Scheidenpilze, Behandlung mit Chemie oder Globuli


Amantopsis vaginata, Scheidenpilz, Quelle: pictokon.net

Von Prof.Dr. Ingrid GerhardNetzwerk Frauengesundheit

Viele Frauen müssen sich immer wieder mit Scheidenpilzinfektionen herumquälen. Da ist es nur verständlich, wenn Frau irgendwann genug von der Zäpfchenschmiererei hat und mal was Anderes ausprobieren möchte, bspw. die Homöopathie. Nun gibt es zum ersten mal eine Studie, die mit statistisch einwandfreien Methoden überprüft hat, welche Therapie bei Scheidenpilzen am besten hilft. Es ist eine der seltenen Studien, die tatsächlich eine individuelle klassische Homöopathie eingesetzt hat und nicht nur irgendein homöopathisches Mittel. Eine Studie, die von Anfang an qualitativ hochwertig ausgelegt war. Denn sie wurde betreut durch Frau Professor Witt, die einzige Professorin Deutschlands zur Erforschung der Komplementärmedizin, an der Berliner Charite, einem Stiftungslehrstuhl der Karl und Veronica Carstens-Stiftung.

Design: Österreichische Gynäkologen teilten 150 Frauen mit wiederkehrenden Candida-Infektionen der Scheide in drei Gruppen. Gruppe A erhielt Itraconazol plus Milchsäurebakterien, Gruppe B erhielt Itraconazol ohne Zusatz und Gruppe C wurde nach den Regeln der klassischen Homöpathie behandelt. Vor Aufnahme in die Studie, nach einem halben und nach einem Jahr wurden Pilzkulturen aus dem Scheidenabstrich angelegt. Nach Behandlung der akuten Infektion mit Itraconazol wurde dieses Medikament über ein halbes Jahr jeden Monat einmal zur Verhinderung eines Rückfalls geschluckt. Die Frauen der Gruppe B führten zusätzlich jeden Monat nach der Periode für 6 Tage die Milchsäuerebakterien-Zäpfchen in die Scheide ein. Die Behandlung der Gruppe C mit klassischer Homöopathie erfolgte über das ganze Jahr. Dabei wird anfangs eine mehr als einstündige Anamnese erhoben, wobei der Therapeut die Besonderheiten und Eigenarten der Patientin auf körperlicher, psychischer und geistiger Ebene herauszufinden versucht. Der Scheidenpilz interessiert dabei nur ganz am Rande. Denn der Homöopath geht davon aus, dass das Milieu, die Umgebung entscheidend dafür ist, ob sich ein Pilz halten kann oder nicht. Er behandelt deshalb den ganzen Menschen.

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11 Comments

  1. @Sindy

    Homäopathie ist eigenlich nicht anders entstanden als unsere Schulmedizin.

    Liebe Sindy, das ist leider ein Irrtum. Die „Schulmedizin“ heisst nicht Schulmedizin, weil sie in der Schule aus Spaß an den Wörtern gelehrt wird. Sie wurde untersucht und mit chemischen wie auch weiteren biologischen Berechnungen und Bestätigungen – mitsammt all ihrer Wechselwirkungen – erforscht. Erst nach einem langwierigem Prozess der Prüfungen und (Doppel-)Blindstudien wird diese „Medizin“ als erforschte Medizin in einer Hochschule gelehrt und verkauft.
    Der menschliche Organismus ist ein verdammt komplexes Gebilde mit wahnsinnig vielen Faktoren, die alle mit der Umwelt interagieren ! Jeder Furz kann psychische Zustände hervorrufen, wie auch der liebliche Geruch einer Pflanze Erinnerungen an Situationen hervorrufen kann. Der Organismus ist hochkomplex. Und so ist es auch überhaupt kein Wunder, dass wir wohl so gut wie niemals den kompletten Vorgang erforschen können. Aber in einem gewissen Rahmen lässt sich alles erkunden, was erkundbar ist.

    Die Homöopathie geht davon aus, dass – jetzt bitte gut festhalten – Einsteins berühmte Formel E=mc^2, wie auch die „Tatsache“, dass Wassermoleküle – wie auch immer – bestimmte Fähigkeiten sich einprägen kann, schon ausreicht, um deren „wissenschaftliche“ Wirkung zu erklären. Das besondere ist, man benötigt absolut keine Belege für deren ausgedachten Hypotesen ! Niente ! Nada ! Niet ! Nicht ein einziger Beleg, dass Einsteins Formel auch nur im geringstem einen Einfluss auf das Mischverhältnis ausübt ! Nicht einmal ein nachprüfbares Experiment, welche Wasserprägung unter dem Rasterelektronenmikroskop sichtbar macht ! Egal wie stark man Wasser mit Wasser verdünnt … Wasser bleibt weiterhin Wasser. Das einzigste was geschieht, ist die Verdünnung der ursprünglichen „Substanz“ – nicht die Verstärkung der Wirkung dieser Substanz !
    Nicht ein einziger, der vielen Wissenschaftler auf diesem Planeten ist es jemals gelungen, eine nachprüfbare Theorie zu entwickeln, welche die Homöopathie erklären könnte. Gar keiner ! Und wir haben zur Zeit ca. 6,5 Milliarden Menschen auf dieser Welt. Und nicht eine Person, welche diese „Die Behandlung wirkt“-Tatsache dadurch erklären kann, dass es an der Homöopathie lag. Weder mit Einfluß von Einsteins Formel, noch mit der Stringtheorie.

