Lebenslänglich für evangelikalen Fundamentalisten


dpa

Mörder von US-Abtreibungsarzt muss lebenslang in Haft
Radikaler Christ erschoss Arzt in der Kirche

ZDF.heute.de

Vor den Augen der Gemeinde hatte er 2009 einen bekannten Abtreibungsarzt erschossen. Jetzt muss der radikale Christ Scott R. aus Kansas in Haft. Frühstens in 50 Jahren kann er auf Bewährung entlassen werden.

Der militante Abtreibungsgegner und fundamentale Christ hatte seine Tat damit gerechtfertigt, ungeborene Kinder schützen zu wollen. Das Gericht in Wichita entschied, der 52-jährige Scott R. dürfe frühestens in 50 Jahren auf Bewährung entlassen werden.

Zur Begründung des harten Strafmaßes sagte Richter Warren Wilbert, R. habe die Tat mindestens seit 2002 geplant. Zudem sei „besonders ruchlos“ gewesen, den Abtreibungsarzt in einer Kirche zu erschießen. Der Richter verurteilte R. zu zwei weiteren Jahren Haft, weil er zwei Gemeindediener bedroht hatte, die ihn an seiner Flucht aus dem Gotteshaus hindern wollten.

Mord vor der Gemeinde

Geschworene hatten R. Ende Januar einstimmig für schuldig befunden, Tiller im Mai 2009 in einer Kirche vor den Augen der Gemeinde erschossen zu haben. Der 67-Jährige war einer der wenigen Mediziner in den USA, der Abtreibungen auch noch nach dem sechsten Schwangerschaftsmonat vornahm. Tiller und seine Klinik waren deshalb wiederholt Zielscheibe militanter Abtreibungsgegner. 1986 wurde die Klinik bei einem Bombenanschlag schwer beschädigt. Sieben Jahre später schoss eine Frau auf ihn; er überlebte mit Schusswunden in beiden Armen.

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2 Comments

  1. Die Behauptung, mit der Ermordung eines Abtreibungsarztes hätte er Leben gerettet, ist zudem falsch.

    Verzweifelte Frauen, die partout nicht schwanger sein wollen/können, kommen da auf die merkwürdigsten und gefährlichsten Ideen.

    Im schlimmsten Falle ist es dann nicht nur das zu erwartende Kind, sondern auch noch die Mutter mit, die daran sterben.
    Und wenn diese Frau schon einige Kinder hat, dann sind die auch gleich noch mit verwaist.
    Sollte kein weiterer Elternteil sich verantwortlich fühlen, dann wird diesen Kindern eine wunderbare Fürsorge in einer staatlichen fürsorgestätte zukommen.

    dieser Mann hat mithin also nicht nur ein Menschenleben gewaltsam beendet, sondern auch noch weitere Menschen ins Unglück gestürzt – und was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß.
    und sowas hält sich für einen echten Menschen…

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  2. Die frohe Botschaft Jesu … sie hat 9mm Durchmesser und durchquert die Schallmauer mit links. Für „leicht verwirrte“, die perfekte Art, die eigene „Überzeugung“ möglichst überzeugend darzulegen.
    50 Jahre sind OK. Da hat er genügend Zeit, sich in Gebeten seinem Gott zu nähern. Ich vermute, die Ruhe im Knast wird ihm Probleme bereiten. Oder er wird von anderen Gefangenen zum Knastprediger gewählt. Und wenn er nicht mitmacht, muss er die Seife aufheben 😛 .
    Aber wir wissen … die „frohe Botschaft“ hat damit gar nichts zu tun. Jesus hat nicht gedroht, dass nur er die einzige Erlösung von der Welt ist und das alle andere Mitmenschen verdammt sind. Schließlich hat Jesus nicht einmal ein einziges Wort niedergeschrieben, geschweige irgendwo Fußabdrücke hinterlassen. Und wenn man alle Reliquien zusammenzählt, die sich um diesen literarischen Superheld drehen, so müsste er mindestens auf 2 Kreuzen gleichzeitig getötet worden sein.

    Befürworter des Rechts auf Abtreibung hatten gefürchtet, Nachahmungstäter könnten weitere Ärzte ins Visier nehmen, falls R. nur wegen Totschlags verurteilt würde. (..) Tillers Klinik in Wichita war eine der wenigen Einrichtungen in den USA, die diesen Engriff überhaupt vornahmen. Kurz nach dem Mord an dem Frauenarzt schloss sie.

    Das alles ist doch kein Grund, die „frohe Botschaft“ zu ignorieren und aufgrund der Überzeugung alle verhasste Mitmenschen eigenhändig zu ermorden. Sicherlich hat Scott aus einer unbekannten Dimension oder vom Planeten Nibiru/X die Botschaft Christi empfangen und „musste“ ihn erschiessen. Die Händefalter dieser Welt haben keine Angst, diese dumme Erklärungen auch tatsächlich heranzuziehen. Purer Wahnsinn in kanalisierter Form … das ist radikal-evangelikaler Glaube.
    Selbst die „moderaten“ Christen haben keine Scheu, Kinderf**er-Skandale als „bedauerliche Einzelfälle“ abzuwinken und die Kirchenmänner weiter walten zu lassen. Warum sollten die Leute also Weichen setzen und sich für einen solchen Mörder entschuldigen ? Warum also nicht mal „in sich gehen“ und mal nachdenken, ob dieser Weg nicht der falsche sei ? Einfach, weil solche Mörder Applaus bekommen und in ihrem Umfeld gar Befürworter besitzen. Das Ermorden von „unapssenden“ Menschen ist eine nicht selten angewande Technik von überzeugten Christen. Tiller ist nicht der erste und wird nicht der letzte sein, der wegen der „Überzeugung“ eines geistig minderbemittelten Händefalter sein Leben lassen musste. Diese Zombiereligion ging schon immer über Leichen… und sie wird weiter diesen Weg gehen.

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