Erbstreit


Avi Lipkin,Quelle:fortvictorychurch.org
Avi Lipkin, Quelle:fortvictorychurch.org

Das Minarett als Teufelskanzel

Ein antiislamischer Fundamentalist auf Tournee

NZZ Online

Als Redner für die Anti-Minarett-Initiative ist auch der Israeli Avi Lipkin unterwegs. Er warnt vor einem Islam, dessen Gott der Gegenspieler des jüdischen und christlichen Gottes sei.

Zwölfmal tritt Avi Lipkin im Lauf der Abstimmungskampagne auf, und von Wichtrach bis Kreuzlingen füllt er die Säle. Bereits im Juni war er in der Schweiz auf Tournee gewesen. Veranstalter ist der Verein Pro Israel zusammen mit dem Bund aktiver Protestanten, unterstützt von der Eidgenössisch-Demokratischen Union. Als Gründer oder treibende Kraft verbindet der frühere EDU-Nationalrat Werner Scherrer die drei Organisationen. Nachdem er 1973 gegen die Aufhebung antikatholischer Ausnahmeartikel in der Bundesverfassung gekämpft hatte und während er den Juden die «Annahme» von Jesus als Messias «lieb machen» will, stellt er jetzt den Islam als gemeinsame Gefahr ins Zentrum.

Kluft im Monotheismus

Avi Lipkin, 1949 in den USA geboren, 1968 nach Israel gezogen, Major, «internationaler Konferenzredner», von seiner Frau über arabische Medien auf dem Laufenden gehalten, vermittelt etwa folgende Botschaft: Zwischen Judentum und Christentum einerseits und dem Islam anderseits besteht ein geradezu absoluter Gegensatz. Während der jüdische und christliche Gott alle Menschen liebt, hasst Allah sie alle. Der Mahdi, der Messias des Islam, wird die Juden am Samstag und die Christen am Sonntag umbringen, und danach werden sich die Muslime gegenseitig töten. Allah ist also Gottes Antagonist, das heisst der Teufel.

So wird denn auch – immer nach Lipkin – von den Minaretten gerufen, Allah sei «grösser» (grösser als Gott, nicht gross) – was nur der Satan behauptet. Sollen sich dies die Schweizer fünfmal am Tag anhören müssen? Dass Minarette den öffentlichen Gebetsruf nach sich ziehen und dass die Forderung nach Einführung der die Frauen diskriminierenden Scharia folgen wird, ist für Lipkin, wie für die Verfechter der Initiative, selbstverständlich.

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3 Comments

  1. Daß der Gott der Juden, der der Christen und auch der Moslems ist, sollte doch den Monokultisten klar sein. Man kann es ja noch verschmerzen, wenn sie nicht wissen, daß manche Juden sogar ein Götterpaar verehren und ihr Eingott für ein polytheistisches Pantheon steht, was ja gerade jüdischen Schriften belegen, sonst hätte ihr Eingott dort nicht die veschiedensten Namen und würde sogar in der Mehrzahl angerufen werden. In Mekka wurde ja sogar mit dem jüdischen Götterpaar mal kurz experimentiert.

    Daß Mohammed und seine Anhänger zunächst gen Jerusalem und nicht gen Mekka beteten und der Islam auf Grund von solchen Dingen, wie der Diskriminierung von Schweinen und ihres Verzehrs, der Steinigung, die ja auch bei den Juden äußerst beliebt war, eines Propheten und keines Halbgotts als Religionsstifter und anderen, mehr mit dem Judentum gemein hat, als mit dem Christentum, ist für diese Extremisten auch so ein Tabuthema.

    Der ganze organisierte Antiislamismus ist stark evangelikal orientiert und arbeitet mit den gleichen Methoden, Vorurteilen und der gleichen Propaganda. Auf den antiislamistischen Webseiten findet man ja regelmäßig Angriffe auf den Atheismus, aufgeklärte oder liberale Religiösität und selbst Christen, die das alte Testament nicht ernst nehmen, zieren die Feindesliste dieser Menschen. Dann machen die europäischen Ableger von selbst in Israel verbotenen Organisationen auch noch auf diesen Seiten Werbung.

