Pyramidale Energie


(Bild: Luhr)
(Bild: Luhr)

Von Bernd F. HoffmannKölnische Rundschau

Wellness-Messe in Bergisch-Gladbach: Auf drei Etagen boten über 100 Aussteller alles rund um die Themen Gesundheit und Wohlbefinden, gewürzt mit einer kräftigen Prise Esoterik. Im Mittelpunkt dieses „Fest für die Sinne“standen alternative Heilmethoden

Sie ist nicht zu sehen, doch sie ist angeblich überall: die „kosmische Energie“. Der Mensch muss sie nur spüren und „ableiten“. Wie Heinz Grothoff bei den diesjährigen Gesundheits- und Wellnesstagen.

Mit seinen selbst entwickelten „Energiepyramiden“ kann sich der pensionierte Diplom-Ingenieur nach eigener Aussagen durch ein Bergkristallkondensat nämlich täglich mit neuer kosmischer Energie aufladen.

Auch Ehefrau Helga schwört auf die Pyramidenpower. „Wenn ich Obst kaufe, lege ich es direkt unter unsere Hauspyramide, dann bleibt es dreimal so lange frisch“, berichtet Helga Grothoff. Die Energiepyramide für den Hausgebrauch besteht im Prinzip aus drei dünnen Edelmetallstangen. Klein und kompakt passen die possierlichen Pyramidchen praktisch unter jeden Küchentisch, würden aber auch neben der Wohnzimmercouch nicht weiter auffallen. Eigentlich eine recht schlichte Konstruktion, die aber an Grothoffs Stand immerhin 150 Euro kostet. Mit rund 750 Euro wesentlich teurer, aber auch höher, weiter und breiter ist Grothoffs „Energie-Doppelpyramide“. Die Konstruktion, die optisch auch gut ins „Raumschiff Orion“ passen würde, feierte auf der Gesundheitsmesse sogar Premiere. „Dafür habe ich gerade frisch die Patente bekommen“, berichtete der „Radiästhet“. Seine mit drei Metern Standhöhe größte Pyramide empfiehlt Grothoff für große Forstflächen: „Damit kann man Energie gleichmaßig abstrahlen.“

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2 Comments

  1. Es folgt eine dreckige Satire. Anhänger von pyramidialer Energie mögen nun bitte die Augen verschließen oder den zuständigen Pharao um Hilfe bitten. Danke.

    Seine mit drei Metern Standhöhe größte Pyramide empfiehlt Grothoff für große Forstflächen: „Damit kann man Energie gleichmaßig abstrahlen.“

    Ich habe mir dies sofort zu Nutze gemacht !
    Eine 4×4 Meter große Pyramide verschandelt verschönert meinen Garten. An den Schenkeln habe ich stromleitende Drähte befestigt. Dies erlaub es mir, die ionisierte Strahlenenergie das Cheops-Dimension aufzufangen und zur Trennung von Elektronen zu veranlassen. Durch den daraus gewonnenen Strom wird mein Haus, der Computer und der Vibrator meiner Frau gespeist. Bis heute hat sich noch kein Geist darüber beschwert. Auch ist mein Gebet an Isis und Osiris noch ohne Antwort, worin ich um eine Erlaubnis zur Patentierung dieser Energiegewinnung gebeten habe. Möglicherweise wende ich mich an JHWH, da er ja kein himmlisches Rückporto benötigt, sondern seine Engeln zwecks Informationsübermittlung ausnutzt benutzt.

    Gleichzeitig betont Heppekausen, dass die alternative Medizin natürlich die Schulmedizin nicht ersetzen kann. „Wir sehen die alternative Medizin eher ergänzend zur Schulmedizin“, erklärt die Veranstalterin das Konzept.

    Natürlich ersetzt sie keine „Schulmedizin“. Sie hat rein gar nichts damit zu tun ! Wer allabendlich seinen Drucker ableckt und auf einem Bein um den Wohnzimmertisch hüpft, tut genausoviel für die Gesundheit wie ein schamanischer Heilsgesang oder hellklirrende Indianersteine. Sogar noch mehr ! Denn der sportliche Einsatz und die Balancefähigkeit wird durch dieses altägyptisches Götterritual der Tischverehrung noch gestärkt 🙂 .

