„Typo3“ und der Jesus Code


Mit "Typo3" hat Kasper Skårhøj ein Programm entwickelt, dass zahlreiche Firmen und Organisationen einsetzen. Quelle: pro
Mit "Typo3" hat Kasper Skårhøj ein Programm entwickelt, dass zahlreiche Firmen und Organisationen einsetzen. Quelle: pro

pro Medienmagazin

Hunderttausende Webseiten auf der Welt werden mit einer Software programmiert, die der Däne Kasper Skårhøj kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Große Firmen, Einzelpersonen oder Online-Zeitungen benutzen das Content-Management-System „Typo3“. Dass es gratis ist hat einen besonderen Hintergrund: Kasper Skårhøj ist gläubiger Christ, und er will Gott dienen, anstatt reich zu werden. pro-Redakteur Jörn Schumacher hat in Kopenhagen mit ihm gesprochen.

Eigentlich gehört er zu den Großen des Internets. Er hat zwar nicht „Google“ erfunden, aber eine Software, mit der unzählige Webseiten erstellt werden. Der 35-Jährige Kasper Skårhøj erfand das Content-Management-System Typo3. Allerdings verlangt er dafür kein Geld, sondern stellt es unter der „General Public License“ zur freien Verfügung. Das bedeutet, dass sie jeder Programmierer bei Bedarf selbst abändern darf. Sogar eine kommerzielle Nutzung ist erlaubt. Große deutsche Firmen wie DHL, Volkswagen, 3M, Europcar oder Lufthansa nutzen Typo3. Vor allem die Deutschen lieben das System und seinen Entwickler aus Dänemark, in seinem Heimatland ist der Internet-Pionier weitaus weniger bekannt.

Warum stellte Skårhøj Typo3 gratis ins Netz? Auf seiner Webseite erklärt er: „Mein christlicher Glaube sagt mir zwei Dinge: 1. Materialismus hat keinen bleibenden Wert. 2. Alles, was meine Kreativität hervorbringen kann, hat zum Ziel, Gott zu verherrlichen, denn er hat mir mein Talent gegeben. Für mich bedeutet das, dass ich mein Bestes der Welt in Form von ‚Typo3‘ gebe.“ Nicht nur auf der Webseite typo3.org findet sich ein eindeutiges Bekenntnis des Erfinders zum Glauben an Jesus Christus, auch in der Software selbst hat er es versteckt: Das Master-Passwort zum Freischalten ist eine Bibelstelle: Johannes 3,16. Auf seinen christlichen Text habe er auch schon einige Reaktionen bekommen: „Drei negative E-Mails, und 500 mehr oder weniger positive.“

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6 Comments

  1. @serive

    Nun, Mathematik gibt natuerlich keine verbindlichen Aussagen ueber wirklich neue Erkenntnisse, sie aber eine Methode auf diese hinzuarbeiten.

    Unsere Modelle der Realitaet werden in der Sprache der Mathematik beschrieben, es ist deshalb zulaessig durch mathematische Deduktion neue Erkenntnisse zu gelangen, nur muessen diese wiederum durch Beobachtung bestaetigt werden. Normalerweise lernt man aber schon auf der Schule, dass eben nicht jede Loesung einer Gleichnung, die ein physikalisches Phemomen beschreibt in der Realitaet existieren kann.

    Ich mag nicht persoenlich werden, aber die meisten von denen ich solche Kritik hoere, hatten schon auf der Oberstufe Probleme mit dem Mathematikunterricht.

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  2. Wissenschaft und die Entdeckung neuer Prinzipien kommen nicht aus der Mathematik. Man kann keine wissenschaftliche Entdeckung durch Mathematik machen.Durch Mathematik kann etwas gezeigt werden, aber es können keine Entdeckungen damit gemacht werden. Wenn wir die ergibigsten Erzvorkommen aufgebraucht haben, müssen neue Vorkommen erschlossen werden. Wie erreciht man dies? Einzig dadurch, dass man die technologischen Möglichkeiten anhebt. Dies wird nicht durch Mathematik erreicht, dazu braucht es andere Wissenschaften. Wissenschaftliche Resultate können mit Mathematik gezählt werden, aber es ist nicht die Mathematik welche die neuen Erkenntnisse entdeckt.

