Herr Mixa – sexuell, revolutionär?


Die hasserfüllten Augen des Herrn Mixa, Quelle: HFR.

Die Fraktion der Autoerotiker hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet. Sachdienlich und kompetent stellt sie fest, am sexuellen Missbrauch von Kindern, in der katholischen Kirche, ist auch die sexuelle Revolution schuldig.

Es ist ein Zeichen von Klugheit einfach mal die Schnauze zu halten, wenn man von einer Sache keine Ahnung hat. Oder Dr. Sommer fragen!

Stern.de

Der sexuelle Kindesmissbrauch an katholischen Einrichtungen ist nach Überzeugung des Augsburger Bischofs Walter Mixa auch eine Folge der zunehmenden Sexualisierung der Öffentlichkeit. „Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig“, sagte Mixa in einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“. Er nannte die Übergriffe von Geistlichen auf Jugendliche ein „besonders abscheuliches Verbrechen“. Als Seelsorger mache es ihn „zutiefst betroffen“, wie selbst Priester in „entsetzlicher Weise schuldig werden können“.

Einen Zusammenhang von priesterlicher Ehelosigkeit – dem so genannten Zölibat – und den sexuellen Übergriffen erkennt Mixa indessen nicht. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen Pädophilie und dem Zölibat, darauf hätten unabhängige Experten hingewiesen. „Der ganz überwiegende Teil entsprechender Sexualstraftaten wird von verheirateten Männern, oft im verwandtschaftlichen Umfeld der Opfer, begangen“, sagte Mixa. Ehelos lebende Priester sind nach Auffassung des Bischofs in der Regel sexuell völlig normal orientiert, verzichteten aber freiwillig auf Ehe und Sexualität.

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13 Comments

  1. Warum? Weil wir wirklich in einer übersexualisierten Welt leben. Wer den Fernseher einschaltet oder wer durch unsere Straße geht – die Werbung alleine genügt – der kann beobachten was ich meine. Sex ist das überbordende Thema überhaupt und so wie man früher zum Sex eine viel zu verklemmende Einstellung hatte, so meint man es Heute übertrieben zu müssen. “Sex sells” ist das wichtigste – alleine das bezeugt doch einen Fehler im Prinzip Werbung.

    Passt wie die Faust aufs Auge: „It is the strange thing about this church – it is obsessed with sex, absolutely obsessed. Now they will say, we with our permissive society and our rude jokes, are obsessed. No! We have a healthy attitude. We like it, it’s fun, it’s jolly. Because it’s a primary impulse, it can be dangerous and dark and difficult. It’s a bit like food in that respect, only even more exiting. The only people who are obsessed with food are anorexics and the morbidly obese. An that, in erotic terms, is the catholic church in a nutshell.“

    Aus der vorzüglichen Debatte mit Stephen Fry und Christopher Hitchens: http://www.intelligencesquared.com/iq2-video/2009/catholic-church

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  2. Die Idee, daß wir in einer Welt leben, in der man einfach seine Bedürfnisse ausleben darf, ist absurd.

    Da frag ich mich, warum noch Menschen Hungers sterben….

    Dazu kommt, daß es Bedürfnisse gibt, die eventuell Schaden bei anderen („unschuldigen“) anrichten können.

    Das ist ne Frage von Machtverhältnissen, dies bei potentiellen Opfern überhaupt zur Kenntnis nehmen zu wollen. Und es dann auch zu respektieren, Bedürfnis hin oder her….

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  3. @EinFragender

    Wir leben insofern in einer „uebersexuallisierten Welt“, als das Sexualitaet wohl nur sehr knapp nach dem Beduerfnis zu Essen und zu Trinken unser staerkstes Beduerfnis ist. „sex sells“ nicht deshalb, weil die Werbung hier etwas wecken muss, sondern, weil das einer der „angeborenen Knoepfe“ ist, deren Funktion in fast allen Faellen funktioniert.

    Selbst Gesellschaften, die durch Verhuellung von Frauen und allgemeine Puederie versuch(t)en diese Urmacht im Menschen zu regeln, zeigen damit nur indirekt, wie gewaltig dieser Trieb ist.

