Abmahnung: Berichterstattung über pädophilen Priester unerwünscht


Von Brights – Marburg

Ich bin abgemahnt worden. Find ich klasse.

Es geht um diesen unseren Post, das beanstandete Element sind die Sätze “Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte nach der Verurteilung eines pädophilen Pfarrers wegen Ministranten-Missbrauchs deutlich vor der Wiedereinsetzung des Priesters in der Jugendarbeit gewarnt. Das Bistum Regensburg ignorierte das Statement des Gerichts und der heimlich sexhungrige Pfarrer von Riekhofen wurde 2007 prompt rückfällig.”, die nicht den Tatsachen entsprächen (!).

Zunächst sollte man erwähnen, dass der Satz im Wesentlichen aus dem Handelsblatt übernommen wurde. Das Handelsblatt hat bis dato keine Abmahnung erhalten.

Dummerweise schreibt Beispielsweise das Regensburger Wochenblatt:

Gerichtssprecher Quentin sagt, auf dieses Gutachten fußte auch das Kontaktverbot für K.: „In der Bewährungsauflage heißt es, während der Dauer der Bewährungszeit ist es dem Verurteilten in keiner Weise gestattet, in der Jugendseelsorge und in der Jugendarbeit tätig zu werden”, so Quentin.

„Kann er nicht wieder in die Seelsorge?”, habe man die Richterin 2004 gefragt. Die hat laut Quentin folgendes geantwortet: „Unter Aufsicht ist es denkbar, dass er wieder in einer Gemeinde tätig ist, aber eine Jugendarbeit darf dabei keinesfalls in Betracht kommen”. Das wäre auch folgerichtig, weil der Richterin ja das Gutachten Ottermanns vorlag. Das Bistum indes behauptet, die Richterin habe keine Bedenken gehabt. Zudem, so argumentiert das Bistum, hätte das Amtsgericht ja ansonsten ein weiteres Kontaktverbot mit Jugendlichen verhängt. Doch auch das ist nicht richtig.

Das heisst, die Darstellung, die hier auf dem Blog zu lesen ist, entspricht meinem Vernehmen nach den Tatsachen (Die oben wiedergegebenen Sätze lassen sich wohl mit dem Begriff “Warnung” recht gut beschreiben). Missverständnisse könnten sich daraus ergeben, dass beispielsweise die Warnung in Form einer Bewährungsstrafe nicht mehr “aktiv” war, als es zum zweiten Ereignis kam. Dies hat jedoch niemand behauptet. Ich denke aber, dass man den Satz mit etwas Mühe so verstehen kann.

Morgen werde ich mal beim OLG Nürnberg nachfragen, aber ich gehe mal davon aus, dass die hier wiedergegebenen Äußerungen tatsächlich der Auffassung der Richterin entsprechen.

Wie geht man mit einer Abmahnung um, die von offensichtlich falschen Umständen ausgeht? Welche Rechtsvorschrift könnte ich (bzw. der Autor des Artikels) hier übertreten haben?

Ergänzung:

Zur Sache: Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller wirft mit
Abmahn-Droh-Keule gegen unseren kleinen, aufstrebenden non-religiösen
Kritiker-Blog „Brights Marburg“.
http://marburg.thebrights.de/2010/01/bingo-abmahnung/

Das RA-Büro Romatka & Collegen, München sieht sich beauftragt, bis 22.
Jan. 2010, 12 Uhr eine Unterlassungserklärung zu fordern (d.h. EINEN Tag
Zeit statt 14-Tages-Frist wie üblich) zu fordern.

Die Tatsachen sprechen klar gegen einen bischöflichen Erfolg in der
Sache. Dass hat Müller aber in der Vergangenheit noch nie gestört. Wegen
Gerichtsstand in csu-Bayern?? Eine eidestattliche Erklärung von ihm
ersetzt keinen Beweis.

Mit einem Mitarbeiter des Handelsblatts wurde gesprochen, dort ging –
wie üblich – keine Unterlassungserklärung ein, aber bei einem kleinen,
offenbar als wehrlos angesehenen Blog -Privatmenschen.

