Weltanschaulicher Stuss


Michael Kotsch, Quelle: jesus.ch

Moderner Atheismus ist religiös

factum online

Der moderne Atheismus ist eine verweltlichte Form von Religion. Das sagte der Vorsitzende des Bibelbundes, der evangelikale Theologe Michael Kotsch (Bad Meinberg bei Bielefeld), am 21. März auf der Leipziger Buchmesse.

Die Zeit des ideologischen Atheismus, wie er sich vor allem im Kommunismus und Sozialismus des 20. Jahrhunderts gezeigt habe, sei weitestgehend vorbei. Heute trage der Atheismus religiöse Züge. Er versuche zunehmend auch Sinnfragen wie die nach dem Woher und Wohin des Lebens zu beantworten, auf die die Menschen bisher Antworten in der Religion suchten.

Die „Bibel“ vieler Atheisten sei das Buch „Der Gotteswahn“ des Oxforder Evolutionsbiologen und Bestsellerautors Prof. Richard Dawkins. Dieser schreibe unmissverständlich, dass er Menschen zum Atheismus bekehren wolle.

Wie Kotsch weiter sagte, vermute er, dass gerade im Osten Deutschlands viele Menschen keinesfalls intellektuell überzeugte Gottesleugner seien, sondern „Gewohnheitsatheisten“. Doch fühlten sich viele nach den jüngst bekannt gewordenen Fällen von Kindesmissbrauch in katholischen wie evangelischen Einrichtungen bestärkt darin, nicht zur Kirche zu gehören. „Und es war tatsächlich falsch, den Eindruck zu erwecken, unter uns Christen sei alles heile Welt“, sagte Kotsch.

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10 Comments

  1. Wer „glaubt“, daß Christen nur an einen (nämlich „ihren“) Gott „glauben“, täuscht sich nach meiner Erfahrung. Einfach mal im Bekanntenkreis, in dem ja evtl. noch gläubige Menschen vorkommen, vorsichtig nachhaken. Ihr werdet überrascht sein!

    Da kommen dann so Aussagen wie „ich glaube, daß es auch die anderen Götter [Thor, Baal, Ra, und wie sie alle heissen, was er halt so kennt] gibt, aber ich ‚GLAUBE‘ nur an den einen WAHREN GOTT, nämlich den der [Bibel | Koran | Gilgamesch | …]; sonst würde/wäre ich nämlich nicht errettet und müsste auf ewig in der Hölle schmoren!“

    Ungelogen! Die glauben schliesslich auch an Engel, den Satan, Dämonen und böse und gute Geister. Insbesondere „Wiedergeborene“ und Evangelikale sind so kraß drauf.

    Y.

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  2. rheinlaenderinlondon Sagt:
    März 23, 2010 um 6:14 pm

    Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob man bei „primitiven“ Gesellschaftsformen überhaupt von Religion sprechen kann, da stand wohl fast ein Verwandter neben dem anderen – da muß man nicht viel erklären.
    Erst ab einem best. Entwicklungsstand (jagen+sammeln+anbauen+Lagerhaltung+Spezialisierung+fester Wohnsitz) haben sich meiner Meinung die Religionen mit festen Regeln, Glaubensgrundsätze u. -befolgung, sowie Priester / Priesterfürsten ausgebildet.
    Religion ist Herrschaft.

    Zum eigentlichen Thema: ich sehe Atheismus nicht als Religion (Schnapsidee), da keine Glaubenslehre, keine Herrschaft, nichts Übernatürliches, keine Befreiung nach dem Tod, keine Schriften die befolgt werden müssen, keine Sanktionen, kein Zauberwasser, keine Bischöfe die vom Teufel geleitet wurden kleine Buben u. Mädchen zu …, usw. etc. pp. … und wenn mir mal Stimmen etwas befehlten, so ist daran nicht übernatürlich, sondern ein Mangel an Medikamenten.

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  3. @Argus7

    Etwas Off-Topic:

    Du schreibst: „Religion und der primitive Gottglaube hat den intelektuellen Fortschritt der Menschheit schon immer behindert.“

    Das ist eher eine Frage des entwicklungsstande von Gesellschaften. In primitiven Gesellschaften ist Religion wohl noetig um den entsprechenden Zusammehalt zu organisieren und als zentraler Angelpunkt der Gemeinschaft. Daher auch die Verknuepfung, bzw. sogar Indentitaet, von religoesen Authoritaeten und Staat.

    Ab einem bestimmten Stand der gesellschaftlichen Entwicklung ist jedoch dieser irrationale Kitt nicht mehr noetig und hier hindert Religion den Fortschritt der Gesellschaft.

    Ich moechte Deine Aussage fuer heutigen Gesellschaften ohne jeden Vorbehalt unterschreiben, nicht jedoch so einfach fuer Gesellschaften frueher Epochen – dort muesste von Fall-zu-Fall gepreuft werden.

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  4. Marduk wird ihn strafen!
    Dieser Ungläubige!
    Ein faselnder Un- und Fehlgläubiger, der sich um den splitter im Auge seiner Mitmenschen bemüht, seinen eigenen Balken aber nicht sehen will.

