Bonsai-göttliches


Quelle: CHiLLi.cc
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Lesch über sein Gottesbild und warum Pluto unbedingt wieder ein Planet werden muss

CHiLLi: Sie haben mehrmals das Thema Urknall behandelt. Darin haben Sie unter anderem erklärt, dass wir nicht wissen, was vor dem Urknall war, und Raum und Zeit so wie wir sie kennen durch ihn geschaffen wurden. Kann man sich das außerhalb von mathematischen Konstruktionen überhaupt noch vorstellen?
Harald Lesch: Das hat mit Vorstellung überhaupt nichts zu tun. Das ist der blanke Pragmatismus. Diese Urknalltheorie hat eine Reihe von Vorhersagen gemacht, die alle eingetreten sind. Aus diesem Grund sind wir fest davon überzeugt, dass es diesen Big Bang gegeben hat.

CHiLLi: Geschenkt. Raum und Zeit entsteht. Können Sie sich irgendwas darunter vorstellen?
Harald Lesch: Nein.

CHiLLi: Jetzt bin ich beruhigt, denn dann fühle ich mich nicht mehr so phantasielos.
Harald Lesch: (lacht) Ich kann mir ja auch kein Lichtjahr vorstellen. Ich habe einmal einen amerikanischen Astronauten getroffen, Charles Duke von Apollo 16. Den haben wir gefragt, wie viel 400.000 Kilometer sind. Das sind ja nur eins Komma irgendwas Lichtsekunden. Er hat gesagt: „Dreieinhalb Tage“. Das ist ein vernünftiges Maß. 400.000 Kilometer kann sich kein Mensch mehr am Stück vorstellen. Heutzutage hat man mit Google Earth den Glauben, man könne sich die Dimensionen auf der Erde vorstellen, was einfach nur Quatsch ist. Jenseits von ein paar hundert Kilometern, fangen Längen an, völlig zu verschwinden. Da hast du keine Chance mehr. Bei einem Lichtjahr sowieso nicht mehr, das ist astronomisch, aber immer noch ein Witz. Wir haben uns einfach an den Schmerz gewöhnt, das ist alles.

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3 Comments

  1. das Interview ist von Mai 2007. Wieso wird es jetzt im Oktober 2009 hier bekannt gemacht?

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