    Zum Thema Phaedophilie ein kl. Grundkurs in aufgeklaerter Moral:

    Solange Menschen etwas (Sex, S/M, Kaffetrinken) miteinander machen, was sie freiwillig und bewusst vereinbart haben geht dies keinen anderen etwas an, solange sie nicht in die Rechte anderer eingreifen. Kinder sind nicht in der Lage diese Entscheidung zu treffen und hier enden die Rechte auf das Ausleben der Sexualitaet.

    Die Grenzen sind in der Erklaerung der Rechte des Menschen und des Buergers von 1789 klar gezogen:

    „Artikel 4 – Die Freiheit besteht darin, alles tun zu dürfen, was einem anderen nicht schadet: Die Ausübung der natürlichen Rechte eines jeden Menschen hat also nur die Grenzen, die den anderen Mitgliedern der Gesellschaft den Genuß eben dieser Rechte sichern. Diese Grenzen können nur durch das Gesetz bestimmt werden.“

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  4. Grünen-Politiker: Papst muss sich äußern
    Kirchenvolksbewegung sieht Sexuelle Revolution nicht als Auslöser

    Die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ wirft dem Augsburger Bischof Walter Mixa Verantwortungslosigkeit vor. Er hatte die Sexuelle Revolution für die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche mitverantwortlich gemacht.

    Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck sagte dem „Tagesspiegel“, das Problem der katholischen Kirche sei viel älter als die sexuelle Befreiung. Ursächlich für die Vorfälle sei eher die „systematische Unterdrückung von Sexualität“; die Thesen Mixas seien deshalb „historisch absurd“.

    Außerdem verlangte Beck nach den Äußerungen des Papstes zu den Missbrauchsfällen in Irland auch eine Erklärung Benedikts XVI. zu den Vorfällen an deutschen Jesuitenschulen. „Die weltweiten Skandale haben etwas Systematisches an sich. Der Papst muss dafür sorgen, dass das Thema in allen Teilen der Welt zum Thema gemacht wird. Das ist das Mindeste, was die Opfer erwarten können“, sagte Beck. „Überfällig“ sei zudem eine Entschuldigung für die Vorfälle.

    Kirchenvolksbewegung kritisiert
    Die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ bezeichnete die Aussagen als verantwortungslos. Mixa hatte die sexuelle Revolution der vergangenen Jahrzehnte für die Missbrauchsfälle mitverantwortlich gemacht. Sexuelle Gewalt gegen Kinder auch in Internaten habe es „lange vor der sexuellen Revolution gegeben“, sagte Christian Weisner von „Wir sind Kirche“ der „Frankfurter Rundschau“. Offenbar sei dem Bischof die „Dimension des Problems nicht klar“.

    Bernd Göhrig von der Initiative „Kirche von unten“ sagte der Zeitung, der Bischof sei „persönlich überfordert“ mit dem Thema und sprach von einer „Krise des Führungspersonals“ in der katholischen Kirche. Er warnte die in der nächsten Woche tagende Bischofskonferenz vor nur kosmetischen Beschlüssen: Es dürfe nun nicht darum gehen, das Ansehen der Kirche zu retten. Die Bischöfe müssten sich mit der Frage beschäftigen, „wie die Strukturen der Kirche diese Verbrechen begünstigen“.

    Mixa hatte in einem Interview zu den Missbrauchsfällen erklärt: „Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig.“

