Vom atheistischen Attentat auf Gott


Von Florian Rötzertp

In Australien nutzen Bischöfe Ostern, um vor Atheisten zu warnen, die einem Götzendienst frönen

Es ist nicht so, dass die katholischen Geistlichen nun weltweit etwas leiser auftreten, nachdem wieder einmal deutlich geworden ist, dass ihre autoritär geführte Männerorganisation aus vergangenen Zeiten Schwierigkeiten mit ihrer Moral und Sexualität hat und lieber versucht, die eigene Haut zu retten, als den Opfern zu helfen.

Während einige Bischöfe wie Kardinal Lehmann oder Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, nun endlich auch das Verhalten der Kirche kritisieren, machen die Hardliner weiter. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller nutzte die Messe vom letzten Abendmahl, um die Kritiker der Kirche zu denunzieren: „Die Hingabe der vielen im Dienst an den Armen, Unterdrückten und den Notleidenden müsse von manchen verdächtigt werden, damit man nicht in der Gottvergessenheit und der Selbstverliebtheit gestört werde. Dabei sei in einem materialistischen und darum geist- und gottvergessenen Weltbild ohne Aussicht auf Erlösung in der Liebe des personalen Gottes, jede Form uneigennütziger Liebe ein Ärgernis erregender Vorwurf, auf den man nur mit Häme zu reagieren wisse“, wird vom Bistum seine Rede wiedergegeben.

Noch unangenehmer zog der päpstliche Hausprediger Raniero Cantalamessa in Anwesenheit des Papstes einen Vergleich der gegenwärtigen Kritik am Vatikan und Papst mit dem Antisemitismus. Zum Beleg dafür, dass die katholische Kirche „Opfer kollektiver Gewalt“ sei, zitiert er aus einen angeblichen Brief eines jüdischen Freundes, den Cantalamessa so wiedergibt, um den Vorwurf und die peinliche Selbststilisierung nicht explizit sagen zu müssen: „Ich verfolge angeekelt den brutalen und konzentrischen Angriff auf die Kirche, den Papst und alle Gläubigen seitens der ganzen Welt. Der Gebrauch von Stereotypen, der Übergang von der persönlichen Verantwortung und Schuld zu einer Kollektivschuld rufen mir die schändlichsten Aspekte des Antisemitismus in Erinnerung.“

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3 Comments

  1. Was mich bei diesen Aeusserungen wundert, und hier liegen die australischen Bischoefe in einer Linie mit Mixa, Meissner und den neusten Botschaften aud dem Vatikan, ist das Unverstaendnis gegenueber einer Welt, in der christliche Glaube nicht mehr die zentrale Rolle spielt.

    Man scheint den Kontakt zur „Mitte der Gesellschaft“, um diese Phrase zu verwenden, soweit verloren zu haben, dass man nicht mehr versteht, dass dieses hektische Wadenbeissen ausser bei einem „harten Kern“ nur auf Unverstaendnis stossen kann.

    Entweder hat die kath. Kirche die Bodenhaftung endgueltig verloren oder ihre Stragtegie ist es, als sektenartige Minderheitenkirche zu ueberleben, die sich von einer feindlichen Welt umgeben sieht.

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  2. Die Hingabe der vielen im Dienst an den Armen (..) müsse von manchen verdächtigt werden, damit man nicht in der Gottvergessenheit und der Selbstverliebtheit gestört werde.

    Gleich drei Dummheiten auf einem Streich !
    1. Verdächtigungen an Kirchenmänner und Frauen sind gerechtfertigt, wenn Kollegen im gleichem Berufsstand kriminelle Handlungen durchgeführt haben und von ihren „Oberen“ gedeckt wurden. Wieviele noch unentdeckte Fälle möglicherweise Kontakt mit unseren Kindern haben, macht Angst. Soll man der Kirche für diesen „brutalst mögliche Aufklärung“ danken ? 😉 .

    2. Gottvergessenheit gibt es im Atheismus nicht. Man hat Gott nicht vergessen, so wie man Zeus oder Odin vergessen hat. Man hat einfach gar keine Gottheit mehr, an die man seine Zeit verschwenden muss.

    3. Selbstverliebtheit ist gerade bei den Christen hoch in Mode. Wie hieß nochmal der Verein, der von sich behauptet, die einzigste Wahrheit über die Gottheit zu besitzen ? Wie hieß der Verein, der als „ewige Moral“ auftritt ? Wie hieß der Mann, der als Stellvertreter Christi, der wohl zweitwichtigste Mann in der Geschichte der Wüstengötter, in diesen Tagen vor die Menscheit tritt ?
    Atheisten sind so sehr „selbstverliebt“, dass sie gar … man höre und staune … keine „heilige Messen“ feiern.

    Dabei sei in einem materialistischen und darum geist- und gottvergessenen Weltbild ohne Aussicht auf Erlösung in der Liebe des personalen Gottes, jede Form uneigennütziger Liebe ein Ärgernis erregender Vorwurf, auf den man nur mit Häme zu reagieren wisse.

