Merkels Kabinett-Artistik

Wie die Kohl-Elevin Merkel es geschafft hat, ihren voraussichtlich schärfsten Konkurrenten um die nächste Kanzler-Kandidatur auszutricksen, macht durchaus grinsen. Karl Theodor zu Guttenberg ausgerechnet auf den undankbarsten Posten im BundesKarussell verfrachtet zu haben, als künftiger BundesMilitärMinister, das ist schon ein Ding! Weiterlesen „Merkels Kabinett-Artistik“

Polizei-Aufstockung in Afghanistan absurd

Wie aktuell bekannt wurde, ist die Nachfrage der Afghanen nach einer Ausbildung zum einheimischen Polizisten vollends zusammengebrochen. Die derzeit hochgehaltenen Pläne der NATO, möglichst schnell fast 70.000 zusätzliche Polizisten zu haben, sind damit Makulatur. Dass die zuständigen EU-Strategen darauf drängen, erheblich mehr Polizei-Ausbilder ins Land zu schicken, erübrigt sich eigentlich als zunehmend absurd. Weiterlesen „Polizei-Aufstockung in Afghanistan absurd“

Ein offener Brief an Klaus Martens und Frank Plasberg

The great pink bullshit

EsoFee

Herr Martens, Herr Plasberg,

Millionen leiden an Neurodermitis: Ausschnitt aus der Reportage «Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern». Bild: ARD
Millionen leiden an Neurodermitis: Ausschnitt aus der Reportage «Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern». Bild: ARD

Sie erreichten und erreichen Millionen mit Ihrer journalistischen Arbeit. Sie nehmen für sich in Anspruch, kritische Journalisten zu sein, die Missstände aufdecken und auch harte Wahrheiten öffentlich machen. Aber Sie sind nicht nur Journalisten, sondern Journalisten im öffentlich-rechtlichen Raum, der bei der Bevölkerung besonderes Vertrauen genießt.

In der letzten Woche haben Sie – wissentlich oder unwissentlich – diese Öffentlichkeit in die Irre geführt, indem Sie vielen Kranken und ihren Angehörigen eine zumindest im behaupteten Ausmaß unberechtigte Hoffnung auf Heilung gemacht haben. Sie haben so einseitig positiv und so überzeugt ein Mittel als „Medikament“, als „Heilmittel“ vorgestellt, dass Ihnen viele Menschen geglaubt haben. Dieses Mittel heißt Regividerm und es ist überaus zweifelhaft, dass es nur einen Bruchteil der Erwartungen hält, die Sie geweckt haben. Diese Menschen, deren Hoffnungen auf Heilung Sie hervorgerufen haben, werden in nicht unerheblicher Zahl Creme und Buch kaufen.

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Exzellent dank „inter“ und „trans“

Quelle: Bildarchiv Universität Konstanz
Quelle: Bildarchiv Universität Konstanz

Prof. Axel Meyer, Ph.,D., Evolutionsbiologe, Zoologe Universität Konstanz

Die Exzellenzinitiative der Bundesregierung hat einen echten Ruck durch die Behörden gehen lassen, die sich Universitäten nennen. Es ging zwar „nur“ um zwei Milliarden Euro über fünf Jahre, im Vergleich zum Bankenrettungsprogramm wirklich Peanuts, aber es zeigte Wirkung. Plötzlich redeten Kollegen miteinander, die sich vorher nicht einmal vom Namen her kannten, geschweige
denn wussten, woran der andere forscht.

Denn in der Exzellenzinitiative waren vor allem Forschungsverbünde, neudeutsch „graduate schools“ und „excellence cluster“, gefragt, die vorgeben, „inter-“ oder noch besser „transdisziplinär“ zu sein. Nur so hatten die Universitäten Chancen auf neues Geld. International bekannte Forscher allein genügten nicht.

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Evolutionsmedizin

Genetische Eigenschaften, die für unsere Vorfahren lebensnotwendig waren, bereiten uns heute Probleme © dpa
Genetische Eigenschaften, die für unsere Vorfahren lebensnotwendig waren, bereiten uns heute Probleme © dpa

Durch den Geburtskanal in die Praxis

Von Joachim Müller-JungFAZ.NET

Wenn es um die „globale Gesundheit“ geht und entsprechend um große Lösungen in Medizin und Gesundheitspolitik, wie es auf der Agenda des ersten „World Health Summit“ der vergangenen Woche in Berlin zu lesen war, dann rechnet man nicht unbedingt damit, auf Namen wie Charles Darwin, Ernst Mayr, Niko Tindbergen oder George Williams zu stoßen.

Die vier Biologen haben sich ihre Meriten in der Evolutionsforschung verdient, aber in den Medizinlehrbüchern haben sie kaum Spuren hinterlassen. Genau das zu ändern hat sich Randolph Nesse zum Ziel gesetzt. Der amerikanische Psychiater von der University of Michigan in Ann Arbor hat 1991 mit Williams einen Grundsatzartikel unter dem Titel „Anbruch einer Darwinistischen Medizin“ verfasst und ist seither bemüht, die alten Ideen zusammen mit den neuen Methoden der Evolutionsbiologie zur Grundlage einer modernen Disziplin – der Evolutionsmedizin – zu machen. Ein Ziel, dem Nesse mit der Berücksichtigung auf dem Weltgesundheitsgipfel ein gutes Stück näher gekommen zu sein scheint.

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