    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/25/0,3672,8036537,00.html

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  5. Komisch, das was Bischof Mixa gesagt hat – wird hier gar nicht behandelt. Es wird das behandelt was man meint was er gesagt hat und die Frage ist doch, hat er Recht oder nicht?
    Ich meine er hat Recht. Wohl weniger bezogen auf die Missbrauchsfälle bei den Jesuiten – dort handelte es ich meistens um nicht-sexuelle Missbräuche – sehr wohl aber bei vielen andern sexuellen Missbräuchen ca. 18.000 pro Jahr.
    Warum? Weil wir wirklich in einer übersexualisierten Welt leben. Wer den Fernseher einschaltet oder wer durch unsere Straße geht – die Werbung alleine genügt – der kann beobachten was ich meine. Sex ist das überbordende Thema überhaupt und so wie man früher zum Sex eine viel zu verklemmende Einstellung hatte, so meint man es Heute übertrieben zu müssen. „Sex sells“ ist das wichtigste – alleine das bezeugt doch einen Fehler im Prinzip Werbung.
    Das zeigt natürlich Wirkung und ganz sicher bei den Menschen die sowieso ein gewisses Problem bei dem Thema haben und gerade durch die permanente Befeuerung von allen Seiten meinen irgendetwas ausleben zu müssen.
    Einfache Fragestellung: Was soll man denn einen Menschen sagen der nur Sex mit Kinder will und sonst nichts anderes? Darf er nicht auch seine Bedürfnisse ausleben wie – vermeintlich – alle anderen? Und das diese Fragestellung nicht so aus der Luft gegriffen ist merkt man wenn man mal Pädophilen zuhört. Viele Pädophile speilen sich ja eine Realität vor in dem sie gar nicht so schlimm sind, das sogar sehr überzeugend. Das geht so weit das sie ihr handeln als normal darstellen. Bekanntlich wird das ja auch gelegentlich von Teilen der Politik aufgegriffen – die Grünen zum Beispiel waren gerade in den 80ern sehr anfällig dafür und das dort Politiker wie Cohn-Bendit – seine merkwürdigen Vergnügungen mit Kindern sind bekannt – nach wie vor tätig sind zeigt das merkwürdige Verhältnis zum Thema. Wäre dieser Politiker in einer anderen Partei – oder sogar Pfarrer oder Bischof – die berechtigte Kritik an dieser Person würde unlängst dazu führen das diese Person nur noch sehr eingeschränkt wirken könnte.
    Aber – schon bei Affaire Polanski – hat man ja gesehen das man bei manchen Kinderschänder gerne bemüht ist eine Rechtfertigung im Handeln zu erkennen, bei anderen nicht.

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  6. Eines verstehe ich nicht, Herr Mixa.

    Inwiefern betrifft eigentlich ne sexuelle Revolution die Priester?
    Die geht das doch gar nichts an, oder?

    Daher ist mir nicht klar, wieso eine solche Umwälzung sich auf das Verhalten von Priestern ausgewirkt haben soll…
    Die dürfen doch eh nicht, vorher nicht und jetzt auch nicht..

    oder wie oder was?

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  7. petersemenczuk zeigt unfreiwillig auf ein Kernproblem:

    Einer der Besonderheiten des Christentums ist es, die Sexualmoral zum einem Kern- und Angelpunkt der Moral zu setzen.

    Selbst die Stoiker mit ihren fast uebermenschlichen Anspruch an das eigene Handeln sahen die Sexualmoral als nicht zentral in der Lehre. Man mag sich sexuell zurueckhalten, um nicht von den Gefuehlen ueberwaeltigt zu werden, aber der eigentliche sexuelle Akt war moralisch neutral, solange man den anderen Menschen als selbstbestimmtes vernunftbegabtes Wesen verstand. Andere antike Schule, wie die der Epikuraerer oder Zyniker, sahen dies aehnlich.

    Erst das Christentum beendete diese vernuenftige Haltung gegenueber dem Sex. Ploetzlich verlagerte sich das Zentrum des moralischen Handelns vom Kopf zwischen die Beine.

    Welche verbogene Pyche dahinter steckt moegen andere beurteilen.

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  8. „Sexualisierung der Öffentlichkeit“ – klar, wenn ich auf totalverhüllung setze, dann ist schin der anblick von knöcheln oder textilfreien oberarmen erotich und sexualisiert.
    hätten wir tatsächlich einen „normalem“ umgang mit sexualität, würde uns der anblick von entblößten geschlechtsmerkmalen nicht mehr von hocker reissen.

    „zutiefst betroffen“ – hilft soviel wie beten 😉 handeln ist angesagt! und dieses gewäsch von wegen „wie selbst Priester in ‚entsetzlicher Weise schuldig werden können'“.. erinnert mich an dieses blöden kommentare wie „aus gutem elternhaus“

    das der überwiegende teil (absolut) dieser verbrechen von nicht-priestern begangen wird, ist wohl jedem klar – mich interessiert jedoch der anteil kinderficker/priester vs. kinderficker/nicht-priester. es es hier gleichviele oder weniger priester gibt, dann nehme ich alles zurück 🙂

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  9. Herr Mixa,
    „Fleischlich gesinnt sein“,
    ist eine Feindschaft wider Gott heißt es in der Schrift und
    im Christus- Geist;
    „Weltlich gesinnt sein“,
    ist auch eine Feindschaft wider Gott heißt es in der Schrift
    und im Christus-Geist;
    „Irdisch gesinnt sein“, ist auch eine Feindschaft wider Gott
    heißt es in der Schrift und im Christus-Geist.