    Die Ablehnung des Islams dient dazu Israels Existenz zu rechtfertigen, seine fragwürdige Außenpolitik zu rechtfertigen, zu verbergen, daß Israel und seine Nachbarn sich stellvertretend für die USA und die SU an die Gurgel gingen, und diese Gier mancher Israeli nach einem Großisrael zu befriedigen und sich als Großmacht im nahen Osten aufzuführen und trotz Kriegsverbrechen immer noch stolz behaupten zu können ihre Armee bestünde nur aus Heiligen. Die rechten Christen, besonders jene der religiösen Rechten aus den USA, haben ihren Todfeind, können mit Kreuzrittercomics gegen ihr Feindbild hetzen und die Geschichte der Kreuzzüge umschreiben und missbrauchen, samt der Propaganda beider Kriegsparteien. Das vermischt man dann noch mit einer barbarischen Haltung, die man als rechten Konservatismus bezeichnet, und ein wenig Hetze gegen alles, was man als links diffamieren möchte. Der Aniislamismus meint mit einer Überbewertung des Judentums und der Juden seine Bösartigkeit verstecken zu können. Islamisten und Antiislamisten sind sich so ähnlich, nur weil die Antiislamisten noch keine Anschläge planen und nur auf die Volksverdummung setzen, sind sie nicht ungefährlicher.
    Was ich immer nicht verstehen kann, wie Atheisten sich dieser Idiotie anschließen können, obgleich sie regelmäßig Schläge beziehen und regelmäßig mit den Hardcorechristen aneinander geraten und sehen sollten, daß diese Organisationen einfach wider allem sind, was ein vernünftiger Mensch anstrebt und die Vernunft bemüht man ja gerade als Atheist und daß die Haßtiraden nicht besser sind als die Mythen aus der Bibel, scheint denen auch abzugehen.

    Minarette sind nicht schlimmer als Kirchenglocken und beides sind überflüssige kultische Relikte, die ihren Platz verloren haben und nur in Ausnahmefällen eine Funktion haben dürfen, der Glockenterror, den man hier da noch zu ertragen hat, ist schon nervig genug.

    Religion ist nicht Ursache aller Probleme, sondern eine hervorragende Ausrede sich wie ein Monster zu benehmen und ohne schlechtes Gewissen zu morden, zu lügen, zu manipulieren und zu betrügen und seinen Feind jede Menschlichkeit in Abrede zu stellen und jede Untat gegen sie in einen Einsatz für das Gute zu verwandeln.

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  2. Wo finde ich die Daten/Oertlichkeiten der Referate von Avi Lipkin, der sich gegen die Minarette (also für die Unterstützung der momentanen Abstimmung gegen den Bau von Minaretten) stark macht?
    Besten Dank und
    freundliche Grüsse
    Portmann

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  3. Er warnt vor einem Islam, dessen Gott der Gegenspieler des jüdischen und christlichen Gottes sei. (..) Nachdem er 1973 gegen die Aufhebung antikatholischer Ausnahmeartikel in der Bundesverfassung gekämpft hatte und während er den Juden die «Annahme» von Jesus als Messias «lieb machen» will, stellt er jetzt den Islam als gemeinsame Gefahr ins Zentrum.

    Nur zur kleinen Info: Der „Gott“ der Moslems ist exakt der selbe Monarch wie der der Christen und der Juden. Der Unterschied liegt einzigst und allein in der „Überlieferung“. Die Juden behaupten, sie hätten die erste, die unverfälschte, Schrift. Die Christen wollen vor runden 2000 Jahren einen Messias erkannt haben, eine Erfüllung der Offenbarung aus der jüdischen Bibel. Und somit sei dann die Lehre zu einem „JHWH-Update 1.1“ verbessert worden. Es ist der selbe Gott, aber die „neuen“ Richtlinien sind nun modern. Und zuletzt, als „aktuellstes Update 1.2“ kamen die Moslems. Ihr „Messias“ Mohammed soll vom JHWH-Gott – von ihnen „Allah“ genannt – die letzte, ultimative und „richtigste“ Glaubensschrift erhalten haben.