    Da Marduk der Wahre Gott ist, wird er schon noch mitkriegen, wie falsch er liegt.
    Dafür gibts doppelte STrafe…

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  5. Ist dieser evangelikale Theologe denn vollkommen bescheuert ? Wenn der Atheismus eine Religion wäre, würde ich der Erste sein, der aus dieser „Kirche“ austritt ! Besser: Ich wäre da nie eingetreten ! Ich war zudem schon Atheist bevor Richard Dawkins sein Buch „Der Gotteswahn“ veröffentlicht hat. Dawkin hat lediglich das in Worte gefaßt, was mir schon in frühester Jugend dämmerte. Nämlich, dass die kindliche Vorstellung von einem Gott der größte Selbstbetrug der Menschheitsgeschichte ist. Gäbe es diese Gottesvorstellung und diesen Selbstbetrug nicht, wäre möglicherweise so mancher blutige Religionskrieg unterblieben und die christlichen Missionare hätten ihr blutiges Werk unter der missionierten Urbevölkerung in Afrika und Amerika niemals ausüben können.

    Religion und der primitive Gottglaube hat den intelektuellen Fortschritt der Menschheit schon immer behindert. Und – heil war die Welt der Christen übrigens noch zu keinem Zeitpunkt. Auf einer reinen Lügenbasis kann eine heile Welt nun mal nicht errichtet und herbeigebetet werden ! Solange der Gotteswahn und die Gotteslüge das Denken der Menschheit dominiert, hat das logische Vernunftdenken leider keine Chance.

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  6. Immer wieder beeindruckend, diese Theologen.
    Entwickeln in jungen Jahren ein mythologisches Universum voller Bezüge zu Überwesen, „studieren“ Theologie und „beweisen“ rückwirkend ihre Phantastvorstellungen vor Überwesen-Anhängern.
    Aufgrund dieser Qualifikation geht ihr Ego, ohne Zweifel, den mit Glückshormonen getränkten Weg weiter. Er muß den Mythologie freien Menschen „wissenschaftlich“ die „Wahrheit“ aufzeigen, die die Theo’s in ihrer Pubertät voller Angst und Sehnsucht mit anderen Endorphinbrüdern, deren Pubertät schon lange zurück liegt, die aber den Kick nur noch bekommen, wenn sie neue Brüder anwerben.
    Im Alter schreiben sie Bücher wie „UFOs und die Bibel“ und werden neue Buben überzeugen, die später Bücher schreiben werden.

    Da wird doch jeder hart arbeitenden Klofrau schlecht!

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  7. wie frech: „Auch heute habe ein Grossteil der Gewalttaten keinen religiösen Hintergrund, etwa die zunehmende Jugendgewalt.“

    hat das jemals irgendwer behauptet?

    hört sich für mich an wie das übliche „die anderen machen das auch, also ist es gar nicht so schlimm“-geseiere,
    es ist doch wirklich zum kotzen mit diesen ultra-religiösen.

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  8. Noch eine Bemerkung: Was mich dabei immer wieder wundert, ist der Umstand, dass immer wieder die gleichen Pseudo-Argumente wiedergekaut werden, ohne dass der Kern einer skeptischen Weltanschauung analysiert und versucht wird zu wiederlegen.

    Die „Argumente“ des Herrn Kotsch lass man so oder sehr aehnlich schon bis zum Erbrechen und nichts anderes als die Behauptung der US-Evangelikalen, dass „secular humanism“ eine Religion sei.

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  9. Nun, um Dawkins zu paraphasieren: Ich bin auch kein intellektueller Leugner der Geburt der Athene aus dem Kopf des Zeus, noch leugne so ich die Existenz Krishnas als menschgewordene Erscheinung des Vishnu, einer der fuenf Personen des Weltschoepfers, (am Rande: in aehnlicher Form schon mal gehoert), noch des Osterhasens.

    Insofern bin Gewohnheitskrishnaleugner …

    Weiter aus dem Artikel: „Diktatoren wie Hitler, Stalin, Mao Tse Tung und Pol Pot hätten viele Millionen Menschen in den Tod geschickt.“

    Hitler war kein Atheist, sondern erklaerte, dass er im Auftrage einer „Vorsehung“ handeln wuerde. Das ist ein klar religoeses Konzept.

    „Stalin, Mao Tse Tung und Pol Pot“ – Nun, der, bis zur Unkenntlichkeit entstellte, Marxismus den diese drei praktizierten hat mehr Religion zu tun als mit den Schriften eines dt. Juden in London.

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  10. „überzeugte Gottesleugner“!
    Wie sollte man etwas leugnen, das nicht existiert?!
    Die Wortschöpfung ist märchenhaft wie die Bibel; logisch-kausales Denken kommt da nicht vor.
    Deshalb kann man auch keinen Gläubigen „zum Atheismus bekehren“, denn es fehlt die Voraussetzung für eine Verständigung: Eine objektive Sprache mit einheitlicher Wortbedeutung statt „geoffenbarter“ Wortdrechselei.

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