Die Evolution ist unumkehrbar


Quelle:Naturkundemuseum Berlin
Quelle:Naturkundemuseum Berlin

Von Matthias Gräbner – tp

Welche Wege geht die Natur?

Evolution ist nicht zielgerichtet, also hat sie auch keine bestimmte Richtung. Trotzdem kann man fragen, ob sie reversibel ist – nämlich in diesem Sinn: Wenn die Bedingungen, die zur Herausbildung bestimmter Features führen, wieder ihre ursprüngliche Form annehmen – nähert sich die Natur dann ebenfalls wieder ihrem Ausgangszustand?

Die Frage ist nicht nur theoretischer Natur: Der Mensch ist derzeit dabei, die Bedingungen für die meisten Lebewesen auf diesem Planeten recht deutlich zu ändern, inklusive die für seine eigene Art. Gelingt es nun tatsächlich, diese unerwünschten Veränderungen rückgängig zu machen, passt sich das Leben auf der Erde dann problemlos wieder an die Ausgangsbedingungen an? Muss Mutter Natur sich etwas völlig Neues ausdenken, oder kann sie an Altbekanntes anknüpfen?

Beantworten lässt sich diese Frage am besten auf molekularer Ebene. Um ihr historisch beizukommen, fehlen uns nämlich jede Menge Daten. Man könnte zwar Beispiele wie das des Wals heranziehen – immerhin ein Säugetier, das sich ins Meer zurückgezogen hat. Allerdings ist der Walfisch eben kein Fisch, wie Kinder heute schon in der Grundschule lernen. Von Reversibilität kann man hier wirklich nicht sprechen – der Wal ist nur deshalb entstanden, weil die Natur für sie neue Wege gegangen ist.

Und auch sonst konnte die Forschung die Frage bisher nicht beantworten – es sei denn auf die kürzestmögliche Art mit dem Killerargument, dass Evolution immer irreversibel sei, weil es sich um einen historischen Prozess handele. Immerhin gibt der Satz wieder, welche Probleme man dabei hat, den historischen Prozess zu analysieren. Zum einen war es schwer möglich, den Ursprungszustand genau zu definieren. Zum anderen fiel es auch sehr schwer, die zur Evolution führenden Faktoren genauer auf Reversibilität abzutasten, weil man eben diese Faktoren nicht genau kennt.

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