    Aber dies muss man anhand einer „Doktorin“ erst einmal bewusst gemacht werden: http://www.youtube.com/watch?v=HybF_dHPu8M

    😀 . Einfach köstlich. Da reiht sich ein (Denk-)Fehler nach dem nächstem. 😀 .

    Es wurde behandelt und was half wurde weiterverwendet und was nicht half verworfen.

    Es wurde nicht „verworfen“, weil es nachweislich Erforscht wurde, sondern weil das Wasser „zufällig“ (??) bei einer Krankheit nicht wirkte … bei anderen anscheinend aber schon. Die Wirksamkeit von Placebo ist eben unberechenbar 🙂 .

    Im Endeffekt zwei Wissenschaften, die gutes bewirken. Wieso scheinmedizin?

    Weil das eine eine Wissenschaft ist, das andere eine Quacksalberei. Das eine ist Medizin, das andere ist Geschichtenerzählung. Das eine wurde von Wissenschaftlern untersucht, das andere tröpfelt man auf Milchzuckerkügelchen und erzählt was von „Wirkung“, ohne eine einzige wissenschaftliche Arbeit.
    Es scheint, eine Medizin zu sein. Genauso wie der Weihnachtsmann … der mit seiner überschnellen Geschwindigkeit ein Gott der Lichtgeschwindigkeit zu sein scheint 😉 .

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  2. @Sindy:

    „…Es wurde behandelt und was half wurde weiterverwendet und was nicht half verworfen….“

    Quatsch!

    „…Bis heute existiert weder ein formaler, reproduzierbarer Nachweis noch eine akzeptable naturwissenschaftliche Begründung für eine Wirksamkeit der Homöopathie, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Sie wird deshalb von dem Großteil der wissenschaftlichen Medizin als wirkungslose, in einigen Fällen sogar gefährliche Behandlung abgelehnt. (..) In etwa 100 unabhängigen Studien konnte kein Nachweis für eine Wirksamkeit der Homöopathie erbracht werden…“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie

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  3. Homäopathie ist eigenlich nicht anders entstanden als unsere Schulmedizin. Es wurde behandelt und was half wurde weiterverwendet und was nicht half verworfen. Im Endeffekt zwei Wissenschaften, die gutes bewirken. Wieso scheinmedizin?

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  4. Reicht bei sowas nicht, muß Dreifachverblendung haben.
    also mit und ohne SCheinmedikament, aber der Arzt selbst weiß nicht, was was ist (oder Homöopath), nur der Auswerter.

    um Erwartungseffekte zu minimieren.

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  5. Ich vermisse eine Kontrollgruppe mit dem selben Behandlungsvorgang wie bei den Homöopathen, aber mit Scheinmedikation (was ja die Hömopathischen Präparate bereits sind, aber halt dann mit solchen Milchzuckerkügelchen, die vorher nicht nach homöopathischen Ritualen gerührt und geschüttelt wurden).

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  6. Nicht zu vergessen: Der Karl-und-Veronica-Carstens-Stiftung geht es um die Förderung von Naturheilkunde und Homöopathie.

    Ist es eigentlich Zugangsvoraussetzung zum Amt des Bundespräsidenten, abergläubisch zu sein? Horst Köhler und Roman Herzog haben sich ja vor kurzem auch durch entsprechende Äußerungen hervorgetan.

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  7. Erinnert an einen ollen Witz über Honecker und Kohl.
    die beiden machen einen Freundschafts-Wettlauf.
    Kohl ist ein wenig schneller, und so kommt er als erster ins Ziel.

    Am nächsten Tag steht in den Ost-Zeitungen:
    Bei den sehr freundschaftlich verlaufenen Wettlauf zeigte es sich, daß der Genosse Honecker einen sehr ehrenvollen 2. Platz belegte.
    Kohl kam als Vorletzter an.

    grins….

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  8. „Nach der Akutbehandlung waren bei 90 % der Patientinnen der Gruppe A und bei 85% der Gruppe B keine Pilze mehr im Abstrich nachweisbar, aber nur bei 47% der Gruppe C. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn so schnell kann die homöopathische Therapie auch nicht wirken.“

    Das „Argument“ ist so typisch! Trotz des direkten Vergleichs mit der Medizin – welcher die relative Unwirksamkeit aufzeigt (nicht ganz sauber an der Studie: Wo ist die Kontrollgruppe?), beharren die Gläubigen auf einer angeblichen Wirksamkeit ihrer Reliquie.

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  9. ja, die Homöopathie hat hier halt den üblcihen Effekt: bei manchen bleibt alles, wie es ist, und bei manchen gehts halt von selbst weg, dank eines aktiven Immunsystems.
    Trotz Zuckerkügelchen.

    Noch Fragen?

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