Fragen an die RA-Kanzlei:
Warum das „Handelsblatt“, eine Zeitung, die einen fast gleichlautenden Satz veröffentlicht hatte (in der Tat war der beanstandete Satz ein Zitat und auch als solches gekennzeichnet), bislang nicht von ihren Mandanten kontaktiert wurde (persönliche Korrespondenz T. Gottlöber 21.1.2010)

Warum sie damit rechnen, durch eine Gerichtsverhandlung, die ja nun mal öffentlich ist, ihren Mandanten vor solchen (und vergleichbaren) Äußerungen, schützen zu können, bleibt schleierhaft.

29 Comments

  1. irgendwie kann ich dem nicht folgen.

    Seit wann muß extra vor einem bestraften (daß es immerhin dazu kam… klappt niht immer… dazu muß es erst mal ne Anzeige geben…) Sexualtäter extra WARNEN, um ihn nicht wieder in der entsprechenden Branche zu beschäftigen?

    Täterrechte? auf erneute chance zur Tat?

    wer denkt sich denn sowas aus?!!!

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  2. Hallo Max,
    zunächst die Fakten, wie Du sie recherchiertest: Du hast wohl Recht. Es war der Justitiar. Den aber rief nicht die Richterin an, der meldete sich bei ihr. Der wollte wissen, wie die Richterin den Fall einschätzt. Er behauptet, sie hätte keine Bedenken geäußert. Sie behauptet, sie hätte den Justitiar gewarnt. Wem soll ich glauben? Einer Richterin, die eine Warnung ausspricht und nicht schriftlich darlegt? Die nicht angibt, auf welcher Grundlage sie warnt? Tut mir leid Max, das kann ich nicht glauben. Und: Wenn die Richterin tatsächlich Grund hatte, zu warnen, warum wird sie dann nicht von sich aus tätig und wartet den Anruf des Justitars ab. Alles sehr, sehr unglaubwürdig. Nach dem Rückfall des Kinderschänders hatte sie gute Gründe zu lügen. Da will man doch nicht gerne darlegen, warum Gutachten nicht weitergegeben wurden, warum gefährliche Straftäter auf Bewährung keinen Bewährungshelfer hatten und warum kein Abschlussbericht der Bewährungsfrist vorliegt. Da ist es schon sehr einfach, alles auf Müller zu schieben. Der steht ja eh am Pranger. Jedenfalls sehe ich keinen Grund, von der Annahme ausgehen zu dürfen, Müller wäre gewarnt worden und hätte sich über die Warnung hinweggesetzt.

    Will man eine Information übermitteln

    Die Information liegt hier nicht vor, dass Müller gewarnt wurde. Da ist nichts dergleichen zu übermitteln. Bestenfalls kann man festhalten: Die Richterin behaupte, gewarnt zu haben. Dem widerspricht Müller mit einiger Plausibilität. Jedenfalls sehe ich sie eher bei ihm als bei ihr.

    eine mögliche Meinungsfreiheit (freiwillig) einschränken

    Einverstanden. Es ist legitimes Recht, der Richterin zu glauben. Dann muss Kuro aber fair schreiben. Deutlich machen, dass man und aus welchen Gründen ihr glaubt und nicht Müller. Keinesfalls bedeutet Meinungsfreiheit das Recht, etwas als Tatsache auszugeben, was in Wirklichkeit nur eine sehr subjektive Einschätzung ist.

    1. Dabei muss der schwarze Peter eindeutig an das Regensburger Wochenblatt weitergereicht werden,
    2. dem Brights Marburg ist es sicherlich genauso erlaubt, über den Bischof oder andere öffentliche Personen zu berichten, wie es dem Handelsblatt oder dem Spiegel erlaubt ist.
    3. Und hat Kuro, weil er den Blog eben zaubertranksfrei hält, deshalb das Recht verwirkt, seine Meinung zu äußern

    Zu 1. Kuro darf keine Behauptungen über andere Personen verbreiten, die er nicht belegen kann. Seine Behauptung, Müller habe sich über eine Warnung des Gerichts hinweggesetzt, belegt er ausschließlich mit Verweisen auf andere Zeitungsartikel, denen Müller widersprach. Damit liegt der Schwarze Peter genauso bei Kuro wie bei den anderen. Müller muss sich nicht fragen, wer von wem abschreibt. Er muss sich nichts nachsagen lassen, was nicht belegt werden kann. Egal wer da schreibt.

