Glaube, Aberglaube, Esoterik


Das Enneagramm-Symbol, Quelle: wikipedia

RatgeberNewsblog

Fortbildung des Diözesan-Caritasverbandes, die sich an die pädagogischen Mitarbeiter richtet und von einem Diplom Theologen durchgeführt wird:

Das Enneagramm

Leitende und moderierende Aufgaben sicher und authentisch gestalten

Das Enneagramm ist ein 2000 Jahre altes und bewährtes Instrument der Leitung und Persönlichkeitsbildung. Es schafft für viele Teilnehmerinnen oft erstmals ein Raster, in welches eigene Erfahrungen, Widerfahrnisse, Angst, Ärger, Wut, Trauer, Langeweile, Loyalität, Motivation o.ä. beruflicher wie privater Herkunft eingeordnet werden können. In neun Typen (ennea=neun, gramma=Typ, Buchstabe) werden Chancen und Grenzen diverser Persönlichkeitsstrukturen angegangen, auf die Sie sowohl in Ihrer Einrichtung als auch in Ihrer Elternschaft und Ihren Gremien treffen. Unter Mithilfe der Teilnehmerinnen werden verkrustete Muster Schritt für Schritt verwandelt. In der Beratung kommt ein Prozess des genauen Hinschauens auf mein Verhalten, meine Handlungen und Reaktionen in Gang (Selbstreflexion): Vermeidungsstrategien, Fallen, in die selbst ich immer wieder hinein tappe und meine »Wurzelsünde« (sund = Kluft), das Gefährlichste und zugleich Vitalste in mir, werden verdeutlicht.

Das, was mich – von der Wurzel her – von einem Leben in Gelassenheit und Ausgeglichenheit abhält, von einer Balance zwischen Anspannung und Entspannung, von einer wirklichen Sinnerfüllung, ist zugleich das Tor dorthin. Gleichzeitig werde ich aufmerksam und sensibel für die Gründe des Verhaltens anderer Gruppenmitglieder. Ich lerne von ihnen, dass ihr Verhalten in sich logisch ist, auch wenn ich mich vielleicht noch daran stoße. In den Klöstern fand das Enneagramm seit Jahrhunderten als

Leitungsinstrument des weisen Novizenmeisters Anwendung. Mit seiner Hilfe konnte er die jungen Menschen zu und in ihrer Berufung führen. Als Instrument der Selbstleitung wie der Anleitung anderer erfreut es sich seit den 80/90er Jahren zunehmend größerer Wertschätzung.

Jede ist eingeladen zu einem Spiel mit dem großen Bild des Enneagramms, zu einem Versuch, mit den anderen Typen umzugehen, in ihrer Welt zu leben und ihre Stärken in die eigene Person und in ein bestehendes Team zu integrieren. So bringt sich – mit steigender Aufmerksamkeit – ein menschlich-spiritueller Reifungsprozess in Schwung, der die ganze Person und auch ihr Umfeld erfasst.

Man muss wohl kaum näher erläutern, warum es sich bei dem Enneagramm um esoterischen Humbug handelt. Ähnlichkeiten zu Astrologie, Numerologie und ganz allgemein zur integrierten lösungsorientierten Psychologie sind nicht zu übersehen.

Wer jetzt glaubt, dass es eine große Ausnahme sein müsse, dass sich die Kirche dieser esoterischen Methode bedient, der irrt gewaltig:

  • Tostedter Kirchengemeinde bietetEnneagramm-Seminar” an.
  • Der Claudius Verlag, im Evangelischen Presseverband für   Bayern e.V.,hat eine extra Internetseite zur Bewerbung des Enneagramms
  • Tag des Herren – katholische Wochenzeitung: Enneagramm
  • Das HAUS BENEDIKT in Würzburg, Stadtkloster der Mönche von Münsterschwarzach: Enneagramm

Das Internet ist voll von christlichen Angeboten zum Thema. Ganz besonders bemerkenswert ist ja auch die Veranstaltungsliste des aufgeführten “Haus Benedikt”. Ein regelrechter Tummelplatz der Esoterik. Neben Handauflegen, Zen, Klangmassage und Blockaden-lösen findet sich dort auch noch das abartige Familienstellen.

Wundern darf einen eigentlich gar nichts mehr.

6 Comments

  1. Du findest also die Regeln, die ich für mein Leben entwickelt habe falsch und Du meinst das Deine Regeln besser sind? Habe ich dich da richtig verstanden?
    Und was hat die Diskussion über Trolle oder nicht Trolle mit dem Thema Enneagramme oder Esotherik zu tun?
    Schweifst Du nicht vom Thema ab?
    Was hat Dich so verletzt? Ich kann es nicht sein, mich kennst Du nicht.

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  2. Dich, Du Troll.
    Es dauert ja bei mir immer so ne Zeit, bis ich es endlich kapiere…

    Man merkt, Du hast ne Menge Langeweile.
    Und spaß an der Provokation.
    Geht ne Weile, schon klar.
    Mehr aber auch nicht.

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  3. Pöh.
    Ich mach das beruflich, also bin Wahrsager und lege Tarot Karten. Enneagramme hab ich noch nicht benutzt und werd ich wohl auch nicht weil mir das Tarot reicht.
    Ich könnte es auch ohne Karten aber die Leute, meißt Frauen, wollen es und was der Mensch will, das muss er haben.
    Aber was mich bei den Karten wundert ist, das es zu 99,99% hin haut. Natürlich haben die Karten einen Interpretationsspielraum, aber der hat auch seine Grenzen.
    Die 10 Schwerter z.B. kann man einfach nicht positiv interpretieren (obwohl es manche versuchen) und die 10 Münzen kann man nicht negativ interpretieren.

    Ausserdem testen mich die meissten (Neu) Kunden. Ich weiß nur den Namen, den Beruf und die Frage. Und dann erzähle ich die Vergangenheit bis 3 Monate und Gegenwart.
    Da kann ich nicht schummeln. Über die Zukunft könnte ich erzählen was ich will, aber nicht über die Vergangenheit. Die kennen meine Damen. Wir entwickeln dann zusammen Strategieen wie die Dame das bekommt was sie will.

    Und wenn sie es so macht, wie ich es ihr sage, dann klappt das fast immer.

    Bin ich ein Gauner? Vielleicht, keine Ahnung.
    Aber wenn der Mensch nach dem Gespräch sein Glück findet oder es aufbaut, dann, meine ich, ist es ok.

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  4. Zwischen christlicher Kirchenlehre und Esoterik hat noch nie ein prinzipieller Unterschied bestanden. Alles hat den gleichen mystischen Ursprung. Der Glaube an eine höhere Macht und das esoterische „Geheimwissen“ basieren auf einer Annahme/Vermutung, die irgendwann – aus Tradition – zur Tatsache mutierte, bzw. erhoben wurde. Das Endprodukt nennt sich Glaube. Glaube wiederum ist nichts anderes als das insgeheime (unbewußte) Eingeständnis für das Nichtwissen.

    Klügere Köpfe (die Priesterkaste, Schamanen, Medizinmänner) haben es schon immer verstanden, ihre Mitmenschen über den Glauben zu steuern, zu beherrschen und damit Macht auszuüben. An diesem Prinzip hat sich bis in unsere Zeit rein gar nichts geändert.

    Das Papsttum darf für sich in Anspruch nehmen, dieses Machtsystem perfektioniert zu haben.

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