    Dennoch war es seine eigene Krebserkrankung, die ihn vor über 15 Jahren zum Bau der Pyramiden inspirierte. „Und die halten mich seit 15 Jahren am Leben“, sagt Grothoff.

    Andere schreiben Bücher, fahren auf Kreuzfahrten oder erfüllen sich andere Wünsche. Herr Grothoff baut eben Pyramiden. Jedem sein Hobby. Aber der Nachweis, dass seit 15 Jahren magische Energien unter den Metallgestängen rumwandern, den ist Herr Grothoff der Welt immer noch schuldig. Aber Angst braucht er nicht zu haben. Wenn er diese Energien nachweisen kann, dann winkt ihm garantiert der Nobelpreis der Physik ! Er wäre in einem Atemzug mit Einstein, Kopernikus und Superman genannt werden ! Er wäre der „King of Physics“ und würde mit seinen Pyramiden Billionen bis Trillionen verdienen. Die NASA würde ihm die Füße küssen, damit er Pyramiden in allen Größen und Farben auf dem Mond und auf dem Mars bauen könnte. Die gesammte Weltbevölkerung würde eben zwecks Energiegewinnung auf diese unendliche Energiequelle angewiesen sein !
    Zwar würde er sich den Unmut gewisser Kühlschrankhersteller einziehen, die nun aufgrund von ewig frischem Obst ihre Existenz gefährdet sehen, aber wenn er geschickt Kühlaggregate in den Pyramidenstäben einbaut, würde er auch diese Menschen schnell gewinnen. Er wäre ein GOTT auf dieser Welt !
    … oder er sucht weiterhin auf Esoterik-Messen nach finanzstarken aber geistig geschwächten Käufern, denen er solche tollen Geschichten erzählen kann. Die Wahl at er. Will er ein Meister der Physik sein, oder ein kleiner Quacksalber ?

    Für den täglichen Schluck Energie empfiehlt er übrigens sein „Pyramidenwasser“. Dabei handelt es sich nicht um eine ägyptische Geheimessenz, sondern um 32-prozentigen Schnaps, aber natürlich mit „hochenergitischen“ Zusätzen.

    Hat er schon die Wirkung dieses Pyramidenwassers als Brennstoff für Raketenantriebe getestet ? Diese „hochenergitischen“ Beimischungen könnten auch den „stinknormalen“ Chemiekocktails im Autosprit auf die Sprünge helfen. Ein Benzinkanister Diesel unter einer Pyramide und schon fährt der Wagen 12.000 Kilometer weiter als sonst. Es wäre wirklich interessant sowas zu erforschen. Haben Shell, Aral & Co. vielleicht Pyramidenwissenschaftler in ihren Laboren, die ihre hochgeheimen Benzinzusätze vielleicht damit mit zusätzlicher „Hochenergie“ anreichern ? Fragen über Fragen … 😉 .

    Wer Entspannung vor soviel kosmischen Kanälen suchte, konnte seinen Körper und Geist am Imbissstand mit einer irdischen Frikadelle aufladen – aus garantiert dämonenfreiem Dinkel.

    Und dies zu „humanen“ Preisen. Würde man die Frikadelle in Pyramidenwasser tunken, würde sie zwar besser brennen, aber aufgrund biochemischer Prozesse wäre der hungrige Mensch leider wegen der hohen „Energie“ nicht mehr in einem fahrtauglichem Zustand. Ich wette, jeglicher Atemtest der Polizei würde diese Pyramidenkraft bestätigen … oder den Alkohol drumherum 😛 .

    Auf drei Etagen boten über 100 Aussteller alles rund um die Themen Gesundheit und Wohlbefinden, gewürzt mit einer kräftigen Prise Esoterik.

    Lieber Herr Hoffmann… das war keine kräftige Prise Esoterik. Der Esoterikquatsch war hochkonzentriert 🙂 . Ansonsten wirklich gut geschrieben 🙂 .

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