    Zu 2. Müller muss nicht gegen alle klagen. Wenn das Handelsblatt Recht bricht, kannst Du daraus doch wohl nicht das Recht ableiten, ebenfalls Recht zu brechen. Absurde Logik.

    Zu 3. Kuro äußerte keine Meinung. Kuro behauptete eine Tatsache, die er eben nicht als Einschätzung kennzeichnete. Er verwirkte kein Recht. Das Recht, andere zu verleumden, besaß er nie.

    Ich bezweifle ernsthaft, ob Kuros Meldung eine “Hetzerei” darstellt. Weder im “Abmahnungs”-Post, noch in der ursprünglichen Meldung vom Bischofsrücktritt wird eine gezielte unbehauptete Verleumdung gegen Bischof Müller ausgesprochen … oder meine Augen benötigen wirklich langsam eine Brille. Es ist und bleibt Tatsache, dass er im Falle des Priesters ziemlich … ähm … “unoptimal” gehandelt hatte. Darüber berichtet der Focus um einiges detailierter als Kuro, und berichtet über eine Mitschuld des Bistums und impliziert damit gar eine Mittäterschaft.

    Noch mal, Max: Was andere auch immer tun, ist in unserem Fall unerheblich. Hier schrieb Kuro und er trägt dafür die Verantwortung. Hör doch bitte endlich auf, immer auf andere abzuschieben. Das ist wirklich unwürdig. Kuro hetzt, weil er dem Bischof unbelegt und deshalb wahrheitswidrig unterstellt, wider besseres Wissen, einen Kinderschänder auf Kinder losgelassen zu haben. Tatsächlich behauptet Müller, ihm habe ausschließlich ein Gutachten vorgelegen, dem zufolge der Kinderschänder als geheilt gelten müsse. Dem widersprach Niemand, soweit ich bisher feststellen konnte. Stimmt seine Behauptung, dann hat er nach Aktenlage richtig gehandelt. Liegen Dir Tatsachen vor, dass dem nicht so war?

    Wenn Du klarere Fakten hast, würde ich es gerne sehen, dass Du das Wissen mit dem Kuro direkt teilst, denn er könnte sowas wahrlich gut gebrauchen.

    Ich an seiner Stelle würde mich bei Müller entschuldigen. Seine Behauptung tat ihm Unrecht.

    Bis dahin stelle ich nur fest, dass das Internet zum Thema Müller und dem Wissen über den besagten Priester eine klare Position einnimmt … und Kuro sich mit seiner Meinung mit reingebracht hat. Gut, sicherlich ist es eine polemische Position, aber das wissen wir schon längst

    Das Internet????? Komm Max. Nun schreibe hier nicht naiv. Kuro sollte zu seiner Verantwortung stehen. Und nicht auf andere abschieben. Wie jämmerlich, sich hinter dem Internet zu verstecken.

    Das nun aber er den Sündenbock spielen soll, hätte ich vom Anwalt des “heimlich sexhungrigen” Pfarrer von Riekhofen erwartet, aber vom Müller nun wahrlich nicht.

    Müller steht es frei, an welcher Stelle er die Wahrheitspflicht in der Öffentlichkeit einfordert. Die Journalisten zitieren die Blogs und die Blogs die Journalisten. Da belegt man sich gegenseitig. So einen Humbug würde ich auch nicht mitmachen. Irgendwo muss man anfangen, sich zu wehren. Warum nicht an dieser Stelle. Shit happens, Kuro.

    Es scheint mir, dass sich der Herr Müller von diesem Pfarrer und seiner Handlung zu distanzieren versucht, als das er die Verantwortung übernehmen würde.

    Für die Kinderschändung ist der Kinderschänder verantwortlich, nicht Müller. Müller setze nach der von ihm behaupteten und bisher unwiderlegten Aktenlage einen psychisch geheilten Mann ein, der der Gemeinde bekannt war und um den ihn die Gemeinde bat. Wo siehst Du da im engeren Sinne Schuld?

