In Marburg twittert selbst der Rathausgockel


Die dollste Neuigkeit seit Tagen, die Marburgs Lokalzeitung OP in ihrem uninspirierten Twitter-Feed anzubieten hat, ist die Aufdeckung, wer hinter dem („Dong Tada“ x Stundenzahl) im Twitter steckt. Es ist der junge Programmierer Manuel Hettche, der sich laut OP 15 Minuten Arbeit für diesen Spaß gönnte. Schließlich ist Londons „Big Ben“ und der Kölner Dom ebenfalls längst mit ähnlichen Gaudi-Zeitzeichen im Social Media Geschiebe vertreten. Füllte also eine Lücke? Nun ja.

Derjenige, der bei der Oberhessischen Presse (OP) den hauseigenen „Crossmedia“-Anspruch auszufüllen sich müht, hat als Empfänger offenkundig vor allem Schüler im Blick. Für die sind Nachrichten über schneebedingtes Schulfrei im Landkreis, die sie nicht mühevoll aus der OP-Printausgabe herausbaldowern müssen, vielleicht ein „Follower werden“ wert. Ansonsten ist offenbar „tote Hose“ im Landkreis Marburg-Biedenkopf – würde man der OP denn als Nachrichtenmedium trauen.

Ach so, momentan ist der kleine Zeitungsartikel über den „twitter.com/rathausgockel“ noch op-online. Mehr als die meisten Zeitungen pflegt die OP, was online lesbare Inhalte angeht, mit ihren Reizen zu geizen…

Als ich selber vor ca 14 Tagen diesen seltsamen nichts als „Dong Tada“ sagenden Rathausgockel unter meinen Followern entdeckte, war ich eher genervt. Ich nutze Medien als Informations-Kanäle und nicht als Spielkram. Wenn ich spiele, dann tue ich das mit der Sprache, mit Spielräumen für Problemlösungen und bei selten gewordenen Gelegenheiten auch mal in Form eines Karten- oder Brettspiels im Freundeskreis.

Übrigens assoziert der Name „Rathausgockel“ vor Ort gewöhnlich das Pseudonym des früheren Pressesprechers der Stadt Marburg, Erhard Dettmering, der seine Kolumne in „Studier mal Marburg“ immer so unterzeichnete. Derselbe ist auch im (Un-)Ruhestand noch ständig als Fotograf viel unterwegs. Draußen, nicht so sehr im Web, nehme ich mal an.

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