BA beratungsresistent – Datenklau leicht gemacht


Die Welle der Kritik an den unzumutbaren Datenschutz-Vorkehrungen der Bundesagentur-Stellenbörse nimmt Fahrt auf. Gestern musste die  BA zugeben, dass sie aktuell einen schweren Fall von Datenklau mit Tausenden Fake-Job-Angeboten einer Berliner Schein-Firma zu bereinigen hatte.

Der Fall dieser vorgetäuschten Personalberatungs-Firma Econsulting24 Ltd. „mit Sitz in Berlin“, die laut SpOn nicht einmal eine erreichbare Adresse aufwies, ist zweifellos nicht mehr als die sichtbar gewordene Spitze eines Eisberg-Dunkelfeldes. Der 70.000-Mitarbeiter-Tanker Bundesagentur für Arbeit sollte achtgeben, dass ihr inkompetent agierendes Vehikel nicht zur Titanic wird.

Untergang der MS Titanic (public domain auf Wiki Commons)
Untergang der MS Titanic (public domain auf Wiki Commons)

Peinlich klingen die O-Ton-Ausflüchte der BA-Pressesprecherin, die SpOn aus einer afp-Agentur-Meldung wiedergab: „Das ist eindeutig Missbrauch“, sagte BA-Sprecherin Anja Huth der „FR„. „Das verstößt gegen die Nutzungsbedingungen.“ Einen Missbrauch dieser Größenordnung habe es in der Online-Jobbörse der Bundesagentur bisher nie gegeben, behauptete Huth weiter. „Das ist ein sehr ungewöhnlicher Fall.“ So hört sich aufgeschreckte Hilflosigkeit an.

Auch der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, hatte kürzlich den gruseligen Datenschutz-Standard der BA-Online-Stellenbörse sowie die weitgehenden Zugriffsmöglichkeiten von BA-Mitarbeitern auf Informationen wie Suchtkrankheiten oder Schulden von Arbeitslosen kritisiert.

Doch von einem Dazulernen und Abstellen der Mängel ist der schwerfällige BA-Tanker noch immer weit entfernt. Von einem „Dilemma“ ist da die Rede. „Wir haben nie abgestritten, dass es diese Möglichkeiten gibt. Doch je höher die Zugangshürden sind, desto weniger Angebote haben wir natürlich auch.“ (Zitat Huth, SZ 10. Nov.)

Um die eigenen Statistik-Werte zu verschönern, werden also gravierende Nachteile zu Lasten Dritter, nämlich gewöhnlicher Stellensuchender, leichthin „in Kauf genommen“. Das werden sie so lange machen, bis ihnen der eigene Laden BA endgültig absäuft. Ist der Ruf erst mal ruiniert, dichtete einst Wilhelm Busch, lebt sich’s gänzlich ungeniert.

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