    Naja, laut den News liegen die Karten bekanntlich nicht gerade optimal für die kath. Kirche. Da kann ich eine Abwehrreaktion verstehen … wenn sie auch gut begründet wäre

    Lieber Max. Wenn hier einer schlechte Karten hat, dann Kuro. Er verleumdete Müller und unterstellt ihm, Nachsicht mit Kinderschändern zu üben. Wenn Du die Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche suchst, dann gehe den sachlichen Weg. Das ist doch völlig klar. Und wenn Du keine Argumente in der Sache vortragen kannst, dann schweige.

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    1. Dem Blog liegen eine Reihe von Aussagen vor, welche alle von RAn kommen. Huemeyra ist auch so ein typischer Vertreter sein Zunft. Es gibt keine übereinstimmende Aussage bei 2 von den Anwälten. Jeder sagt etwas anderes, jeder will kompetent sein, und der kleine Kunde soll es dann verstehen. Nee, so läuft das nicht. Haltet einfach eure Klappe.

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  3. Chapeau, Max für diesen vorzüglichen virtuellen Tritt in den Allerwertesten.

    Oder mal „moderner“ formuliert: Pwned!

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  4. @Huemeyra
    Hallo Huemeyra. Du hast meine Aufmerksamkeit erlangt und ich habe mal, skeptisch wie ich heute bin, mich ebenfalls rumgegoogelt, was so alles zum Fall „Telefonat“ gibt. Mir schien es besonders merkwürdig zu sein, dass eine Richterin sich einem Fremden am Telefon so äußern würde.
    Aber im Gegensatz zu Dir versuche ich, zumindest die Quellen auch anzugeben 😛 . Ich betone hiermit aber ganz klar, dass ich mich nur auf das Internet und meine eigene Meinung beschränke. Weder kenne ich die Gedanken des Bischofs, noch die der Richterin 😉 .

    Ich habe es mal nachgegoogelt für Dich. Hat mich insgesamt 8 Minuten gekostet.

    Kann ich toppen… 4 Minuten 😉 . Gut, ich tippe und lese auch schnell. Kleiner Scherz 😛 .

    Das Gericht konnte nie belegen und redete sich mit einem Telefonat aus der Klemme – ohne benennen zu können mit wem.

    Der Stern fand folgende Worte dazu:

    Die Justizpressestelle des Oberlandesgerichtes Nürnberg (OLG) bestätigte, dass die Viechtacher Richterin nach Ablauf der dreijährigen Bewährungszeit in einem Telefonat mit einem Bistumsmitarbeiter erklärt habe, dass eine Gemeindearbeit des Priesters unter Aufsicht möglich sei. Der Mann dürfe aber keinesfalls wieder mit Jugendlichen arbeiten, zitierte OLG-Sprecher Andreas Quentin die Aussage der Amtsrichterin. Das Bistum widersprach dieser Aussage. In dem Telefonat mit dem Bistumsjustitiar sei weder von einer Aufsicht noch von einer Einschränkung bei der Jugendbetreuung die Rede gewesen. Dies gehe aus einer Aktennotiz des Justitiars hervor. „Wir gehen davon aus, dass diese beiden Punkte in dem Gespräch nicht gefallen sind“, meinte Bistumssprecher Schötz. Solch gravierende Aspekte des Telefonats hätte der Jurist sonst in der Telefonnotiz vermerkt.

    (http://www.stern.de/panorama/kindesmissbrauch-durch-pfarrer-klerus-widerspricht-justiz-599207.html)

    Auch die Rheinische Post schrieb (genaueres) darüber:

    Bistums-Justiziar Hans Schuierer habe im Februar 2004 – ein halbes Jahr nach Ablauf der Bewährungsfrist für den Pfarrer – mit der zuständigen Richterin des Amtsgerichtes Viechtach telefoniert, um mit ihr über die Wiedereinsetzung (..) als Seelsorger zu sprechen.

