„Religionsstifter der Moderne“


Quelle: goethe.de
Quelle: Goethe.de

Goethe-Institut

Die Moderne ist nicht anti-religiös, sondern selbst religiös äußerst produktiv. So könnte man die zentrale These des Sammelbandes von Alf Christophersen und Friedemann Voigt über „Religionsstifter der Moderne“ zusammenfassen. In diesem Sinne erscheinen dann auch Karl Marx oder Le Corbusier als Religionsstifter.

Religion und Moderne sind nicht einfach Gegensätze. Religionen reagieren auf Religionskritik und Säkularisierung mit eigenen Modellen der Modernisierung. Sogar der Fundamentalismus ist eine solche Reaktion und vormodern nicht vorstellbar. Andererseits entwickelt die Moderne selbst neue Formen und Inhalte von Religiosität abseits von oder quer zu den traditionellen Religionen: Kulte, Gläubigkeiten, ideelle Anhängerschaft und Vergemeinschaftung lauten hier die Zauberworte.

Diesem komplexen Prozess der Umgestaltung und Neuerfindung des Religiösen gehen die 23 Autoren des Buchs nicht in abstrakten sozialwissenschaftlichen Analysen, sondern in Personenporträts nach. Überwiegend von Theologen und Historikern verfasst, macht dieser individuelle Zugang die Lektüre nicht nur für Fachleute fruchtbar.

Kein Guru oder Sektenführer

Der Buchtitel indes kann den Leser leicht in die Irre führen: Gründer moderner Religionsgemeinschaften behandelt es nämlich gerade nicht. Kein einziger Guru, Sektenführer oder Gemeindegründer ist hier aufgeführt. Stattdessen finden sich christliche Theologen und Religionsfunktionäre wie Friedrich Schleiermacher, Adolf von Harnack, Karl Barth oder Johannes Paul II. sowie Philosophen wie Hegel, Marx und Nietzsche. Der Komponist Richard Wagne wie der Architekt Le Corbusier oder der Arzt Andreas Grünzig. Hinzu kommen noch einige weitere einflussreiche Intellektuelle sehr unterschiedlicher Art wie Theodor Herzl, Sigmund Freud und Stefan George.

Eingerahmt wird das Buch von Beiträgen zur US-amerikanischen civil religion – dem Konglomerat jener religiösen Überzeugungen also, auf die sich die weißen Einwanderer über Konfessionsgrenzen hinweg weitgehend verständigt haben: namentlich von den Puritanern, Thomas Jefferson sowie dem Soziologen und Propagandisten heutiger amerikanischer liberaler Zivilreligion, Robert N. Belah. Dadurch erhält das Buch einen deutlichen Akzent auf der kritischen Auseinandersetzung mit der politischen Funktion von Religion in der Moderne.

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5 Comments

  1. Die Religionen wurden fast nur von psychisch Kranken ins Leben gerufen wie John Smith/Mormonen, Charles T. Russell/Zeugen Jehovas, Joseph Kibwetere/Uganda, Ron Hubbard/Scientologen, Jim Jones/Guyana, Paul Schäfer/Chile, John Bate Cardale/Neuapostel und andere. Diese Prediger haben eine Kindheit mit Lieblosigkeit, Gewalt und Missachtung erlebt, können Wunder vollbringen oder halten sich für unsterblich. John Smith übersetzt ohne Sprachkenntnis ägyptische Dokumente zur Bibel, Hieronymus schreibt fast ohne Hebräisch Kenntnisse die Vulgata, die Neue-Welt-Bibel der Zeugen Jehovas übersetzen Fred Franz, Nathan Knorr, Albert Schröder, George Gangas und Milton Henschel ohne Kenntnis in Hebräisch und etwas in Altgriechisch. Obwohl diese Übersetzer die Originaltexte nicht verstehen sind ihre Überzetzungen absolut wahr.

    Im religiös-sozialen Wettbewerb ist Prestigeverlust schlimmer als jeder Ressourcenmangel, Gruppeninteressen werden über jede Moral gestellt und mit Lügen und Fälschungen verteidigt. Als Ausdruck psychischer Störungen ist es Gott gefällig Menschen zu steinigen, zu versklaven, zu rösten, zu vergewaltigen, denn Angst diszipliniert jede Gemeinschaft. Der Gott im AT der Bibel ist soziopathisch pervers und paranoid als Zeichen seiner Allmacht, was in Genoziden und Ethnoziden endet. Anliegen wie etwa Nächstenliebe sind nur eine billige Maskerade, im Kern geht es um Macht, Geld und Egozentrik gepaart mit Dummheit.

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