Katholischer Totenkult


Gemälde von Francisco de Zurbarán, um 1640, Quelle: wikipedia

Vatikan-Theologe warnt vor ‚abergläubischer’ Reliquienverehrung

kath.net

Zehntausende Menschen besuchen derzeit die Reliquien des heiligen Antonius von Padua. Monsignore Principe: „Wir riskieren heutzutage, die Grenze zwischen volkstümlicher Verehrung und Aberglauben zu überschreiten.”

In der Antoniusbasilika von Padua ist bis kommenden Samstag das vollständig erhaltene Skelett des Heiligen in einem Glasschrein zu sehen, rund 200.000 Gläubige werden dazu erwartet, kath.net hat berichtet. Aus diesem Anlass hat der vatikanische Bibeltheologe Monsignore Pietro Principe gegenüber der italienischen links-liberalen Tageszeitung La Stampa gemeint, dass die Reliquienverehrung Gefahr laufe, den „authentischen Glauben“ durch „Aberglauben“ zu ersetzen. Das meldet cathnews.

Zwar sei Reliquienverehrung “Teil unserer Tradition”. „Dennoch riskieren wir heutzutage, die Grenze zwischen volkstümlicher Verehrung und Aberglauben zu überschreiten.” Es gebe eine Versuchung, „leere Kirchen mit einem Boom von religiösen Events zu kompensieren, indem der authentische Glaube durch Sensationsgier nach Wundern ersetzt wird“. Monsignore Principe ist ein Berater von Kardinal Angelo Sodano, Dekan des Kardinalskollegiums und ehemaliger vatikanischer Kardinalstaatssekretär.

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5 Comments

  1. pikant ist dabei halt, daß nach Kohlbergs Moralstufen dieses sich vorteile für Dies – oder Jenseits verschaffen zu wollen, indem man kultische Regeln einhält und Bittgebete zur Unterwerfung fügt….
    Moralstufe 2. Kommt direkt nach dem neugeborenen mit Moralstufe 1.

    von 6 möglichen….

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  2. @Argus7
    Es gibt keinen 😉 . Es ist nur eine Sache des Blickwinkels.

    Ein Gläubiger der „den Glauben“ glaubt ist – trotz fehlender Nachweise und entgegen der Vernunft – sich seiner Sache vollkommen sicher. Für ihn sind die Knochen die „Beweise“ für die Existenz einer Person, die laut Überlieferung „Wunder“ getan hat … und zwar dank der Heiligkeit des Übervaters dort oben. Er ist das Werkzeug Gottes, und die Knochen sind die Belege für dies. Zwar sind es nur Knochen, sie schweben nicht und sie haben keine eingeritzte Seriennummer der Heiligenfirma, aber er glaubt dies.

    Für einen Aussenstehenden ist die Verehrung einer Leiche, weil sie – trotz fehlender Nachweise – Wunder vollbracht haben soll, nichts anderes als Aberglauben… und das stimmt. Ob man die Knochen verehrt, oder die Übernatürlichkeit, welche die Knochen fernlenkte, ist nebensächlich. Es wird eine Leiche „angehimmelt“.

    Dreht man den Spieß um, so ergibt sich exakt das selbe Bild:
    Ein Voodoo-Priester, der – trotz fehlender Nachweise und entgegen der Vernunft – an die Wirkung seiner Magie glaubt, ist sich seiner Sache vollkommen sicher. Für ihn sind die (hypnotisierten, sich in Trance befindenden Personen, im Koma liegende Personen, zufällig eintretende Ereignisse mit Interpretationswert, …) „Beweise“ für die Existenz einer Magie, die laut Überlieferung durch die Wirkung einer Übernatürlichkeit (Geister, Dämonen, …) geschehen ist. Er ist das Werkzeug dieser Magie und die Berichte sind Belege für dies. Zwar sind es nur Knochen und zufällige Ereignisse, sie haben keine Handschrift einer Übernatürlichkeit und entziehen sich nicht den Naturgesetzen, aber er glaubt dies.

    Für einen Christen ist die Verehrung eines Voodoo-Priesters, weil er – trotz fehlender Nachweise und der entgegengesetzen Position der Bibel – wirken soll, nichts anderes als Aberglauben … und das stimmt. Ob man den Voodoo-Kerl oder seine Götter verehrt, ist nebensächlich. Es wird die Voodoo-Magie „angehimmelt“ (angehext?) 😉 .

    Für einen Naturalisten sind beide Fälle absolute Fantasiedinger. Beide (und noch viel mehr Menschen) sind vollkommen von der „Richtigkeit“ ihrer Taten überzeugt. Der Christ, der sich in den Himmel hineinbeten möchte und die Heiligkeit als „Beleg“ seines Übervaters annimmt, und der Voodoo-Priester, der andere Menschen verhext und dessen Hustenanfälle als „Beleg“ seiner Götter annimmt. Aberglaube bleibt Aberglaube … für einen Naturalisten. Die Gläubigen aber, sie sind „im Glauben“. Eine reine Sache der Perspektive eben 😛 .

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  3. „… riskieren wir heutzutage, die Grenze zwischen volkstümlicher Verehrung und Aberglauben zu überschreiten.“

    Also, ohne den Katholizismus würden der Welt wirklich ein paar Lacher verloren gehen. 😀

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