Die Vatikan AG – mafiös!


Gianluigi Nuzzi

Eine unheilige Allianz mit der Mafia

Interview mit Gianluigi Nuzzi über sein Enthüllungsbuch »Vatikan AG»

Hiltpoltsteiner Zeitung

Das Enthüllungsbuch des italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi liest sich wie ein Krimi. Unter dem Deckmantel karitativer Stiftungen hat das vatikanische Finanzsystem enorme Summen von Gläubigen, die ihrer Kirche Geld stifteten, auf ominöse Konten geleitet, um damit vor allem schmutziges Geld zu waschen. Das belegt ein umfangreiches Geheimarchiv von Monsignore Renato Dardozzi (1922– 2003), der 20 Jahre lang in der Verwaltung der Kirchenfinanzen eine leitende Stellung einnahm. Seine Dokumente lieferten dem Journalisten Gianluigi Nuzzi (40), der seit 1994 alle Polit- und Finanzskandale Italiens verfolgt, den brisanten Stoff für sein Buch »Vatikan AG».

Herr Nuzzi, die katholische Kirche steckt derzeit vielfach in der Bredouille. Wird nun, was lange zuunterst lag, nach oben gekehrt?

Gianluigi Nuzzi: Seitdem Joseph Ratzinger zum Papst gewählt worden ist, verändert sich vieles im Vatikan. Das System, das Johannes Paul II. geschaffen hatte, löst sich auf. Er war ein starker, charismatischer, sehr medienpräsenter Papst, während Benedikt XVI. eher ein Mann der Theologie, der Lehre und des Glaubens ist. Das ist eine positive Entwicklung. Die finanziellen Machenschaften des Vatikans, die ich in meinem Buch behandle, haben sich noch vor der Zeit des jetzigen Papstes ereignet. Dennoch gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen allen Repräsentanten der katholischen Kirche, an der Benedikt XVI. festhält: der Mantel des Schweigens wird über alles gelegt. Damit einher gehen Erpressungen, Korruption und Geldwäsche.

Zur Hauptquelle Ihrer Recherche wurden die Hinterlassenschaften von Renato Dardozzi.

Nuzzi: Monsignore Dardozzi gehörte zu den wenigen, die an den geheimen Sitzungen der engsten päpstlichen Mitarbeiter teilnahmen. Er wusste alles, hielt sich aber an die Schweigepflicht. Er hat jedoch alle von ihm untersuchten rund 4000 Finanzangelegenheiten dokumentiert. Zum Ende seines Lebens beschloss er: Alle sollten alles wissen. Deshalb übertrug er den Erben und Vollstreckern seines Testaments die Aufgabe, sämtliche Dokumente über die finanziellen Transaktionen der Vatikanbank zu veröffentlichen.

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13 Comments

  1. Immer mehr Menschen sind mit der Kirche unzufrieden, weil sich das mit ihnen nicht lohnt finanziell. Oft wird jahrelang Kirchensteuer gezahlt, doch was hat man wirklich von dieser Kirche dann für dieses Geld erhalten? Nichts! Es ist letztendlich nur etwas für Reiche. Ungünstig für Arme und Kranke ist auch, dass der Austritt aus der Kirche etwas kostet. Gerade bei denen macht die Kirche mehr Probleme.

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  2. Da bei mir durch das dazwischen schreiben,einiges verloren ging,hier ein kleiner Nachtrag:
    1. NIEMAND ist ein CHRIST ,es sei denn sagt Christus, dass jemand von neuem geboren werde,
    2. Niemand ist ein Stellvertreter Gottes und seinem Christus auf Erden, es sei denn, dass jemand so erfüllt ist mit dem Geist Gottes und des Vaters, wie Christus erfüllt war und danach lebte als Mensch.

