Jesus, die Königin des Himmels


Jo Clifford im Werbeposter für „Jesus, Queen of Heaven“

Christen protestieren gegen transsexuellen Jesus

queer.de

In Schottland protestieren Katholiken und Evangelikale gegen ein Theaterstück, in dem Jesus eine Geschlechtsanpassung vornehmen will. Transsexuelle bezeichneten die Christen generell als „Perverse“.

Das Stück „Jesus, Queen of Heaven“ findet im Rahmen des schwul-lesbisch-transsexuellen Glasgay-Kulturfestivals in Glasgow statt. Zum Premierenabend am Montag haben rund 300 Christen vor dem Theater eine Demonstration abgehalten. Sie hielten dabei Transparente mit der Aufschrift: „Jesus, König der Könige, nicht Königin des Himmels“ und „Gott: Mein Sohn ist kein Perverser“.
Die transsexuelle Autorin Jo Clifford, die auch die Hauptrolle im Stück übernimmt, zeigte sich schockiert über die Proteste; insbesondere darüber, dass die christlichen Demonstranten Transsexuelle offenbar grundsätzlich als pervers betrachten: „Das hat mich sehr traurig gemacht, weil dahinter nichts als Vorurteile stecken“, so Clifford gegenüber der Londoner Tageszeitung „Times“. „Die dachten wohl, da passieren ganz furchtbare Dinge auf der Bühne“.

Im Stück wird darüber spekuliert, wie Jesus als transsexuelle Frau auf der Erde erscheinen würde. „Ich habe das Stück einigen Priestern gezeigt und sie haben gesagt, es ist durchaus mit der Bibel in Einklang zu bringen“, so Clifford weiter. Der Jesus des Stückes sei eine Frau, die keine Vorurteile gegen Miderheiten hege – anders als etwa die etablierten Kirchen. Clifford selbst hatte 2002 im Alter von 50 Jahren ihr Coming-out als Transsexuelle. Die neu gewonnen Erfahrungen wolle sie in Theaterstücken ausdrücken, erklärte Clifford.

Das evangelikale Christian Institute bleibt jedoch bei seiner strikten Ablehnung des Stückes und kritisiert, dass die Stadt Glasgow das Festivals finanziell unterstützt hat. „Das beweist wieder einmal, dass Steuergelder dazu benutzt werden, christliche Werte anzugreifen“, erklärt die Lobby-Gruppe. Die katholische Kirche bezeichnete das Stück in einer Pressemitteilung als „Provokation“. (dk)

5 Comments

  1. Ich stelle mir vor, welche Augen die Verfasser des Kanon bzw. Väter der Kirche machen würden, die nachweislich die schöpferische Vernunft/den Logos (mit dem der griechische Monismus das logische Werden auf einen Begriff brachte, Heute sagen wir Selbstorganisation, reden über universale Prnzipien der Evolution) in kultgerechter menschlicher Gestalt begreiflich vermttelte, denken würden, wenn sie so ein Stück sähen.

    Würden sich biegen vor Lachen oder traurig sein, was aus ihren damals notwendigen Kultbilder geworden ist.´

    Spätestens wenn Sie sehen würden, wie selbst naturalistische Bildungsbürger des 3. Jahrtausend, die in Natur des Zweifels schreiben, den völlig vermenschlichten Bildern verfallen sind, mit denen eine Weisheit/Vernunft allen natürlichen Werdens nicht als neuer Gott, sondern als menschlich offenbarer kreativer=schöpferischer Vernunftsinnes/Logos zum Ausdruck gebracht wurde, würden sie an der Richtigkeit ihrer bildhaften Arbeit zweifeln.

    Und doch scheint es damals der notwendige Weg gewesen zu sein. Besser als alle bedeutungsbleibende philosophische Ideen bzw. Ideologien. Und auch abstrakte Lehren, die in antiker Bildung, die nicht nur in Alexandrien zur Zeitenwende nachzulesen sind. Wo die damals denkend erfasste Weisheit/Vernunft allen kreativen Lebensflusses bzw. die ewigen und universalen Prinzipien des Werdens als Gottessohn (statt Göttergestalten und menschliche Mittler kosmischer Ordnung) beschrieben wurden.

    Jesus (die menschliche Gestalt der Vernunft, die in Anknüfung an Josuas allegorisch verstandene Befreiung oder an Jesus Sirach, der Verfechter kosmsicher Weisheit war, den Namen Jesus erhielt. Selbst die Namens-Diskussion ist heute nachzulesen.) scheint halt doch ein mehr als echt transsexuelles Wesen zu sein. In diesem Sinne wären die damaligen Denker wahrscheinlich auch für die Provokation dankbar. Vielleicht regt sich doch mal der Geist des Zweifels über Banalitäten hinaus.

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  2. Kirche versteht:
    „Das beweist wieder einmal, dass Steuergelder dazu benutzt werden, christliche Werte anzugreifen“

    Tatsächliche Aussage:
    „Der Jesus des Stückes sei eine Frau, die keine Vorurteile gegen Minderheiten hege – anders als etwa die etablierten Kirchen.“

    Da stehen sich zwei Aussagen gegenüber.

    Aufgabe: Welche Aussage ist „christlich“ im ehrbaren Sinn?

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