Keine Kriege im Namen Gottes! Interview mit einem Fundamentalisten


Die hasserfüllten Augen des Herrn Mixa, Quelle: HFR.

Von Gernot FaciusWelt online.de

Bischof Mixa ermahnt Christen und Muslime

„Im Namen Gottes darf kein Gläubiger Krieg führen“

Auf WELT ONLINE verteidigt der Augsburger Bischof Walter Mixa das Kreuz als Zeichen der Menschlichkeit in einer multikulturellen Gesellschaft. Er erläutert den Umgang des Papstes mit der Pius-Bruderschaft und spricht über die Nähe von Katholiken und Muslimen in zentralen ethischen Fragen.

WELT ONLINE: Sie sehen sich nicht als „Chef eines Verschönerungsinstituts für Lebensabschnitte“, Sie haben stets mit deutlichen Worten in den gesellschaftspolitischen Diskurs eingegriffen, zuletzt nach dem Straßburger Anti-Kruzifix-Urteil (mehr dazu lesen Sie hier). Stört es Sie, wenn man Sie einen Hardliner nennt?

Bischof Walter Mixa: Das stört mich schon. Es geht für mich um nichts anderes als um die Frage, wie wir in Europa mit unserer christlichen Geschichte, unserem christlichen Glauben und mit der Humanität, die aus beiden erwächst, umgehen. Ich sehe mich in keiner Weise als Hardliner.

WELT ONLINE: Aber Sie haben dazu aufgerufen, das Straßburger Urteil zu ignorieren.

Mixa: Ja. Es muss überprüft werden. Über 85 Prozent der Europäer sind Christen. Das Kreuz enthält keine Drohbotschaft, sondern ist ein Zeichen der Liebe und des Friedens, wichtig für eine positive Lebensgestaltung. Das dürfen wir uns nicht nehmen lassen! Denken wir auch daran: Fünf der sieben Richter, die dieses Skandalurteil gefällt haben, haben einen kommunistischen Hintergrund!

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2 Comments

  1. Und schon wieder eine weitere Folge der beliebten Serie: „Spaß mit Hütchenträgern“.
    Diesmal Episode #68: „Weshalb ich gerne Zuckerbrot predige, aber die Peitsche nie erwähne“

    Schon die Überschrift macht Spaß: Im Namen Gottes darf kein Gläubiger Krieg führen
    Darf nicht ? Und was passiert, wenn man es doch tut ? Was kann man dagegen tun ? Beten ? G.W.Bush hat sich ja kräftig in die Hose gemacht, genauso wie die Militärbischöfe der westlichen Welt. Man konnte regelrecht zittern vor der gigantischen kirchlichen Macht, die hier die Kriegsmaschinerie der Welt im Wege standen !

    Anders ausgedrückt: Die Bibelumblätter waren seelig-froh, das die „Anderen“ auf den Deckel bekamen. Solange man den eigenen Waffenführern in den Ar*ch kriecht, kann man in dessen mächtigen Schatten dann Kirchen und Bibeln auf die andere Seite der Grenze schmuggeln.
    Sich auf die Seite der „Schwachen“ zu begeben und gegen religiös-motivierte Bombenwerfern zu setzen, hat noch kein Priester/Bischof/Erzbischof/Kardinal/Papst gewagt ! Nicht ein einziger ! Kein Mixa begab sich mit einer Schafsherde vor das Weisse Haus und protestierte. Kein Meisner und erst recht kein Benedikt flog oder fuhr nach Afghanistan und sitzstreikte sich den Hintern wund. Kein einziger !

    Sehr interessant… ist man doch ständig in der Medienpräsens, wenn es um Kondome, Homosexualität und Abtreibung geht. Doch wenn Menschenleben der Reihe nach in die Luft gejagt werden, erhebt man gerade mal den Mittelfinger moralischen Zeigefinger und schweigt ansonsten. Man könnte ja vielleicht Position ergreifen !
    Jesus ? Der hätte längst mit einer Handbewegung die Waffen der Welt eingeschmolzen und Atomraketen in Zuckerwatte verwandelt. Zusammen mit Hulk, der alle Silos plattmacht und Supermann, der mit seinem Röntgenblick die Duschkabinen … äh … der mit seinem Hitzeblick die Kommandozentralen der Welt ausschaltet, hätten wir das Paradies auf Erden. Unter der Herrschaft von „gerechten Führern“ 😉 . Doch … ausser schönen Worten und Fantasiegebilden ist nichts weiteres zu sehen. Das hat schon seine Gründe 😛 .