    Und nochmals. Ungläubige haben rein gar nichts „-vergessen“. Man besitzt einfach keine personale Gottheit, die einem eine Erlösung „in der Liebe“ bringt. Warum Menschen helfen, damit man ein Ticket nach Paradieshausen gewinnen kann ? Solche egoistische Haltung haben humanistische Ungläubige nicht. Und seien wir mal ehrlich … wer auf die Kirchenpolitik nicht mit Häme reagiert, besitzt einfach nur keinen unreligiösen Humor 😛 .

    (..) rufen mir die schändlichsten Aspekte des Antisemitismus in Erinnerung.

    (Zynismus)
    Ja… war eine schlimme Zeit. Damals, als die Kirchenmänner mit erhobenem Arm durch die Straßen liefen und man „kirchengerecht“ die Jesusmörder vergaste. Glücklicherweise war „Gott Mit Uns“ nie ein Thema, er war ja immer dabei. Und die unglaublich viele Exkommunikationen dieser antisemitischen Wahnsinnigen im drittem Reich sind heute ja auch in Vergessenheit geraten. Wie ekelhaft muss doch diese Welt sein.
    (Zynismus vorbeit)

    Gerade die Kirche, die weit über einem Jahrtausend (!) keinen Hehl daraus machte, Juden pauschal als Unmenschen zu verunglimpfen, nimmt sich hier das Recht, Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Atheismus und der Kritik gegenüber der Kirche auszusprechen ?
    Wo bleibt die „hohe Moral“, die diese Organisation repräsentieren soll ? Ich sehe sie dort unten im Gulli aufblitzen.
    Liebe deinen nächsten … solange er Christ ist.

    Faschismus, Stalinismus, Pol-Pot, Massenmord und zerbrochene Beziehungen: All dies gefördert durch staatlich auferzwungenen Atheismus oder von der Kultur beeinflussten Säkularismus.

    Was muss man noch dazu sagen ? Ein Sammelsurium der Dämlichkeiten. Solch ein Bischof ist eine Beleidigung für die gesammte Homo sapiens sapiens Gesellschaft. Sowas gehört besser in einem Zoo, mit einem „bitte nicht füttern“ Schild.

    Auch Scheinheiligkeit und Halbherzigkeit könnten Gott in anderen Menschen töten.

    Wenn der allmächtige Gott viel zu dämlich ist, diese kirchliche Unmenschen aus dem Verkehr zu ziehen, muss die Institution weiterhin mit Häme und Spott rechen. Punkt. Viel Spaß mit dem anheizen des Scheiterhaufens. Damit haben die „Heiligen“ eine gute Erfahrung gemacht. Plötzlich waren die kritisichen Stimmen verstummt. Schade, dass diese „gute alte Zeit“ nicht mehr möglich ist. Nicht wahr, Herr Fisher ?
    UNd da die Kirchen hervorragend in der Verbreitung von dummen Memen sind, wird auch diese Dawkins-Benedikt-Nazi Falschaussage seinen Weg durch die Kirchengemeinde finden. Schließlich hat der große säkulare Oberatheist und Vorbild aller Dawkinsjünger, Pol-Pot, ja ebenfalls Darwin und seine Arbeit gehuldigt 😛 .
    Fisher qualifiziert sich – wie so viele „strenggläubige“ – als wiedergebrener Vollidiot allererster Güte.

    (..) Pell (..) aber meinte, dass es zwar zu viele Skandale und Opfer gegeben habe, aber die überwältigende Mehrheit der Gläubigen den Geboten der Liebe folge.

    Schön das wir mal darüber gesprochen haben. Atheisten sind ja auch nicht der Meinung, das die „überwältigende Mehrheit der Gläubigen“, welche „die Gebote der Liebe“ befolgen, Kinder geprügelt und sexuell misshandelt haben. Das waren nicht sie, sondern ihre Märchenerzähler aus dem Kirchenverein. Es sei denn, die Kinderheime mit Hanz zur Gürtelzucht wurde von der „überwältigenden Mehrheit der Gläubigen“ geführt. Aber … ein Herr Pell darf sich solch einen fundamentalen Schnitzer erlauben. Schließlich hat er den Segen des Herrn.

    Zu Jensen muss man nun ehrlich nichts mehr zitieren. Atheisten greifen genausowenig GOTT an, wie Christen eine Attacke gegen Marduk planen !
    Christen glauben weder an einen Marduk, noch an eine Aphrodite. Sie haben kein Bedürfnis, eine Nichtexistenz „anzugreifen“. Wie Nicholis sagte: wo nichts ist, kann man nichts angreifen !
    Aber das muss ein Erzbischof ja nicht wissen. Erzbischof wird man ja, wenn man sich besonders blöd anstellt und keinerlei Wissen über Religionskritik und Ungläubigkeit vorweisen kann. In seiner apokalyptischen Wahnvorstellung sind wohl die 4 Reiter der Atheistenapokalypse (Dawkins, Denett, Hitchens, Harris) wahrlich unterwegs, um Gott persönlich in den Arsch zu treten 😀 .
    Solche Leute, welche eine übermäßige Fantasie besitzen und möglicherweise sie einer größeren Menge „eintrichtern“ kann, also sektenführerisch hantiert, sollten vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Die Gefahr einer Hetze (Uiii… hat jemand „Nazi“ gesagt ?) gegenüber Ungläubigen ist einfach zu hoch 😛 .

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