Bundesjustizminsterium fragt Fundis um Rat


Generalsekretär Hartmut Steeb: Politiker greifen das Thema Christenverfolgung auf. Foto: idea/Kretschel

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Mit ihrer gesellschaftsrelevanten Arbeit sieht sich die Deutsche Evangelische Allianz „auf der richtigen Spur“. So hätten in den letzten Wochen mehrere Politiker eines ihrer Grundanliegen, nämlich das Engagement für die Religionsfreiheit und gegen die Christenverfolgung, aufgegriffen, sagte Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) bei der Vorstandssitzung dieser Dachorganisation von Evangelikalen aus Landes- und Freikirchen am 16. März im thüringischen Bad Blankenburg.

Nach Angriffen aus den Medien auf die evangelikale Bewegung im vergangenen Jahr gebe es aber „keinen Anlass zur Entwarnung“. Nach Steebs Beobachtung ist die Bereitschaft der Öffentlichkeit, die evangelikale Bewegung differenziert zu betrachten, nach wie vor gering.

Als Beispiel nannte er eine Schrift der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung unter dem Titel „„Geschlechterkampf von rechts“. Darin seien konservative Publizisten, Männerrechtler, Familienfundamentalisten, militante Abtreibungsgegner, evangelikale Christen und einige katholische Kirchenobere in einem Atemzug genannt, weil sie den Feminismus als gemeinsames Feindbild hätten. „Die uns entgegenstehenden ideologisierten Gruppen hauen uns alle in eine Tonne“, so Steeb. Dennoch sollten die Evangelikalen nicht schweigen, wenn es um das Eintreten für biblische Werte gehe. Dies gelte etwa im Blick auf die angestrebte Erweiterung des Grundgesetzes, wonach niemand wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt werden dürfe. Ein so undefinierter Begriff wie „sexuelle Identität“ ebne nicht nur den Weg zur Abschaffung des Vorrangs von Ehe und Familie, sondern ermögliche letztlich auch die Anerkennung von Polygamie und Pädophilie.

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11 Comments

  1. @Yeti: Aber genau das raffen die nicht! Ich weiß nicht, wie oft ich schon, wenn ich mit dem Religion-ist-Grundlage-der-Moral-Argument konfrontiert worden bin, ich mit der Frage gekontert habe, ob der/die Betreffende denn, wenn man die Nicht-Existenz ihres Gottes nachweisen würde, sie dann zu kindervergewaltigenden Mördern würden. Ich habe bis heute noch keine Antwort, weder ja noch nein, bekommen. Die Reaktionen waren bisher immer zweierlei: Entweder große Augen, kurzes Schweigen und anschließendes Weiterreden, als hätte ich nie was gesagt oder lautes Schreien (irgendwie muss man seinen Argumenten ja Gewichtigkeit verleihen) und der Vorwurf, unsachlich bzw polemisch zu werden. Kontert man darauf dann mit dem Hinweis, dass, obwohl Moral göttlichen Ursprungs sei, trotzdem Anhänger von falschen Göttern (also alle die, die nicht der Religion des Diskussionspartners angehören) nicht in Gesellschaften voller Mord, Vergewaltigung und Diebstahl lebten, war normalerweise die Diskussion beendet (gemeinhin mit dem gemurmelten Hinweis: Mit Dir kann man ja überhaupt nicht ernsthaft reden).

    Gruß

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  2. Deren Bibel scheint auch den Konsum von Amphetamien und Opiaten zu verbieten: “Im Nein zur Drogenfreigabe: Sie würde noch mehr Menschen in die Drogensucht führen.”

    Ich muss es immer wieder betonen, solche Leute machen mir Angst. Sie denken, sobald Drogen freigegeben werden, verfällt jeder der Sucht, weil jeder ja deshalb keine Drogen nimmt, nur weil das verboten ist!

    Das sind die gleichen Leute, die immer behaupten (ohne es selbst zu bemerken), wenn man ihnen ihren Gott (oder die Polizei …) wegnimmt, sehen die keinen Grund mehr für Moral und würden gleich zu kinderschändenden homosexuellen Menschenfressern.

    Naja, vielleicht nicht sie selbst, aber dann doch alle anderen!

    Die Religioten werden mir immer unsympathischer

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  3. @Randifan

    Das ist eine beliebte Methode: Uebernommen von, oder aus geistesverwandtschaft auch verwendet, von deren „Buerdern und Schwestern im Geiste“ aus den USA.

    Dort reitet man auch mal auf den angeblichen „christlich-juedischen Ursprung“ der USA herum und haelt die Verfassung hoch und dann ueberliest man ganz dezent den 1. Zusatzartikel und den Umstand, dass Gott dort nicht vorkommt. … wie man’s so braucht.

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  4. „Dies gelte etwa im Blick auf die angestrebte Erweiterung des Grundgesetzes, wonach niemand wegen seiner sexuellen Identität benachteiligt werden dürfe. Ein so undefinierter Begriff wie „sexuelle Identität“ ebne nicht nur den Weg zur Abschaffung des Vorrangs von Ehe und Familie, sondern ermögliche letztlich auch die Anerkennung von Polygamie und Pädophilie. “
    Sie spielen Verteidiger des Grundgesetzes und müssten als gute Christen das Grundgesetz als unchristlich ablehnen.

    Rechtfertigung für Polygamie und Pädophilie lässt sich auch in der Bibel finden, diese Evangelikalen bilden sich ein, diesen Buch rechtfertige ihre konservative Weltanschauung.