    Ein Gott, drei Texte, hunderte von Splittergruppen, tausende von unterschiedlichsten Strömungen, keinen Sinn.
    Dies spiegelt sich nun im Streit um die Minarettendinger wider. Rein theoretisch hätten die Juden die Aufgabe, mit hilfe der „Urbibel“, dem erstem Wort Gottes, eine Richtung vorzugeben. Doch die Moslems erlauben sich zu sagen, sie hätten die modernste und damit aktuellste Schrift. Das geht aber in den Augen der Christen überhaupt nicht, schließlich sind wir eine christlich erzogene Familie mit christlichen Werten. Und hier hätte eben das Christentum was zu sagen.

    Mein bescheidener Lösungsvorschlag: Das Baurecht sollte hier den Ton vorgeben. „Verschandelt“ so ein Gebilde die Landschaft (z.Bsp. wie eine 30 Meter hohe Windkraftanlage im Schrebergarten), so muss man eben die Arschbacken zusammenkneifen und eben nur im heimatländischem Urlaum die Dinger anbeten und küssen. Die Christen müssen ja auch unsägliche Schmerzen und Leid ertragen, weil der Petersplatz nicht auf der Domplatte in Köln nachgebaut werden darf 😉 .

    Ausserdem haben wir Breitbandanschlüsse. Minaretten mit 3D-Brillen anschauen und in den VR-Moscheen rumbeten soviel man will, ist keine Szene aus irgendeinem Zukunftsfilm mehr, sondern ganz normaler Wahnsinn Alltag im Flash-Internet. Sogar simple Hotels werben mit 360-Grad Ansichten ihrer Zimmer. Also liebe Gläubige des Islams… geht es mal schief, dann bastelt euch doch eine HQ-Version einer Moschee zusammen, nimmt die Gebete auf Youtube auf bzw. gründet ein eigenes Islamtube und lebt euren Glauben im privatem aus. Vielleicht wird dann sowas wie eine islamische Version von Second Life daraus ? Im 21stem Jahrhundert, wo wir unsere wochenendliche Besäufnisse per Mausklick in nur 2 Sekunden nach Russland (und zurück) schicken können, dürfte dies doch kein Problem mehr sein. Ihr habt sicherlich irgendwo noch ein paar Webdesigner versteckt. Schämt euch nicht für euren (digitalen) Glauben. Die Christen haben noch viel merkwürdigeres auf die Beine gestellt … das könnt ihr besser.
    Oder spielt die beleidigte Leberwurst, zeigt mit dem Finger auf die Religionsfreiheit und geht vor Gericht. Dann allerdings besteht die Möglichkeit, dass sich ungläubige Mitbürger durch die baulichen Maßnahmen belästigt fühlen könnten und ihrerseits mit dem Finger auf die Gesetze zeigen und vor Gericht ziehen. Sehr zum Unwollen des gemeinsamen, des sozialen und friedlichen, Lebens in Deutschland.

    Zwischen Judentum und Christentum einerseits und dem Islam anderseits besteht ein geradezu absoluter Gegensatz. Während der jüdische und christliche Gott alle Menschen liebt, hasst Allah sie alle.

    Wie gesagt … sehr merkwürdig. Vorher liebt er sie alle, tötet allerdings über 2 Millionen (!!) Menschen im Testament. Anscheinend wohl aus übermäßiger Liebe. Dann kommen die Moslems und wollen noch die restlichen Menschen töten. Sicher ! Wo niemand ist, da ist der Glaube besonders groß 🙂 . Ich glaube, hier ist etwas aus dem Ruder gelaufen… die Logik 😉 .

