Bei Fettleber hilft Schaflaus


Schaflaus, Quelle:Sciencephoto.de

EsoBlog

Bei der Recherche über eine obskure Lebertherapie mit Schafläusen stolperten wir über ein wunderbares Fundstück. Der Arzt Eugen Nätscher sammelte über Jahrzehnte Rezepte für Hausmittel und seltsame abergläubige Bräuche zur Verhütung von Unheil. Die Schafläuse, oder auch Kellerasseln, wurden damals zur Behandlungen von Gelbsucht angewendet. Das ziemlich eklige Rezept sah so aus:

8. Gelbsucht wurde so behandelt: Eine Zwetschge wurde aufgebrochen, der Kern entfernt und durch einige Schafsläuse oder Kellerasseln ersetzt. Der Patient musste die Frucht essen, ohne dass er etwas von dem Inhalt wusste. Oder die Schafsläuse oder Kellerasseln wurden in einen Pfannkuchen hineingebacken und dem Kranken verabreicht.

Die Legende lebt in Foren weiter:

Schafläuse
..und Leber-Erkrankungen.

Bei einem Treffen, vor ein paar Tagen, wurde mir erzählt, dass ein im Alter
von 52 Jahren an Leberzirrhose-Erkrankter Mann durch ein altes Hausmittel,
nämlich der Einnahme von lebenden Schafläusen, seine Leberfunktion dermassen
wiederherstellen konnte, dass er erst im Alter von 83 Jahren verstarb.

Googlen ergab eine Menge Treffer, die nur Gutes über diese Art der
Behandlung berichten.

Angeblich würde diese Art der Behandlung „unter dem Scheffel“ gehalten,
damit die Pharmaindustrie ihre Umsätze sichert.
Kann es wirklich möglich sein oder ist es nur eine „Legende“, die gestreut
wird?

Lebererkrankungen

9 Gedanken zu “Bei Fettleber hilft Schaflaus

  1. Renate Burwieck

    vor 45 Jahren erkrankte meine Mutter an einer Hepatitis A oder B, das weiß ich nicht mehr genau. Jedenfalls kann ich mich noch gut erinnern, dass mein Vater Schafläuse vom Schäfer besorgt, bzw. von den Schafen mit Pinzette abgesucht hat und meine Oma und ich sie in ungerader Zahl in kleine Behältnisse (aus der Apotheke) abgefüllt haben. Diese kamen dann in Blaubeeren, die meine Mutter aß, die kleinen Behälter mit den Läusen schluckte sie heil runter. Diese Therapie hat zur Heilung geführt.
    Nun erhielt ich die Diagnose PBC und ich werde diese Läuse ebenfalls verspeisen (denn sie sollen angeblich das Gift aus der Leber saugen). Hoffentlich habe auch ich den Erfolg wie meine Mutter!

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  2. Placebo ist nicht an ein Mittel gebunden, sondern an die von jemand „der es wissen müßte“ (dem man also was zutraut, so wie ein Kind seinen Eltern….) ausgestrahlte Überzeugung.

    Wenn man so will, ist das sogar verwandt mit Trance-TEchniken….

    Da nichts ohne Nebenwirkungen ist, gibt es auch einen Nocebo-Efekt. Über den redet man nur nicht gern.

    Es wirkt also nicht die Behandlung. Sondern eine ausgestrahlte Überzeugung. Ich habe meine Kinder mit „Heiltee“ von den wunderlichsten (medizinisch nicht ausreichend relevanten) Wehwehchen geheilt.
    Die trinken noch heute Kamillentee, wenn es ihnen nicht so dolle geht, dabei kennen sie das Geheimnis inzwischen… 😉
    kamille ist ja auch nicht direkt falsch.

    Schaflaus hingegen gehört wohl doch eher zur Dreckapotheke vom Mittelalter. also, von Flöhen weiß ich, daß sie Würmer übertragen (die leben mit den Flöhen in Symbiose). Ob Läuse sowas auch haben, weiß ich nciht. Ich halte es aber für durchaus möglich.

    Da ergeben sich dann weitreichende Möglichkeiten…

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  3. Ich wage die Wirkung auch zu bezweifeln.
    Damit wenigstens ein Placebo-Effekt eintreten könnte, müssten die Opfer zumindest wissen, dass sie evtl. ein Medikament bekommen.

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