    Dazu benötigt es Vorstellungskraft! Diese ist der klassischen Dichtung und der großen klassischen Kunst inherent. Einstein konnte zum Beispiel auch Geige spielen. Seine Kreativität war mit seiner Geige verbunden. Weit davon entfernt ein grosser Geidger zu sein, konnte er wenigstens gut Geige spiele, was ihn inspierte.

    Das Problem unserer heutigen Kultur ist, zwischen sogenannter ,Wissenschaft’ und ,Kunst’ zu unterscheiden. Einen solchen Unterschied gibt es nicht!… Es sollte wie früher wieder ganz natürlich sein, daß jeder fähige Wissenschaftler auch ein fähiger Musiker oder etwas anderes dieser Art ist! Denn in den klassischen Formen der Kunst äußert sich die eigentliche Kreativität des menschlichen Geistes! Die Mathematik ist lediglich das, womit man hinterher aufräumt.

    Deshalb brauchen wir eine klassische kulturelle Orientierung, d.h. eine Orientierung an der menschlichen Seele, denn dort ist diese angesiedelt. Die menschliche Seele, die den Menschen von den Tieren unterscheidet, ist der Ort, an dem die Kreativität lebt. Und die Kreativität – das, was wir klassische Kreativität nennen – war schon immer die Grundlage aller Errungenschaften der Menschheit. Durch das, was die klassische Komposition in der Kunst ausdrückt, äußert sich die Liebe zur Menschheit. Sie äußert sich in der Leidenschaft der Kreativität, denn der Mensch ist seinem Wesen nach kreativ. Und wenn der Mensch nicht kreativ ist, dann ist er auch nicht wirklich menschlich, nicht moralisch. Deshalb brauchen wir die Einheit von Wissenschaft, Kreativität, Produktion und Fortschritt. Und das hat man uns weggenommen

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  3. Religiöse Wahnsysteme produzieren eben nicht nur negative Ergebnisse für den Einzelnen oder für die Allgemeinheit, sonst hätte die Evolution den Glauben schon längst aussortiert. Einige zufalls- bzw. situationsbedingte positive Resultate plus etwas selektive Wahrnehmung genügen und schon hat der Gläubige eine Generalrechtfertigung für sein Bekenntnis. Da religiöse Geister meist Angst haben, alle(!) Dogmen und Auswirkungen ihres Glaubens konsequent zu durchdenken, ist eine sinnvolle Diskussion mit ihnen so schwierig.

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  4. Kein schlechtes Geschäftsmodell: was halbwegs brauchbares kostenlos ins Netz stellen und dann von Consulting und vom Zurechtschneidern des Programms leben… Also die Grundlagen seiner Existenz hat er sich doch inn den gottlosen Workaholic-Jahren erarbeitet 🙂
    Ist Linus/x auch so fromm?

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  5. Der Glaube, den der Typo3 Erfinder, zumindest nach der Schildernung im Artikel, von sich gibt, mag etwas kreationistisch kindlich sein.

    Doch seine Verhaltensweise entspricht m.E. dem eigentlichen“Jesus Code“ einer kreativen=schöpferischen Vernünftigkeit/Logik, die nicht ein neuplantonisch-philosophisches Ideal bleibt, das sich aus den Prinzipien des natürlichen Werdens ableitet ohne Wirkung zu entfalten, sondern über den kurzfristen Eigennutz im Sinne nach dem Sinn des Ganzen fragt. Damit das gegebene kreative, geistige Vermögen im Sinne der Gesamtheit (Kreativität=Schöpfung) verwenden will: der Kreativiät verant-wort-et.

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