Missionieren auf Teufel komm raus!


Diskussion: Waren die Fernsehberichte über Evangelikale angemessen?

Von Thomas Schneider-Breitenbrunn

Wie sollen Medien über Mission berichten?

Wie sollte in den Medien über Mission berichtet werden? Diese Frage wurde bei einer Tagung der Evangelischen Akademie zu Berlin am 26. März diskutiert. Anlass waren die Beiträge „Sterben für Jesus – Missionieren als Abenteuer“ des ZDF-Magazins „Frontal 21“ sowie „Christliche Missionare: Sterben für Gott?“ des ARD-Magazins „Panorama“ im vergangenen Jahr.

Die EKD hatte daraufhin den Pauschalangriff auf evangelikale Christen und den undifferenzierten Umgang mit der Kategorie des Fundamentalismus gerügt. Auch der Fernsehrat des ZDF äußerte Kritik an dem „Frontal 21“-Beitrag. Bei der Podiumsdiskussion in Berlin verteidigte der Direktor des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland, Christoph Anders (Hamburg), die EKD-Reaktion. Sein Werk habe sich der EKD-Stellungnahme angeschlossen, da der „Frontal“-Beitrag missionarisches Handeln unter Generalverdacht gestellt und eine Parallelität von christlichen Märtyrern und islamischen Selbstmordattentätern nahegelegt habe. Es habe an der nötigen Differenzierung gefehlt.

EKD sollte Evangelikale nicht einbeziehen

Dem widersprach „Frontal 21“-Redakteur Ulrich Stoll (Berlin). Er halte die Stellungnahme der EKD für unberechtigt. Nach der Ermordung der beiden deutschen Bibelschülerinnen Anita Grünwald (24) und Rita Stumpp (26) im Jemen habe er bei Evangelikalen keine Nachdenklichkeit, sondern trotzige Reaktionen angetroffen nach dem Motto: „Der Satan hat seine Festungen aufgebaut.“ Die EKD wolle Evangelikale stärker einbeziehen, so Stoll. „Dabei haben wir offensichtlich gestört.“ Er halte den Versuch, die Kirche mit einer fundamentalistischen oder konservativen Ausrichtung zu stabilisieren, für keinen glücklichen Weg.

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3 Comments

  1. „…Parallelität von christlichen Märtyrern und islamischen Selbstmordattentätern..“

    nennen die islamistischen fanatiker ihre „helden“ nicht auch märtyrer? köstlich!

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  2. Der Missionierungseifer ist nur ein Symptom der Motivation, möglichst viele oder alle menschen unter die eigene Macht zu kriegen.

    Daß dabei die Konkurrenz nicht schläft, die von denselben hehren Ambitionen getrieben werden, und sich die eigenen Schäflein nicht so leiht davonführen lassen wollen, ist ja wohl klar.

    Nun ja, bei mir ist Missionierung zwecklos, allerdings insgesamt auch weniger gefährdend für das leibliche Wohl des Missionierenden. Für seine Seele allerdings kann ich nicht garantieren… 😉

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  3. Der Missionierungseifer aller religiösen Richtungen ist die Hauptursache für nahezu sämtliche Kriege in der Menschheitsgeschichte. Unbestreitbare Tatsache ist, dass die Geschichte des Christentums und des Islams mit Blut geschrieben ist ! Mein Mitleid mit religiösen Märtyrern hält sich daher in engen Grenzen.

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