Im Auftrag des Herrn


Daniel Evans (20) ist für die Mormonen als Missionar in Taiwan

Christliche Missionare versuchen überall auf der Welt, Menschen für ihren Glauben zu gewinnen. In Taiwan haben sie es nicht leicht: Die meisten Menschen dort glauben an mehr als nur einen Gott.

Deutsche Welle

Das Dach verziert mit bunten Drachenfiguren, auf dem Altar zahllose Götterstatuen und in der Luft der Duft von Räucherstäbchen: Das ist ganz normal in Taiwan, dem Land mit der vielleicht höchsten Tempel-Dichte weltweit. Weil es hier keine Kulturrevolution gab, ist das religiöse Leben traditionsreicher und lebendiger als in China.

Daoismus, Buddhismus, Konfuzianismus – daran glauben gut 80 Prozent der Taiwaner. Im Chinesischen Volksglauben haben sich diese Religionen so vermischt, dass eine Abgrenzung schwer fällt. Auch in den Tempeln stehen Statuen der unterschiedlichsten Gottheiten einträchtig nebeneinander. Für viele Menschen gehört es zum Alltag, nach der Arbeit oder am Wochenende zu einem der vielen Götter zu beten – für Gesundheit, Wohlstand oder Glück bei der Partnersuche.

Viele christliche Missionare

Obwohl Christen in Taiwan eine Minderheit darstellen, sind hier besonders viele christliche Kirchen aktiv. Auch das hat historische Gründe. Nachdem Chinas Kommunisten vor 60 Jahren die Macht auf dem Festland übernommen hatten, flohen viele Missionare mit der alten Regierung nach Taiwan, wo sie ihren Glauben ungehindert praktizieren konnten. Der damalige Diktator Chiang Kai-shek und seine Frau waren Methodisten.

Auch heute noch sind hunderte christliche Missionare auf der Insel im Einsatz. Baptisten, Presbyterianer, Zeugen Jehovas und Mormonen verteilen Handzettel, locken mit kostenlosen Englischstunden und sprechen Taiwaner auf der Straße an.

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