Scientology hätte einen andern Minister gewählt


Photo: via PPQ

Von Holger Finn ReadersEdition

Mit sechstausend Mitgliedern bundesweit kämpfen sie seit Jahren beharrlich mit der NPD um den Titel gefährlichste Verein von Grundgesetzfeinden, der angestrebten Weltherrschaft aber ist die Scientology-Kirche trotz aller Warnungen durch Sektenbeauftragte, Aussteiger-Dokumentationen und Verfassungsschutzberichte nicht näher gekommen. Die ARD versuchte deshalb jetzt, die vom Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard erfundene Religion per Spielfilm zu popularisieren.

Ein Unternehmen, das hervorragend ankam. Mehr als acht Millionen Zuschauer freuten sich, nach ewigen Dokumentationen über den liebevollen Missbrauch von Kindern in katholischen Internaten endlich mal einer “menschenverachtenden Organisation” (Bayerns Innenminister Joachim Herrmann) bei der Arbeit zuschauen zu dürfen. Sekteninsider Herrmann, der zuletzt als Fachmann im Fall Mannichl vor einer “neuen Qualität rechter Gewalt” gewarnt hatte, war nach dem Anschauen des Filmes geplättet: Die Lehre der Scientologen ziele offenbar darauf, dass “die Besseren, Klügeren und Stärkeren über die Schwächeren herrschen”, teilte der erschrockene CSU-Politiker der Bild-Zeitung mit.

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1 Comment

  1. Ach was? Schau, schau, der Herrmann. Hat er da die Grundprinzipien der Kirchen im Allgemeinen durchschaut? Oder unsere dunkelsten Ängste der Huxley’schen Nicht-Alphas ausgedrückt? Oder (mit sinistrem Schmunzeln) ist er endlich in der Realität angekommen?

    Natürlich brauchen die Schwächeren (Bild-Leser) eine Scientology-Dokumentation, um schließlich festzustellen, daß sie so regiert, vulgo beherrscht werden könnten. Nett vom Innenminister, so subtil darauf hinzuweisen, daß dies bereits der Fall ist. Immerhin differenziert er in dem Interview ein wenig genauer hinsichtlich unserer Verfassung.

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