Atheismus steht!


Der Mauerfall 1989 (Bild: AP Archiv)
Der Mauerfall 1989 (Bild: AP Archiv)

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Der Systemwechsel 1989/90 hat nach Expertenmeinung zu keinem Werte-Umbruch bei den Ostdeutschen geführt. Die DDR-Prägung lenke die Sicht auf das neue System, sagte die Volkskundlerin Anita Bagus im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Man hat 1990 nicht bei Stunde Null angefangen.» Vielmehr würden Wertvorstellungen aus DDR-Zeiten bis heute von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Als Beispiel nannte sie den im Osten hohen Zuspruch zur Jugendweihe, der Ausdruck der atheistischen Weltanschauung der Eltern sei.

Mit dem Mauerfall sei den Ostdeutschen der Westen als Projektionsfläche kaputtgegangen. «Vor der Wende war das einerseits der Goldene Westen, auf den man Wünsche projizieren konnte, die aber mit der westlichen Realität oft gar nichts zu tun hatten», erklärte die Expertin. «Durch den Einzug der westlichen Verhältnisse und der Deindustrialisierung ist dann eine Enttäuschungs-Wut entstanden.» Genauso sei es denjenigen ergangen, die sich mit dem DDR-System identifiziert hatten. Für sie sei der Westen eine negative Projektionsfläche gewesen. Die immer wieder beobachtete Ostalgie sei vor allem als Versuch der Selbstaufwertung der Ostdeutschen zu verstehen.

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4 Comments

  1. @Mc Key: – Volle Zustimmung!

    In diesem „Dichter und Denker-Land“ wird de facto alles nur noch einem einzigen Wert untergeordnet, dem Geld. Da unterscheidet sich der Hartz4ler nicht vom Banker, der Marxist nicht vom Kapitalisten, der Atheist nicht vom Frommen und die Kirchen nicht von der Industrie. Alle halten sich an den Händen und tanzen gemeinsam, jeder nach seinen persönlichen Möglichkeiten, um das goldenes Kalb. Ist leider so.

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  2. Ist dem zufolge Atheismus nicht auch eine fundamentale Religion?
    Und noch eine Frage zum Artikel, woher sollte denn nach dem Mauerfall ein Werteumbruch herkommen? Kann mih an niemand erinnern der da über Werte gesproche hatte. Das am meisten gespochene Wort war der des Konsumes.
    „Wo ist der beste Aldi hnter der Grenze?“
    „Können die nicht hier auch einen hinmachen?“
    „Haste gehört, der Lidle baut gleisch da dreeben“

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  3. Der eine Punkt, der einem den Kommunismus fast sympathisch machen könnte: Atheismus. Andererseits ist das klar, weil der Kommunismus ja selbst eine Religion ist, da duldet er natürlich keine andere neben sich.

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