Die Selektion von HartzIV-Empfängern


Das unwerte Hartz IV-Leben

Von Rudolf Stummberger – tp

Soziologieprofessor Gunnar Heinsohn will die Unterschicht finanziell austrocknen, weil die zu viele gesellschaftlich wertlose Kinder in die Welt setzt

Die Kinder von Hartz IV-Empfängern sind minderwertig, sie sind dümmer und fauler als die Kinder von anderen deutschen Müttern und ihre Ausbildungsfähigkeit steht in Frage. Sie werden in Zukunft den hohen Qualifikationsanforderungen der Gesellschaft nicht mehr genügen. Diese Kinder entstammen einer Unterschicht, die sich durch Sozialhilfe immer mehr vergrößert und hemmungslos vermehrt und den Leistungsträgern auf der Tasche liegt. Das ist eine Gefahr für Deutschland. Während sich die Unterschicht so vermehrt, bekommen die deutschen Frauen der Leistungsträger zuwenig Kinder. Der Staat muss also das weitere Kinderkriegen der Unterschicht verhindern, indem man deren Angehörigen die Lebensgrundlage entzieht. Deutschland braucht diese minderwertigen Kinder nicht, sondern es braucht die sozial wertvollen Kinder der Karrierefrauen.

Dies ist, komprimiert zusammengefasst und im Klartext die Aussage von Gunnar Heinsohn. Dies ist 65 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus der Inhalt eines Gastkommentars. Dieser stammt nicht von irgendeinem bösartigen Verwirrten, sondern von einem deutschen Professor für Sozialpädagogik an der Universität Bremen. Dieser Zeitungsartikel erschien nicht in einem rechtsextremen Schmutzblatt, sondern in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Dieser Artikel kann als Volksverhetzung gelten.

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11 Comments

  1. @YeRainbow

    Ich vermute eher, dass wie in einer Situation sind wie in Rom etwa ab dem 1. Jhrdt. BC:

    Grosse Latifunden, Importe von Getreide und eine beginnende fabrikmaessige Production (damals durch Sklaven heute Machinen) machten weite Teile der roemsichen Bevoelkerung, einschliesslich der Mehrheit der Roemischen Buerger, arbeitslos – sie waren fuer die Erhaltung des Imperiums nicht mehr von noeten, es sei denn als Legionaere.

    Was man also erfand, war die kostenlose Abgabe von Getreide, bare Zahlungen bei allen moeglichen Gelegenheiten und immer extravagantere Zirkusspiele, um die sozialen Spannungen nicht zur Explosion kommen zu lassen.

    Die Klage des Herrn Heinson gab es damals auch schon, sie floss sogar in die Gesetzgebung ein, wie an der Lex Iulia und dem Drei-Kinder-Privileg zu sehen.

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  2. Was Leute wie Heinson nicht sagen, oder vergessen, ist der Umstand dass unsere Gesellschaft fuer ihre wirtschaftliche Taetigkeit diese Leute nicht benoetigt.

    Es mag zynisch erscheinen, aber Dtld. produzierte im ltzten Jahr fuer rund €160 Mrd. mehr Gueter als verbrauchte. Fuer die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Grundlage Dtld. (und wohl auch aller anderen hochindustrialisierten Staaten) ist deren Arbeitskraft schlicht nicht noetig.

    Es ist m.M. stark zu vermuten, dass diese Tendenz noch zumimmt. Wenn man die Kosten fuer dieses „Durchfuettern“ nimmt (ca. €150 Mrd. pro Jahr) und in Relation zum GDP nimmt, ist das alles noch ganz guenstig.

    Bildung: Der Vergleich mit den USA hinkt und stinkt. Die offizielle US-Armutsgrenze von ca. $13’000 im Jahr ist fuer einen Einzelhaushalt geringer als HarzIV mit dem Mietzuschuss zusammen. Die schlechte Qualitaet der staatlichen Schulen in Kombination mit privaten und kostepflichtigen Schulen auf oft extrem hohen Nivea fuehrt zu einer sehr geringen sozialen Mobilitaet.