    Das Kreuz enthält keine Drohbotschaft, sondern ist ein Zeichen der Liebe und des Friedens, wichtig für eine positive Lebensgestaltung.

    Das ist das Hakenkreuz ebenfalls. Das Jesuskreuz enthält mit seinem leidenden und angekreuztem Leichnahn überhaupt keine „Drohbotschaft“. Jedenfalls für Christen nicht. Das sind ja angeblich über 80 Prozent der Welt .. äh .. Bevölkerung Europas. Also sollte die „Passion Christi“ ungekürzt im Kinderprogramm ausgestrahlt werden. Ich verlange dies. Aber … wer bin ich schon … nur einer der wenigen 15% Europas. Zu verlangen, dass ein altertümliches Folter- und Mordinstrument, welches zur Massenvernichtung von Gesetzesbrechern verwendet wurde, auch in moderne Filmform den Kindern beigebracht werden soll ? Ich ? Ich darf dies ja nicht 😉 .

    Das dürfen wir uns nicht nehmen lassen!

    Und das werdet ihr auch nicht verlieren! Kreuze in katholische Heime, Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten ? Kein Problem !! Nagelt Kreuze an jeder Ecke eurer Gebäude ! Ihr dürft bei euch machen was immer ihr wollt !!
    Aber reden wir bitte auch mal über „staatliche“ Gebäude.

    Denken wir auch daran: Fünf der sieben Richter, die dieses Skandalurteil gefällt haben, haben einen kommunistischen Hintergrund!

    Wenn das Urteil folgendermaßen gelautet hätte: „Im Namen des Kommunismus verbietet sich die Anbringung von religiösen Symbolen an Schulen“, dann würde ich dem Mixa zusprechen.
    So allerdings spricht nur die blanke Furcht vor dem dunklem Geist, den der vorige Papst wehemend bekämpfte. Was kommt als nächstes ? Denken wir auch daran: Zwei der anwesenden Personen waren Frauen! Haben einen atheistischen Großvater gehabt! Sind Raucher! Haben im Puff Gruppensex gehabt!

    Wer interessiert sich für ihre Weltanschauung, wenn sie im Namen des Gesetzes des Landes sprechen ? Wohl nur ein Hütchenträger !

    Sie kann es allerdings rechtlich nur in Verbindung mit einzelnen Regierungen tun.

    Keine Theokratie hier. Säkularismus wird dickgeschrieben. Da hat unser Mixa keine Chance.

    Eine solche Klärung herbeizuführen gehört zum Mut der Christen, wie ich ihn fordere (..)

    Die Bustour hat sogar Aufklärung betrieben. Einen Bonuspunkt für die „Ungläubigen“ 🙂 . Kleiner Scherz. Das ist keine Klärung, was da auf Seiten der Bibelumblätter geschieht. Das ist pure Ignoranz.

    (..) Und sie muss ihr Menschenbild und ihre Soziallehre als Alternativprogramm in die Gesellschaft einbringen.

    Ja. Eine Alternative. Und aus diesem Grunde sind in staatlichen Gebäuden im Sinne der Religionsfreiheit alle Alternativen gleichberechtigt anzusehen. Für das Christenbild gibt’s keine Spezialwurst im Alternativgrill ! Und so wurde entschieden, dass solche religiöse Symbole in staatlichen Gebäuden abgenommen gehören, wenn sie andere Weltanschauungen verletzen. Beschwert sich niemand, darf das Kreuz angebetet und angeleckt werden. Stört sich aber jemand am Anblick eines leidenden und sterbenden Mann am Folterinstrument, so muss dieses Symbol der Ermordung dann in einem Gebäude dieses Kultes weiter verehrt werden. Aber aus einem staatlich-öffentlichem Raum ist es dann zu entfernen.

    Die Frage des Zölibates ist eine Frage der Weltkirche und wird in ihr überwiegend positiv gesehen.

    Scheint es so ? Oder ist dies tatsächlich der Fall. Anscheinend erzeugt dieses „Ich lass meine Hormone nur auf das Kreuz spritzen“-Haltung gewisse psychische wie auch physische Probleme, die sich auch mit Bußgürtel und Dauergebete nicht wegmeditiert werden können. Homo sapiens sapiens besteht eben nicht (mehr) aus Lehm alleine 😉 . Und wie man in anderen Glaubensgemeinschaften sieht, kann eine lockere „Alternative“ zum Zölibat keinesfalls Dämonen aus dem Schlaf wecken, sondern eher Lebensgeister auffrischen. Mixa ist dies wohl allerdings zu Fremd.

