JN 8:12 – Bibelcode am Zielfernrohr


Quelle: die Presse.com

Die Presse.com

Eine Firma stattet seine Zielfernrohre für die US-Armee mit Bibelcodes aus. Experten fürchten, dass nun das Risiko für US-Soldaten in Irak und Afghanistan steigt.

Den in den islamischen Ländern Irak und Afghanistan eingesetzten amerikanischen Soldaten ist jede Form von religiöser Werbung verboten. Aber die Firma, die die Zielfernrohre für die Präzisionsgewehre der Marines liefert, setzt sich seit langem über dieses Verbot hinweg. Wie der US-Sender ABC nach Angaben der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ vor Kurzem enthüllte, lässt das Unternehmen Trijicon in Michigan in codierter Form Verse aus der Bibel in die Geräte eingravieren.

„Kreuzzug“ gegen den Terrorismus

So findet sich etwa die Zeichenfolge „JN 8:12“ auf Zielfernrohren. Gemeint ist damit ein Spruch Jesu aus dem Johannesevangelium: „Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Der Code „2 COR 4:6“ verweist auf den Zweiten Korintherbrief des Heiligen Paulus, in dem vom „göttlichen Glanz auf dem Antlitz Christi“ die Rede ist.

Die Enthüllung des Senders löste heftige Debatten im Kongress aus. Die Liberalen warnten, die Muslime könnten sich durch die Codes der Trijicon an die vom früheren Präsidenten George W. Bush beschworenen „Kreuzzüge“ gegen den Terrorismus erinnert fühlen. Auf diese Weise werde den Jihadisten neue Munition geliefert. Die Konservativen dagegen sehen kein erhöhtes Risiko für die Soldaten. Die codierten Bibelsprüche würden den Soldaten als Trost und zur Stärkung ihres Glaubens dienen, argumentieren sie.

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Max Headroom kommentiert:

Ich warte noch auf die „heilige Handgranate“ und den „Nuke Of The Lord“, der mit einem gigantischem Knall das Christentum verbreiten wird. Die „Mother Of All Bombs“ haben sie ja schon 😉 .

Trijicons „nicht christlich“ Spruch sagt schon alles. Die Waffen werden von Menschen benutzt, und nicht von Gottesmänner. Jesus ballerte damals auch nicht die Römer über den Haufen und schrie „FÜR GOTT UND VATERLAND !“, bevor er die Juden die ihn damals anklagten einen Kopfschuss verpasste !
Ich weiß nicht was so schwer daran sein soll, die angeblich *einzigen* Wörter Gottes (alles wurde von Gott inspiriert niedergeschrieben, aber die 10 Gebote wurden wortwörtlich von „Ihm“ *diktiert*) mal genauer anzusehen. Irgendwo in der Mitte stand da mal was von „Du sollst nicht töten“ oder so. Auf Zielfernrohre, die auf einem Ermordungsinstrument befestigt werden dann biblische Sprüche über Licht und Himmelreich anzupappen, strotzt nur so vor Dummheit und Unvernunft.

Aber was solls… Die Bibel ist kein Buch der Liebe oder der Vernunft. Aus ihr kann man den Weltfrieden wie auch den Weltuntergang herauslesen. Da hat selbst Tolkiens Herr der Ringe mehr Moral zu bieten und offeriert einen gemeinsamen und geschlossenen Kampf gegen das Böse, ohne irgendwelche Höllenqualen oder einem Antisemitismus.

Neben der Trennung von Staat und Kirche wird es nun langsam Zeit, dass man auch eine Trennung von Militär und Kirche vorranbringen sollte. Töten im Namen Gottes sollte dem Frieden zuliebe eher in den Köpfen als auf dem Schlachtfeld geschehen. Das multimilliardenschwere Unternehmen zu dämlich dafür sind, beweisen sie nur allzugerne. Nun bleibt abzuwarten, ob die „christlichen“ Menschen in Amerika dazu berufen fühlen werden, dem ganzem Jesus-Müll auf den Waffen den Rücken zu kehren, oder ob sie das religiöse Abschlachten „tolerieren“ werden. Dem zynischem Kommentar von Rachel Maddows kann ich nur beistimmen. Herzlichen Glückwunsch zur Motivationsbombe für die Taliban. Jetzt töten sie die Amerikaner um so lieber.

6 Comments

  1. Ca. 99% aller Waffen von Muslimen sind mit Koransuren versehen.

    Es ist immer gut, eine Statistik zu solchen Sachen zu haben, aber was ist mit den anderen „ca.“ 1%?

    Der Koran rechtfertigt ausdrücklich die Selbstverteidigung und dazu braucht man Waffen. Dagegen ist auch nichts zu sagen.

    Dagegen ist EINE MENGE zu sagen.

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  2. @EInFragender

    Ca. 99% aller Waffen von Muslimen sind mit Koransuren versehen. Warum regt sich darüber niemand auf?