    Wenn Herr Heinsohn wirklich versuchen wollte, daran etwas zu aendern, so waere die logische Forderung nicht irgentwelche Geburtenregelungen, sondern eine Generalreform des Bildungssytems mit einer Kombination einer kostenlosen Elitenfoerderung (und zwar nach „Grauer Masse zwischen den Ohren“ sortiert und nicht nach soz. Stand der Eltern) mit einem supportiven Schulsystem fuer alle anderen, die die Kinder dort geistig abholt, wo sie stehen.

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  3. Evolutionär betrachtet sind Karrierefrauen eine aussterbende Spezies… sie machen halt zu wenig Nachwuchs. Das kann man bedauern. Was dieser Heinsohn sagt ist aber natürlich trotzdem Mist.

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  4. Manchmal bin ich einfach nur noch sehr, sehr traurig ….

    Auch Herr Heinsohn schafft nicht einen einzigen Arbeitsplatz, genauso wenig wie irgendeiner der Hetzreden schwingenden Politiker á la Westerwelle und Co..

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  5. ja, und morgen schreit er dann : die Deutschen sterben aus.
    Oder einer seiner Kollegen.

    über so dümmliches Zeug aus der Mottenkiste (die Idee ist über 100 jahre alt, zumindest in dieser Variante – in anderen noch wesentlich älter) lohnt nicht zu diskutieren.

    Allerdings sollte sich jemand finden, der ihn anzeigt.
    Sinnvoll wärs.

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  6. Dieser Artikel kann nicht nur als Volksverhetzung gelten, es ist Volksverhetzung ! Unter Hitler hätte dieser Professor unter Garantie eine glänzende Karriere hingelegt. Ich sehe ihn geradezu plastisch auf der Selektionsrampe stehen !

    Zu gerne möchte ich wissen, wie seine Studenten über diesen Professor denken ? Demnächst dürfte diese Type vermutlich auch Vorlesungen zum Thema „Euthanasie“ halten.

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  7. Gibt es eigentlich irgendwas, das dieser Heinsohn kann? Bislang fällt er nur als Universaldilettant auf, sei es bei soziologischen oder bei historischen Themen. Aber vielleicht lässt es sich bei einem Professorensalär auch trefflich schwurbeln. Das interessante dabei ist doch, das der Herr sich auch Genozidforscher nennt.

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  8. Vielleicht wäre es auch vernünftiger, Hartz IV-Empfänger wieder in Arbeit zu bringen? Zu qualifizieren und ihnen Arbeit zu verschaffen, von der sie leben können, und damit meine ich keinen Job der dann noch vom Amt mitbezahlt werden muß weil die werten Arbeitgeber keinen Bock haben, ihren Gewinn zu Gunsten der Leute, die für den Gewinn verantwortlich sind, zu senken?

    Und es wäre sicher nicht verkehrt, den kinderlosen Paaren der Mittelschicht künstliche Befruchtungen wieder voll zu bezahlen!

    gesunde Mittelschicht – gesunde Basis, sag ich da nur!

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  9. Man könnte natürlich auch mal darüber nachdenken, dass Schulsystem von einem Selektions- zu einem Bildungssystem umzuarbeiten. Aber da stehen „Eliten“ im Wege die fürchten, ihr mühsam mit viel Geld durchs Abitur geschleuster Nachwuchs müsse sich später auf dem Arbeitsmarkt einer größeren Konkurrenz stellen. In Hamburg hat man gerade gesehen, wie diese Eliten agieren und gegen Reformen im Bildungssystem arbeiten.
    Das „Ausdünnen der Unterschicht“ würde ja zu mehr Geburten führen, sondern den demographischen Faktor eher verschlimmern. In sofern kann ich einer solchen Argumentation kaum folgen.

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