    Es müsste (..) viel wichtiger sein, sich stärker mit Fragen wie den Lebensschutz, der Bioethik, dem Schutz von Ehe und Familie oder der sozialen Gerechtigkeit zu befassen.

    Und dem Umweltschutz, der Tierliebe, dem Idealen der Veganern, der Wetterkontrolle, der Untersuchung von Wundern und und und und und und.
    Was Du heute kannst verschieben, das verschiebe schnellstmöglichst. Bloß nicht darüber nachdenken ! 😉 .

    Theologische Fragen und Themen der kirchlichen Ordnung gehören zu den Aufgaben des Lehramtes, und das sind die Bischöfe und der Papst.

    Und aus diesem Grunde haben Religionen im Staatswesen – in der auch die Bildung gehört – absolut nix verloren ! Wer Kreuze anbeten will, der geht zum Papst und seine Lehramtsbeauftragten.

    Dann folgt ein Abschnitt über die traurige Minderheit von der Nutzung einer Priesteruniform. Tja, ein weißer Fleck am Kragen kann schneller übersehen werden als ein Hütchen auf dem Kopf 😉 .

    Der Papst wollte auch den Traditionalisten sagen: Ihr sollt nicht außerhalb der Kirche bleiben, sondern euch besinnen, ob es nicht zu einer größeren Einheit kommt. Die Traditionalisten müssen jetzt Farbe bekennen!

    Die Piusse wollen nicht ! Sie spucken die Kirche und ihr 2. Vat. Konzil an ! Er, der mitten unter den Bibelumblättern lebt, erkennt sowas nicht ? Das ist nicht möglich !
    Die Lefebvre-Brüder sind genauso „willig“ in die katholische Kirche integriert zu werden, mitsammt dem 2. Vat. Konzil, wie es die Juden und die Moslems sind. Nämlich überhaupt nicht. Die heutige Kirche ist ihnen ein Greuel ! Also … entweder ändert sich die Kirche und wird „altmodisch“, oder die Piusse ändern sich. Sie haben ihre Position klar dargelegt. Nun ist die Kirche am Zuge. Und Benedikt weiß, was er will.

    Selbst nichtkirchliche Beobachter geben zu, dass wir es heute global mit der größten Christenverfolgung zu tun haben.

    Und wo steht dies ? Wo kann man den Unterschied zur vorigen Christenverfolgung lesen ? Und bitte nicht mit irgendwelchen „Jemen“-Beispiele kommen. Das ist ein alter Hut.
    Die Christen haben einen eigenen Staat, sind in Europa stärkstens vertreten, besitzen mit den Vereinigten Staaten von Amerika einen gigantischen Kontinent der Moderne (ich weiß … ist Anti-Benediktinisch ;)) und haben ihre Hände in Afrika und selbst in Asien. Der kleinen Minderheit in Jerusalem sind sie seit Jahrhunderten (!) entwachsen. Für mich ist diese „Christenverfolgung“ ein Märchen, was auf den Rücken von einigen missions-unwilligen Ländern getragen wird.
    Denn dort wo Religionsfreiheit herrscht, dort entscheiden sich die Bewohner frei für ihre eigene Religion. Dies will die Kirche ganz klar nicht anerkennen.

    Bei der Minarettenfrage bleibt er auf dem bekannten „freundlichen“ Kurs. Hier in Europa ? Keine Frage. Unsere Rechte sehen dies vor. Im Ausland aber bitte auch !
    Gut zu wissen, dass er „Ungläubige“ von diesen „ich will auch“ Streitpunkten fernhält 😉 .

    Christen müssen die gleichen Freiheiten genießen wie bei uns die Muslime.

    Wenn sie nicht die selben Freiheiten genießen können … warum gehen die dann dorthin ? Achja … Missionierungszwang ! Man will „der Welt“ verkünden, wie sexuell potent lieb die Botschaft Jesu doch ist. Und nebenbei … der andere Gott ist „anders“ (= minderwertig). So klappt’s mit dem Miteinander bekanntlich nicht sehr gut, lieber Mixa.

    Zum innerkirchlichem Streit, wer nun welche Lehre am schönstem vertritt (Protestanten oder Katholiken) halte ich mich raus. Ist deren Spaß. Damit will ich nichts zu tun haben. Die haben ja auch kein interesse, welche Episode von Star Trek nun philosophischer war 😉 .

    Die Verteidigung der Soldaten allerdings, das ist mal wieder „typisch“. Es herrscht eben nur ein kriegsähnlicher Zustand. Da muss man einfach mit dem Kreuze für Frieden einstehen ! In einem Land, was nicht nach Kreuzen gebeten hat. Herrlich, diese Bibelumblätter 🙂 .

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