    Weil kein Amerikaner in das Land eingefallen ist, um einen Heiligen Krieg gegen den Islam zu führen. Der Präsident hat nicht seine Männer losgeschickt, um den jeweiligen Gottesglauben zu verbreiten. Ganz im Gegenteil. Es wurde sogar explizit darauf Wert gelegt, keine Religion durchscheinen zu lassen. Weder die mormonische, noch die christliche oder scientologische (scientologistische? scientistische ?) Art des Glaubens.
    Man hat doch schon erlebt wie „hocherfreut“ die Gesellschaft in dem Land war, als man die übersetzten NT-Bibeln fand. Das Feuer der Gotteskrieger wurde erneut entfacht. Galt es doch als wichtigen Grundsatz des Landes, den (Allah-)Glauben zu verteidigen. Amerika befand sich aber keineswegs in einem religiösem Krieg !
    Die Fernrohre mit den christlichen Sprüchen haben für Muslime nicht unbedingt eine anziehende Wirkung. Insbesondere nicht, wenn sie sich als „alleinige Gotteskraft“ bezeichnen. Wir Deutsche würden es ja auch ziemlich „unangenehm“ finden, wenn wir im Ausland bei einer Umfrage nicht als „Deutsche“, sondern als „Lederhosenfetischisten“ bezeichnet werden würden. Und so findet ein muslimischer Polizist, der an einer Rifle trainiert wird es sicherlich auch nicht besonders angenehm, seine Hände auf ein „Jesus Licht“ zu legen, welches seinen Propheten ignoriert.

    Wie stehen Christen zu Bibelzitaten auf Waffen? Den allermeisten Christen ist das zuriefst zuwider, es ist eine Beleidigung des Glaubens, es ist ein Missbrauch, es widerspricht dem was in der Bibel steht, es widerspricht dem was Jesus lehrt.

    Dem stimme ich natürlich vollständig zu. Und dies merkt man in Amerika z.Bsp. an den Reaktionen in den Medien. Nun liegt es an den Christen in Amerika, den Christen von Trijicon sich dieser Tatsache bewusst zu machen. Man verlangt ja nicht die Anbringung von satanischen Versen 😛 . Aber eine Entfernung der Referenzen, der Neutralität gegenüber, muss drinn sein. In Amerika dürfen die Scopes von mir aus gerne verkauft werden. Aber im Irak dienen sie den Taliban und den Mujahedin nur als Instrumente zur Rekrutierung weiterer Gleichgesinnten:
    „Schaut mal her … die westliche Ungläubige wollen euch ihren falschen Propheten anjubeln. Ihr schiesst auf unsere Menschen mit Waffen ihres falschen Prophetes. Wehrt euch ! Nimmt Allah-Waffen und knallt sie alle ab!“

    Dieser bittere Nachgeschmack des Glaubenskrieges wird den Amerikanern im Lande noch eine lange Zeit im Munde bleiben. Auch bei den eigenen Muslimen im Lande, die sich der Verfassung verpflichtet fühlen. Die Trennung von Religion und Militär ist nicht (!) erfolgt.

    Man kann aber als Christ nichts dagegen tun. Man kann es niemanden verbieten Bibelzitate für irgendwas zu verwenden. Da Christen – im Gegensatz zu Vertretern anderer Religionen – überwiegend auf Gewalt verzichten und auf Einsicht setzen, kann man nur hoffen das diesen Firmen deutlich gemacht wird das dies ziemlich daneben ist.

