O Scott! Die Religion ist zurück


Von Alan Posener – Welt-online

Von Karl Marx bis John Lennon waren sich die Propheten der Moderne einig: Die Religion war dem Untergang geweiht.Alan Posener fragt, warum es anders gekommen ist. Als John Lennon 1966 sagte, die Beatles seien beliebter als Jesus, reagierte die britische Öffentlichkeit mit einem Schulterzucken.Das schien so offensichtlich, dass es keines Kommentars bedurfte.Schließlich waren alle Propheten der Moderne davon ausgegangen, dass die Religion im Kern Aberglaube sei, der „Geist geistloser Zustände“, wie Karl Marx sagte. Sigmund Freud dachte über die „Zukunft einer Illusion“ nach und meinte, sie werde zusammen mit der sexuellen Repression verschwinden, die sie erst hervorbringe.

Als John Lennon 1966 sagte, die Beatles seien beliebter als Jesus, reagierte die britische Öffentlichkeit mit einem Schulterzucken. Das schien so offensichtlich, dass es keines Kommentars bedurfte.

Schließlich waren alle Propheten der Moderne davon ausgegangen, dass die Religion im Kern Aberglaube sei, der „Geist geistloser Zustände“, wie Karl Marx sagte. Sigmund Freud dachte über die „Zukunft einer Illusion“ nach und meinte, sie werde zusammen mit der sexuellen Repression verschwinden, die sie erst hervorbringe. Kurz: Mehr Moderne bedeute weniger Religion.

Das Christentum werde nicht länger dauern als der Kult um die Beatles, meinte Lennon; es werde bald „absterben“. Und was für das verhältnismäßig aufgeklärte Christentum galt, musste in den Augen moderner Menschen erst recht für den geistig erstarrten, rückwärtsgewandten Islam gelten.

Und dann rasten zwei Flugzeuge ins Herz Manhattans, und aus dem Feuerball verkündete Osama bin Laden den Endsieg Allahs. Die Religion war wieder da.

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