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  5. Um bei der Deutsche Evangelische Allianz weiterzu zu suchen, habe ich mal in deren Wahlprogramm geschaut:

    Deren Bibel enthaelt offensichlich ein Gebot, dass hohe Steuern unchristlich sind: „Was gedenken Sie gegen die hohe Staats- und Abgabenquote zu tun?“ (S. 15) und das Faulenzen auch schlecht sei: „Wie wollen Sie die Arbeitsbereitschaft stärken?“ (S. 15) … da war doch was mit „Gebt dem Kaiser …“ und „Sehet die Lilien auf dem Feld …“

    Auch scheint man mit der Bergpredigt seine Probleme zu haben: „Über die Hälfte aller angezeigten Diebstähle werden in unserem Land nicht aufgeklärt und damit auch nicht strafrechtlich geahndet.“ (S.13)

    Klicke, um auf Christen_waehlen_Werte.pdf zuzugreifen

    Deren Bibel scheint auch den Konsum von Amphetamien und Opiaten zu verbieten: „Im Nein zur Drogenfreigabe: Sie würde noch mehr Menschen in die Drogensucht führen.“ (S. 18)

    Klicke, um auf Was_ist_dran_-_auf_was_kommts_an.pdf zuzugreifen

    Was insbesondere erstaunlich ist, weil Opiate zur Zeit der Erstellung des NT bekannt waren und wohl auch konsumiert, jedoch selbst Obermoralhansel Paulus schweigt hierzu.

    Man mag ueber die Drogenfreigabe denken was man will, man soll aber nicht daher kommen und verzaehlen, dass der Schoepfer des Universum einem nun den richtigen Pfad gezeigt haette.

    Um mich zu wiederholen: Es handelt sich um einen Klub, der konservative Wertvorstellungen hat, und diese unter dem Deckmantel der Bibel vertritt, deren Text dies aber wirklich nicht hergibt.

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  6. nickpol Sagt:
    März 21, 2010 um 6:05 pm

    Da widerspreche ich Dir aber wirklich nicht!

    Selbstverfreilich werden die sich nicht aufstellen, geht ja besser mit div. Einflüssen.

    Habe mich wohl unklar ausgedrückt.

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  7. Nun, das was als „biblische Werte“ heute verkauft wird, ist kaum in der Bibel enthalten – Jesus ist zu diesem Thema recht einsilbig und was im AT dazu zu finden ist, wie das Recht seine Toechter in die Sklaverei zu verkaufen oder rebillische Kinder zu steinigen, wird nicht vertreten.

    Was unter Schild „Biblische Werte“ laeuft ein konservatives Sediment, nicht mehr.

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  8. „Dennoch sollten die Evangelikalen nicht schweigen, wenn es um das Eintreten für biblische Werte gehe.“

    Vom schweigen haben die doch wirklich keine Ahnung, sagen es aber oft und gern, hat ja was mit Verzicht, Bescheidenheit, Verfolgung und Märtyrertum zu tun.

    Diese falsche Bescheidenheit und gleichzeitig Einfluss auf staatliche Organe und Politik ausüben, vorbei an demokratischen Wahlen, da würden die nicht mal 3% schaffen!

    Lasst die Kirchen im Dorf!

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    1. Bert:

      Diese falsche Bescheidenheit und gleichzeitig Einfluss auf staatliche Organe und Politik ausüben, vorbei an demokratischen Wahlen, da würden die nicht mal 3% schaffen!

      Lasst die Kirchen im Dorf!

      Nun, ich unterstelle dir mal eine gewissen Naivität. Wozu brauchen die 3%, das wollen die gar nicht. Ich erinnere nur an die Sache mit dem Schülermagazin Q-rage. Da haben die Leute von der DEA soviel Wind gemacht, dass der Präsident des Bundesamtes für Politische Bildung kleinlaut den Schwanz eingekniffen hat und sich entschuldigte. Die DEA handelt Partei-übergreifend, warum also die Mühen und Qualen einer eigenen Partei auf sich nehmen? Besteht überhaupt kein Grund.

      Die ganze Geschichte der religiösen Beeinflussung kannst du im Kotau einer Behörde nachlesen.

      1. Christen pfui – Moslems hui
      2. Evangelikales Geschrei
      3. Evangelikale Fundamentalisten jubeln
      4. Der Kotau einer Behörde
      5. Der Kotau einer Behörde – continued
      6. Die Puppenbühne der Demokratie

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  9. Was mich bei vielen Christen, von der Kath. Kirche bis zu Fundamentalisten, immer gewundert hat, die Rolle, die sie dem staatlichen Status der Ehe zugestehen.

    Angenommen, dass der wirklich unwahrscheinliche Fall eintrete, dass die staatliche Ehe abgeschafft wuerde, und Zusammenleben oder Nichtzusammenleben als reine Privatsache gesehen wuerde und eventl. Regelung dem Vertragsrecht ueberlassen:

    Koennte eine solche Regelung irgenteinen Christen daran hindern, eine christliche Ehe zu schliessen – auch mit Kirche und grossem Theater?

    Wuerde nun irgenteiner dieser Christen gezwungen sein ausser- oder vorehelichen Geschlechtsverkehr zu haben?

    Ferner: Wenn die Ehe tatsaechlich auf „goettlicher“ Einsetzung beruhen wuerde, so benoetigte sie nicht den Schutz durch den Staat und benoetigte auch nicht dessen Bevorzugung. Gehe ich aber davon aus, dass die Ehe eine rein gesellschaftliche Konvention sei, sieht dies schon anders aus.

    Die Argumentation aus dieser christlichen Ecke basiert nicht nur unbeweisbar-irrationalen Annahmen (aka Religion), sondern ist in sich nicht konsistent.

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  10. „So habe das Bundesjustizministerium die Allianz gebeten, ihre Meinung zu Änderungen beim Vormundschafts- und Erbrecht zu äußern.“

    Solange das Bundesjustizministerium sich noch andere Meinungen einholt, nix dagegen.

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