräften“ erklären zu können.

    Nein ! Das ist keine Erklärung, das ist nur die Annahme eines Gläubigen. Genauso wie die Trekkies annehmen, dass Teleportation voll und ganz möglich ist und das die Anhänger von Frodo der Meinung sind, dass irgendwo im Morgenland oder in den Minen von Mora irgendwelche Supertrolle auf den einen Ring der Ringe warten 😉 . Ohne Nachweis, ohne Überprüfung und ohne Theorie … ohne Sinn 😉 .

    ABER .. ich lasse mich gerne belehren. Wenn der Herr Gitt oder andere „Kreationisten“ so gnädig wären, und einen eindeutigen Nachweis einer Supernatürlichkeit vorzeigen könnten … tja, dann wäre ich bereit es zu akzeptieren. Aber zur Zeit steht es nicht sehr gut aus, für die Anhänger von Geisterkräften und Göttermagie 😉 .

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  3. Muss zu meiner Schande bekennen, dass ich 18 Jahre lang frommer Christ und davon 17 Jahre Kreationist war.
    Vor fünf Jahren habe ich „dekonvertiert“ und bin seither Atheist.
    Herr Gitt ist seit vielen Jahren ein in der Kreationisten-Community bekannter Autor — auch ich hatte ein paar seiner Bücher gelesen.
    Erinnere mich gut daran, wie ich mich ärgerte, als ich (damals noch ein Frommer) mal in einem seiner Bücher las, wie er versuchte, zu argumentieren, dass Trotz Milliarden Lichtjahre Distanzen das Licht von Gott „in Transit“ erschaffen worden sein könnte — bildhaft gesprochen: Wasser in einem Gartenschlauch braucht den Weg durch den Schlauch nicht zurückzulegen, wenn der Schlauch bereits voller Wasser ist; so wäre das Licht auch sofort bei der „Erschaffung des Lichts“ auf der Erde angekommen, selbst wenn der Weg zur Lichtquelle viele Lichtjahre entfernt ist.

    Was mich schon damals enervierte:
    1. am Spektrum empfangenen Lichts kann ersehen werden, dass der lange Weg durch den Raum tatsächlich zurückgelegt wurde
    2. die Aufnahmen weit entfernter Galaxien zeigen klar, wie sie sich in Ihrer Gestalt über Jahrmilliarden entwickelt haben (= primitivere Formen als uns näher liegende Galaxien aufweisen)

    3. (was ich damals als verblendeter Frommer noch nicht wusste, glaubte ich doch diversen gläubigen „Wissenschaftlern“): das hohe Alter des Universums und der Erde von Milliarden von Jahren ist schon lange — nicht nur aufgrund astronomischer Beobachtungen — wissenschaftlich genau so sicheres Wissen, wie das Wissen, dass wir nicht auf einer Scheibe, sondern (angenähert — nicht, dass mir dann einige Fromme einen Strick daraus drehen möchten 😉 ) einer Kugel leben!

    … es ist eine Tragödie, wenn Menschen, weil sie glauben, dass die Bibel buchstäblich das „Wort Gottes“ ist, ihre Augen vor der realen Welt verschliessen! Kreationismus ist ein trauriges Zeugnis davon!

    P.S. Ich bin übrigens zutiefst überzeugt (Achtung, es folgt kein Witz): wäre die Raumfahrt nie entwickelt worden, würden die fundamentalistischen Christen noch heute viele Artikel darüber veröffentlichen, dass die Erde eine Scheibe ist und keine Kugel, entspricht doch die scheibenförmige Erde dem biblischen Weltbild.

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  4. Ich bin selbst Informatiker und habe deswegen mal Gitts Buch geschenkt bekommen, in dem er „informationswissenschaftlich“ gegen die Evolution argumentiert. Das Buch ist für einen Professor der Informatik wirklich in höchstem Maße peinlich. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass jemand mit dieser Ausbildung den Stuss wirklich und ehrlich selbst glaubt. Ich vermute ja öfters, dass solche Leute die Wahrheit für „die Schäfchen“ ein wenig dekorieren und verbiegen und sich dessen bewusst sind.

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  5. Der Schaden ist um einiges größer als man in Deutschland denkt.
    Ich wurde soeben im Rahmen einer Diskussion auf einem polnischen Blog von einer bibelfesten Christin mit dem Argument erschlagen, dass der Kreationismus als bewiesen zu gelten hat – schließlich haben sogar namhafte deutsche Professoren und Buchautoren (hier kam ein Hinweis auf die Schriften von Gitt) die Evolutionstheorie in Stücke zerrissen und endgültig begraben.

    Angesichts der Tatsache dass anderen Teilnehmern als Referenz nur der unkritische Wiki-Eintrag bleibt, (und den sollte man lesen!!!) bleibt ein übler Nachgeschmack.

    Der Mann ist ein GAU für das internationale Ansehen der deutschen Wissenschaft.