    Die Gemeinde in Riekofen habe zuvor selbst um die Einsetzung des heute 39-jährigen Geistlichen gebeten. In seiner Telefonnotiz habe der Justiziar vermerkt, die Richterin habe keine Bedenken, den vorbestraften Priester wieder in der Seelsorge einzusetzen.

    Dagegen erklärte der Nürnberger Justizsprecher Andreas Quentin, es hätten zwar keine juristischen Einschränkungen mehr bestanden, die Richterin habe aber in dem Telefonat gewarnt, der Mann dürfe in der Jugendarbeit „keinesfalls“ mehr eingesetzt werden. Eine seelsorgerische Arbeit in einer Gemeinde habe die Richterin nur „unter Aufsicht für denkbar“ gehalten. Einen Vermerk über das Telefonat habe sie nicht gefertigt, sie berufe sich auf Erinnerungen, sagte Quentin.

    (http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Bistum-Regensburg-macht-Richterin-Vorwuerfe_aid_485590.html)

    Kannst Du Dir das vorstellen? Frau Richterin hängt sich ans Telefon? Erzählt jemandem, den sie nicht kennt, die Krankengeschichte des Verurteilten? Leute, die sich sonst sogar schriftlich abmelden, wenn sie während der Sitzung mal pinkeln gehen?

    Also gemäß den Quellen hat dieser „Fremde“ weder die Krankengeschichte erfragen wollen, noch war er ein unbekannter. Schließlich existieren ja Namen und sogar eine Telefonnotiz bei diesen Menschen 😉 .
    Gut, man kann bemängeln, dass das Gericht keine polizeiliche Untersuchung der jeweiligen anrufenden Person im Vorraus angestellt hat, bevor die Richterin ihre Worte aussprach. Aber schließlich gibt es ja die Telefonnummer auf dem Display, wie auch die Rückverfolgung derjenigen 😛 .

    Andere hätten auch Deine Behauptung in die Welt gesetzt. Unbelegt. Genauso wie Du. Hä? Weil Handelsblatt und wer sonst noch Müller verleumden, darfst Du das auch?

    Hier muss man wahrlich abwägen. Will man eine Information übermitteln – freilich gepaart mit einer klar subjektiven Meinung – oder will man dieses „heisse Eisen“ stehen lassen und eine mögliche Meinungsfreiheit (freiwillig) einschränken. Dabei muss der schwarze Peter eindeutig an das Regensburger Wochenblatt weitergereicht werden, denn schließlich schrieben sie: (..) Zudem (..) hätte das Amtsgericht ja ansonsten ein weiteres Kontaktverbot mit Jugendlichen verhängt. Doch auch das ist nicht richtig. 😛 .

    Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte laut Berichten auf Spiegel online und dem Handelsblatt nach der Verurteilung eines pädophilen Pfarrers wegen Ministranten-Missbrauchs deutlich vor der Wiedereinsetzung des Priesters in der Jugendarbeit gewarnt. Das Bistum Regensburg ignorierte das Statement des Gerichts und der heimlich sexhungrige Pfarrer von Riekhofen wurde 2007 prompt rückfällig.

    Kuro bezog sich auf das Handelsblatt wie auch Spiegel online, Ich vermute, Kuro nahm vielleicht folgende SPON-Seiten zur Hilfe:
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,508656,00.html
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,541291,00.html
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,507340,00.html

    Die Kommissarin erklärte jedoch, in der kirchlichen Personalakte des Priesters gebe es auch einen Vermerk über ein für den Geistlichen negatives Gutachten eines Sachverständigen, das nach dem ersten Missbrauchsfall in Viechtach erstellt wurde.