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  3. Jeder überführte >Betrügerwohnend< mit dem wahren Wort Gottes;
    3. Der nicht den Willen und Gebot Gottes erfüllt,wie Jesus Christus alles erfüllte,was sein Gott und Vater von ihm verlangte bis zum Sterben am Kreuz.
    "Darum hat IHN auch Gott erhöht und IHM einen Namen gegeben,der über alle Namen ist,
    Daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller Knie,die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
    Und alle Zungen bekennen sollen,
    daß Jesus Christus der HERR sei,
    zur Ehre GOTTES des Vaters".
    Wohl dem Christenmenschen,
    dessen Lehrer zum Reich Gottes,
    Christus selber ist ,der heute derselbe ist"!

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  4. Man darf dabei auch vergessen, dass der Vatikan nicht nur eine Bank mit angeschlossener religoeser Organisation ist, sondern auch ein Staat, der international vom „Heiligen Stuhl“ vertreten wird.

    Diplomatisches Gepaeckt darf nach der Wiener Konvention ueber Diplomatische Beziehungen, der auch der Heilige Stuhl beigetreten ist, und nach jahrhundertealten Voelkergewohnheitsrecht nicht kontrolliert werden. Man kann also jede Beschraenkung bezueglich des Transports von Barmittel (und bargeldgleichen Wertpapieren), wenn fuer noetig gehalten, damit ausheben.

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  5. Wir befinden uns im Jahre Null.

    Ganz Europa ist von aufklärerischen Subjekten besetzt … ganz Europa? Nein!

    Ein von unbeugsamen klerikalen bevölkertes Dorf, mitten in Rom hört nicht auf die Würde des Menschen zu verletzen!

    Das Leben ist nicht leicht, für den Jahrtausend-Kindes(MORDENDEN)mißbrauchenden-mammon- scheffelnden- GOTT.

    Babylon soll leben – Vatikan – halt’s Maul !

    p.s.: Änderung/Ergängung stetig erwünscht!

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  6. Zwei Dinge:

    1) Ein solches Gebaren ist leicht zu verstehen: Wenn sich eine Organisation selber kontrolliert, sind Korruption und dunkele Geschaefte nahezu unvermeidlich. Das ist bei der Bauaufsicht der Koelner U-Bahn nicht anders als bei einer Bank. Insofern sind die Jungs mit dem „lustigen Fummel“ auch nur Menschen. Das Problem ist nur, dass sie sich als „heilig“ verkaufen.

    2) Aus dem Artikel: „Nuzzi: Der Vatikan hat die Währungsvereinbarung mit der EU unterzeichnet und damit die Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche akzeptiert.“ Nuzzi hat sich offensichtlich nicht ganz genau gelesen. Wenn den Annex sich anschaut, in dem die tatsaechlich umzusetzende EU-Gesetzgebung aufgefuehrt ist, sieht man, dass es nicht Kontrollvorschriften fuer Banken, etc. handelt, sondern um die Mitnahme von Bargeld. Ich halte es fuer sehr unwahrscheinlich, dass eine Organzisation, die schon im 16. Jhrhdt. die Ablassgelder von Dltd. nach Italien bargeldlos transferieren konnte, nun sich von einer solchen Beschraenkung gross beeindrucken liese.

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  7. Was ist aus dem Lieutenant Colonel Oliver North geworden?
    Auf dem Weg, was ist eigentlich aus der Banco Ambrosiano geworden, wurde die von der jetzigen Vatikanbank zur Strafe geschluckt (Freundliche Übernahme)?

    Das war doch auch eine sehr schöne Geschichte in den 1980ern, IRAN-Contra Affäre (da wo sich der Bindestrich befindet sollte eigentlich die Banco A. und die USA stehen).

    Die Geschäftsidee war klasse Kokain gegen Waffen, gewaschen vom Vatikan.

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  8. @ nicpol

    Moralischer Verfall = Korruption.
    Aber zur Moral, die hatten und haben nicht nur eine Moral, sie sind Ratzepapst und da geht immer was!

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  9. Moralischer Verfall im Vatikan und das unter der Nase des Stellvertreter Gottes auf Erden?
    Lynchjustiz & Zyankali – verständlich – so geht man mit Verrätern um, aber den Mammon anbeten & mehren, wie luziferisch!

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