    „So ist nun NICHTS VERDAMMLICHES an denen, die in Christo Jesu sind;
    die nicht nach dem Fleisch leben und wandeln,
    SONDERN nach dem Geist,den Gott gibt bei der Wiedergeburt des neuen Menschen und Kreatur Gottes.
    Römerbrief kapitel 8,1-4
    Religionen,Kirchen,Tempeln, Gemeinden und Sekten mit ihren Bischöfen, Priestern und Predigern, etc.
    die nach dem Fleisch leben mit ihren fleischlichen Lüsten und Begierden und herumhurren mit Frauen, Hausangestellten und Gleichgeschlechtlichen Partnern und Kindern,
    Sind keine Kirche Christi noch Jesu Christi Nachfolger,
    SONDERN eine „Synagoge/ d.h. Schule des Satans“,
    sagt Jesus Christus zu der Gemeinde der Isebel und ihrem Gemeindeleiter in der Offenbarung Kapitel 2, und 3,

    Treten Sie ab mit ihrem Verein, denn Sie und Ihr Papst lästern Gott und treten Christus mit den Füßen und wider- stehen dem Heiligen Geist!
    Keiner wird selig und erlöst von dieser Erde gehen,
    noch das ewige Leben empfangen sagt Christus,
    der sich zu der „römisch-katholischen Kirche“ bekennt.
    Lesen Sie das,was Christus zu der Isebel sagte in der Offenbarung Kapitel 2, 18-29

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  10. Nun, es waere fuer Herrn Mixa wohl gar zu „erschroecklich“, sich Gedanken zu machen, ob in seiner Organisation nicht etwas im Fundament am rotten sei. Da ist es viel einfacher den Finger auf die „boese Welt da draussen“ zu zeigen und sich so diese schrecklichen Gedanken zu sparen.

    Zum Beispiel Gedanken darueber, was der Zoelibat bei den Betroffenen ausloesen kann. Man mag freiwillig fuer einige Zeit enthaltsam sein, aber alleine die Vorstellung, dass per Berufsbedingung dies lebenslang vorgeschrieben wuerde, muss nahezu an einem halbwegs gesunden Mann/Frau mental nagen.

    Oder sich einmal zu fragen, warum die Ideen der Kath. Kirche ueber Sexualmoral von allen wissenschaftlichen Fortschritt der letzten 100 Jahre ueber die Bedeutung und das Funktionieren der menschl. Sexualitaet unbeeindruckt bleiben.

    Religion ist nur das „Opium des Volkes“, sondern in diesem Falle auch das geistige Opium fuer Bischoefe; eine sichere Methode sich nicht mit der Wirklichkeit auseinandersetzen zu muessen.

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  11. Ich warte noch auf den Beleg von Mixas Behauptung, daß die sogenannte Sexuelle Revolution (ich seh die als bissl was anderes als eine sexuelle Revolution… das war wohl mehr nur so ne Art Lockerung von Hemmungen, die Idee hingegen war nicht neu..) die Anzahl von sexueller Kindesmißhandlung erhöht hätte.

    Man darf annehmen (es gibt retrospektive Studien), daß die Opferzahlen relativ konstant über die Jahrzehnte waren.
    Möglicherweise haben sie sogar in gewissem Rahmen abgenommen, seit Kinder nicht mehr als „Privatbesitz“ ihrer Eltern oder REspektspersonen angesehen werden können/dürfen.

    Was hingegen deutlich zugenommen hat, ist die Kenntnisnahme der Öffentlichkeit und die Bereitschaft, über solche scheußlichen Erlebnisse zu sprechen.

    Denn in Zeiten, noch gar nicht lange her, da ein Opfer ja „moralisch minderwertig“ und ein Flittchen war, war es wesentlich klüger, sich lieber die Zunge abzubeißen…
    um zum seelischen Trauma nicht noch die soziale Verachtung und Ausgrenzung zu erleben.

    Das minderjährige Mädchen, das blöderweise schwanger wurde, hatte allerdings eben Pech.
    Nun, die herren brauchten ja auch nachschub an Prostituierten (die das gern „freiwillig“ taten/tun)…
    Irgendwen muß es halt treffen, das hat der liebe Gott so eingerichtet in seiner Allmacht. Nicht wahr, Herr Mixa?

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