    Bei solchen Texten kann man nicht davon ausgehen, dass der fehlende Vermerk in diesen Nachrichten aus dem Hut gezaubert werden konnte 😛 .
    Anyway … dem Brights Marburg ist es sicherlich genauso erlaubt, über den Bischof oder andere öffentliche Personen zu berichten, wie es dem Handelsblatt oder dem Spiegel erlaubt ist. Ob dies inklusive der „Verleumdungen“ gilt, muss intern geregelt werden. Aber da habe ich in Kollumnen und Kommentaren anderer Zeitungen noch wesentlich härtere Worte gegen Politiker und anderen Personen finden können. Das weder das Handelsblatt, noch Spiegel, Stern oder die RP anscheinend eine Rüge oder gar eine Abmahnung erhalten habe, macht einen schon sehr skeptisch. Wird etwa die Meinung von Privatpersonen beschnitten, wärend die Presse – die vierte Macht im Lande 😉 – mit „Verleumdungen“ weitermachen kann/darf ? Besitzt die Presse einen Zaubertrank, die ihr eine solche Tätigkeit ungestraft ausüben lässt ? Sowas wie der Zaubertrank von Miraculix ? Und hat Kuro, weil er den Blog eben zaubertranksfrei hält, deshalb das Recht verwirkt, seine Meinung zu äußern. Schließlich wird ja nicht der gesammte Artikel beanstandet, sondern nur eine bestimmte Zeile. Und sie findet sich in anderen Berichten – wenn auch ohne subjektive Meinung – wieder. Mir ist nämlich unbekannt, ob nun die nähere Bestimmung „heimlich sexhungrig“ das störende Element war, oder nicht 😉 .

    Mit solchen Hetzereien stellst Du die Glaubwürdigkeit unseres Anliegens in Frage und schadest ihm damit massiv. Als ob wir es nötig hätten, mit Unterstellungen gegen den Gegener zu hetzen.

    Ich bezweifle ernsthaft, ob Kuros Meldung eine „Hetzerei“ darstellt. Weder im „Abmahnungs“-Post, noch in der ursprünglichen Meldung vom Bischofsrücktritt wird eine gezielte unbehauptete Verleumdung gegen Bischof Müller ausgesprochen … oder meine Augen benötigen wirklich langsam eine Brille 😉 . Es ist und bleibt Tatsache, dass er im Falle des Priesters ziemlich … ähm … „unoptimal“ gehandelt hatte. Darüber berichtet der Focus um einiges detailierter als Kuro, und berichtet über eine Mitschuld des Bistums und impliziert damit gar eine Mittäterschaft.

    http://www.focus.de/panorama/welt/fall-riekofen_aid_265199.html

    Ich frage mich letztenendes, wen Du mit „wir“ adressieren möchtest und ob Du mit dem Post auch Kuro direkt meinst 😉 . Wenn Du klarere Fakten hast, würde ich es gerne sehen, dass Du das Wissen mit dem Kuro direkt teilst, denn er könnte sowas wahrlich gut gebrauchen. Bis dahin stelle ich nur fest, dass das Internet zum Thema Müller und dem Wissen über den besagten Priester eine klare Position einnimmt … und Kuro sich mit seiner Meinung mit reingebracht hat. Gut, sicherlich ist es eine polemische Position, aber das wissen wir schon längst 😛 . Das nun aber er den Sündenbock spielen soll, hätte ich vom Anwalt des „heimlich sexhungrigen“ Pfarrer von Riekhofen erwartet, aber vom Müller nun wahrlich nicht. Es scheint mir, dass sich der Herr Müller von diesem Pfarrer und seiner Handlung zu distanzieren versucht, als das er die Verantwortung übernehmen würde. Naja, laut den News liegen die Karten bekanntlich nicht gerade optimal für die kath. Kirche. Da kann ich eine Abwehrreaktion verstehen … wenn sie auch gut begründet wäre 😛 .

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  5. Du schriebst, das Gericht habe Müller vor der gefährdenden pädophilen Verhaltensstörung des Priesters gewarnt. Müller bestreitet, gewarnt worden zu sein. Nicht nur Dir gegenüber. Ich habe es mal nachgegoogelt für Dich. Hat mich insgesamt 8 Minuten gekostet.

    Ergebnis: Das Gericht konnte nie belegen und redete sich mit einem Telefonat aus der Klemme – ohne benennen zu können mit wem. Kannst Du Dir das vorstellen? Frau Richterin hängt sich ans Telefon? Erzählt jemandem, den sie nicht kennt, die Krankengeschichte des Verurteilten? Leute, die sich sonst sogar schriftlich abmelden, wenn sie während der Sitzung mal pinkeln gehen?

