Vom yogischen Quantengleiten


Regisseur David Sieveking, meditierend

Cicero

Die „Transzendentale Meditation“ ist die größte New-Age-Sekte der Welt, ihr Gründer Maharishi Mahesh Yogi war Guru der Beatles und von David Lynch. Auf dessen Spuren hat sich der junge Filmemacher David Sieveking ins Herz der ominösen Organisation begeben, und bizarres zutage gefördert. Ein Interview über die Schattenseiten einer scheinbaren Friedensbewegung.

Herr Sieveking, es heißt, bei der 4jährigen Recherche zu ihrem Dokumentarfilm über die Transzendentale Meditation folgten sie den Spuren David Lynchs, um an die Quelle seiner Inspiration zu kommen. Bei allem Respekt: Aber der letzte Ort an dem man sein will, ist doch der, an dem David Lynchs Höllenfantasien entspringen, oder nicht?

Na ja, dieser Ort muss aber auch sehr faszinierend und mysteriös sein. Ich selbst stamme aus paradiesischen, wohlbehüteten, bürgerlichen Verhältnissen. Das drängt mich heute gerade als Filmemacher dazu, Abgründe aufzutun. Bei Lynch selbst ist das übrigens ähnlich: Der war Pfadfinder, genau wie ich, kam auch aus einem heilen Elternhaus, und man fragt sich: Wie kommt der Mann auf solche kranken Ideen? Wo kriegt der die bedrückenden Motive in seinen Filmen her? Warum hat ausgerechnet er die extremsten Bösewichter der Filmgeschichte erfunden? Und dann sagt er selbst: Die Transzendentale Meditation ist der Schlüssel zur Kreativität. Den wollte ich auch haben.

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6 Comments

  1. hm, ob eigene Recherche oder nciht ist doch wurscht.
    Ich muß das Fahrrad auch nicht dauernd neu erfinden…

    Ich kenne den Film ja nicht, nur das Interview – und das hat mir zugesagt.

    Sekte ist Sekte. ob als „Staatskirche“ oder sonstwas ändert in meinen Augen nicht.
    Man kann wesentliche Erkenntnisse über Sekten durchaus übertragen.
    „neues“ ist da eher nicht zu erwarten. Seit 12 tsd jahren.

    Nicht erst mit Marduk, meinem Favoriten…. 😉

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  2. Hab den Film auf der Berlinale gesehen … meine Güte war der schlecht. Da trägt der Sieveking seine sinnsuchende Nabelschau zu Markte und versucht sich als investigativer Journalist zu produzieren. Er vermarktet als eigene Recherche was die kirchlichen Sektenvertreter schon unterstellten als er selbst dem Laufställchen noch nicht entwachsen war… niemand interessiert sich für solch unvoreingenommes Nachgeplapper — 

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  3. Die Nutzung einer TEchnik erklärt eine Sekte eigentlich nicht zum Inhaber dieser Technik….

    Auch die Römer konnten schon laufen. Müssen wir, wenn wir laufen, jetzt alle die römischen Gesetze einhalten und latein sprechen?
    Vielleicht noch Römersteuern zahlen?

    oder übertragt es aufs Atmen….
    Wer war eigentlich der Inhaber dieser Idee? Wer hats erfunden?
    muß man, um es selbst nachzuvollziehen, SEINE Grundsätze übernehmen?

    Menschen sind evolutionär dazu befähigt, Konzentrations- und Visualisierungs-Techniken anzuwenden. Natürlich muß man es bissl üben. Ist beim Laufen ganz ähnlich…

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  4. Die Möglichkeit, Freie Transzendentale Meditation zu akzeptablen Gebühren und unabhängig von der TM-Organisation zu lernen, besteht schon seit Jahren. Regisseur David Sieveking hätte es eigentlich besser wissen können und sich einiges erspart außer den teuren Kursgebühren bei der TMO.

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  5. Diese Sekte ist vielleicht wirklich Blödsinn (man kann ja alles ausschlachten), aber mit Meditation kann man tatsächlich einiges erreichen… wenn auch natürlich nicht fliegen :). Schade dass so eine prima Technik durch solche Sektenfuzzies so in Verruf geraten kann.

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  6. Grundsätzlich vorweg: Ich finde es schwierig, dass die Sektenbeauftragen in Deutschland alles Kirchenvertreter sind.

    Ääh… was? Ich schlafe wohl noch…

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