    Der Mahdi, der Messias des Islam, wird die Juden am Samstag und die Christen am Sonntag umbringen, und danach werden sich die Muslime gegenseitig töten. Allah ist also Gottes Antagonist, das heisst der Teufel.

    So what ? Die abgedrehten monotheistischen Mega-Religionen haben doch alle ihre ureigene Form des Armageddons niedergeschrieben ! Wenn sich bei unserem „menschenfreundlichen“ Gott am Ende aller Tage die Himmel rot färben, Feuer runterregnet und alles Leben vernichtet, weshalb soll dann dies so hervorragend und toll sein im Gegensatz zu dem Mahdi-Massenmörder Glauben ? Hier haben die Religionen allesammt den selben großen Riss in der Schüssel !

    Für eine Religion der Liebe, der Vernunft, der Zukunft, der Weisheit und des Lebens würde man den Menschen – die Kinder seiner Liebe – Hoffnung auf eine bessere Welt machen.

    Oh ! Halt ! Das geschieht ja ! Nur erscheint diese Welt erst dann, wenn erstmal alles im gigantischem Götterkrieg vernichtet wurde. Und je dreckiger, blutiger und unmoralischer, desto besser.

    Die JHWH-Anhänger lassend dies von Gotteskriegern erledigen, die unter der Führung des Messias (=Jesus der Christen) die „letzte Schlacht auf Erden“ ausüben. Mord und Totschlag… in Gottes Namen !
    Bei den Muslimen kommt der Mahdi (=Messias) und tötet in einer „letzten Schlacht“ alle Menschen auf Erden, auf das die Auserwählten, also die die an Jesus Mohammed glauben, in das gelobte Paradies gelangen.

    Da gibt es gar keinen Unterschied. Die Geisteranbeter wollen alle erstmal das große Reinemachen mit Blut, bevor das Paradies kommen kann. Wozu also gegen Muslime hetzen, wenn der eigene Glaube nicht gerade viel besser ist ? 😉 .

    Dass Minarette den öffentlichen Gebetsruf nach sich ziehen und dass die Forderung nach Einführung der die Frauen diskriminierenden Scharia folgen wird, ist für Lipkin, wie für die Verfechter der Initiative, selbstverständlich.

    Die Schweiz ist kein Scharia-Land. Einfach ein Gesetz erlassen, auf das die „laute Bekanntmachung“ einer Religion nicht erlaubt sei. Aber … natürlich auch die Kirchen mit einbeziehen ! Wir wollen ja keine Religionsbevormundung zu hören bekommen, gelle ? 😉 . Und keine Angst… auch ohne lautes Bimn-Bamm oder Ayaaayaaayaaah werden die Gläubigen den Weg zum Religionshaus finden. Frisöre, Bäcker und Anwälte haben bis heute ja ebenfalls ohne Lautsprecher und riesigen Glocken überleben können… das schaffen die Gotteshäuser ebenfalls. Zumindest wenn JHWH/Allah dies auch selbst will 😉 .

    Wenn ihr den Islam nicht verbietet, werden sie (die Muslime) euch verbieten.

    In einem muslimisch-geführtem Land… ja. Die Schweiz aber untersteht soweit ich weis nicht der Sharia. Oder habe ich da mal was verpasst ? 😉 .

    Er erwähnte die Anzeige, erinnerte gleich an die Ermordung des niederländischen Filmregisseurs Theo van Gogh durch einen Islamisten und kritisierte, dass die Meinungsäusserungsfreiheit einseitig sei.

    Und ? Soll ich nun etwa an George Tiller, dem Atreibungsarzt erinnern, der von einem gläubigen Christen vor einer Kirche kaltblütig erschossen wurde ? Als Konsequenz war dabei aber das Verbot der Ausübung christlicher Religionsrituale nirgendwo zu hören. Merkwürdig, diese einseitige Meinungsäusserungsfreiheit 😉 .

    Diese (schweizer) Händefalter sind schon ein lustiges Völkchen. Die Löcher finden sich anscheinend nicht nur im Käse, sondern auch an gewissen Orten zwischen den Ohren 😉

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