    Du musst also belegen. Was führst Du an: Andere hätten auch Deine Behauptung in die Welt gesetzt. Unbelegt. Genauso wie Du. Hä? Weil Handelsblatt und wer sonst noch Müller verleumden, darfst Du das auch? Das ist Dein ernsthafter Standpunkt? Mit Verlaub: Das ist sehr, sehr mager. Unterste Schublade. Keinesfalls ausreichend, um einen anderen Menschen so schwer zu belasten. Öffentlich.

    Soweit Du den Fall darlegst, hast Du Müller Unrecht getan. So sehr Du auch immer Müller und seine Kirche ablehnst: Das solltest Du nicht zum Vorwand nehmen, um andere Menschen zu verleumden. Mit solchen Hetzereien stellst Du die Glaubwürdigkeit unseres Anliegens in Frage und schadest ihm damit massiv. Als ob wir es nötig hätten, mit Unterstellungen gegen den Gegener zu hetzen.

    Ein Fall, der Deine Entschuldigung verlangt, wenn Du gerecht sein willst.

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  6. Das Schreiben des Rechtsvertreters von Herrn Müller liegt dem Blog vor.
    In Absprache mit den Beteiligten wird von einer Veröffentlichung (noch) abgesehen.
    Alles andere ist Stuss und Dummschwätzerei.

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  7. @Al-Ma’arri

    „Ich wäre nicht überrascht, wenn diese Sache sich als Scherz oder falsch entpuppt.“

    Na klar, zeigt sich die Kirche doch als Hüter der Meinungsfreiheit, Menschenrechte und daher MUSS es ein Scherz sein, wenn die Kirche (mal wieder) die Meinungsfreiheit verbieten und unterdrücken möchte.

    Ich hoffe, dass dieser Schuß der Kirche schwer nach hinten losgeht.

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  8. @Al-Ma’arri
    Unterlassungserklärungen werden seltenst von Webspiders der Firma Google untersucht und katalogisiert. Jedenfalls solange sie sich nicht auf öffentlich zugängige Web-Server befinden.
    Wenn also Kuro die Unterlassungserklärung nicht öffentlich macht und die Spiderbots darauf ansetzt, wird sich im Index von Google wohl kaum was finden lassen. Google ist zwar schnell, aber simple „noindex“ Tags und die berühmte robots.txt Datei können auch den schnellsten Bot zum Stillstand zwingen. Mögliche Ausnahmen wie die Schäublebots mögen einen kleinen Programmierfehler enthalten, damit sie sich über solche „engen“ Restriktionen hinweg bewegen können, aber im Grunde genommen dürften Bots nur höchst selten über das Papier der Unterlassungserklärungen krabbeln, welches in einem Briefkasten landet.
    Und ich bezweifle, dass Kuro sich hier einen brighten Scherz erlaubt hat. Schließlich liegt der 1. April noch Monate vor uns und die Religionen bieten noch sehr viel mehr Wege für einen passenden und lustigen Scherz, als eine staubtrockene Unterlassungserklärung 😉 .

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  9. Ich finde diese Sache sehr merkwürdig, zumal ich bei google nachgesehen haben und nicht zu dieser Sache mit der Unterlassungserklärung fand.

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    1. @Al-Ma’arri, aha, du bist der erste Googlegläubige der mir begegnet, frei nach dem Motto, was nicht bei Google gefunden wird, hat nicht stattgefunden, findet und wird nicht stattfinden.

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  10. Eine Klage gegen das Handelsblatt hätte wahrscheinlich zu mehr schlechter Presse/Artikeln geführt…?

    So versucht man wohl, die negativen Reaktionen auf die Blogosphäre zu beschränken.

    Meine moralische Unterstützung habt ihr.

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  11. Leider kann ich juristisch nicht helfen und nur meine moralische Unterstützung anbieten.

    Aber das zeigt klar und deutlich wohin wir im 21. Jahrhundert gesteuert werden sollen. Neidisch auf die Macht der Muslime, versuchen die Katholen auf diesen Zug der Repressalien gegen Anders- und Ungläubige auf zuspringen und diese Mundtod zu machen.

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