Auf Befehl Gottes


Er machte eine religiös motivierte Politik: Der spätere US-Präsident George W. Bush im Jahr 2000. | Foto: afp

Badische Zeitung

Eine endgültig bessere Welt

„Gott befahl mir, Al-Qaida anzugreifen, und ich habe es getan. Er befahl mir, Saddam anzugreifen, und ich habe es getan.“ So zitiert John Gray Äußerungen des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush. Europäische Reaktionen auf solche Äußerungen sind meist von hilflosem Moralismus, Unverständnis oder Entsetzen geprägt. Solche Gefühle helfen aber nicht weiter und geben keine Erklärungen.

Eine solche wäre etwa: Der amerikanische Präsident, durch das Volk der USA als oberste exekutive Autorität legitimiert, befolgt den Befehl einer noch höheren Autorität. Voraussetzungen dafür sind etwa: Gott spricht mit dem Befehlsempfänger, der Gegner Gottes ist böse, der Diener Gottes ist gut. Dann führt der Präsident einen religiös-moralisch gerechtfertigten Kampf – wobei sich auch der Gegner mit satanischen Beschwörungen nicht zurückhält. In der Konsequenz hat damit die Willkür gesiegt, Wahrheit und Rechtsstaat haben das Nachsehen.

John Gray, der bis 2008 Professor für politische Philosophie an der London School of Economics war, will in seinem Buch „Politik der Apokalypse“ solche Begründungszusammenhänge in einen Zusammenhang stellen, der sie verständlich macht. Er zielt auf ein Verständnis der weltpolitischen Entwicklung, das mit längeren Zeitabschnitten sowie tieferen Strukturen von Mentalitäten, Geschichtsvorstellungen und begrifflichen Konstellationen rechnet. Er hat ein gutes und spannendes Stück politischer Philosophie vorgelegt, das kein langweiliges Begriffsgeklappere ist, sondern für Erkenntnisgewinne beim Leser sorgt.

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10 Comments

  1. @YeRainbow:

    Und wenn ein Volk alleine nicht mehr raus kann und nebenbei tausende Menschen sterben, dann schaut man zu, weil das ja deren innere Angelegenheiten sind?

    Hm… finde ich unbefriedigend. Für mich sieht das manchmal so aus wie wenn Passanten jemanden nicht helfen, der gerade überfallen wird. Ist ja nicht deren Problem, da muss die alte Dame schon selber wieder raus.

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    1. Man kann aber ein Volk nicht gegen seinen Willen demokratisieren. Die Ergebnisse sind bekannt. Irak ist mit wohlgefüllten Gefängnissen, ohne Rechtsstaatlichkeit, Zensur, Gewalt schlimmer dran als zu Zeiten S. Husseins.
      Das sind Fakten. Der Irak von heute ist mindestens ebensoweit von der Demokratie entfernt, wie zu Zeiten S. Husseins.

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  2. Ich kenne Saddam nicht, und auch nicht Angie.

    Ich bin also so gesehen nicht mal im Bilde, und was Saddam verzapft hat, ist innere Angelegenheit des Irak.

    Mein Vergleich kam lediglich daher, daß innere Angelegenheiten eben innere Angelegenheiten sind.
    Wer sind wir – wer ist jemand – sich da einzumischen? Es ist wahr, Staatsmänner machen Fehler. Nciht wenige.

    Nächstens stellt sich heraus, irgendein Politiker ist unintelligent und hat immer nur nachgeplappert. und, ganz egal, sollte ein Großer Könner von GanzWeitHer ihn absetzen? Nee, das ist Sache seines eigenen Stimmviehs.

    Ich bin inzwischen sehr zurückhaltend mit der Idee, man müßte hingehen und „dort was tun“.
    hat schon bei Che nicht geklappt.

    und bei dem wars nicht nur ne Tarnung für eigentlich monetär-wirtschaftliche GEwinninteressen einiger Großverdiener, im Gegenteil.
    Dennoch, erfolglos – sehr erfolglos.

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  3. Gott hat und Gott wird nie zu einem Menschen sprechen:
    1. der den Heilsplan Gott erfüllt hat,den Johannes der Täufer und Christus gepredigt haben am Jordan zu allen Menschen,Juden wie Heiden.
    2. Der keine Buße getan hast vor Gott für seine weltlichen, irdischen und fleichlichen Lüsten und Begierden/spricht von Sünden.
    3. Der keine Wiedergeburt/Geistgeburt erfahren hat für Gott und seiem eigenen Heil.
    4. Der kein dreifaches Zeugnis Gottes in seinem Innern
    empfangen hat von Gott mit Geist und Feuer. u.v.m.
    Wer so lebte nach seinen fleischlichen Lüsten und Begiereden auf Erden, wie der Herr Bush mit all seinen Speichelleker, der verdammt sich selber. Römerbrief 8, 1.4

    Als die Jünger Jesu, die Menschen alle in einem Dorf töten wollten mit Feuer, weil diese Menschen Christus nicht aufgenommen haben, als ER ein Nachlager für sich und seinen Jüngern bat, da sprach Christus zu ihnen:
    „Wisset ihr nicht welches Geistes Sohn ich bin?
    Ich bin nicht gekommen die Menschen zu töten,
    sondern sie zum ewigen Leben zu erwecken.
    Das hätte Bush tun sollen als Katholik, doch er wie alle die andern, kennen die Gebote Christi nicht noch den Geist und die Gesinnung Jesu Christi!

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  4. @YeRainbow:

    Geh bitte… Ich dachte nicht, dass ich die „Bush-du-hat-die-Wahl-gestohlen-Michael-Moore“-Kacke nochmal wo lesen muss. Und Angela Merkel mit Saddam Hussein zu vergleichen kann wohl auch nicht dein Ernst sein. Saddam war ein irrer Diktator der in der Vergangenheit Massenvernichtungswaffen gezielt gegen Zivilisten eingesetzt hat und mehrmals Krieg mit Nachbarstaaten anfing. Noch ist nicht gesagt, dass Krieg die beste Lösung war diesen Wahnsinnigen loszuwerden. Ihn aber mit demokratischen Regierungen hier zu Lande oder in den USA zu vergleichen, um rechtfertigen zu können, dass man auf keinen Fall Krieg will, ist im besten Fall naiv.

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  5. Wäre es niht sinnvoller gewesen, daß die Irakis die Chance gehabt hätten, sich selbst um seine Absetzung zu kümmern?

    ging doch auch keiner nach USA und hat den „gewählten“ Chef dort beseitigt, obwohl dem viele zugestimmt hätten…
    Das mußten die Amis schon selbst regeln…

    Wir würden uns auch dagegen verwahren, daß unsere liebe Angie von Außenstehenden freigesetzt würde. Nee, das ist eine innere Angelegenheit.

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  6. Das Entsetzen von vielen Christen über solche Aussagen von George Bush führte dazu das sich Millionen von Christen massiv gegen den Irak-Krieg wandten … vornedran der damalige Papst. Es hat nichts gebracht, leider.

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  7. Wenn ein Mensch Stimmen hört, die andere Menschen nicht hören können, ist das eigentlich ausreichender Grund für eine psychiatrische Diagnose.
    Nicht für das Führen eines Fahrzeuges, geschweige eines ganzen landes…

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