    Vielleicht aber doch ? Einfach den Mund aufmachen und sagen, dass hier das Gesetz verletzt wurde. Und ja… man kann verbieten, dass Bibelzitate verwendet werden. Und zwar an bestimmten Orten und zu bestimmten Aktionen. Wenn ein Chirug beim zunähen einer Wunde plötzlich eine christliche Ader verspürt und wohlgesonnen dann einer Muslimin einen Jesus-Ist-Das-Licht Spruch in die Bauchdecke stickt, dann kannst Du erleben, wie plötzlich das Gesetz „unchristlich“ wird 😉 .
    Der Glaube ist eine Privatsache. Jeder Mensch hat das Recht zu Glauben und darf seinen Glauben ausleben. Aber nur soweit, bis kein anderer Mensch sich in seinen gegebenen Rechten und Freiheiten verletzt sieht. Wenn der Soldat bei sich im Ausland in sein Tagebuch Bibelzitate notiert, in seinem verschloßenem Spind sich die Bibel befindet und er an einem ruhigem Ort, ohne die „Einmischung“ in das Leben und der Freiheit der anderen Menschen seinem religiösem Alltag nachgeht (Gebete, rituelle Waschungen, Hostienessen, …), dann ist das genauso erlaubt und geduldet, als ob ein Briefmarkensammler es mit seinem Hobby macht. Kein Problem. Dieser Mann kommt dank der Ausübung in den Himmel und interveniert (bzw. stört) trotzdem nicht das Leben der anderen Mitmenschen. Und so kann ich es verstehen, wenn ein amerikanischer Hersteller von Waffenzubehör mit christlichen Werten (guter Witz, nicht wahr ? 😉 ) für seine gläubigen Waffenbenutzer ein Fernrohr mit Bibelsprüchen und/oder Koranversen und Talmut-Hinweisen herstellt. Es gibt ja auch Eis mit Erdbeer-, Vanille- und Schokoladengeschmack. Die Nachfrage regelt das Angebot. Aber hier geht es um den Auslandseinsatz in einem Land mit gänzlichst anderer Gesetzgebung. Und da sollte man nicht noch religiöses Öl in das heilige Feuer gießen. So wie Trijicon reagiert hat, kahm mir wirklich die Galle hoch. Waffenzubehör verkaufen ? Ja. Christliche Referenzen ? Ja. Kritik ? Nein ! Das kommt ja von den „unchristlichen“. Bei einem solchen Menschenbild wünsche ich mir eine harte Strafe für diesen Hersteller. Doch zuerst sollte eine Entfernung des Spruches bei allen Fernrohren erfolgen. Nur die im eigenem Lande, welche ausdrücklichst erwünscht sind – im Privatbesitzt, nicht beim Militär – dürften weiter existieren. Stimmt Trijicon dem nicht zu, gibt’s saftige Geldstrafen für die Nichteinhaltung der Trennung zwischen Staat/Militär und Kirche. Und gerne einen saftigen Arschtritt an denjenigen „Militärexperten“, der diese „Jesus-Scopes“ nicht auf Herz und Nieren überprüft hat 😉 . Obwohl … wenn in der Gebrauchsanweisung nicht ausdrücklichst drinne stand, dass die Seriennummer einen versteckten Bibelvers beinhaltete, kann er auch entlastet werden. Er war ja nicht Jesus und konnte natürlich weder Gedanken lesen noch alles wissen 😛 .

    PS.: Wobei ich ein „Du sollst nicht töten“ auf Waffen schon OK fände.

    Waffen, die beim Abzug Wasser verspritzen, würde ich eher mögen 😉 .
    Aber wenn schon ein „Du sollst nicht töten“ an Waffen OK ist, dann sollte aber auch ein äquivalenter Spruch aus dem Talmut, dem Koran, dem Buch der Mormonen, von Buddha, aus dem Shintoismus und einigen tausend anderen Religionen ebenfalls mit draufgeschrieben werden. Ob dann der Platz ausreicht ? 😉 .
    Ich wäre dafür, dass spezielle „christengerechte“ Waffen an Privatsammler verkauft werden, so wie die „Collector’s Edition“ von Feuerzeugen mit einer eingravierten Sammlernummer oder bei den Sondereditionen von Autos.
    Einerseits macht eine begrenzte Menge einen gewissen Sammlerwert aus. Möglicherweise würde man zur Reduzierung der Abnutzungserscheinungen dieser einzigartigen Stücke dann (hoffentlich) nicht schiessen wollen. Und andererseits würden dann wirklich nur „gottesliebende“ Menschen gezielt diese „gottgesegneten“ Waffen kaufen wollen. Kein anderer Mensch, kein Anders- oder Nichtgläubiger wird dazu gezwungen werden, eine Waffe entgegen seiner Idealen zu benutzen.
    Ziemlich abgedreht das ganze … die Nächstenliebe auf Tötungsinstrumenten. Die Lösung dieses unlogischen Dilemmas findet wohl nur im Himmel statt. Also für einen Nichtgläubigen wohl niemals 😛 .

    @Jaquento
    Danke für das Video 🙂 . Colbert hat doch tatsächlich meine gewünschte heilige Handgranate verwirklich 😀 ! Nur die zeitverzögerte Wirkung hätte ich mir etwas anders vorgestellt… so wie bei Monty Python 😉 .

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  3. Ca. 99% aller Waffen von Muslimen sind mit Koransuren versehen. Warum regt sich darüber niemand auf? Weil es sich mit dem Koran deckt. Es ist so, und das ist nicht böse gemeint, sondern ehrlich. Der Koran rechtfertigt ausdrücklich die Selbstverteidigung und dazu braucht man Waffen. Dagegen ist auch nichts zu sagen.

    Wie stehen Christen zu Bibelzitaten auf Waffen? Den allermeisten Christen ist das zuriefst zuwider, es ist eine Beleidigung des Glaubens, es ist ein Missbrauch, es widerspricht dem was in der Bibel steht, es widerspricht dem was Jesus lehrt.

    Man kann aber als Christ nichts dagegen tun. Man kann es niemanden verbieten Bibelzitate für irgendwas zu verwenden. Da Christen – im Gegensatz zu Vertretern anderer Religionen – überwiegend auf Gewalt verzichten und auf Einsicht setzen, kann man nur hoffen das diesen Firmen deutlich gemacht wird das dies ziemlich daneben ist.

    PS.: Wobei ich ein „Du sollst nicht töten“ auf Waffen schon OK fände.

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