Ameisen twittern nicht


Neurotiker-Ameise: „Antz” ©CINETEXT

Von Helmut MayerFAZ.NET

Beginnen wir mit einer einfachen Feststellung: Ameisen twittern nicht. Sie haben das auch gar nicht nötig, denn soziale Netzwerke werden bei ihnen seit ungefähr hundert Millionen Jahren verwendet und fortentwickelt. Keine der bekannten Ameisenarten lebt solitär, alle haben sie erstaunliche Formen der Sozialität ausgebildet, zu denen effiziente Kommunikationssysteme innerhalb der Kolonien gehören. Von Eusozialität sprechen die Biologen, und deren fortgeschrittene Form bedeutet, dass sich die Koloniemitglieder in fortpflanzungsfähige und weitgehend nicht reproduktive Kasten differenzieren. Wobei diese von der Fortpflanzung ausgeschlossenen Arbeiterkasten, denen nicht zuletzt die Pflege des Nachwuchses obliegt, sich wiederum in unterschiedliche Formen aufspalten können, um verschiedene Aufgaben in der Kolonie optimal zu erfüllen.

Welche Grade von Selbstorganisation der Kolonie mit solcher Arbeitsteilung möglich werden, hat immer schon staunen lassen. Und je genauer man hinzusehen lernte, nur umso mehr. Eine Kostprobe davon gab unlängst einer der renommiertesten Ameisenforscher, Bert Hölldobler, am Wissenschaftskolleg in Berlin. Er führte vor Augen, was Kolonien von Blattschneiderameisen der Neotropen so alles im Repertoire haben.

Ein Gipfel der Raffinesse

Agrikultur gehört dazu, auf die einige Ameisenarten vor fünfzig Millionen Jahren kamen – andere entwickelten Formen der „Milchviehhaltung“ – und die in den Pilzgärten der Blattschneider in ihrer höchstentwickelten Form zu bewundern ist, einschließlich der Produktion von Antiobiotika und der Kultivierung von Bakterien zur Bekämpfung von Parasiten. Sodann riesige Bauten für Millionen von Nestbewohnern mit einem überaus raffinierten Belüftungssystem samt Abfallmanagement, weit ausgreifende Straßennetze, akkurat sauber gehalten, zum Einbringen der Blätter, aus denen der Humus für die Hyphen des symbiontischen Pilzes hergestellt wird, dessen Ernte die Nahrung liefert. Das alles flexibel arbeitsteilig organisiert und in Gang gehalten mit Hilfe von raffinierten Kommunikationstechniken, in denen sich taktil-mechanische Elemente mit einem ausdifferenzierten Arsenal chemischer Signalstoffe verknüpfen.

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10 Comments

  1. GEschwurbel? anklagen? Zuschreibungen?

    ach, gottchen… (wenigstens dazu nutzt mir DEIN Gott…).
    Sag doch gleich, daß Du nciht verstehst.
    Hat in diesem Fall nilcht mit möglicher Überforderung durch zu viel und zu anpsruchsvollen Stoff zu tun, sondern mit mangelndem Erkenntnisvermögen. Sicher nicht unbedingt mit kognitiven Einschränkungen begründbar, sondern mit motivationalen und Verarbeitungsstörungs-(hinderungs-) Problemen.

    Geh du mal ruhig zur Anti-Brights-Fraktion.
    Die sind Dein Niveau. Dort fühlst Du dich sicher auch viel wohler.

    außerdem…. ich hab Studiengebühren gezahlt. Genaugenommen darfst Du ruhig gern bei Deinen Vorstellungen bleiben, ich weiß gar nicht, recht, wo du die Unverschämtheit hernimmst, es kostenlos haben zu wollen.
    Nicht mal die Kirche machts umsonst. au contraire, mon Capitan…

    Ich beende meinen Monolog mit Dir.

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  2. @YeRainbow,

    danke für die verdorrten Blumen.

    Sie zeigen einmal mehr, dass Glaubensvorstellungen bzw. Vorurteile bei den Atheisten ebenso das Problem sind, wie bei den Religiösen, die an Überantürlichkeiten, Dogmen, Mythen… glauben. Mit denen Du mich in eine Schublade stopfst. Nur weil ich – von einer aufgeklärten Betrachtung der christlichen Glaubenswurzel im griechischen Monismus ausgehend – anregen will, über eine bilogisch betrachtete rationale kreative als schöpferische Bestimmung im völlig natürlichen Weltbild nachzudenken. Um damit auf mündig freie Weise das zu ermöglichen, was bei Bienen & Co. ohne ein kulturelles Bewusstein funktioniert.

    Aber tröste Dich. Ich versuche gerade in einem kath. Forum Denkanstöße zu geben, eine schöpferische Bestimmung, gar das, was biblisch als „Wort“ bezeichnet wird, am Anfang von Kanon und Kirche als Logos Gegenstand der Diskussionen war, dort nachzudenken, wo Evolutionsbiologen die Welt erklären. Die Gläubigen hängen ebenso an altbackenen Vorstellungen und Bildern, wie die verneinenden Atheisten.

    Gerhard

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  3. Schon an Deiner Ausdruckweise kann man erkennen, woher der Wind weht.
    Wie ich rede, so denke ich auch… Sprache ist nicht nur Symbolik, sondern Sprache IST Denken. Oder andersrum, Sprechen und Denken sind 2 Ausdrücke derselben Fähigkeit…

    Was Menschen entwickeln ist ein soziales Netzwerk.
    WIE das gestaltet ist, welche Regeln darin gelten, welche Prämissen akzeptiert werden, ist grundsätzlich völlig frei.

