Aufklärung tut Not


Koran im Gebetsraum einer Schweizer Gemeinschaft. Bild: Urs Jaudas

Von Kari Kälintagblatt.ch

Hassprediger, Zwangsehen, Verschleierung, Mädchenbeschneidungen: Der Bundesrat will wissen, wie verbreitet diese Phänomene in der Schweiz sind – und wie gross die Angst davor ist.

Seit das Volk am 29. November 2010 mit 57,5 Prozent dem Minarettverbot zugestimmt hat, dürfen Moslems auf ihren Sakralbauten keine Türme mehr errichten. Hinter diesem Ergebnis steckt jedoch mehr als eine architektonische Einschränkung für eine Religionsgemeinschaft. Themen wie Zwangsheiraten, Mädchenbeschneidungen, Hassprediger, Verhüllungszwang, Sharia, Gewalt, Terror oder das Fernbleiben vom Schwimmunterricht prägten den Abstimmungskampf.

Das Verdikt an der Urne war auch eine schallende Ohrfeige für den Bundesrat, der landauf, landab für ein Nein weibelte. Nun handelt die Landesregierung – und will aktiv Vorurteile abbauen.

Wie viele Hassprediger?

Zu diesem Zweck will der Bundesrat einen Bericht über die rund 400 000 Moslems in der Schweiz verfassen. Er empfiehlt dem Parlament, zwei entsprechende Postulate von Kathrin Amacker-Amann (CVP/BL) und Ueli Leuenberger (Grüne/GE) anzunehmen. Der Ausgang der Abstimmung vom 29. November sei Ausdruck eines Unbehagens in der Bevölkerung über die Bildung von Parallelgesellschaften. «Die Angst vor einem Islamismus, der auch vor Gewalt- oder gar Terrorakten nicht zurückschreckt, darf indes nicht zur Zementierung von Vorurteilen gegenüber der grossen Mehrheit der in der Schweiz lebenden Moslems führen, welche unsere Rechtsordnung respektieren und ihren Glauben friedlich praktizieren», schreibt der Bundesrat.

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