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  6. Harald:

    …mehr als 30 Jahre den Fachbereich Informationstechnologie an der Physikalisch Technischen Bundesanstalt leiten darf? Und dann war er da sogar noch Direktor und Professor…

    Harhar, seit wann geht es denn bei der Besetzung solcher Posten um fachliche Kompetenz. Das sind politische Entscheidungen, da spielen auch Parteibücher eine Rolle. Wer seinen Schöpfer in den Bits von Festplatten sucht und meint gefunden zu haben, verkündet Stuss.
    Den Professoren-Titel hat er als Direktor einer Bundesanstalt automatisch bekommen, da ist nix von Kompetenz.
    Harald du offenbarst eine erstaunliche Naivität.

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  7. @ Stefan
    Ist es nicht erstaunlich, dass jemand, der nur „Stuss und Unsinn“ rauslässt und „null Ahnung“ hat, mehr als 30 Jahre den Fachbereich Informationstechnologie an der Physikalisch Technischen Bundesanstalt leiten darf? Und dann war er da sogar noch Direktor und Professor…
    Hat er vielleicht doch ein bisschen mehr Ahnung als du denkst?

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  8. Ich bin selber Informatiker und was dieser Gitt rauslässt ist einfach nur Stuss und Unsinn. Der Mann hat von Informationswissenschaft einfach null Ahnung!

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  9. Gitt ist wirklich unterhaltsam: ich hab schon vor längerer Zeit ein paar Interviews mit ihm auf YouTube gesehen, in denen er seinen Bullshit ablässt. Jedem denkenden Menschen stellen sich ob seiner haarsträubenden Behauptungen und von logischen Fehlschlüssen geplagten Argumentationen die Zehennägel auf.“

    Stimmt. Gitt ist tatsächlich das, was Kotthaus mal so treffend formuliert hat: Der deutsche „Kettenhund des Kreationismus“. Der macht keinen Hehl daraus, dass er Evolutionsbiologen und Atheisten verabscheut, weil sie Handlanger des Satans sind, und er freut sich klammheimlich, dass sie einst in der Hölle schmoren werden. Was soll man auf eine solches Geistesverirrung noch erwidern?

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  10. Da ist ja selbst der Papst in seinen Ansichten über Darwin ein gutes Stück weiter, indem er meint, dass die Darwin’sche Lehre sich sehr wohl mit der Bibel in Übereinklang bringen liesse ! Dies ist allerdings ein klares, indirektes Eingeständnis, dass in der Bibel eine Menge an Ungereimtheiten zu finden sind. Leider hat der Papst versäumt zu sagen, welches diese Ungereimtheiten sind !?

    Ich meine: Die ehrlichen Antworten auf die Frage nach diesen Ungereimtheiten wären für die christlichen Kirchen echt existenzgefährend. Und exakt aus diesem Grunde werden wir von Seiten des katholischen Klerus vergeblich auf die Beantwortung dieser Fragen warten.

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  11. Gitt ist wirklich unterhaltsam: ich hab schon vor längerer Zeit ein paar Interviews mit ihm auf YouTube gesehen, in denen er seinen Bullshit ablässt. Jedem denkenden Menschen stellen sich ob seiner haarsträubenden Behauptungen und von logischen Fehlschlüssen geplagten Argumentationen die Zehennägel auf. Herr Gitt ist in etwa auf dem Niveau vom „Banana Man“ Ray Comfort … und also unbedingt einen Abstecher wert!

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  12. Es mag sein, dass die scheinbare Unmgölichkeit die Welt als eine Gesamtschöpfung zu verstehen, einem Sündenfall zu verdanken ist.

    Doch die Geschichte wird zeigen, wo dieser Sündenfall zu suchen ist. Wer für den Abfall von natürlicher zeitgemäßer Welterklärung als kausales Schöpfungswerk/lebendiges Wort verantwortlich ist: Ob die naturwissenschaftliche Aufklärung oder ihre buchstabengrechten Gegner, gegen die dann Naturalsiten meinen Sturm laufen und damit Glaube als außerweltlich, abgrenzend und Fortschritt verhindernd verdammen zu müssen.

    Sicher kann der von der Amtstheologie seit der Aufklärung meist gegangene, ebenso rein buch-/schriftgläubige Weg, der dann zwei getrennte Weltsprachen (Glaube und Wissen) völlig unbeteiligt nebeneinander stellt, nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Doch die Verbiegung des Wissens, um alte Gottesbilder zu beweisen, wodurch dann beim Begriff Schöpfung nicht über den natürlichen Lebensfluss, sondern nur nach einen übernatürlichen Zielsetzer… geschaut wird, führt m.E. nur zum Aberglaube.

    Denn wenn die Welt eine Schöpfung ist, muss ihre grenzüberschreitende kreative Betrachtung mit den Gaben der naturwissenschaftlichen Aufklärung schöpferisch gewollt sein. Und wenn die Evolution als umfassende Erklärung allen Ursprunges und Lebens gilt, dann kann nur das die Sprache sein, die am Ursprung des Glaubens als schöpferisches Wort galt.

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