    Natürlich hat es Ursachen, daß derzeit die Kultur (die langfristig entwickelten sozialen Netzstrukturen) eine Beschißkultur ist (genaugenommen eine Suchtkultur, denn es gibt ja nicht nur substanzvermittelte Süchte – die fallen nur viel mehr auf, das ist alles).

    Das Grundprinzip bleibt immer dasselbe (soziales Netz). Wie es ausgestaltet ist, ist die Frage.

    Es kann sich also noch vieles tun, wenn das Problem erst mal erkannt ist, das die Kultur so vergiftet…

    Dazu brauchts keinen Kult.
    Kult ist auch so ne Sucht-Geschichte….

    gottchen, was red ich mir den Mund fusslig…. Du verstehst es sowieso nciht, wetten?
    Hab da jedenfalls keine Hoffnung.
    Du brauchst Deinen allmächtigen Gott, egal in welcher Verkleidung.
    eigenverantwortung? Fehlanzeige.

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  4. Weder Bienen, noch Wölfe will ich nach-äffen. Nur ein Kulturnetzwerk, das aus kurzsichtigen Einzelwesen, die entsprechend ihrer Gier selbst ihren biologisch nachgewiesenen Sinn und Zweck verfehlen, war meine Frage.

    Die Menschen scheinen dazu einen Kult entwickeln zu müssen. Auch wenn der heutige dazu nicht tauglich ist und auch eine von mir nachgedachte, aufgeklärt-vernunftbestimmte Religion, die sich auf dem natürlichen Lebnesfluss beruft, immer wieder Probleme bereiten wird. Denn es stimmt, das Paradies ist ein Stockwerk höher. Wir müssen uns schon selbst helfen und dazu ist uns der Geist der Ent-scheidung gegeben.

    Alles verneinen, ist keine Entscheidung.

    Gerhard

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  5. Da bist du aber einem kleinen Irrtum aufgesessen.
    Bei den Bienen hättest Du als Drohne ein recht kurzes Leben – und in den Stock kämst du nicht wieder rein. Jedenfalls nicht lebend.

    und Wölfe sind enorm fremdenfeindlich. Kein Wolfsrudel würde einen Fremden akzeptieren.
    (unsere Hunde sind da wesentlich aufgeschlossener – aber die sind darauf selektiert, und es hat alles seine Grenzen).

    Und, nein, ich bin nicht in der Pflciht, Dir eine Alternative aufzuzeigen….
    Kann ich auch gar nicht. Wie stellst Du Dir das vor? Das Paradies ist eine Etage höher. Damit hab ich nichts zu tun.

    Aber ich kann Dir verraten, daß es eine Frage der basalen Kultur ist, und die ist seit schätzungsweise 12tausend Jahren eine Beschiß – und Macht-mißbrauchs-Kultur.

    Wer auf macht abfährt, aber die Verantwortung abspaltet – nun, das Ergebnis kann man sehr schön entwickelt sehen.
    die Menschen haben nur eine Option – das hinzukriegen.
    Oder unterzugehen.
    ist ne Entscheidungssache.
    Wir sind auch nur eine Spezies hier auf Erden, und andere sind schon vor uns verschwunden. Etwas weniger spektakulär vielleicht, aber das macht keinen großen Unterschied.
    Entweder die Menschheit kriegt es hin, oder – pfft.

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  6. Ach, YeRainbow,

    biete mir lieber ne Alternative. Zeige mir ein Kulturnetzwerk, das heute aus gieriger Kurzsicht der angeblich aufgeklärten Kreaturen ein zukunftsorientiertes, kreatives Gemeinschaftsgefüge macht, das so funktioniert wie bei den Bienen und selbst bei den Wölfen.

    Dennn nur darum geht es mir.

    Gerhard

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  7. Im Artikel der FAZ wurde wieder deutlich, dass der alte Sozialdarwinismus längst hinter uns liegt. Inzwischen sehen wir, wie es in der Natur wunderbare Kommunikationssysteme gibt, die z.B. Bienen in den Dienst der Gesamtheit stellen, gar auf eigene Fortpflanzung verzichten lassen, um so einen „Superorganismus“ zu bilden.

    Nun einfach die Bienen nachäffen zu wollen, geht nicht. Die Form und Sprache des gemeinschaftlichen Bienen-Philsophieren verschließt sich uns. Wir müssen uns an das halten, was uns die menschliche Kultur vorgibt. Und da ist bei Thomas Junker in „Der Darwin Code“ nachzulesen, dass Menschen Kultwerkzeuge, z.B. Bilder benötigen, die sie zum „Superorganismus“ machen. Ob allerdings der gemeinsame Besuch einer Kunstaustellung dazu taugt, wage ich zu bezweifeln.

    Doch die Bilder, die in in unseren Kulträumen bzw. der Kirche hängen, auf aufgeklärte Weise zu betrachten. Sich gleichzeitig für den natürlichen Lebensfluss zu begeistern und hier auf aufgeklärte Weise (nach den Worte des Evolutionsbiologen) einen „exteren vorgegebenen Sinn“ (als kreativen=schöpferischen Logos) zu verstehen, der auf den Bildern unserer Kulturtraditon meist mit Bart abgebildet ist. Das denke ich, würde mündige Affen mit Bewusstsein eher in eine gemeinsame Verant-wort-ung nehmen, die nicht nur bei Ameisen & Co. gegeben ist.

    Gerhard

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