Terrorplot christlicher Milizen


FBI und Homeland Security durchsuchten Häuser und Grundstücke in mehreren Bundesstaaten. (Foto: AP)

Verschwörung christlicher Milizionäre aufgedeckt

In den USA haben Ermittler eine Verschwörung mutmaßlich militanter Christen aufgedeckt. Die Staatsanwaltschaft Detroit erhob Anklage gegen acht Männer und eine Frau: Sie sollen geplant haben, einen Polizisten zu töten und auf seiner Beerdigung einen Anschlag zu verüben.

Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington

„Es wurden neun Personen angeklagt, die mutmaßlich mit einer christlichen paramilitärischen Gruppe namens Hutaree verknüpft sind. Diese Gruppe ist eine extremistische Anti-Regierungsorganisation, die den Krieg gegen die Vereinigten Staaten geplant haben soll.“ So begannen gestern die Abendnachrichten im Detroiter Regionalsender WXYZ.

„Glaubt den Feds kein Wort!“

Wenig später berichtete der Reporter über einen weiteren Anklagepunkt: versuchter Gebrauch von Massenvernichtungswaffen. „Glaubt den Feds kein Wort. Sie lügen. Wie immer!“, schreiben seitdem zahlreiche empörte Amerikaner, wie man auf den unterschiedlichsten Internetseiten lesen kann. Sie meinen die Federals, die Bundespolizisten vom FBI. Das Ganze sei doch von der „linken“ Heimatschutzministerin Janet Napolitano ausgeheckt, „um die gesamte Anti-Regierungsbewegung in Misskredit zu bringen“, glauben die einen. Die anderen höhnen: „Ich sehe es regelrecht vor mir: die hatten Atomwaffen bis unters Dach!“. Viele fragen auch nach Beweisen.

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5 Comments

  1. @nickpol

    Ich denke, dass dies gut zu erklaeren ist: Die eigenen, „hausgemachten“ Idioten sind besser bekannt, man weiss zumindest im Groben wie diese ticken; die islamischen Terroristen erscheinen fremder in ihrem Denken und erregen deshalb mehr Angst und so staerkere Reaktionen.

    Wenn man sich die Diskussion unlaengst in den USA bezueglich ziviler Prozesse gegen Terroristen anschaut, und sieht wie mit dem Term „Krieg“ dort umsich geworfen wird, ahnt man, welche Angst dahinter steckt.

    Ganz Am Rande: Hier ist ein interessanter Unterschied zwichen dem UK und den USA. Das UK folgt hier im Wesendlichen der Methode, die von Sir Francis Walsingham unter der Regierung von Elizabeth I entwicklet wurde: Die Gruppen mit koordinierter Polizei- und Geheimdienstarbeit konkrollieren und ggf. ausheben, sie wie gewoehnliche Verbrecher behandeln und der normalen Justiz uebergeben und – sofern ueberhaupt moeglich – politische Loesungen finden.

    Das hat sich in den letzten 400 Jahren ziemlich bewaehrt.

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  2. „Christlicher Milizionäre“, „mutmaßlich militante Christen“, „extremistische Anti-Regierungsorganisation“ – Bei der Sauerland-Gruppe hat niemand gezögert, das Wort „Terroristen“ in den Mund zu nehmen, bzw. auf Papier zu drucken.

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    1. der Unterschied wird schon in der Behandlung der Verdächtigen deutlich. Man bringt sie nicht nach Guantanamo. Bei islamistischen Terroristen wäre man garantiert so verfahren.

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